Karthauses Bücherwelt …

29. Mai 2010

Jeffery Deaver schreibt neuen 007

Einsortiert unter: Allgemeines — Karthause @ 16:52
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Die Hannoversche Allgemeine hat heute gemeldet, dass Bestsellerautor Jeffery Deaver an einem neuen Abenteuer von James Bond schreibt. Der Thrillerautor ist seit seiner Kindheit ein 007-Fan. Zum Todestag von Ian Fleming am 28. Mai 2011 soll das Buch, das in der Gegenwart und nicht im Kalten Krieg spielen soll, erscheinen. Bis jetzt trägt es den Arbeitstitel „Projekt X“.

Jeffery Deaver
(Foto-Quelle: Wikipedia)

26. Mai 2010

Buch der Woche (21. KW)

Einsortiert unter: Allgemeines,Empfehlungen — Karthause @ 16:40
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Orangen und Engel“ von Ingo Schulze ist in dieser Woche vom mdr figaro als Buch der Woche vorgestellt worden. Der Sender schreibt dazu:

„Die Form der kurzen Geschichte scheint dem 1962 in Dresden geborenen Autor zu liegen. Sein neues Buch ist eine Sammlung von “Italienischen Skizzen”, die er als Stipendiat der Villa Massimo in Rom verfasste.“ (Quelle: http://www.mdr.de/mdr-figaro/literatur/7358131.html)

Ich habe von Ingo Schulze noch immer „Adam und Evelyn“ ungelesen im Regal stehen. Ein Roman liegt mir sicher mehr als Kurzgeschichten.

Amazon schreibt zu diesem Buch:

Kurzbeschreibung

Der Ich-Erzähler, der offenbar wert darauf legt, einem deutschen Stipendiaten der Villa Massimo ähnlich zu sein, berichtet von Rom, von den Ausflügen und Reisen nach Neapel, Apulien und Sizilien. Doch man kann nicht von Tempeln, Kirchen, Fresken und Bildern schwärmen, ohne dass illegale Einwanderer, Prostituierte und Touristen mit in den Blick geraten. Vor dem Hintergrund mythischer Landschaften und antiker Ruinen gewinnen die alltäglich-unalltäglichen Erlebnisse, die Ingo Schulze in diesen Geschichten beschreibt, etwas Exemplarisches und bleiben zugleich vage und ambivalent. Das Heute wird durchlässig für die Schichten der Vergangenheit, auf denen wir uns bewegen. Diese Verknüpfungen gelingen so großartig, dass uns die AS-Roma-Hose, die für eine bessere Behandlung im Krankenhaus sorgt, ebenso in Erinnerung bleiben wird wie ein in Liebe zum Erzähler geratener Oktopus, ein rumänischer Gelegenheitsarbeiter vor dem Supermarkt, der wie in tausendundeiner Nacht fabuliert und doch zum Richter für den Erzähler wird, oder der gegen das Vergessen kämpfende Signor Candy Man, den die Liebe zu einer Frau einst in den Osten geführt hatte.

Über den Autor

Ingo Schulze, 1962 in Dresden geboren, studierte von 1983 bis 1988 klassische Philologie in Jena. Anschließend war er bis 1990 als Dramaturg am Landestheater Altenburg, dann in einer Zeitungsredaktion tätig. Diese Arbeit führte ihn 1993 für ein halbes Jahr nach Sankt Petersburg. Seither lebt er als freier Autor in Berlin. 2006 erhielt Ingo Schulz den Peter-Weiss-Preis der Stadt Bochum und 2008 den Samuel-Bogumil-Linde-Preis für Literatur.

Gebundene Ausgabe: 188 Seiten * Berlin Verlag * ISBN-13: 978-3827009166

22. Mai 2010

Corina Bomann – Das Krähenweib

Das KrähenweibCorina BomannGebundene Ausgabe: 523 SeitenVerlag: KnaurISBN-13: 978-3426663158

Die Krähen leben dann am besten, wenn sie frei sind.“

Man schreibt das Jahr 1701. Annalena Habrecht, eine Henkerstochter und als Kind schon wegen ihrer Herkunft gehänselt, wurde mit dem Henkersgehilfen Peter Mertens verheiratet. Diese Ehe war alles andere als glücklich. Glück empfand der brutale Mertens nur, wenn er seine Frau misshandeln und erniedrigen und ihr die Furcht im Gesicht ablesen konnte. Aber dann kam der Tag, an dem Annalena sich wehrte. Sie flüchtete und kam über Umwege in das aufstrebende Berlin, wo sie im Hause des Gewürzhändlers Röber eine Anstellung als Magd fand. Kurze Zeit später lernt sie den Apothekerlehrling Johann Friedrich Böttger kennen. Dieser betätigt sich im Geheimen als Alchimist. Er versucht sich in der Kunst, Gold herzustellen. Als seine Versuche publik werden und vom Preußenkönig ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt wird, flüchtet er mit Annalena nach Wittenberg und gelangt dort in die Gefangenschaft von Kurfürst August dem Starken. Annalena bekommt zunächst eine Anstellung als Küchenmagd am sächsischen Hof und wird bald von ihrer Vergangenheit eingeholt.

Wie der Zufall es so wollte, begegnete ich zum zweiten Mal in diesem Jahr in meiner Lektüre einer Henkerstochter. Doch die Geschichten sind grundverschieden. Corina Bomann verknüpft die spannende fiktive Geschichte der Henkerstochter Annalena eng mit der wahren Lebensgeschichte des Johann Friedrich Böttger. Dabei führt sie den Leser an historische Stätten, die sie so real beschreibt, dass man nur die Augen schließen muss, um sie vor sich zu sehen. Die Verbindung von Fiktion und Wirklichkeit ist fließend und nicht spürbar. So bekommt man als Leser den Eindruck, genau so hätte sich das Leben der beiden Protagonisten abspielen können.

Eindrucksvoll, aber nicht voyeuristisch, berichtet die Autorin von der ehelichen Gewalt, die die junge Frau erdulden musste und deren Narben immer wieder die Vergangenheit in ihren Gedanken und Ängsten aufleben ließ.

Den einzelnen Kapiteln sind häufig Abschnitte mit geheimen Aufzeichnungen von Böttger vorangestellt, die aus seinen Briefen und der Phantasie der Autorin entstanden. Diese Passagen lassen den Roman authentisch wirken. Ebenso wirken die im Roman vorkommenden Charaktere, lebensecht, wirklichkeitsnah und nicht schablonenhaft. Mit ihnen kann man mitfühlen und mitfiebern und an den Höhen und Tiefen des Lebens teilhaben.

Das Buch ist in den Prolog und weitere 4 Teile gegliedert. Die Kapitel haben ein angenehme Länge. Wie ein roter Faden ziehen sich die Krähen durch das Buch, deren Bedeutung sich beim Lesen erschließt. Eine kleine Krähe ziert jeweils das Vorblatt für einen neuen Abschnitt, ein Detail, das neben der aussagekräftigen Karte belegt, wie liebevoll das Buch gestaltet wurde. Einzig ein Lesebändchen könnte den Gesamteindruck des Äußeren noch aufwerten. Das aufschlussreiche Nachwort möchte ich nicht unerwähnt lassen. Es gibt Auskunft zu den im Roman vorkommenden historischen Persönlichkeiten und erklärt einige Details und Hintergründe der Handlung näher.

Mein Fazit: „Das Krähenweib“ ist ein empfehlenswerter historischer Roman, der die Geschichte wieder aufleben lässt und dem Leser deutlich mehr als nur eine Liebesgeschichte zu bieten hat.

Über den Autor

Corina Bomann wurde 1974 in Parchim geboren. Heute lebt sie mit ihrer Familie in einem kleinen Dorf in Mecklenburg-Vorpommern.

Gebundene Ausgabe: 523 Seiten * Verlag: Knaur * ISBN-13: 978-3426663158

19. Mai 2010

Buch der Woche (20. KW)

Einsortiert unter: Allgemeines,Empfehlungen — Karthause @ 18:11
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Das Streichelinstitut von Clemens Berger wurde gestern vom mdr figaro als Buch der Woche vorgestellt.

Amazon schreibt dazu:

Kurzbeschreibung

Ein urkomischer, kluger Roman über einen liebenswerten Taugenichts, der plötzlich Erfolg hat.

Sebastian war ein sensationeller Streichler, beruhigend und aufregend zugleich – fand Anna jedenfalls, seine Freundin. Trotzdem war es eigentlich nur eine Urlaubsalberei, als sie ihm vorschlug, diese Fähigkeiten zu professionalisieren. Natürlich (Regel 1) niemals unterhalb der Gürtellinie! Aber in dieser kalten Welt des Gestresstseins musste es doch eine kommerziell verwertbare Sehnsucht nach Zärtlichkeiten auch oberhalb des Nabels geben. Und irgendetwas sollte sich Sebastian schon einfallen lassen, der nach dem Ende seines Philosophiestudiums schon viel zu lange einfach nur herumhing, während Anna als Lektorin in Focaultseminaren an der Wiener Uni wenigstens ein bisschen was verdiente.

Als Sebastian geschlagene anderthalb Jahre später wirklich zum Gewerbeamt geht, um in der Mondscheingasse ein Streichelinstitut zu eröffnen, stößt er schon bei der Anmeldung auf fast unüberwindliche Schwierigkeiten: »Massagesalon« schlägt ihm die Beamtin als Rubrizierung vor, weil ihre Liste unter »Streicheln« nichts hergibt. Schließlich einigen sie sich auf »Lebensberatung«. Dass wirklich Leute kommen und auch noch eine Menge Geld bezahlen, überrascht Sebastian fast selbst. Endlich ist er ein »nützliches Mitglied des menschlichen Marktes«, denkt er sich, wenngleich er sich eingestehen muss, dass Zielgruppe und Wunschgruppe nicht identisch sind und sich überhaupt plötzlich ganz ungeahnte Probleme auftun.

Über den Autor

Clemens Berger, geb. 1979 in Güssing, aufgewachsen in Oberwart, Studium der Philosophie und Publizistik in Wien, lebt als freier Schriftsteller in Wien, unterwegs und im Südburgenland. Zahlreiche Literaturpreise und Stipendien, 2004 Marktschreiber von St. Johann/Tirol. Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien sowie in Buchform.

16. Mai 2010

Arno Geiger – Alles über Sally

Einsortiert unter: 2010,Belletristik — Karthause @ 12:40
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Seit 30 Jahren sind Sally und Alfred verheiratet. Diese lange Zeit spürt man in ihrer Beziehung, längst haben sich Alltag und Gewöhnlichkeit in der Ehe breit gemacht. Das Leben geht seinen Gang, bis sie im Urlaub in England die Mitteilung erreicht, in ihr Haus in Wien sei eingebrochen worden. Die Wohnung wurde verwüstet. Auch Alfreds Tagebücher, die er seit gefühlten Ewigkeiten akribisch führt, wurden von den Einbrechern nicht verschont. Alfred versinkt in Selbstmitleid und bricht sich schließlich noch ein Bein. Sally dagegen, die Unstete, die Impulsive, die Lebenshungrige, wird aktiv. Sie renoviert das Haus und stürzt sich in eine Affäre mit Erik, dem Freund der Familie. Die Kinder zeigen sich mehr oder weniger desinteressiert. Die Rollen sind in dieser Ehe seit langem verteilt, Sally ist die Starke, Alfred eher schwach, fast schon ein Langweiler. Aber sie haben sich arrangiert.

Mit diesem Buch erging es mir wie in einer langen Beziehung, Höhen und Tiefen wechselten ab. Eintönigen Stellen folgten kurzweiligen, in gegenwärtige Betrachtungen wurden geschickt Rückblenden eingebaut. Die beiden Eheleute wurden so treffend realistisch charakterisiert, dass beim Lesen bald ein vertrautes Gefühl bei mir aufkam. Beeindruckend empfand ich, wie genau Arno Geiger die kleinen alltäglichen Situationen im Ehealltag schilderte und wie gut er sich in das Seelenleben seiner Protagonistin einfühlen konnte.

„Alles über Sally“ ist ein Roman der „Brüche“, neben den handlungsbedingten Brüchen, Einbruch, Beinbruch und Ehebruch, gibt es fast ganz am Ende noch einen Stilbruch. „Alfreds Monolog“ unterscheidet absolut vom Stil der vorangegangenen und dem noch folgenden Kapitel. Damit setzt Geiger einen augenfälligen Kontrast und grenzt Alfred ganz deutlich von Sally ab.

Am Ende zeigt Arno Geiger auf, dass die Ursache für Sallys Ehebruch nicht einzig in ihrer Person begründet liegt. Sie ist zwar die Titelgeberin und Hauptfigur des Romas, aber auch Alfreds Innenleben wird beleuchtet und so zeigt sich, das der penible Tagebuchschreiber auch andere Facetten besitzt und nicht nur ein Langweiler ist.

Bis zum Schluss stellten sich ich mir die Fragen, was hält diese Ehe zusammen, führen die beiden überhaupt eine glückliche Ehe? Für mich habe ich diese Fragen beantwortet. Aber genau diese Antworten können sicher von Leser zu Leser unterschiedlich ausfallen und das ist das, was „Alles über Sally“ ausmacht. Dieses Buch lädt förmlich ein zum Reflektieren, zum Werten, zum Vergleichen.

Mir hat dieser Alltagsroman mit Szenen einer Ehe sehr gut gefallen. Der hintergründige Humor des Autors, die nüchterne Bestandsaufnahme der Ehesituation, die gelungenen Charaktere der Protagonisten und die feinfühligen Beschreibungen derer Gefühle trösteten mich über die oder andere gefühlte Länge hinweg.

Auf dieses Buch wurde ich durch die Empfehlung des mdr figaro aufmerksam. Ich wurde nicht enttäuscht.

Über den Autor

Arno Geiger, geb. 1968 in Bregenz, Vorarlberg, wuchs in Wolfurt/Österreich auf. Er studierte Deutsche Philologie, Alte Geschichte und Vergleichende Literaturwissenschaft in Innsbruck und Wien. Seit 1993 lebt er als freier Schriftsteller. 1986-2002 war er im Sommer auch als Videotechniker bei den Bregenzer Festspielen tätig. 1996 und 2004 nahm Arno Geiger am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt teil. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen. 2008 wurde Arno Geiger mit dem ‘Johann-Peter-Hebel-Preis’ geehrt.

12. Mai 2010

Buch der Woche (19.KW)

Einsortiert unter: Allgemeines,Empfehlungen — Karthause @ 16:29
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Henning Mankells neuer und wohl definitiv letzter Wallander – Der Feind im Schatten – wurde gestern vom mdr figaro als Buch der Woche vorgestellt.

Amazon schreibt dazu:

Kurzbeschreibung

Dieser neue Wallander-Thriller führt direkt in den Kalten Krieg und in die schwedische Nachkriegsgeschichte. Hakan von Enke, ehemaliger U-Boot-Kommandant und zukünftiger Schwiegervater von Wallanders Tochter Linda, gewährt dem Kommissar brisante Einblicke in eine politische Affäre: Fremde U-Boote drangen in den achtziger Jahren mehrfach in schwedische Hoheitsgewässer ein, wurden aber nie identifiziert. Von Enke hat dazu jahrelang recherchiert und glaubt sich einer Lösung nahe. Doch dann verschwindet er spurlos, und als kurz darauf auch noch Enkes Ehefrau als vermisst gilt, steckt Wallander bereits mitten in den Ermittlungen… Der neue Bestseller des Krimi-Autors aus Schweden.

Über den Autor

Henning Mankell, 1948 als Sohn eines Richters in Stockholm geboren, wuchs in Härjedalen auf. Als 17-jähriger begann er am renommierten Riks-Theater in Stockholm, das Regiehandwerk zu lernen. 1972 unternahm er seine erste Afrikareise. Sieben Jahre später erschien sein erster Roman “Das Gefangenenlager, das verschwand”. In den kommenden Jahren arbeitete er als Autor, Regisseur und Intendant an verschiedenen schwedischen Theatern. 1985 wurde Henning Mankell eingeladen, beim Aufbau eines Theaters in Maputo, Mosambik, zu helfen. Er begann zwischen den Kontinenten zu pendeln und entschied sich schließlich, überwiegend in Afrika zu leben. Dort ist auch der größte Teil der Wallander-Serie entstanden. Außerdem schrieb Henning Mankell Jugendbücher, von denen mehrere auch in Deutschland ausgezeichnet wurden. 2009 erhielt er den Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis.

11. Mai 2010

Oliver Pötzsch – Die Henkerstochter

Einsortiert unter: 2010,History — Karthause @ 18:13
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Die Henkerstochter
Oliver Pötzsch
Broschiert: 511 Seiten
Verlag: Ullstein Tb
ISBN-13: 978-3548268521

Im bayrischen Schongau kam ein Junge auf mysteriöse Art und Weise um Leben und auf der Schulter trug er ein eingeritztes Hexensymbol. Schnell ist wurde die Hebamme Martha Stechlin als Hexe dingfest gemacht und eingekerkert. Aber weitere Morde an Kindern geschahen. Bei allen fand man das ominöse Zeichen. Damit war klar, die Hebamme ist mit dem Teufel im Bunde. Der wurde dann von einigen Schongauern auch leibhaftig gesehen. Einzig der Henker Jakob Kuisl, seine Tochter Magdalena und Simon Fronwieser, der junge Stadtmedicus, glauben an die Unschuld der vormals so beliebten Hebamme. Für die drei begann ein Wettlauf gegen die Zeit, denn die Hexe soll schnellstmöglich brennen.

Oliver Pötzsch, selbst Nachfahre der Kuisl-Dynastie, hat sich in seinem Roman ein interessantes Thema gewählt. Von verschiedenen Seiten wurde mir dieses Buch empfohlen. Nun habe ich es gelesen und könnte meine Meinung kurzfassen: nett.

Dem Autor gelingt es in seinem Roman die Figur des Henkers mit Leben zu erfüllen. Glaubwürdig berichtet er, das dieser am Töten auch keine Freude hat, aber auf Grund seiner Herkunft aus einer Henkersfamilie, keine andere Möglichkeit des Gelderwerbs hat. Die Charakterisierung der anderen Protagonisten fand ich als nicht so gelungen. Sie blieben mir ohne wirkliche Tiefe, dafür aber in manchen Beziehungen etwas überzeichnet, denn in den entscheidenden Momenten gelang ihnen vieles. Mit Hilfe des Zufalls waren es richtige Helden.

Insgesamt gesehen ist „Die Henkerstochter“ ein solider historischer Roman mit einigem Lokalkolorit. Er hat einen starken Anfang und lässt dann aber deutlich nach. Dazu kamen einige Längen, die mich störten. Das Ende empfand ich als sehr simpel. Deshalb werde ich die Folgebände wohl mit großer Wahrscheinlichkeit nicht lesen.

Über den Autor

Oliver Pötzsch, Jg. 1970, arbeitet seit Jahren als Filmautor für den Bayerischen Rundfunk, vor allem für die Kultsendung quer. Er ist ein Nachfahre der Kuisls, die vom 16. bis zum 19. Jahrhundert die berühmteste Henker-Dynastie Bayerns waren. Oliver Pötzsch lebt in München.

7. Mai 2010

Die Vorleser – Bücherliste vom 14.05.2010

Einsortiert unter: Allgemeines,Empfehlungen — Karthause @ 18:54
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Am 14. Mai 2010 sendet das ZDF um 23.00 Uhr eine neue Ausgabe der Literatursendung „Die Vorleser“. Gast bei Amelie Fried und Ijoma Mangold wird Maria Schrader, Schauspielerin, Regisseurin und Drehbuchautorin, sein.

Achtung: Im Newsletter war der Sendetermin mit 23.00 Uhr benannt. Laut  TV-Programm und dem ZDF-Trailer beginnt die Sendung erst um 23.45 Uhr.

Rivka Galchen
Atmosphärische Störungen
Aus dem Amerikanischen von Grete Osterwald
Gebundene Ausgabe, 320 Seiten
Rowohlt Verlag, 2010
ISBN: 3-498-02512-0
19,95 Euro

Clemens Meyer
Gewalten. Ein Tagebuch

Gebundene Ausgabe, 223 Seiten
S. Fischer Verlag, 2010
ISBN: 3-10-048603-5
16,95 Euro

Anton Tschechow
Die schönsten Liebesgeschichten
Broschierte Ausgabe, 192 Seiten
insel taschenbuch, 2010
ISBN: 3-458-35171-9
8,00 Euro

Ijoma Mangolds „3 Bücher in 3 Minuten“:

Gerhard Henschel
Menetekel. 3000 Jahre Untergang des Abendlandes
Gebundene Ausgabe, 372 Seiten
Die Andere Bibliothek im Eichborn Verlag, 2010
ISBN:9783821862101
32,00 Euro

Aatish Taseer
Terra Islamica. Auf der Suche nach der Welt meines Vaters
Aus dem Englischen von Rita Seuß
Gebundene Ausgabe, 368 Seiten
Verlag C.H. Beck, 2010
ISBN: 3406598226
24,95 Euro

Lew Tolstoi
Anna Karenina
Aus dem Russischen von Rosemarie Tietze
Gebundene Ausgabe, 1288 Seiten
Carl Hanser Verlag, 2009
ISBN: 3-446-23409-8
39,90 Euro

Weitere Titel:

Jane Austen
Verstand und Gefühl (Diese Ausgabe ist momentan vergriffen. Anm. der Vorleser)
Hörbuch, gelesen von Eva Mattes
Ungekürzte Lesung, 11 CDs plus MP3-CD in Schmuckbox mit Booklet, Laufzeit: etwa 775 Minuten
Argon Verlag, 2010
ISBN: 3-86610-062-6
49,95 Euro

Helge Timmerberg
Der Jesus vom Sexshop.
Stories von unterwegs
Gebundene Ausgabe, 304 Seiten
Rowohlt Berlin, 2010
ISBN: 3871346365
18,95 Euro

5. Mai 2010

Buch der Woche (18. KW)

Einsortiert unter: Allgemeines,Empfehlungen — Karthause @ 18:47
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Der mdr figaro stellte in dieser Woche ein Buch, das ich schon seit seinem Erscheinen im Februar auf dem Wunschzettel habe, als Buch der Woche vor: Der Omega Punkt von Don DeLillo

Amazon schreibt dazu:

Kurzbeschreibung

Erscheint weltweit gleichzeitig: der neue Roman von Don DeLillo, dem “aufregendsten Schriftsteller seiner Generation” (Die Zeit). Ein junger Filmemacher sucht einen ehemaligen geheimen Kriegsberater der amerikanischen Regierung in dessen Haus irgendwo in der kalifornischen Wüste auf. Er hofft, ihn für eine Dokumentation gewinnen zu können. Als die Tochter des älteren Mannes auftaucht, nimmt die Geschichte einen verhängnisvollen Lauf.

Im MoMa in New York betrachtet ein Mann eine Installation: Hitchcocks “Psycho”, verlangsamt auf eine Spielzeit von 24 Stunden. Und er betrachtet zwei Männer, einen älteren, einen jüngeren, die sich die Installation anschauen. Schnitt.

Mitten in der Wüste, “südlich von Nirgendwo”, lebt der dreiundsiebzigjährige Richard Elster in einem einsam gelegenen Haus. Hierher hat er sich zurückgezogen, um über Raum und Zeit nachzudenken. Elster, ein Gelehrter, der sich jahrelang mit dem Thema Auslöschung in all seinen Varianten beschäftigt hat, diente der amerikanischen Regierung während des Irakkriegs zwei Jahre lang als geheimer Berater, er sollte ihre Kriegshandlungen mit einem intellektuellen Referenzrahmen versehen. Als seine Dienste nicht mehr gebraucht werden, zieht er sich in die Wüste zurück.

Dort besucht ihn Jim Finley, ein junger Filmemacher, der Elster von seinem Filmprojekt überzeugen möchte: eine Dokumentation ganz ohne Schnitt, nur eine einzige Einstellung: ein Mann – Elster – vor einer Wand. Keine Fragen aus dem Off, keine Regieanweisung. Zwölf Tage schon diskutieren die beiden Männer, als Elsters Tochter Jessie auftaucht, eine junge Frau aus New York, die die Dynamik der ganzen Geschichte grundlegend verändert. Etwas Unfassbares geschieht, und alles Gesagte wird in Frage gestellt.

“Der Omega-Punkt” ist ein tief verstörendes, brillantes Werk über Verlust und Verschwinden von einem der größten Schriftsteller der Gegenwart.

Die deutsche Übersetzung erscheint zeitgleich mit der amerikanischen Originalausgabe.

Über den Autor

Don DeLillo, 1936 in New York als Sohn italienischer Einwanderer geboren, hat ein umfangreiches erzählerisches Werk vorgelegt. Für den Roman “Weißes Rauschen” erhielt er den National Book Award, “Sieben Sekunden” über Kennedys Ermordung wurde in den USA breit diskutiert und “Mao II” mit dem Pen/Faulkner Award ausgezeichnet. Mit seinem monumentalen Romanepos “Unterwelt”, das weltweit als literarisches Ereignis gefeiert wurde, hat sich Don DeLillo in die erste Reihe der amerikanischen Gegenwartsautoren geschrieben. “Unterwelt” stand monatelang auf den Bestsellerlisten und wurde als eines der wichtigsten Bücher des ausgehenden Jahrhunderts gerühmt. 2008 erhielt er den “Premio Grinzane Cavour Premio Internazionale – Una vita per la letteratura”.

4. Mai 2010

Tanja Kinkel – Im Schatten der Königin

Einsortiert unter: 2010,History — Karthause @ 21:35
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Der Schatten der Königin
Tanja Kinkel
Gebundene Ausgabe: 424 Seiten
Verlag: Droemer/Knaur
ISBN-13: 978-3426198179

England im September 1560. Elizabeth I. ist seit zwei Jahren Königin und dabei ihre Macht zu konsolidieren, als Amy Dudley, Ehefrau von Robert Dudley, dem treuen Gefährten der Königin seit Jugendtagen, tot am Fuße einer Treppe aufgefunden wird. Wie kam es dazu? War es ein Unfall, Mord oder Selbstmord?

Amy führte seit Jahren ein Leben im Schatten der jungen Königin. Denn ihr Mann verbrachte die meiste Zeit am Hof und nicht nur das Volk dichtete Robert und der unverheirateten Elizabeth eine Liaison an. Da Amys Tod, den beiden in die Karten spielt, kam schnell der Verdacht auf, Robert hätte seine Frau ermordet oder den Mord in Auftrag gegeben. Um seine Unschuld zu beweisen, schickt Robert seinen engen Vertrauten Thomas Blount an den Ort des Geschehens. Robert selbst kann nichts weiter tun als abzuwarten, denn die Königin hat ihren Günstling auf dessen Besitz verbannt. Thomas folgt diesem Auftrag nur widerwillig, auch ihn verbindet ein Geheimnis mit der Toten. Aber auch die Königin selbst wird in Verbindung mit dem Tod von Amy gebracht. Das ruft ihre Gouvernante Kat Ashley auf den Plan.

Tanja Kinkel nimmt die Leser mit auf eine Reise ins elizabethanische England und stellt den bis heute rätselhaft gebliebenen Tod der Amy Dudley in den Mittelpunkt. Vor diesem realen historischen Hintergrund werden Intrigen und Ränkespiele inszeniert, geht es um Hass, Liebe und Macht. Ihre Protagonisten, historisch verbürgte und fiktive, werden gekonnt in die überlieferte Kulisse eingefügt. Die Sprache ist der Zeit angepasst, aber nicht so verstaubt, dass es beim Lesen Mühe bereitet. Die Geschichte wird aus der Sicht der zwei Ich-Erzähler, Thomas Blount und Kat Ashley, erzählt. Das war für mich ungewöhnlich, aber gut. So offeriert die Autorin dem Leser ein runde, authentisch wirkende Story, die sich so zugetragen haben könnte, aber vielleicht ganz anders war. Die große Realitätsnähe erreicht Tanja Kinkel nicht zuletzt durch ihre dokumentierte akribische Recherche, ein ausführliches Quellenverzeichnis belegt das. Aber auch vom äußeren Eindruck ist dieser Roman sehr gelungen. Leider empfand ich den mittleren Teil des Buches etwas mit Längen behaftet, die Spannung kam mir persönlich etwas abhanden, aber der Schluss versöhnte mich wieder. Als einen kleinen Kritikpunkt möchte ich noch den fehlerhaften Eintrag von Thomas Blount im Stammbaum bemerken. Aber nach dem Wikipedia-Besuch war bei mir die Verwirrung aufgelöst.

Mein Fazit: Tanja Kinkels „Im Schatten der Königin“ ist ein gelungener historischer Roman mit einer an einen Kriminalroman grenzenden Handlung. Auch in diesem Roman bewies die Autorin wieder ihr Gespür für interessante geschichtsrelevante Themen. Für Anhänger der Tudors wird dieser Roman ein Muss sein, für alle anderen Leser ist er eine gute, unterhaltsame Lektüre.

Über den Autor (Quelle: amazon.de)

Tanja Kinkel, 1969 in Bamberg geboren, verfaßte bereits im Alter von acht Jahren ihre erste Erzählung. Heute ist die promovierte Germanistin eine der erfolgreichsten Autorinnen historischer Romane, die regelmäßig die Bestsellerlisten erobern und in neun Sprachen übersetzt werden. Schon 1992 wurden ihre ersten beiden Bücher mit dem Bayerischen Staatsförderpreis für junge Schriftsteller ausgezeichnet. “Wenn es nicht wahr ist, dann ist es eine gute Geschichte”, so zitiert Tanja Kinkel ein italienisches Sprichwort und umschreibt damit zugleich ihr persönliches Erfolgsrezept.

1. Mai 2010

Lesestatistik April 2010

Einsortiert unter: Lesestatistik — Karthause @ 16:25
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Der April war ein recht guter Lesemonat. Besondere Highlights gab es nicht. Enttäuscht war ich von Jodi Picoults “Das Herz meiner Tochter”.

512 Seiten Die Gabe der Jungfrau – Deana Zinßmeister

160 Seiten In der Mitte des Lebens – Margot Käßmann

700 Seiten Der letzte Harem – Peter Prange

459 Seiten Das Herz ihrer Tochter – Jodi Picoult

363 Seiten Alles über Sally – Arno Geiger

423 Seiten Das Richterspiel – Sabine Kornbichler

2.626 Gelesene Seiten im April 2010


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