Karthause's Welt …

15. November 2009

Lesen! Das Buch der Woche (29)

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In dieser Woche empfiehlt Elke Heidenreich auf Litcolony das Buch Alles hat seine  Zeit von Ennio Flaiano. Ob es etwas für mich ist? Hmmm. Ich weiß nicht so recht…

Kurzbeschreibung von Amazon

«Ein beinahe archaischer Roman über die uralten Themen von Schuld, Sühne, Gut und Böse. Höchste Zeit, ihn wieder zugänglich zu machen.» Elke Heidenreich

Nach einer Autopanne findet sich ein junger italienischer Offizier allein im äthiopischen Busch wieder. Die Begegnung mit einer rätselhaften Schönen löst eine Katastrophe aus: Durch Zufall prallt sein Schuss auf ein wildes Tier ab und tötet die Frau. Daraufhin quälen ihn nicht nur Selbstvorwürfe und die Furcht vor Entdeckung, sondern bald auch ein schlimmer Verdacht: dass er sich mit Lepra infiziert haben könnte. Auf seiner filmreifen Flucht durch die grandiose, bedrohliche Natur Afrikas sieht er sich mit existentiellen Fragen konfrontiert, aber auch mit der absurden Komik scheinbar auswegloser Situationen.

Präzise leuchtet Ennio Flaiano die Skrupel und Schuldgefühle seines Helden aus und zeigt eindrucksvoll, wie der junge Offizier zwischen Selbstanklage und Rechtfertigung, zwischen Hoffnung und Verzweiflung schwankt. «Alles hat seine Zeit» ist das ergreifende Porträt eines Menschen, der in der Fremde allmählich seinen moralischen Halt und damit sich selbst verliert.

Ausgezeichnet mit dem «Premio Strega», Italiens höchstem Literaturpreis.

12. November 2009

Elke Heidenreich, Bernd Schroeder – Alte Liebe

Gespeichert unter: 2009, Belletristik — Karthause @ 19:39
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Alte Liebe
Elke Heidenreich & Bernd Schroeder
Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
Verlag: Hanser
ISBN-13: 978-3446233935

Lore und Harry sind seit 40 Jahren verheiratet und die Zeit hat bei dem alt-achtundsechziger Paar ihre Spuren hinterlassen. Ihre Tochter Gloria steht unmittelbar vor der dritten Hochzeit und die Enkelin Laura ist begeistert von Playstation, Computer und Gameboy. Harry ist pensioniert und ein passionierter Kleingärtner. Lore geht noch arbeiten, in ihrer Bibliothek fühlt sie sich schier unersetzlich, der Umgang mit Büchern, der Kontakt mit Autoren ist ihr Leben und ihre Leidenschaft.

Das Buch hat nur 192 Seiten, aber diese beinhalten den gesamten Kosmos von Lore und Harry. Die Gedanken, die sie sich über ihre Tochter machen, die nun einen reichen Mann, einen Kapitalisten, heiraten will und damit versorgt ist, sind keineswegs von der rosaroten Elternbrille gekennzeichnet. Sie hinterfragen ihre Erziehung, suchen Fehler bei sich und sehen sowohl die Tochter als auch die Enkelin mit kritischem Blick. Beide philosophieren über den Sinn des Lebens, das Altern, das Verständnis der Generationen untereinander, über Reichtum und Armut, über alte Ideale und was davon übrig blieb, über Liebe und Leidenschaft und fragen sich nicht zuletzt, was aus ihrer Beziehung geworden ist, und wie sie in das gemeinsame Altern zukünftig ein bisschen frischen Wind bringen können.

Abwechselnd erzählen die beiden aus ihrem Leben, teilen ihre Gedanken mit und gewähren dem Leser Einblicke in ihre Gefühlswelt. Alle Kapitel werden durch einen Dialog der beiden beendet, diese waren amüsant und spritzig, waren kleinere Geplänkel, waren mal leicht, mal tiefsinnig und waren auch mal grummelig und grantlig, sie zeugten vom jahrelangen Zusammenleben der Partner.

Dieses Buch war wunderschön, es hat mich emotional sehr angesprochen. Ich fand mich wieder in den Gesprächen, Gedanken und Wünschen. Die beiden Protagonisten waren mir sehr nah. Hätte ich das Buch vor 10 – 20 Jahren gelesen, wäre das vielleicht noch anders gewesen.

„Alte Liebe“ umfasst eine Vielzahl von Themen, die bei anderen Autoren auch 500 Seiten füllen könnten. Aber Elke Heidenreich und Bernd Schroeder gelingt es in aller Kürze, den Kern der Sache zu treffen.

Den Höhepunkt findet dieses Buch im Epilog. Ich werde vom Ende nichts verraten, nur so viel, es war absolut stimmig. „Alte Liebe“ ist der Lesehöhepunkt in diesem Jahr für mich. Ich habe gelacht, Parallelen gezogen und geweint. Es wird mich gedanklich sicher noch eine ganze Weile begleiten und das nicht nur weil ich den im Buch enthaltenen „Literaturempfehlungen“ noch ein wenig folgen werde.

Jetzt liest Herr Karthause dieses Buch und ich hoffe, ihm fällt auf, dass auch ein bisschen „Harry“ in ihm steckt.

Über die Autoren (Quelle: Amazon)

Elke Heidenreich, geboren 1943, lebt in Köln. Seit 1970 ist sie freie Autorin und Moderatorin bei Funk und Fernsehen. Seit 1983 ist Elke Heidenreich Kolumnistin bei der Zeitschrift „Brigitte“ und schreibt regelmäßig Buchbesprechungen für verschiedene Fernseh- und Rundfunksender. 2008 wurde sie mit dem „Hans-Bausch-Mediapreis“ ausgezeichnet. Bernd Schroeder, geboren 1944, aufgewachsen in Bayern, Studium der Theaterwissenschaft und Germanistik in München. Seit 1970 freier Autor. Bis 1992 hat er vorwiegend Fernseh- und Hörspiele geschrieben. 1985 erhielt er den Adolf-Grimme-Preis, 1992 den Deutschen Filmpreis. Seit 1993 hat er verschiedene Romane veröffentlicht. Bernd Schroeder lebt seit 1987 in Köln.

10. November 2009

François Lelord – Hector & Hector und die Geheimnisse des Lebens

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Hector & Hector
und die Geheimnisse des Lebens
François Lelord
Gebundene Ausgabe: 222 Seiten
Verlag: Piper
ISBN-13: 978-3492051675

Seit Jahren kenne ich Hector schon, Hector sen., er philosophierte über die Liebe, die Zeit und das Glück und bescherte mir damit sehr schöne Lesestunden. Jetzt gibt es Hector im Doppelpack, Hector sen. und Petit Hector und auch Clara ist dazu gekommen als Ehefrau und Mutter. In diesem Buch sollten wir nun die Welt des kleinen Hectors, die ist schließlich sehr kompliziert, und seine Sicht darauf kennen lernen. Wie sein Vater hat er ein Notizbuch und entdeckt die Welt auf seine eigene Weise.

Auf dieses Buch hatte ich mich gefreut, ja, ich bin bekennender Hector-Leser und -Liebhaber. Aber von der ersten Seite an, war ich irritiert über die Art des Petit Hector. Er sprach zwar Fragen an, die ein Kind schon bewegen können, das Kind in mir konnte er nicht erreichen. Mir kam er viel zu altklug, neunmalschlau und besserwisserisch vor. Die vorherigen Bücher des Autors waren mit Witz und Charme geschrieben, beides vermisste ich hier, ich war einfach nur genervt von der hier offenbarten Naivität. Dabei kann ich nicht einmal eine Aussage über das wirkliche Alter des Jungen machen, ein Schulkind, mehr erschloss sich mir nicht. Allerdings habe ich das Buch ab Seite 100 auch nur noch diagonal gelesen.

Über den Autor (Quelle: Amazon.de)

François Lelord, geboren 1953 in Paris, studierte Medizin und Psychologie und wurde Psychiater, schloss 1996 jedoch seine Praxis, um sich und seinen Lesern die wirklich großen Fragen des Lebens zu beantworten. Er ist viel auf Reisen, besonders gerne in Asien, und lebt nach einem Jahr in Kalifornien heute in Paris und Hanoi, wo er seit 2004 Psychiater an der französischen Klinik ist. Seine Bücher »Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück«, »Hector und die Geheimnisse der Liebe« und »Hector und die Entdeckung der Zeit« wurden internationale Erfolge.

8. November 2009

Neu im Regal

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In der letzten Zeit habe ich natürlich auch keinen Bogen um die Buchläden, die auf meinem Weg lagen, gemacht. Außerdem kam vom Büchertreff als Buchgewinn aus der Sommerfreunde-Aktion: Mister Aufziehvogel von Haruki Murakami.

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Goethe und Schiller. Geschichte einer Freundschaft – Rüdiger Safranski

Die Brücke von Istanbul – Geert Mak

Muss den Liebe Sünde sein – Uwe Bork

Alte Liebe – Elke Heidenreich, Bernd Schroeder

Mister Aufziehvogel – Haruki Murakami

7. November 2009

Lesen! Das Buch der Woche (28)

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In dieser Woche empfiehlt Elke Heidenreich auf Litcolony das Buch Bei Anbruch der Nacht von Kazuo Ishiguro. Ob es etwas für mich ist? Ich glaube schon, allerdings kommt es nicht sofort auf den Wunschzettel, ich warte erst noch ein paar Meinungen von Lesefreunden ab. ;-)

 

Kurzbeschreibung (Quelle: Amazon.de)

Der neue Ishiguro: humorvoll, leichthändig und ungewöhnlich musikalisch

Die besten Zeiten hat Tony Gardner schon hinter sich – seine Engagements werden rarer, seine Autogramme kaum mehr nachgefragt. Für den Kaffeehausgitarristen Janeck ist der Crooner jedoch das größte Idol. Als sich die beiden in Venedig über den Weg laufen, muss er Gardner einfach ansprechen. Der nutzt die Gelegenheit, um Janeck für den vielleicht wichtigsten Auftritt seines Lebens zu gewinnen: Er will seiner langjährigen Frau ein romantisches Ständchen bringen, in der Hoffnung, dass sie der bröckelnden Ehe noch einmal eine Chance gibt.

Mit dieser und vier weiteren Geschichten hat Kazuo Ishiguro seiner großen Leidenschaft, der Musik, eine Liebeserklärung geschrieben. Von Venedig über London und die Malvern Hills bis nach Hollywood führt sie die Menschen zueinander, spinnt ein Netz zwischen den unterschiedlichsten Persönlichkeiten, Nationalitäten und Schicksalen. Ein betörender Erzählzyklus, der auf eindrucksvolle Weise die Schicksale seiner Figuren mit ihrer Liebe zur Musik verknüpft.

4. November 2009

west.art – Bücher

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Die nächste Sendung von west.art – Bücher mit Christine Westermann und Werner Köhler wird am kommenden Dienstag, 10. November, im WDR-Fernsehen ausgestrahlt.

Gäste sind diesmal Sonya Kraus und Maria Schrader. Hier die Liste der Bücher, die besprochen werden:

Ceridwen Dovey: „Der Koch, der Maler und der Barbier des Präsidenten“ (Luchterhand Literatur)

Nick Cave: „Der Tod des Bunny Munroe“ (Kiepenheuer & Witsch)

Linus Reichlin: „Der Assistent der Sterne“ (Galiani)

Andrew Sean Greer: „Geschichte einer Ehe“ (S. Fischer)

Lisa Genova: „Mein Leben ohne Gestern“ (Lübbe)

Haruki Murakami: „Schlaf“ (DuMont)

(Quelle: www.buchmarkt.de)

2. November 2009

Zülfü Livaneli – Glückseligkeit

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Glückseligkeit – Zülfü Livaneli
Originaltitel: Mutluluk
Gebundene Ausgabe: 313 Seiten
Verlag: Klett-Cotta
ISBN-13: 978-3608937923

Die 15jährige Meryem lebt in einem ostanatolischen Dorf und wird vom Imam vergewaltigt. Sie hat damit Schande über ihre Familie gebracht und es gibt nur zwei Möglichkeiten, wie die Ehre wieder hergestellt werden kann: Selbstmord oder Ehrenmord. Bis zur Entscheidung bleibt das Mädchen im Keller des Hauses eingesperrt.

Cemal, Meryems Cousin, ist Soldat. Er kämpft in den Bergen gegen die PKK-Anhänger. Dabei ist sein Jugendfreund selbst Kurde.

Eine dritte Hauptperson des Buches ist Irfan. Er ist Professor an der Universität von Istanbul, ist wohlhabend und leidet an Depressionen, Ängsten und der Midlife-Crisis. Nach und nach verknüpfen sich die verschiedenen Handlungsstränge miteinander und ein vielschichtiger, interessanter und lebensnaher Roman eröffnet sich dem Leser, der gleichzeitig einen erstaunlich tiefen Einblick in den türkischen Familienalltag gewährt.

Livaneli Zülfü erzählt in „Glückseligkeit“ die Geschichte dieser drei am Scheideweg stehenden Protagonisten, die wie ihr Land, aus dem sie stammen, zwischen Tradition und Moderne hin- und hergerissen werden. So wie die drei Hauptpersonen ganz verschieden Umfeldern entstammen, wird das Leben in der Türkei aus deren grundverschiedenen Sichtweisen geschildert und aufgezeigt, wie westliche und traditionelle Lebensart, Stadt- und Landleben, Fortschritt und Rückständigkeit aufeinander prallen. Deutlich weist der Autor auf Doppelmoral und Falschheit hin und geht weit über die Ehrenmordproblematik hinaus.

„Glückseligkeit“ ist ein atmosphärisch dichter, sehr intensiver Roman, der eindringlich die bekannten Probleme im türkischen Kulturkreis thematisiert. Lediglich die Zeichnung der Charaktere blieb mir häufig zu einfach. Da lag vielleicht auch an der Komplexität der Handlung, die für eine feinere Charakterisierung kaum noch Platz ließ.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, ich las es fast am Stück und war beeindruckt von der mutigen Schilderung der gesellschaftlichen Zustände in der Türkei und der nicht unkritischen Sichtweise. Ich konnte mit den Protagonisten bei der Suche nach ihrer Glückseligkeit mithoffen und –fiebern. Glückseligkeit ist ein Roman, der Anspruch und Unterhaltung auf äußert gelungene Weise vereint.

Über den Autor (Quelle: Amazon.de)

Zülfü Livaneli wurde 1946 in Konya-Ilgin (Türkei) geboren. In den 70er Jahren war er wegen seiner politischen Anschauungen gezwungen, die Türkei zu verlassen, erst 1984 kehrte er zurück. Seitdem ist er einer der bekanntesten Sänger der Türkei, der auch international große Erfolge feierte. Einige Jahre war er Mitglied des türkischen Parlaments, besonders setzte er sich dabei für die türkisch-griechische Aussöhnung ein. Seine Bücher werden weltweit gelesen.

31. Oktober 2009

Lesen! Das Buch der Woche (26+27)

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Elke Heidenreich verabschiedet sich zum Ende des Jahres auch von diesem Format der Buchvorstellungen. So ganz warm bin ich mit der Empfehlung eines einzelnen Buches auch nicht geworden. Aber solange auf Litcolony Bücher emohlen werden, werde ich diese in mein Blog stellen.

Wegen meines Urlaubs in der letzten Woche gibt es heute auch gleich zwei Empfehlungen:

Kurzbeschreibung (Quelle: Amazon.de)

»Winter in Maine: Das Buch des Jahres – ein meisterhafter Roman.«

Aus der Begründung der Jury zum Buch des Jahres 2008

Der Winter in den Wäldern von Maine ist kalt und einsam. Bisher hat das Julius Winsome nicht gestört, er lebt schon lange allein, und er hat einen treuen Gefährten, seinen Pitbullterrier Hobbes. Als sein Hund eines Nachmittags offenbar absichtlich erschossen wird, bricht Julius’ Welt zusammen. Und er fasst einen erschreckenden Entschluss …

Julius Winsome lebt zurückgezogen in einer Jagdhütte in den Wäldern von Maine. Der Winter steht vor der Tür, er ist allein, aber er hat die über dreitausend Bücher seines Vaters zur Gesellschaft und vor allem seinen Hund Hobbes, ein treuer und verspielter Pitbullterrier. Eines Nachmittags, als er gerade vor dem Feuer sitzt und liest, hört er einen Schuss. Eigentlich nichts Besonderes, denn es ist gerade Jagdsaison. Dennoch wundert sich Winsome, weil der Schuss ganz in seiner Nähe gefallen ist, zu nahe. Als er vor die Tür geht, entdeckt er, dass Hobbes erschossen wurde – offenbar mit Absicht.

Der Verlust trifft Julius mit ungeahnter Wucht. Er denkt an all die anderen Verluste in seinem Leben: die Mutter, die er gar nicht kannte, weil sie bei seiner Geburt starb, den Vater, der nie wieder heiratete, der ihn allein großzog und ihm die Sprache Shakespeares beibrachte und jetzt auch schon zwanzig Jahre nicht mehr da ist, an Claire, die einzige Frau in seinem Leben, die ihn einen Sommer lang liebte und dann wieder verschwand. Und jetzt Hobbes, sein letzter wahrer Freund. Am nächsten Tag holt er das Gewehr seines Großvaters aus der Scheune und zieht los, um seinen Hund zu rächen. Er macht Jagd auf die Jäger. Und obwohl diese Rache ebenso sinnlos ist wie die Tat, die ihr zugrundeliegt, verstehen wir diesen einsamen, verzweifelten Mörder, werden seine Komplizen in Eis und Schnee.

Kurzbeschreibung (Quelle: Amazon.de)

Wer sendet ihm Monat für Monat anonym ein leeres Blatt Papier als Einschreibebrief? Und was will ihm der Absender damit sagen? Gibt es etwa ein dunkles Geheimnis in seiner eigenen Vergangenheit oder in seiner Familie? Diese Fragen stellt sich der Gitarrist Julio, der seit Jahren davon lebt, Klassiker der Rockmusik für chinesische Schnellimbisse aufzubereiten: „Smells like teen spirit. Mit Geschmacksverstärker.“ Julio beschließt, den Briefen auf den Grund zu gehen. Es wird eine Reise, die ihn auf sich selbst zurückwirft, sein Leben ziemlich durcheinander schüttelt. „Ich habe den ‘Postmann mit Hut’ in einem Rutsch gelesen, derartig mitreißend ist er geschrieben. Eine Engführung von Spannung und Rätselhaftigkeit, von kriminalistischem Plot und existentiellem Verlorensein – und eben das gelingt diesem Roman. Er hat mit der Idee der leeren, unbeschriebenen Briefe ein Inbild für Unaussprechliches gefunden. Und das gelingt nur selten einem literarischen Werk, das gelingt nur einmal alle paar Jahre…“ Joachim Zelter

27. Oktober 2009

Diane Broeckhoven – Eine Reise mit Alice

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Eine Reise mit Alice - Diane Broeckhoven 92 Seiten Verlag: rororo ISBN-13: 978-3499247712

Eine Reise mit AliceDiane BroeckhovenVerlag: rororo 92 SeitenISBN-13: 978-3499247712

Die Geschichte um und mit Alice geht weiter. Jules Tod hat sie, so gut man es eben kann, verkraftet. Verreisen wollte sie eigentlich nicht mehr, weil sie dieses Glücksgefühl, dass sie bei den Reisen mit Jules empfand, verbannen wollte. Aber dann entschließt sie sich doch noch einmal nach Paris zu fahren, zu schauen, ob es die kleine Pension, in der sie ihre Hochzeitsnacht verbrachten, noch gibt. So fährt sie mit den Thalys von Antwerpen nach Paris. Nur einen Tag soll ihre Reise dauern, am Abend will sie wieder daheim sein. Aber in der unbekannt gewordenen Metropole findet sie sich nicht mehr zurecht. So bleibt sie in einem Café und gibt ihre Suche auf.

Auch auf einer zweiten Reise darf der Leser die alte Dame begleiten. Alice hat ihre Schwester Esther auf deren Drängen nach Ostende begleitet. Hier merkt sie, wie sehr ihr Jules doch fehlt, wie sie seine Rechthaberei, aber auch seine Ruhe vermisst. In der Gegenwart ihrer Schwester fühlt sie sich einsam, das erträgt sie irgendwann nicht mehr, sie packt ihre Sachen und fährt heim und bereitet sich dort innerlich auf eine weitere Reise vor.

Ganz feinfühlig beschreibt Diane Broeckhoven die Beschwerlichkeiten des Alters. Sie zeigt sowohl die körperlichen als auch die psychischen Grenzen von Alice auf, die mit dem Tempo des Lebens vor ihrer Wohnungstür nicht mehr mithalten kann. Dieses Buch zeigt aber auch die Prägnanz von gemeinsamen Erlebnissen, egal wie viel Zeit seitdem verstrichen ist.. Das macht besonders das Kapitel über die Reise mit ihrer Schwester deutlich. Ähnlich wie schon in „Ein Tag mit Herrn Jules“ ist auch dieses ein äußert gefühlvolles, leises Buch. Mit sehr viel Einfühlungsvermögen, Achtung und Verständnis nähert sich die Autorin ihrer Protagonistin, die sich auch mit einer gewissen Portion Selbstironie auf ganz sympathische Weise ihrem Alltag stellt.

„Eine Reise mit Alice“ ist ein Buch der leisen Töne und tiefen Gedanken. Ganz poetisch ist das Ende, das mich mit einen Gänsehautgefühl und einem Kloß im Hals zurück ließ.

Von Diane Brockhoven las und rezensierte ich bisher Ein Tag mit Herrn Jules.

Über den Autor (Quelle: Amazon.de)

Diane Broeckhoven, 1946 in Antwerpen geboren, lebt nach 30 Jahren in den Niederlanden wieder in ihrer Geburtsstadt. Sie hat rund zwanzig Jugendbücher veröffentlicht, für die sie mit bedeutenden Literaturpreisen ausgezeichnet wurde. „Ein Tag mit Herrn Jules“ (C.H.Beck, 2005), ihr zweites Buch für Erwachsene, wurde in Deutschland zu einem Bestseller. Außerdem erschien von ihr bei C.H.Beck „Einmal Kind, immer Kind“ (2005).

16. Oktober 2009

Die Vorleser

Gespeichert unter: Empfehlungen — Karthause @ 19:23
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Am Freitag, 23. Oktober 2009, treffen sich um 22.30 Uhr im ZDF wieder die Vorleser Amelie Fried und Ijoma Mangold. Gast in dieser Sendung wird Sebastian Koch sein. Es sollen die folgenden Bücher besprochen werden. (Quelle: Newsletter >Die Vorleser<)

Sibylle Berg
Der Mann schläft
Gebundene Ausgabe, 312 Seiten
Hanser Verlag, 2009
ISBN: 3-446-23388-1

Henry James
Benvolio
Erzählungen
Aus dem Amerikanischen von Ingrid Rein
Mit einem Nachwort von Elmar Krekeler
Gebundene Ausgabe, 416 Seiten
Manesse Verlag, 2009
ISBN: 3-7175-2176-1

Walter Kohl
Wie riecht Leben?
Bericht aus einer Welt ohne Gerüche
Gebundene Ausgabe, 240 Seiten
Zsolnay, 2009
ISBN: 3-552-05475-2

Jack London
Der Seewolf
Aus dem Englischen von Erwin Magnus
Broschierte Ausgabe, 288 Seiten
dtv, 2009
ISBN: 3-423-08620-2

Terézia Mora
Der einzige Mann auf dem Kontinent
Gebundene Ausgabe, 384 Seiten
Luchterhand Literaturverlag, 2009
ISBN: 3-630-87271-1

Dieter Richter
Der Süden
Geschichte einer Himmelsrichtung
Leinen mit Prägung und aufgeklebtem Schildchen, 208 Seiten
Wagenbach Verlag, 2009
ISBN: 3-8031-3631-2

Peter Stamm
Sieben Jahre
Gebundene Ausgabe, 304 Seiten
S. Fischer Verlag, 2009
ISBN: 3-10-075126-3

15. Oktober 2009

Lesen! Das Buch der Woche (25)

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In dieser Woche empfiehlt Elke Heidenreich auf Litcolony das Buch Einsamkeit und Sex und Mitleid von Helmut Krausser. Ob es etwas für mich ist? So ganz sicher bin ich mir nicht. Da warte ich doch auf ein paar Meinungen mir bekannter Leser.

Kurzbeschreibung (Quelle: Amazon)

Vincent ist Callboy, aber an Weihnachten sitzt er alleine in der Kneipe. Als die dichtmacht, lässt er sich zu Hause eine Badewanne ein. Beim Einsteigen wird er von einer Einbrecherin überrascht. Die beiden freunden sich an.
Helmut Kraussers neuer Roman bringt zusammen, was nicht zusammengehört: Die unterschiedlichsten Menschen streifen durch Berlin, begegnen sich, kommen einander nah immer auf der Suche nach dem Glück. Helmut Krausser verknüpft ihre Geschichten zu einem Netz, aus dem es kein Entkommen gibt.
Ein Kind wird entführt, eine mitternäch liche Hochzeit improvisiert, ein Genickschuss erkauft, der Prophet Jesaja predigt auf dem Kreuzberg und alles ist auf ungeahnte Weise miteinander verbunden.’ Einsamkeit und Sex und Mitleid’ spielt auf der Klaviatur des scheinbaren Zufalls, mischt Melodram, Ironie, Suspense und Lakonik zu einem bizarren Panorama, zu einem überwältigenden Kaleidoskop des Lebens.

13. Oktober 2009

Preise, Preise, Preise

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Am 8. Oktober wurde verkündet, dass der Literaturnobelpreis im Jahr 2009 an Herta Müller verliehen wird. Mir ist Herta Müller nur dem Namen nach bekannt gewesen. Nein, dass soll jetzt keine Wertung sein, die werde ich erst vornehmen, wenn ich von der Autorin auch etwas gelesen habe.

(Foto: Wikipedia)

Der Deutsche Buchpreis 2009 wird an Kathrin Schmidt für ihren Roman „Du stirbst nicht“ gehen. Auch von dieser Autorin habe ich noch nichts gelesen, sie war mir allerdings wenigstens bekannt. Aber ich habe auch nicht den Ehrgeiz von jedem Literaturpreisträger ein (die) Werk(e) gelesen zu haben.

(Foto: Wikipedia)

Und dann war da noch…

Schon in der vergangenen Woche hat mir die liebe woerterkatze einen Award verliehen. Vielen, vielen Dank, die Überraschung ist dir gelungen. So ein Lob erfreut, motiviert und regt an, über Verbesserungen nachzudenken. Ich habe da ein paar Ideen, aber was ich dafür benötige, ist Zeit, die mir – zumindest im Moment – an allen Ecken fehlt. Aber ich möchte diesen Award gern an 5 von mir sehr gern besuchte Blogs weitergeben und zwar an:

Elkes Blog
Frau Mutiples
Lesehuhn
Umamibücher
Leseratte’s neue Welt

Alle fünf Blogs besuche ich sehr gern. Nicht immer reicht die Zeit (oder auch die Lust) für einen Kommentar, aber, ihr Lieben, ich bin blogmäßig auf dem Laufenden bei euch.  ;-)   Eure Blogs sind toll, aus dem (Bücher-)Leben gegriffen. Ob Buchblog oder Alltagsblog, ihr haltet immer etwas Nettes, Interessantes, Anregendes, Lustiges oder Nachdenkenswertes für mich bereit. Macht bitte weiter so!!!

12. Oktober 2009

Noah Gordon – Der Katalane

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Der Katalane Noah Gordon Originaltitel: The Bodega Gebundene Ausgabe  496 Seiten Verlag: Karl Blessing Verlag ISBN-13: 978-3896673671
Der Katalane
Noah Gordon
Originaltitel: The Bodega
Gebundene Ausgabe:
496 Seiten
Verlag: Karl Blessing Verlag
ISBN-13: 978-3896673671

Amazon schreibt über dieses Buch:

„Eine mitreißende Mischung aus Spannungsroman, Familiengeschichte, Liebesdrama und Historienepos

Vier lange Jahre war Josep Àlvarez im fernen Languedoc, um die große Kunst des Weinmachens zu erlernen – und um sich vor den Schergen zu verstecken, die den Grafen von Reus des Nächtens in Madrid kaltblütig ermordet hatten. Nun, zurück in seinem Heimatdorf, hofft Josep, dass er sich seinen Lebenstraum erfüllen kann. Vollmundigen Wein möchte er auf dem Gut seiner Väter kultivieren. Doch die Reben sind vertrocknet, die Geldforderungen seines Bruders für den Erbhof horrend. Tapfer nimmt Josep zusammen mit seiner Geliebten den Kampf ums Überleben auf, bis ihn die Vergangenheit einholt …

Katalonien 1870. Josep erstarrt, als die Schüsse fallen. Der Mann sollte eigentlich nur verhaftet werden. Aus Angst vor den Schergen, die das Leben des Grafen von Reus Juan Prim auf dem Gewissen haben, flieht Josep über die Grenze ins Languedoc. Im französischen Exil entdeckt er seine Leidenschaft für Wein – und träumt schon bald davon, die Kunst des Weinmachens in seine Heimat zu bringen. Als ihn eines Tages die Nachricht vom Tod seines Vaters ereilt, kehrt Josep zurück. Doch ob es ihm gelingen wird, in einer Region, in der Winzer wie sein Vater bisher nur Essig erzeugen konnten, süffigen Wein zu keltern? Außerdem ist das Familiengut heruntergekommen, die Rebstöcke tragen kaum Frucht. Und sein Bruder, der rechtmäßige Erbe des Hofs, presst aus Josep auch noch den letzten cèntim. Josep beginnt gerade, alle Schwierigkeiten zu meistern, er hat eine Frau gefunden, die seinen Traum teilt, da taucht jener Mann im Dorf auf, der weiß, dass Josep als Einziger den Mord an Juan Prim bezeugen kann. Bleibt Josep wieder nur die Flucht?“

Dieses Buch kam als Geschenk zu mir, gemeinsam mit einer wirklich guten Flasche Rotwein. Der Wein war längst getrunken, nur das Buch stand ungelesen im Regal. Mein Unterbewusstsein muss mir wohl geflüstert haben, dass es mit der Lektüre nicht so eilt. Zunächst ging in voller Vorfreude an „Der Katalane“. Zumindest „Der Medicus“ vom gleichen Autor hatte mich vor Jahren begeistert. Aber dieses Buch war eine einzige Enttäuschung. Obwohl mich der Handlungsort und auch das Thema Weinanbau interessieren, wurde ich von Beginn an nicht warm mit diesem Roman. Die Handlung war banal und über den Wein wurde zwar geschrieben, aber nicht viel vermittelt. Die Sprache war äußerst einfach gehalten und so ließ sich „Der Katalane“ ohne große Höhepunkte flott weglesen. Er wirkte auf mich wie ein schnell und lieblos aufs Papier gebrachtes Erzählwerk. Ein bisschen Historienepos, ein wenig Spannungsroman (wo war eigentlich die Spannung?), etwas Familiengeschichte und eine Spur Liebe machen eben doch keinen vollkommenen Schmöker aus. Schade. Von diesem Buch war ich sehr enttäuscht. Der Wein dagegen war sehr gut.

Über den Autor (Quelle: Amazon.de)

Noah Gordon, 1926 in Worcester, Massachusetts, geboren, arbeitete lange Jahre als Journalist beim „Boston Herald“. Mit ‘Der Medicus’ gelang ihm ein Weltbestseller, der in Deutschland viele Monate auf der Bestsellerliste stand. Auch seine nachfolgenden Romane wurden sensationelle Erfolge. Zuletzt, vor neun Jahren, erschien bei Blessing ‘Der Medicus von Saragossa’. Noah Gordon hat drei erwachsene Kinder und lebt mit seiner Frau in Boston.

9. Oktober 2009

Lesen! Das Buch der Woche (24)

Gespeichert unter: Allgemeines, Empfehlungen — Karthause @ 17:47
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In dieser Woche empfiehlt Elke Heidenreich auf Litcolony das Buch Schlaf von Haruki Murakami. Ob es etwas für mich ist? Ja,  ich denke schon. Aber erstmal gibt es keine neuen Bücher. :-(

Kurzbeschreibung (Quelle: Amazon.de)
Es ist der siebzehnte Tag ohne Schlaf.« So beginnt Haruki Murakamis Erzählung von einer Frau, die nachts kein Auge mehr zumacht. Aber es fühlt sich anders an als die quälende Schlaflosigkeit, die sie als Studentin erlebt hat: Jetzt ist sie auf zauberhafte Weise nicht mehr müde. »Ich kann einfach nicht schlafen. Noch nicht einmal ein Nickerchen.«
Spätabends, wenn ihr Mann und ihr Sohn im Bett liegen, beginnt sie ein zweites Leben, und die Nächte sind bei Weitem aufregender als ihre gleichförmigen Tage aber auch gefährlicher.
Die Illustratorin Kat Menschik hat den Zauber von Murakamis Erzählung in traumgleiche Bilder gebracht. Auch deshalb ist dieser durchgehend in Duotone (Nachtblau/Silber) gedruckte Band ein guter Grund, nachts wach zu bleiben.


7. Oktober 2009

Erika Pluhar – Er

Gespeichert unter: 2009, Belletristik — Karthause @ 19:24

Er - Erika Pluhar Gebunden 231 Seiten Verlag: Residenz ISBN-13: 978-3701714919
Er – Erika Pluhar
Gebunden 231 Seiten
Verlag: Residenz
ISBN-13: 978-3701714919

Emil Windhackers Körper hat nie Probleme bereitet. Auf ihn war Emil immer besonders stolz – und nun dieser Laborbefund. Von heute auf morgen schaut er dem Tod ins Auge. Emil Windhacker wäre aber nicht er selbst, wenn er die ihm verbleibende Zeit ungenutzt verstreichen ließe. Er beendet die Beziehung zu seiner Freundin Constanze und lernt zeitgleich die Schauspielerin Marie kennen. Sie verbindet nicht nur die gleiche Krankheit – Leukämie. Aber das Schicksal hält für Emil noch eine weitere Überraschung bereit.

„Er“ war das erste Buch, das ich von Erika Pluhar gelesen habe. Es war schnell gelesen, dazu trug nicht nur die recht große Schrift bei. Erika Pluhar erzählt die Geschichte eines Mannes über 50, egoistisch, gefühllos, kalt, kultiviert, erfolgreich im Job, bei Frauen beliebt und gesellschaftlich anerkannt. Aber ich mochte ihn nicht. Er verkörperte so ziemlich alle Eigenschaften, die ein Mann in meinen Augen nicht aufweisen müsste. Trotzdem konnte ich mich gedanklich recht gut in ihn hinein versetzen, obwohl in mir sicherlich nicht die Männerversteherin schlummert. Das Buch umfasst einen Zeitrahmen von nur 3 Tagen, in denen der Held wohl deutlich mehr Veränderungen durchlebte als in den vergangenen 3 Lebensjahrzehnten. Erika Pluhar erzählt die Geschichte des Protagonisten, einfühlsam, mit einem Hauch Ironie und viel Ruhe. Hätte sie ein anderes Ende gewählt, wäre meine Meinung über „Er“ auch eine deutlich bessere. Dieses Ende empfand ich als gekünstelt und aufgesetzt. Da mir der Erzählstil von Erika Pluhar ansonsten doch gut gefiel, werde ich nach weiteren Büchern von ihr Ausschau halten.

Über den Autor (Quelle: Amazon.de)

Erika Pluhar ist seit ihrer Ausbildung am Max-Reinhardt-Seminar Schauspielerin am Burgtheater Wien. Sie ist Liedersängerin (die sich ihre Texte selbst schreibt) und hat mehrere Bücher veröffentlicht, darunter „Aus Tagebüchern“, „Lieder“, „Als gehörte eins zum andern. Eine Geschichte“ und „Zwischen die Horizonte geschrieben“.

4. Oktober 2009

Michaela Vieser – Tee mit Buddha

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Tee mit Buddha Michaela Vieser Gebundene Ausgabe: 304 Seiten Verlag: Pendo  ISBN-13: 978-3866122109
Tee mit Buddha
Michaela Vieser
Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: Pendo
ISBN-13: 978-3866122109

Michaela Vieser studiert in London Japanologie. Den Studenten wird ein Auslandssemester angeraten, aber Michaela Vierser will weit mehr. Ihr Traum ist es, in ein Zen-Kloster zu gehen. Trotz längerer Recherche sieht sie dafür aber keine Möglichkeit. Kurz davor, ihren Traum zu begraben, macht ein japanischer Mönch, der an der Universität Buddhismus lehrt und von von ihrem Ansinnen erfuhr, ihr das Angebot, ein Jahr in seinem Mutterkloster zu verbringen. Das ist zwar kein Zen-Kloster, sondern gehörte zur Jodo-Shinshu-Strömung und liegt im Süden des Landes. Im Kloster leben ca. 100 Bewohner, Mönche, Familien, japanische Angestellte, Studenten. Das Kloster ist ein Spiegelbild der Gesellschaft im Kleinen. Michaela hat 3 Jahre lang die Sprache studiert und macht sich nun als erste Westeuropäerin auf, ihr Jahr im japanischen Kloster in Angriff zu nehmen.

Lange bevor ich dieses Buch las, war ich mir nicht sicher, ob es etwas für mich ist, oder eher nicht. Und um ehrlich zu sein, ich weiß es nach der Lektüre noch immer nicht.

Die Autorin erzählt von ihrem Leben in der für sie völlig fremden Welt, auch von der Ernüchterung, die sie in der ersten Zeit überkam. Ihre Erwartungen waren durchaus anders als die Realität. Als Leser ließ sie mich am Alltagsleben in diesem Kloster teilhaben, am Tagesablauf, an der Bedeutung der Gebete, an Ritualen, an Grundlegendem und Profanen.  Sie machte mich unter anderem mit der Teezeremonie, Ikebana, Kendo und der Kalligrafie vertraut. Mit viel Witz erzählt sie die verschiedensten Anekdoten und beschreibt die Fettnäpfchen, die sich ihr in den Weg stellten und in die sie trat. Dabei berichtet sie nicht in der zeitlichen Abfolge, sie erzählt, in dem sie in jedem Kapitel des Buches eine Person und die gemeinsamen Erlebnisse vorstellt. So erfuhr ich zwar vieles über Japan und die japanische Denk- und Lebensweise, aber trotzdem sprang der Funke zum Buch nicht über. Mir blieb vieles fremd, auch die Autorin selbst, vor allem weil die Emotionen für mich nicht immer nachvollziehbar waren und mir die gedankliche Tiefe fehlte. Der Sprachstil ist sehr einfach gehalten. Auch hatte ich gehofft, ein paar tiefgründigere Informationen über den Buddhismus zu bekommen. So bleibe ich ein wenig enttäuscht zurück und frage mich nun, ob ich einfach zu viel erwartet habe, oder ob das Buch nicht mehr hergab.

Über den Autor (Quelle: amazon.de)

Michaela Vieser, geb. 1972, hat während und nach ihrem Japanologiestudium in Japan gelebt. Sie hat u. a. ein Jahr mit buddhistischen Mönchen verbracht, die Kunst der japanischen Bergasketen erforscht und das Drehbuch zu einem preisgekrönten Dokumentarfilm geschrieben. Zurück in Deutschland, arbeitete sie für Scholz & Friends an der Kampagne »Deutschland – Land der Ideen« mit. Vieser übersetzt außerdem japanische Drehbücher, schreibt u. a. für Geo, Financial Times,Vanity Fair, NZZ und arbeitet als Trendscout. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Berlin.

2. Oktober 2009

Lesen! DasBuch der Woche (23)

Gespeichert unter: Allgemeines, Empfehlungen — Karthause @ 21:35
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In dieser Woche empfiehlt Elke Heidenreich auf Litcolony das Buch Die Rolle meines Lebens von Nicolas Fargues. Ob es etwas für mich ist? Ich bin mir nicht sicher.

Kurzbeschreibung (Quelle: Amazon.de)
Antoine ist Schauspieler und auf der Suche nach der Rolle seines Lebens. Seinen ersten Filmerfolg hat er bereits hinter sich, doch der fordert seinen Preis im Privatleben. Seine spanische Freundin Elvira verlässt ihn. An Erfolge gleichermaßen gewöhnt wie an Rückschläge, hadert Antoine mit seiner Herkunft. Die Mutter ist Französin, der Vater stammt aus der Karibik. Antoine bleibt Außenseiter, böse blickt er auf die feine Pariser Gesellschaft. Er provoziert Frauen und Freunde und kämpft gegen die moralischen Vorstellungen seines Vaters, gibt das Enfant terrible – bis er bei einem Vorsprechtermin einer berühmten Schauspielerin begegnet und mit ihr eine Liebesgeschichte beginnt. In einem engagierten Roman über Starkult und den Traum vom großen und kleinen Glück beschreibt Fargues das Lebensgefühl seiner Generation, treffend und schonungslos.

1. Oktober 2009

Neue Büchersendung im WDR

Gespeichert unter: Allgemeines, Empfehlungen — Karthause @ 22:57
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Am Dienstag, 06. Oktober 2009, strahlt der WDR von 22.30 – 23.10 Uhr erstmals seine neue Büchersendung west.art Bücher mit Christine Westermann aus. Die Sendung soll einmal monatlich über den Bildschirm flimmern. Prominente Gäste werden in der Sendung auch zu Wort kommen, in der kommenden Sendung wird das Jürgen Tarrach sein. In der Erstsendung werden Christine Westermann und ihr Mitleser Werner Köhler sieben Neuerscheinungen vorstellen:

Die Karte meiner Träume – Reif Larsen
Winter in Maine – Gerard Donovan
Marilyn & Co – Truman Capote
Verbrechen – Ferdinand von Schirach
Der Brenner und der liebe Gott – Wolf Haas
Der verlorene letzte Ball – Jacques Roubaud
Aus die Maus – Matthias Nöllke und Christian Sprang

29. September 2009

Andreas Eschbach – Ein König für Deutschland

Gespeichert unter: 2009, Krimi/Thriller — Karthause @ 16:03
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Ein König für Deutschland Andreas Eschbach Gebundene Ausgabe: 491 Seiten Verlag: Lübbe ISBN-13: 978-3785723746
Ein König für Deutschland
Andreas Eschbach
Gebundene Ausgabe:
491 Seiten Verlag: Lübbe
ISBN-13: 978-3785723746

Entscheidend ist nicht, ob wirklich alle Stimmen korrekt gezählt werden; entscheidend ist, dass alle glauben, dass sie korrekt gezählt werden.“

Vincent Wayne Merrit (21) ist ein talentierter Programmierer. In Florida arbeitet er bei einer kleinen Softwarefirma mit einer ambitionierten Chefin und steigt schnell zum 1. Programmierer auf. Dann bekommt er im Jahr 2000 den Auftrag, für einen Abgeordneten ein Programm zu Test- und Studienzwecken zu schreiben, dass die Abstimmungsergebnisse der Wahlcomputer verändern kann. Bereits einmal mit dem Gesetz in Konflikt gekommen, hat er zunächst Skrupel. Seine Chefin zerstreut seine Bedenken und Vincent erfüllt seinen Auftrag. Als er das Ergebnis der US-Präsidentschaftswahlen sieht, kommen Zweifel in ihm auf, ob sein Programm wirklich nur zu Testzwecken genutzt wurde.

Zanetti, der Geliebte der Firmenchefin, erpresst ihn 8 Jahre später mit seinem Wissen über dieses Programm. Vincent soll noch einmal ein solches Programm schreiben. Dieses Mal aber kein zu Testzwecken bestimmtes, sondern ein einsatzfähiges Programm, das bei den Landtagswahlen in Hessen eine Patt-Situation herbeiführen soll.

Vincent gelingt die Flucht, er will sein Programm nicht an Zanetti liefern. Deshalb schickt er es seinem in Deutschland lebenden Vater, Simon König, den er persönlich gar nicht kennt, weil dieser mit Vincents Mutter nur eine sehr kurze Affäre hatte. Simon ist Lehrer an einem Gymnasium, lebt sehr zurückgezogen und weiß von Computern im Prinzip nur, dass es sie gibt. Er soll die CD, die ihm sein Sohn schickte, sicher aufbewahren. Das gelingt ihm nicht einmal einen Tag lang. Und eine Geschichte, die so unvorstellbar gar nicht ist, nimmt ihren Lauf.

Andreas Eschbach setzt seinem Roman das Zitat Stalins voran: „Diejenigen, die wählen, entscheiden gar nichts. Diejenigen, die die Stimmen auszählen, alles.“, das den Leser gedanklich schon auf die hochaktuelle und brisante Handlung vorbereitet.

In gewohnter Manier führt der Autor den Leser auch in seinem neuesten Roman an ein heikles Thema, die Manipulierbarkeit von Wahlen, demokratischen Wahlen mit geheimer Abstimmung mittels Wahlcomputer. Auch in diesem Roman schafft er es, dass man das Buch nur ungern aus der Hand legt. So gefangen ist man in der logisch aufgebauten Handlung und der kontinuierlich gesteigerten Spannung.

Zum besseren Verständnis für die Computerlaien und die normalen Wahlurnenbesucher hat er mittels Fußnoten entsprechende Erklärungen eingebaut, die gleichzeitig die exakte Recherche belegen und die Realitätsnähe dokumentieren. Das gilt auch für die theoretische Möglichkeit, in Deutschland die Monarchie wieder einzuführen.

Andreas Eschbach erzählt seinen Roman in zwei Haupthandlungssträngen, die in den USA angesiedelte Geschichte um Vincent Merrit und den in Deutschland spielenden Teil um den Normalbürger Simon König.

Der einzige Kritikpunkt in diesem Buch ist für mich die Rolle Vincents im letzten Drittel dieses Romans. Für meinen Geschmack hatte der Zufall Vincent den Zugang zum Computer ein bisschen einfach ermöglicht. Diese zusätzliche Action hätte die Romanhandlung nicht erfordert.

Alles in Allem ist es Andreas Eschbach wieder einmal gelungen, den hohen Erwartungen gerecht zu werden, mit denen ich an diesen Roman ging. Ein flüssig geschriebener und spannend zu lesender Thriller entschädigten mich für eine zweieinhalbjährige Wartezeit auf den neuen Eschbach. Ich kann diesen Roman an die Liebhaber dieses Genres ruhigen Herzens empfehlen.

Das Bundesverfassungsgericht urteilte über den Einsatz von Wahlcomputern am 03. März 2009.

Weitere von mir gelesene Bücher des Autors
Quest
Das Jesus-Video
Ausgebrannt
Eine Billion Dollar

28. September 2009

Lesen! Das Buch der Woche (22)

Gespeichert unter: Uncategorized — Karthause @ 12:17
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In dieser Woche empfiehlt Elke Heidenreich auf Litcolony das Buch Die Ängstlichen von Peter Henning. Ob es etwas für mich ist? Kann gut sein.

Kurzbeschreibung (www.amazon.de)
Mit »Die Ängstlichen« legt Peter Henning seinen großen Roman vor: Die Chronik einer musterhaften Familie ist eine aberwitzige, rabenschwarze menschliche Komödie, ein Mosaik aus kleinen und großen Schrecken, Glück und Hoffnung. Über Taunus und Rhön gehen sintflutartige Regenfälle nieder. Sie sind Vorboten eines Orkans, der die Familie Jansen mit aller Zerstörungskraft trifft: Weil Johanna Jansen, die 78-jährige Patriarchin, in ein Wohnstift ziehen will, möchte sie ihre Kinder noch einmal um sich versammeln. Doch der Lebensabend wird für sie zur Sonnenfinsternis: Plötzlich verschwindet ihr Lebensgefährte, und ihr ältester Sohn sieht sich von einer tödlichen Krankheit bedroht, während sein jüngerer Bruder aus der Psychiatrie flieht. Auch Johannas Tochter begibt sich auf eine Reise, die für sie und ihren untreuen Mann zur Tortur gerät, derweil ihr Enkel um die Liebe seines Lebens kämpft. Als die Jansens ein letztes Mal zusammenfinden, ziehen erneut dunkle Wolken auf. Es sind die Schatten des Kleinmuts und der Angst, der Geltungssucht und Lieblosigkeit – die Schatten einer Familie.

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