Karthauses Bücherwelt …

29. August 2009

Anthony McCarten – Englischer Harem

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Englischer Harem - Anthony McCarten
Englischer Harem
Anthony McCarten
Gebundene Ausgabe: 592 Seiten
Verlag: Büchergilde Gutenberg
ISBN-13: 978-3257066401

Nichts ist so, wie es auf den Blick scheint.

Tracy Pringle, 20 Jahre, wohnt bei ihren Eltern in einem trostlosen und baufälligen 23geschossigen Wohnhaus in einem Londoner Vorort. Sie ist Kassiererin in einem Supermarkt und Tagträumerin. Tief in ihre Traumwelt versunken, reagiert sie bei einem offensichtlichen Diebstahl nicht und verliert infolge dessen ihren Job. Sie bewirbt sich in dem vegetarischen Restaurant „Persischer Garten“ um die Stelle einer Kellnerin. Saaman Sahar, der Inhaber, aus Teheran stammend, Sohn einer Metzgerdynastie, Moslem, Oxford-Absolvent und Mitglied eines anglikanischen Kirchenchores, ist zunächst nicht interessiert. Aber Tracy kämpft und bekommt die Stelle auf Probe. Sie setzt sich intensiv mit der persischen Kultur auseinander, Saaman beantwortet ihr die Fragen so gut er kann, aber schon bald weiß Tracy mehr als er. Schnell freundet sich Tracy mit seinen beiden Ehefrauen an. Firouzeh ist die Witwe seines Bruders, es war für Sam, wie er sich in England nennt, eine Ehrensache, sie zur Ehefrau zu nehmen und ihren Kindern ein Heim zu geben. Yvette ist Französin und auch sie hat er nicht ohne Überlegung geheiratet. Tracy ist vom Leben der Sahar’s begeistert, sie kommt ihrem Chef langsam näher, aus anfänglicher Freundschaft wird schnell Verliebtheit und so wird sie schließlich Ehefrau Nummer 3. Für Tracy’s Eltern ist das zuviel, sie können diesen englischen Harem nicht mit ihrem Weltbild vereinbaren und sind strikt gegen diese Beziehung. Und auch die englischen Behörden bekommen Informationen über diesen ungewöhnlichen Fall von Polygamie und werden aktiv.

Englischer Harem“ ist eine Liebesgeschichte, eine Tragödie, ein Drama, eine Komödie, ein Gesellschaftsroman und eine Familiengeschichte, oder besser gesagt, von jedem etwas. Anthony McCarten betrachtet in seinem Roman die allgemein bekannten Vorurteile Einheimischer gegenüber Migranten und fremden Kulturen – und umgekehrt. Er scheut sich nicht, die gängigen Klischees aufzugreifen und ad absurdum zu führen. Manche Stellen in dem Buch fand ich skurril und überzogen. Als künstlerisches Mittel ist dies aber durchaus geeignet, den Leser nachdenklich zu stimmen, ihm die Augen zu öffnen und ihn in den vorgehaltenen Spiegel schauen zu lassen. Auch ich stellte mir schon mal die Frage, wie ich als Mutter von Tracy reagiert hätte.

Die gegenseitigen Vorurteile und die sich daraus ergebenden Missverständnisse hat der Autor auf sehr nachvollziehbare, warmherzige und intelligente Art und Weise beschrieben. Nie hat er verurteilt, nie den moralischen Zeigefinger erhoben. Er hat Situationen beschrieben und dem Leser die Wertung überlassen. In kürzester Zeit habe ich dieses Buch gelesen. Es hat mich beeindruckt und es hat mich berührt, aber es hat mich auch schmunzeln lassen. Dieses Buch mochte ich von Beginn an sehr gern und das Ende war eine Klasse für sich.

Mein Fazit: „Englischer Harem“ ist weitaus mehr als eine simple Liebesgeschichte einer traumtänzerischen Supermarktkassiererin. Es zeigt unterhaltsam auf, wie wichtig Toleranz und Akzeptanz sind und welche Folgen Vorurteile und Missverständnisse nach sich ziehen können. Die Geschichte um Tracy Sahar wird sicher noch eine Weile in meinem Kopf nachwirken. Selten habe ich Anspruch und Unterhaltung auf so vergnügliche Art verknüpft gefunden.

Über den Autor (Quelle: Diogenes.ch)

Anthony McCarten, geboren 1961 in New Plymouth/Neuseeland. Mit 25 (mit Stephen Sinclair) weltweiter Theatererfolg ›Ladies Night‹, in der unautorisierten Filmadaption (›The Full Monty/Ganz oder gar nicht‹) eine der weltweit erfolgreichsten Filmkomödien. Seine zwei ersten Romane bei Diogenes, ›Superhero‹ (2007) und ›Englischer Harem‹ (2008), waren beide große Kritiker- und Publikumserfolge.

28. August 2009

Lesen! Das Buch der Woche (18)

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In dieser Woche empfiehlt Elke Heidenreich auf Litcolony das Buch Ou Topos: Suche nach dem Ort, den es geben müsste von Heiner Geißler. Dieses Buch kommt zumindest erst einmal auf meine Merkliste. Ich habe von Heiner Geißler schon zwei Bücher gelesen, die mich beeindruckten. Eines war “Intoleranz” und das andere “Was würde Jesus heute sagen?”.

Kurzbeschreibung (Quelle: amazon.de)
Heiner Geißler über die Suche nach dem Glück: wovon Menschen träumen Das Glück auf der Erde zu finden, ist der Wunsch der meisten Menschen. Aber was Einzelnen gelingt, nämlich ihr Glück zu finden in der Liebe oder durch Entsagung, scheint für die ganze Menschheit unerreichbar zu sein. Alle Versuche sind gescheitert – von Spartakus über die römische Inquisition bis hin zu Kapitalismus und Kommunismus. Niemandem gelang es bisher, den immerwährenden Platz an der Sonne, das Elysium, zu garantieren, auch nicht Religionen, esoterischen Heilslehren und Ideologien. Viele haben daher das Paradies ins Jenseits verschoben und die Menschen in Glück und Unglück allein gelassen. In seinem faszinierenden Buch – gleichermaßen Essay wie Autobiographie – erweist sich Heiner Geißler als einer der aufregendsten und bedeutendsten Denker im heutigen Deutschland. Gestützt auf grundlegende Einsichten von Philosophie, Theologie und Geschichte und auf eigene Erfahrungen, beschreibt er seine Suche und die Suche anderer nach dem Glück auf der Straße des Lebens, erzählt, wovon Menschen träumen, und schildert die Chancen der Menschen für ein glücklicheres Leben.

26. August 2009

Iris Kammerer – Varus

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Varus
Varus
Iris Kammerer
Taschenbuch: 464 Seiten
Verlag: Heyne
ISBN-13: 978-3453470897

9 n. Chr. – Germanien ist unbefriedet und von den Römern unterworfen worden. Der Statthalter Publius Quinctilius Varus soll Teile des römischen Heeres vom Sommerlager zurück in das Winterquartier in der Nähe des heutigen Xanten führen. Im Vorfeld erhält er mehrere konkrete Hinweise, dass sein Vertrauter Arminius, aus einem germanischen Fürstengeschlecht stammend und unter Römern aufgewachsen, einen Verrat plant. Er hat zu seinem Schützling blindes Vertrauen und schlägt überheblich alle Warnungen in den Wind.

Als dann die ersten Angriffe auf die von ihm angeführten drei Legionen und deren Trosse erfolgen, ist Varus noch immer nicht gewarnt. Das Wetter ist schlecht, das Gelände ist unwegsam und für die Römer nicht geeignet in Stellung zu gehen. Aber in nicht nachvollziehbarer Selbstüberschätzung sieht Varus den Gegner sowohl kampfkraft- als auch zahlenmäßig als unterlegen an. Das entpuppt sich als eine fatale Fehleinschätzung der Situation, die den fast vollständigen Verlust der drei Legionen samt Nachhut zur Folge hat.

Zum 2.000. Mal jährt sich in diesem Jahr die Varusschlacht, die das politische Gesicht Mitteleuropas dauerhaft veränderte. Grund genug zu diesem historischen Roman von Iris Kammerer zu greifen. Sie schildert das historische Geschehen aus der Sicht der Römer. Sie nutzt gekonnt verschiedene Handlungsstränge und Perspektiven, um sich diesem Thema zu nähern. Da gibt es zum einen Caldus, der den Statthalter vor dem Verrat warnt und dafür rangniedrigere Dienste ausführen muss. Dann wird die Geschichte des Titus Annius erzählt, der die Sklavin Thiudgif aus einer Laune heraus durch ein Würfelspiel gewinnt, um die Iris Kammerer ebenfalls eine Handlung aufgebaut hat. Und es gibt den Erzählstrang um die Figur des Varus, in dem deutlich wird, wieso es zu dieser verheerenden Niederlage kommen konnte.

In ihrem Roman lässt Iris Kammerer sowohl historisch verbürgte Figuren als auch fiktive in die Handlung eingreifen, die, grob gesehen, die Handlungsstränge des Romans ausmachen. Sie schildert das Geschehen im Teutoburger Wald vor 2.000 Jahren äußerst glaubwürdig und realistisch. Dabei ist nicht sicher zu belegen, ob es sich in Wirklichkeit so und nicht anders zugetragen hat. Aber es wäre genau so, wie die Autorin es beschrieb, sehr gut vorstellbar.

Besonders hervorheben möchte ich, dass es Iris Kammerer, trotz der allgemein bekannten Geschichte der Schlacht, gelang, einen spannenden und fesselnden Roman zu schreiben. Dies ist aber auch darauf zurückzuführen, dass ihr Augenmerk nicht auf Varus und Arminius, sondern eher auf den historischen Helden der 2. Reihe lag. Die Sprache ist bestechend, klar und der Zeit gemäß. Ein dem Roman beigefügtes Glossar hilft dem Leser über die eine oder andere Klippe hinweg. Das Buch enthält ein ebenfalls sehr nützliches Namensverzeichnis, in dem die historischen Personen gekennzeichnet sind. Das half mir die anfängliche Verwirrung bei den sich ähnelnden römischen Namen zu überwinden.

Mein Fazit: „Varus“ ist einer der besten historischen Romane, die ich in der letzten Zeit las. Das bekannte Thema wurde hervorragend in einen spannenden Roman verpackt. Ich bin beeindruckt von der Detailtreue der Autorin und werde in absehbarer Zeit ihre Cinna-Trilogie lesen.

Über den Autor (Quelle: Amazon.de)

Iris Kammerer, 1963 in Krefeld geboren, arbeitete nach dem Studium der Klassischen Philologie und Philosophie als Texterin, Redakteurin und Beraterin. Seit 2004 ist sie freie Autorin. Bisher erschien die erfolgreiche Trilogie um den römischen Offizier Cinna (“Der Tribun”, “Die Schwerter des Tiberius” und “Wolf und Adler”) sowie der im Mittelalter angesiedelte Roman “Der Pfaffenkönig”. Iris Kammerer lebt zusammen mit ihrem als Sachbuchautor tätigen Mann Helmut Kammerer in Marburg.

25. August 2009

Alexandre Dumas – Der Graf von Saint Hermine

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Der Graf von Saint Hermine

Alexandre Dumas


Gebundene Ausgabe: 1040 Seiten

Verlag: Blanvalet Verlag

ISBN-13: 978-3764502270

Am Grafen habe ich mich versucht, bis zur Seite 100 bin ich gekommen und dann habe ich das Buch wieder ins Regal gestellt. Nein, es war nicht die falsche Zeit für das Buch, das war kein Dumas, wie ich ihn erwartete. Vom Lesegefühl blieb alles aus, was für mich einen Dumas auszeichnete. Es ist wohl wahr, dass dieses Buch unvollendet blieb, aber das trifft sicher nicht nur das Romanende. Mir fehlte der Charme und auch die Spannung, was ich in den Musketieren und auch im Grafen von Monte Christo fand. Naja, wenn man Bücher aus Nostalgiegründen kauft, ist ein Fehlkauf halt nicht ausgeschlossen. Aber im Regal macht es sich richtig gut.

20. August 2009

Lesen! Das Buch der Woche (17)

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In dieser Woche empfiehlt Elke Heidenreich auf Litcolony das Buch Das Mitteleer von Baltasar Porcel . Das ist ist sicher ein interessantes Buch, aber meinen Geschmack trifft sie nur bedingt.  Na, ist man auch gut so, sonst würde mein SuB ins Unendliche wachsen. ;-)

Kurzbeschreibung (Quelle: http://www.amazon.de)
Das Mittelmeer ist das Meer unserer Sehnsüchte: nach Schönheit, nach Phantasie, nach Kultur und Wärme. Seit Jahrtausenden ist es aber auch die Bühne militärischer Kämpfe, zivilen Fortschritts, neuer Ideen, unterschiedlicher Religionen und Gesellschaftsformen.
Baltasar Porcel geht auf eine stürmische Reise durch Geschichte und Gegenwart des Mittelmeerraums, verlässt dabei manch vertrauten Routen, entdeckt kulturelle Besonderheiten und Gemeinsamkeiten zwischen den Mittelmeerregionen von Katalonien bis Ägypten, von Ligurien bis in die Türkei, vom Peleponnes bis Tunesien. Er öffnet so unseren Blick für unbekannte Zusammenhänge in mediterranen Traditionen und Regionen und das in einer mitreißenden Sprache und einer üppig dargebotenen Fülle von kleinen und großen Geschichten, die dieses Buch so einzigartig und fesselnd machen. »Dieses Buch ist eine Einladung an die nicht-mediterranen Leser, sich die Kultur und das Vermächtnis des Mittelmeers zu eigen zu machen, und eine Einladung an die mediterranen Leser, ihr eigenes, reichhaltiges, episches, tragisches und wunderbares Erbe anzutreten und wiederzuentdecken – eine Einladung, die Vielfalt des Mittelmeers zu genießen.« Aus dem Vorwort des französischen Kulturhistorikers Edgar Morin

Ein Ereignis: die Kultur geschichte des gesamten Mittelmeerraums, leidenschaftlich erzählt, voller Entdeckungen, außergewöhnlicher Ereignisse und wunderbarer Gestalten.

18. August 2009

Michael Köhlmeier – Abendland

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Abendland
Michael Köhlmeier
Gebundene Ausgabe: 784 Seiten
Verlag: Hanser Belletristik
ISBN-13: 978-3446209138

Der im Sterben liegende 95jährige Mathematiker Carl Jacob Candoris spricht mit seinem Freund und Schützling Sebastian Lukasser über sein Leben und hat den Wunsch, dass seine Biografie nach seinem Tod veröffentlicht wird. Mit Carls Biografie ist die des Sebastian Lukasser und seiner Familie eng verknüpft. Candoris lernt den begnadeten Jazzmusiker Georg Lukasser, Sebastians Vater, in einem Jazzkeller kennen und schätzen. Er wird zu dessen Mäzen, Schutzengel, Freund und auch Gebieter. Eine Rolle, in die er den Sohn, Sebastian, mit einbezieht. So wurde in „Abendland“ auch die Geschichte der Lukassers erzählt, stellenweise hat man den Eindruck, diese Familie steht im Mittelpunkt des Buches und Carl steht im Hintergrund und zieht die Fäden. Hier sehe ich eine enge Verknüpfung mit dem schriftstellerischen Werk des Sebastian Luskasser, der auch über berühmte Musiker Doppelbiografien schrieb. Mit dieser schon umfangreichen Lebensgeschichte und Beichte des Carl Candoris verknüpft Köhlmeier noch die bedeutenden Ereignisse des 20. Jahrhunderts.

Michael Köhlmeier erzählt „Abendland“ nicht geradlinig, sondern eher verwinkelt und konstruiert. Er weicht immer wieder vom roten Faden ab und schiebt neue Anekdoten ein. Der Roman nimmt den Leser mit auf die Reise nach Innsbruck, Wien, Frankfurt/Main die USA und, und, und. Er konfrontiert mit Musikthemen, dem 3. Reich, der Wissenschaft, dem Bau der Atombombe, dem Rassismus in den USA und der RAF – um nur einige Themen zu nennen. Ich fand mich zeitweise in einem literarisch-historischen Irrgarten wieder. Begebenheit aus der Geschichte des 20. Jh. werden oft nur angerissen. Köhlmeier fordert von seinem Leser die Kenntnis des Geschehens. Deshalb wirkten diese Passagen anfangs oberflächlich und unausgegoren.

Die Kritik lässt nun den Eindruck aufkommen, das Buch hätte mir nicht gefallen. Genau das Gegenteil trifft es aber. Ich habe „Abendland“ sehr gern gelesen. Es ist aber unbestritten ein Buch, dessen Vielfalt sich erst beim wiederholten Lesen erschließen wird. Lange standen für mich zwei Fragen im Raum, da war einerseits die nach der Rolle des Carl Jacob Candoris in diesem Roman, in dem der eigentliche Biograf ja im Mittelpunkt zu stehen schien. Aber nach und nach wurde deutlich, dass Candoris der Macher im Hintergrund ist, er hält die Fäden in der Hand wie bei einem Puppenspiel und somit ist seine bedeutendste Funktion die des Überwachers, des Regisseurs. Andererseits bewegte mich die Frage, ob es Sebastian Lukasser vermag, sich von seinem schier übermächtigen Schatten zu lösen.

„Abendland“ ist wohl eines der vielschichtigsten Bücher, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Zum „nebenbei lesen“ ist es nicht geeignet, es fordert die gesamte Aufmerksamkeit seines Lesers, da sonst zu viele Facetten nicht erkannt werden. Ich habe sicher auch noch viele nicht wahrgenommen. Selten habe ich selbst beim Lesen eines Buches so viel recherchiert. Aber gerade diese Themenvielfalt lässt den Roman, dieses Epos manchmal etwas überladen und unüberschaubar wirken. Er hätte damit auch 3 oder 4 Romane füllen können. Bevor ich diesen Roman las, habe ich ihn als Hörbuch – hervorragend gesprochen von Jürgen Uter – gehört. Durch das nochmalige Lesen wurde mir vieles verständlicher und greifbarer. „Abendland“ ist mit Sicherheit ein Buch, das ich in absehbarer Zeit wieder zur Hand nehmen werde. In der Zwischenzeit werde ich mich mit den anderen Werken Köhlmeiers auseinandersetzen.

Über den Autor (Quelle: Amazon)

Michael Köhlmeier, geboren 1949, wuchs in Hohenems/Vorarlberg auf, wo er auch heute lebt. Für sein Werk wurde der österreichische Bestsellerautor unter anderem mit dem Manes-Sperber-Preis, dem Anton-Wildgans-Preis und dem Grimmelshausen-Preis ausgezeichnet.

17. August 2009

Lesen! Das Buch der Woche (16)

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In dieser Woche empfiehlt Elke Heidenreich auf Litcolony das Buch Die Kunst Chanel zu sein. von Coco Chanel (aufgezeichnet von Paul Morand).

Kurzbeschreibung (www.amazon.de)
“Einfachheit ist der Schlüssel jeder wahren Eleganz” – der Mythos Chanel nun auch im Kino mit Audrey Tautou in der Hauptrolle.
Coco Chanel, die erste Unternehmerin, die mit Stil, Eleganz und eiserner Disziplin ein Weltimperium schuf, wusste, worauf es ankommt. Sie erfand das kleine Schwarze, schnitt alte Zöpfe ab und lebte vor, dass es großen Spaß macht, selbst Geld zu verdienen.
Gabrielle Chanel, genannt Coco, 1883-1971, verbrachte ihre Kindheit als Halbwaise bei ihren Tanten in der Auvergne, bis sie als junges Mädchen davonlief. Ihre Beziehung zu dem wohlhabenden Engländer Boy Capel, der ihr einen Hutsalon in der Rue Cambon vorfinanzierte, stand am Anfang ihrer beispiellosen Karriere als Unternehmerin. Innerhalb von nur 15 Jahren hatte Coco Chanel ein Modeimperium aufgebaut; nach dem Zweiten Weltkrieg feierte sie damit ein großes Comeback, das bis heute andauert. Die Gespräche im vorliegenden Band wurden 1946 von Paul Morand während eines gemeinsamen Aufenthalts in der Schweiz aufgezeichnet; sie erschienen erstmals 1976 in Paris

12. August 2009

Zitat

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Von einer lieben Lesefreundin bekam ich heute Post und das folgende schöne Zitat zierte die Karte.

Bücher machen glücklich

Der Besitz von Büchern

macht mich satt und glücklich.

Es können Tage ja Monate vergehen,

ohne dass ich in sie hineinsehe,

doch ich fühle mich

unsäglich beruhigt und geborgen

in dem Gedanken,

dass sie bei mir sind,

um mich zu erfreuen,

wenn ich sie brauche.

(Michel Eyquem Montaigne)



8. August 2009

Joseph Roth – Hotel Savoy

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Hotel Savoy

Joseph Roth

Gebundene Ausgabe: 123 Seiten

Verlag: Kiepenheuer & Witsch

ISBN-13: 978-3462036695

Im Hotel Savoy, in einer nicht näher benannten Stadt im Osten Europas, treffen sich die verschiedensten Menschentypen. Es sind Gewinner und Verlierer der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, sie sind in diese Kategorien nach ihrer Unterbringung in den verschiedenen Etagen des 864 Zimmer umfassenden Hotels einzuordnen. Leben in den unteren Stockwerken die Erfolgreichen in großem Luxus, so treffen sich in der 6. und 7. Etage die Gestrandeten der Gesellschaft, die mit Mühe die nächste Miete begleichen können, oder dafür ihre Koffer an den Fahrstuhlführer Ignatz verpfänden. So bringt Joseph Roth dem Leser ehemalige Soldaten und Kriegsgefangene, Millionäre und Pleitiers, Schmuggler und Schieber, Kommunisten und Tänzerinnen näher. Über allen jenen wacht Ignatz. Alle Personen beschreibt Roth ganz wunderbar, charakterisiert sie gekonnt, immer mit einem feinen Hauch Ironie. So lebt auch der aus der Kriegsgefangenschaft heimgekehrte Gabriel Dan, der Ich-Erzähler, in diesem Hotel. Er wird nach einiger Zeit der Sekretär des Millionärs Bloomfield, der aus lange geheim gehaltenen Gründen regelmäßig in diesem Hotel absteigt und als Gönner der Armen gilt. Er ist deren Hoffnungsträger, die Lichtgestalt im irdischen Jammertal. Dan erfasst die Gesuche der Armen an den Reichen und verstrickt sich in beide Lager. Schließlich geht infolge eines Streiks das Hotel in Flammen auf. Eine kleine Welt ist – stellvertretend für die Große – aus den Fugen geraten und damit dem Untergang geweiht.

„Hotel Savoy“ ist einer der frühen Romane Joseph Roths, aber ich ertappte mich immer wieder dabei, dass ich ihn gedanklich an „Radetzkymarsch“ und „Die Kapuzinergruft“ anschließen ließ. Schon in diesem Frühwerk wird die Prägnanz und Brillanz der Sprache Joseph Roths deutlich. Er erweckt die verschiedensten Charaktere zum Leben, lässt sie förmlich aufeinanderprallen. Ob arm oder reich, alle Personen wirken lebensecht und glaubwürdig. Ganz famos beschreibt er mit großer Symbolhaftigkeit die Wirren nach dem Krieg, das vielfältige Leben im Hotel, die Hoffnungen, Träume und Illusionen, die dann letztendlich mit dem Hotel untergehen. „Hotel Savoy“ ist für mich ein ganz besonderes Buch, es geht unter die Haut, berührt und weckt Verständnis. Alle Bücher des Autors sind für mich sowohl stilistische als auch sprachliche Perlen, von denen es viel zu wenig gibt.

Über den Autor

Joseph Roth wurde 1894 in Schwabendorf b. Brody in Ostgalizien geboren und verstarb am 27.05.1939 in Paris. Roth war als Journalist u.a. in Berlin und Wien tätig, ehe er als Korrespondent für die “Frankfurter Zeitung” alle europäischen Großstädte bereiste. Seit 1933 emigrierte Roth schrittweise über Wien nach Marseille, Nizza und schließlich Paris. Dort verfiel er aus Verzweiflung dem Alkoholismus und verstarb in einem Armenhospital.

 

7. August 2009

Lesen! Das Buch der Woche (Folge 15)

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In dieser Woche empfiehlt Elke Heidenreich auf Litcolony das Buch Clint Eastwood: Bilder eines Lebens. Mit einem biografischen Essay von Peter Bogdanovich.

Kurzbeschreibung (www.amazon.de)

Clint Eastwoods Karriere ist zweifellos eine der bemerkenswertesten der Filmgeschichte: Jener »schüchterne Junge aus Oakland« mit dem markanten Gesicht und dem unwiderstehlichen Blick, der als Westernheld zum Superstar wurde, der sich als Schauspieler, ob in »Dirty Harry«, in »Flucht von Alcatraz« oder »Die Brücken am Fluss«, immer wieder neu erfindet, ist seit Jahrzehnten ebenso als Produzent und Regisseur mit unkonventionellen, meist mehrfach prämierten Filmen verschiedenster Genres erfolgreich: etwa mit dem Charlie-Parker-Porträt »Bird«, dem Western »Erbarmungslos« oder dem Boxerstreifen »Million Dollar Baby«. Dieses Buch zeigt in zahlreichen, größtenteils bisher unveröffentlichten Fotos nicht nur den coolen Actionhelden und hochkonzentrierten Filmemacher Eastwood, sondern auch ganz andere Seiten des Ausnahmekünstlers: den jugendlichen Beau, den liebevollen Ehemann und Familienvater, den Politiker, den leidenschaftlichen Jazzmusiker.

Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
Verlag: Henschel Verlag
ISBN-13: 978-3894876203
34,00 EUR

5. August 2009

Neu im Regal

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Ghost – Robert Harris

Er – Erika Pluhar

Der Krieg des Charlie Wilson – George Crile

Sonntage im Licht – Susan Vreeland

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