Karthauses Bücherwelt …

29. Oktober 2007

Andreas Eschbach – Ausgebrannt

Einsortiert unter: 2007,Krimi/Thriller — Karthause @ 19:19

:) :) :) :)

Bei den gegenwartsnahen Romanen von Andreas Eschbach setzt sich bei mir der Automatismus Sehen-Kaufen-Lesen fast unverzüglich in Gang. Im Hinterkopf bohrt immer die Frage “Wirst du dieses Mal enttäuscht sein?”. Jetzt nach 752 Seiten kann ich mit Freude feststellen, es hat sich wieder gelohnt.

 

 

Der deutsche Markus Westermann träumt einen Traum, seinen amerikanischen Traum und als sich ihm beruflich die Chance bietet, befristet in den USA zu arbeiten, setzt er alles daran, in diesem Land zu bleiben. Mit dem Geld und den Ideen anderer Leute will er den Durchbruch schaffen und sein Imperium aufbauen. Als er den Öltechniker Block kennen lernt, sieht er seine große Chance gekommen. Block ist fest davon überzeugt, dass die Ölvorkommen auf der Welt noch tausend Jahre ausreichen und er die einzige Methode kennt, das Öl zu finden, dessen Vorkommen namhafte Wissenschaftler vehement abstreiten. Gemeinsam gründen sie eine Firma. Sie schaffen es, eine Investmentgesellschaft von ihrer Geschäftsidee zu überzeugen. Diese beteiligen sie zur Finanzierung ihrer Unternehmung. Zur gleichen Zeit muss in Saudi Arabien die Ölförderung auf dem weltgrößten Ölfeld eingestellt werden. Block und Westermann stehen plötzlich im Mittelpunkt des Interesses. Markus sieht sich am Ziel seiner Wünsche, aber die Entwicklung geht weiter, anders als von den beiden und dem Leser erwartet.

 

 

“Ausgebrannt” ist ein vielschichtiger, akribisch recherchierter Roman, die Handlung vollzieht sich auf mehreren Zeitebenen. Die Zahl der handelnden Personen ist hoch, aber nicht unüberschaubar. Nach kurzer Zeit begann ich deren Zusammengehörigkeit zu ahnen. Neben der romantypischen Handlung setzt Andreas Eschbach Sachbuchelemente bezüglich der Erdölthematik und auch der Historie ein. Er fand dafür das richtige Maß und eine geeignete Darstellungsform. Die Informationen hatten ein gutes populärwissenschaftliches Niveau und als Leser wurde ich an keiner Stelle vom geballten Überwissen des Autors überfordert.

 

 

Andreas Eschbach schrieb seinen Roman in einer leicht und flüssig zu lesenden klaren Sprache, dadurch kam es auch bei den “Sachthemen” zu keinen bedeutenden Unterbrechungen im Spannungsbogen.

 

Die Hauptperson des Buches, Markus Westermann, nahm im Roman meines Erachtens eine sehr gute Entwicklung. Vom naiven Amerika-Liebhaber, der jedes Klischee auslebte, entwickelte er sich zum mit anpackenden und klugen Geschäftsmann.

 

 

Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen. Ich würde es gern als “hervorragend” bezeichnen, ein paar Szenen, die mir jedoch zu konstruiert zufällig erschienen, halten mich aber davon ab. Auf jeden Fall aber ragt “Ausgebrannt” über den herkömmlichen “Wirtschaftsthriller” heraus. Die Aktualität ist erschreckend aber nicht hoffnungslos und ließ mich schon mal über meine eigenen Lebensgewohnheiten nachdenken. Ich kann dieses Buch nur empfehlen.

 

 

Gebundene Ausgabe: 752 Seiten
Verlag:
Lübbe; Auflage: 4., Aufl. (Februar 2007)
ISBN-10:
3785722745
ISBN-13:
978-3785722749
Gelesen:
März 2007

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1 Kommentar »

  1. Ganz meine Meinung – danke für die Hilfe! Der Bereich wird in nächster Zeit bestimmt noch wichtiger werden. Ich meine, da vor kurzem einen Beitrag drüber gefunden zu haben. Alles Gute Annegreth Adams

    Kommentar von Annegreth Adams — 5. März 2010 @ 09:10 | Antwort


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