Die Analphabetin
Agota Kristof
OT: L’Analphabète
Broschiert: 75 Seiten
Verlag: Piper
ISBN-13: 978-3492249027
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„Ich kann die Wörter. Wenn ich sie lese, erkenne ich sie nicht.“
Der Klappentext des Buches war viel versprechend. Eine junge Frau flüchtet mit Mann und Kind 1956 aus Ungarn, über Österreich kommen sie schließlich in die französisch sprechende Schweiz. Ihr, die leidenschaftliche Leserin war, fehlen plötzlich die Worte. Sie fühlt sich als Analphabetin.
Kurze Knappe Sätze prägen diese Erzählung. Der Stil ist schon als minimalistisch zu bezeichnen. So blieb kaum Platz in den wenigen das Buch umfassenden Seiten, um die Gefühle der Autorin zu beschreiben und Emotionen beim Leser zu wecken. Die Geschichte von Agota Kristofs Leben beschränkt sich auf das Allerwesentlichste. Es wird kein Wort zuviel verwendet. Aber nicht immer ist weniger mehr. Ich vermisste die Tiefe in diesem Buch. Zu den in „Die Analphabetin“ beschriebenen Personen fand ich keine Beziehung. Durch die Kürze des Textes fehlte eine Charakterisierung und ihre Gesichter blieben für mich leer. Einzig die Liebe der Autorin zum geschriebenen Wort konnte zum Ende hin nachvollziehen, als sie beginnt, die neue Sprache zu sprechen und sie aber weder lesen noch schreiben kann.
Schade, aus dieser Thematik hätte deutlich mehr gemacht werden können.
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