Karthauses Bücherwelt …

29. September 2009

Andreas Eschbach – Ein König für Deutschland

Einsortiert unter: 2009,Krimi/Thriller — Karthause @ 16:03
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Ein König für Deutschland Andreas Eschbach Gebundene Ausgabe: 491 Seiten Verlag: Lübbe ISBN-13: 978-3785723746
Ein König für Deutschland
Andreas Eschbach
Gebundene Ausgabe:
491 Seiten Verlag: Lübbe
ISBN-13: 978-3785723746

Entscheidend ist nicht, ob wirklich alle Stimmen korrekt gezählt werden; entscheidend ist, dass alle glauben, dass sie korrekt gezählt werden.“

Vincent Wayne Merrit (21) ist ein talentierter Programmierer. In Florida arbeitet er bei einer kleinen Softwarefirma mit einer ambitionierten Chefin und steigt schnell zum 1. Programmierer auf. Dann bekommt er im Jahr 2000 den Auftrag, für einen Abgeordneten ein Programm zu Test- und Studienzwecken zu schreiben, dass die Abstimmungsergebnisse der Wahlcomputer verändern kann. Bereits einmal mit dem Gesetz in Konflikt gekommen, hat er zunächst Skrupel. Seine Chefin zerstreut seine Bedenken und Vincent erfüllt seinen Auftrag. Als er das Ergebnis der US-Präsidentschaftswahlen sieht, kommen Zweifel in ihm auf, ob sein Programm wirklich nur zu Testzwecken genutzt wurde.

Zanetti, der Geliebte der Firmenchefin, erpresst ihn 8 Jahre später mit seinem Wissen über dieses Programm. Vincent soll noch einmal ein solches Programm schreiben. Dieses Mal aber kein zu Testzwecken bestimmtes, sondern ein einsatzfähiges Programm, das bei den Landtagswahlen in Hessen eine Patt-Situation herbeiführen soll.

Vincent gelingt die Flucht, er will sein Programm nicht an Zanetti liefern. Deshalb schickt er es seinem in Deutschland lebenden Vater, Simon König, den er persönlich gar nicht kennt, weil dieser mit Vincents Mutter nur eine sehr kurze Affäre hatte. Simon ist Lehrer an einem Gymnasium, lebt sehr zurückgezogen und weiß von Computern im Prinzip nur, dass es sie gibt. Er soll die CD, die ihm sein Sohn schickte, sicher aufbewahren. Das gelingt ihm nicht einmal einen Tag lang. Und eine Geschichte, die so unvorstellbar gar nicht ist, nimmt ihren Lauf.

Andreas Eschbach setzt seinem Roman das Zitat Stalins voran: „Diejenigen, die wählen, entscheiden gar nichts. Diejenigen, die die Stimmen auszählen, alles.“, das den Leser gedanklich schon auf die hochaktuelle und brisante Handlung vorbereitet.

In gewohnter Manier führt der Autor den Leser auch in seinem neuesten Roman an ein heikles Thema, die Manipulierbarkeit von Wahlen, demokratischen Wahlen mit geheimer Abstimmung mittels Wahlcomputer. Auch in diesem Roman schafft er es, dass man das Buch nur ungern aus der Hand legt. So gefangen ist man in der logisch aufgebauten Handlung und der kontinuierlich gesteigerten Spannung.

Zum besseren Verständnis für die Computerlaien und die normalen Wahlurnenbesucher hat er mittels Fußnoten entsprechende Erklärungen eingebaut, die gleichzeitig die exakte Recherche belegen und die Realitätsnähe dokumentieren. Das gilt auch für die theoretische Möglichkeit, in Deutschland die Monarchie wieder einzuführen.

Andreas Eschbach erzählt seinen Roman in zwei Haupthandlungssträngen, die in den USA angesiedelte Geschichte um Vincent Merrit und den in Deutschland spielenden Teil um den Normalbürger Simon König.

Der einzige Kritikpunkt in diesem Buch ist für mich die Rolle Vincents im letzten Drittel dieses Romans. Für meinen Geschmack hatte der Zufall Vincent den Zugang zum Computer ein bisschen einfach ermöglicht. Diese zusätzliche Action hätte die Romanhandlung nicht erfordert.

Alles in Allem ist es Andreas Eschbach wieder einmal gelungen, den hohen Erwartungen gerecht zu werden, mit denen ich an diesen Roman ging. Ein flüssig geschriebener und spannend zu lesender Thriller entschädigten mich für eine zweieinhalbjährige Wartezeit auf den neuen Eschbach. Ich kann diesen Roman an die Liebhaber dieses Genres ruhigen Herzens empfehlen.

Das Bundesverfassungsgericht urteilte über den Einsatz von Wahlcomputern am 03. März 2009.

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2 Kommentare »

  1. Hallo,
    wieder einmal hat eine Rezi von Dir mich begeistert und wie es dann so ist, wandert das Buch auf meine ausufernde Wunschliste. :-)

    Liebe Grüße,
    Kerstin

    Kommentar von woerterkatze — 1. Oktober 2009 @ 21:30 | Antwort

  2. Danke schön. Es ist ein Trost für mich, dass nicht nur meine Wunschliste ständig länger wird. ;-)

    Kommentar von Karthause — 1. Oktober 2009 @ 22:46 | Antwort


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