Karthauses Bücherwelt …

31. Mai 2012

Buch der Woche (22. KW 2012)

Einsortiert unter: Allgemeines,Empfehlungen — Karthause @ 12:28
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In dieser Woche empfiehlt der mdr figaro „Hoppe“ von Felicitas Hoppe.

Amazon schreibt dazu:

Kurzbeschreibung

Als Leben zu kurz, als Roman zu schön, um wahr zu sein: Das Beste, was bislang über Hoppe geschrieben wurde!
Hoppe ist keine Autobiographie, sondern Hoppes Traumbiographie, in der Hoppe von einer anderen Hoppe erzählt: von einer kanadischen Kindheit auf dünnem Eis, von einer australischen Jugend kurz vor der Wüste, von Reisen über das Meer und von einer Flucht nach Amerika. Hoppes Lebens- und Reisebericht wird zum tragikkomischen Künstlerroman, mit dem sie uns durch die Welt und von dort aus wieder zurück in die deutsche Provinz führt, wo ihre Wunschfamilie immer noch auf sie wartet.
Eine Geschichte über vergebliche Wünsche, gescheiterte Hochzeiten und halbierte Karrieren. Und über das unbestreitbare Glück, ein Kind des Rattenfängers aus Hameln zu sein.

Über den Autor

Felicitas Hoppe, geboren 1960 in Hameln, lebt als freie Schriftstellerin in Berlin. Für ihr Werk wurde Felicitas Hoppe mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Aspekte-Literaturpreis (1996), mit dem Nicolas-Born-Preis des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst (2004) zuletzt dem Bremer Literaturpreis (2007), dem Roswitha-Preis der Stadt Bad Gandersheim (2007) und dem Rattenfänger-Literaturpreis (2010). Außerdem Poetikdozenturen und Gastprofessuren in Wiesbaden, Mainz, Augsburg und Göttingen, sowie am Dartmouth College in Hanover, New Hampshire und an der Georgetown University, Washington DC.

28. Mai 2012

Marc Raabe – Schnitt

Einsortiert unter: 2012,Krimi/Thriller — Karthause @ 17:55
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Gabriel Nauman arbeitet bei einem Security-Unternehmen. Am Abend des 1. September fährt er für einen Kollegen zu einem mysteriösen Einsatz. Vor Ort findet er Spuren eines Einbruchs und ein schwarzes Kleid. Er kann den Einsatz aber nicht beenden, weil er einen Notruf von seiner Freundin Liz erhält. Sie ist überfallen worden. Am genannten Ort angekommen, ist die Polizei schon mitten in den Ermittlungen, allerdings in einer Mordsache an einem jungen Mann. Die junge, schwangere Frau ist spurlos verschwunden. Schnell gerät Gabriel unter Mordverdacht und wird festgenommen. Er flieht und sucht nach einer Spur von Liz. Er wird sie aber nur retten können, wenn er sich erinnert, was vor 29 Jahren, am 13. Oktober 1979, geschah…

Bereits mit der ersten Seite entwickelte dieser Thriller einen Sog, der den stetigen Wunsch in weckte, mehr zu erfahren. Der Leser, der im Prolog erfährt, dass der 11-jährige Gabriel, als er heimlich in das sich im Keller befindende Labor des Vaters schlich, Schreckliches erlebt hat, tappt somit bis fast zum Schluss über die wirklichen Ereignisse im Dunkeln.

Sehr gut hat mir die Charakterisierung der Figuren gefallen, besonders die von Gabriel. Seine innere Zerrissenheit kam nicht zuletzt durch die häufigen Zwiegespräche mit Luke Skywalker, die Gabriel in seinen Gedanken führte, sehr gut zum Tragen.

Jedes neue Kapitel ist mit Datum und Uhrzeit versehen, so wusste ich minutiös den Ablauf der Dinge einzuordnen und hatte das Gefühl, in die Suche direkt involviert zu sein.

Dieser in einen Prolog und 58 Kapitel gegliederte Psychothriller war stilistisch sehr gut und flüssig zu lesen, er war blutig, er war brutal und er war das, was er vorgab zu sein, er war ein wirklicher Psychothriller. Dazu ist er durchgehend spannend und in einem hohen Erzähltempo gehalten. Ein wenig hadere ich mit dem Ende des Thrillers. Mir war die Auflösung ein wenig zu simpel.

Thrillerleser, die den Psychoaspekt bevorzugen und vor brutalen und blutigen Stories nicht zurückschrecken, sind mit diesem Debütroman von Marc Raabe sicher gut beraten.

Über den Autor (Quelle: amazon.de)

Marc Raabe, 1968 geboren, ist Geschäftsführer und Gesellschafter einer Fernsehproduktion. Schnitt ist sein erster Psychothriller. Marc Raabe lebt mit seiner Familie in Köln.

26. Mai 2012

Buch der Woche (21. KW 2012)

Einsortiert unter: Allgemeines,Empfehlungen — Karthause @ 16:03
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In dieser Woche empfiehlt der mdr figaro „Eine souveräne Frau“ von Gabriele Wohmann.

Amazon schreibt dazu:

Kurzbeschreibung

Würden alle Figuren plötzlich lebendig werden, die in Gabriele Wohmanns unzähligen Erzählungen vorkommen, könnte man wohl eine Kleinstadt mit ihnen bevölkern. Man hätte das alltägliche Welttheater vor sich, allerdings eines, bei dem hinter den banalen Verrichtungen und Problemen die Bruchlinien der Existenz ausgeleuchtet werden. Es wäre mit Nachsicht gegenüber Unzulänglichkeiten und einem Humor ausgestattet, der selbst dem Scheitern noch eine überraschende Leichtigkeit und Komik verleiht. Damit sich der Leser nicht verliert in diesem verlockenden Figuren- und Geschichtengewimmel aus fünf Jahrzehnten, wurden nun die schönsten Erzählungen ausgewählt und mit dem Bonus einiger neuer Geschichten versehen.

Über den Autor

Gabriele Wohmann, 1932 in Darmstadt geboren, gehört zu den wichtigsten Schriftstellerinnen Deutschlands. Ihr umfangreiches Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. dem Bremer Literaturpreis und dem Hessischen Kulturpreis, und sie erhielt das Große Bundesverdienstkreuz. Zuletzt erschienen die Erzählungsbände: “Scherben hätten Glück gebracht” (2006) und “Schwarz und ohne alles” (2008).

21. Mai 2012

Tanja Ratsch – Erste Hilfe für Kübelpflanzen

Einsortiert unter: 2012,Fach- und Sachbuch — Karthause @ 18:38
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Kübelpflanzen: Kosmos Soforthelfer

Die 99 schnellsten Antworten

Ratsch, Tanja

Broschiert: 128 Seiten

Verlag: Kosmos

ISBN-13: 978-3440131572

 

 

 

Erste Hilfe für Kübelpflanzen

Wie oft kommt es vor, dass man einfach eine schöne Kübelpflanze kauft, ohne zu wissen, welche Ansprüche sie hat. Sie wird dann an einem fürs Auge günstigen Platz aufgestellt und nach Bauchgefühl gegossen, gedüngt und eventuell verschnitten. Eine Weile mag das auch gut gehen, aber was, wenn es der neue Pflanze schlecht geht, sie von Schädlingen befallen ist oder einfach vor sich hin kümmert. Mit diesem Buch sollten die häufigsten Sorgen behoben werden können.

Das Buch ist in die Abschnitte

  • Basics

  • Blütenpflanzen

  • Schmucklilie und Co.

  • Fruchtpflanzen

  • Zitrus

  • Lorbeer

  • Hochstämmchen

  • Kletterpflanzen

  • Palmlilie und Co.gegliedert

In den einzelnen Kapiteln werden die Themen Worauf muss ich achten?, Was brauche ich?, Wie versorge ich die Pflanzen am besten?, Die schönsten Arten, Probleme und Schneiden erörtert. Das Sachbuch wird durch einen Serviceteil mit vielen Adressen und einem Register abgerundet. Tanja Ratsch ist eine erfahrene Gärtnerin, seit vielen Jahren leitet sie eine Kübelpflanzenversandgärtnerei unweit von Ulm. In diesem Nachschlagewerk gibt sie ihr umfangreiches Fachwissen kompetent, aber unkompliziert an den Ratsuchenden weiter. Die Autorin hat für ihr Buch eine Auswahl der gängigsten Kübelpflanzen getroffen, so kann es schon sein, dass man sein eigenes Kübelpflanzen-Sorgenkind nicht darin findet. Aber schon aufgrund des Buchumfanges habe ich kein allumfassendes Sachbuch erwartet, sondern eher eine Art Erste Hilfe und Anleitung für Einsteiger. Diesem Anspruch wird das Buch gerecht. Besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle noch die gelungenen Fotografien von Martin Stafler.

18. Mai 2012

Buch der Woche (20. KW 2012)

Einsortiert unter: Allgemeines,Empfehlungen — Karthause @ 16:05
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In dieser Woche empfiehlt der mdr figaro „Alles zerfällt“von Chinua Achebe.

Amazon schreibt dazu:

Kurzbeschreibung

Der Afrika-Roman, der die moderne afrikanische Literatur begründete und die Weltliteratur prägte endlich in neuer Übersetzung!
Chinua Achebe erzählt von Verrat und Rache, von Leidenschaften, die keine Ruhe finden, und von Sehnsüchten, die keine Zukunft haben. Okonkwo, stark und jähzornig, stösst sich an den strengen Stammesregeln und zerbricht an dem Regime der britischen Kolonialherren.
In seinem Meisterwerk beschreibt Achebe den Konflikt einer archaischen Kultur in einer Sprache, die rituell-sprichwörtlich, dokumentarisch und wunderbar poetisch ist: Mit diesem Roman erhielt der Kontinent eine Stimme.

Über den Autor

Chinua Achebe, 1930 in Ogidi/Nigeria geboren, studierte zunächst Medizin, dann Literatur, Geschichte und Religion an der Universität von Ibadan/Nigeria. Leiter des nigerianischen Rundfunks. Lehrtätigkeiten an verschiedenen Universitäten von Nigeria sowie der Universität von Massachusetts/Amhurst und Connecticut. Leitet den Fachbereich für Literatur an der Universität von Nsukka/Nigeria. Chinua Achebe erhielt 2002 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

15. Mai 2012

Benjamin Stein – Replay

Einsortiert unter: 2012,SF/Fantasy — Karthause @ 16:17
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Ich war immer davon überzeugt, dass eine transparente Gesellschaft auch eine totalitäre Gesellschaft ist.” – Francois Baroin

 

Ed Rosen, von Geburt an gehandicapt, sein rechtes Auge kann er nicht bewegen und damit nicht räumlich sehen, ist Wissenschaftler mit Leib und Seele. So verwundert es auch nicht, dass er sich als erster Mensch bereit erklärt, sich anstelle seines kranken Auges ein Implantat (Unicom) einsetzen zu lassen und das ständig um neue Features zu erweitern.

Es fiel mir etwas schwer mich in dieses Buch einzulesen. Es wirkte etwas befremdlich auf mich. Aber je weiter ich las, desto mehr gewöhnte ich mich an Sprache und Stil und meine Neugier wurde geweckt.

Der Roman ist in vier Abschnitte untergliedert, zu Beginn eines jeden wacht Ed Rosen auf, um sich sofort wieder in der Vergangenheit zu verlieren. Die Handlung des Buches lebt förmlich von diesen Rückblenden. Nach und nach setzen sich die Puzzleteile zusammen und als Leser bekommt man ein Bild von einer Gesellschaft, in der Transparenz mehr als nur Programm ist, sie wird gelebt in voller Bandbreite, der gläserne Mensch ist Realität und der Überwachung kann man auch in intimsten Momenten sicher sein. Bezugnahmen auf die gegenwärtig bekannten social Networks erhöhen die Authentizität Buches. Durch den gesamten Roman ziehen sich Anlehnungen an Philosophie und Mythologie. „Replay“ ist sehr sachlich geschrieben, Empathie wird dem Leser überlassen. Ich habe interessiert über das Dasein, die Entwicklung und das Umfeld des Ed Rosen gelesen, konnte mit ihm aber nicht unbedingt warm werden. Ungeachtet dessen, fand ich den Roman unterhaltsam. Er regt zum Nachdenken und zum Nachlesen der angeschnitten Themen an. Ob man wirklich alles möchte, was technisch umsetzbar wäre und die Nutzung dessen wirklich ein größeres Glücksgefühl zu Folge hat, muss jeder einzelne für sich entscheiden. Für mich ist dieser Roman keine Utopie, zu vieles von dem, was der Autor thematisiert, wird in absehbarer Zukunft möglich sein bzw. ist es schon jetzt.

Auf dieses Buch muss man sich einlassen können. Ich werde mich im Nachhinein noch etwas mit dem von Benjamin Stein in den Roman gebrachten Konstruktivismus befassen, vielleicht genehmige ich mir danach noch einen re-read von „Replay“ und muss meine aktuelle Bewertung von 3,5 Sternen noch einmal korrigieren.

Über den Autor (Quelle: Amazon.de)

Benjamin Stein, 1970 in Ost-Berlin geboren, arbeitete nach dem Abitur bis zur Wende als Nachtpförtner. Später studierte er Judaistik und Hebraistik. Sein erster Roman erschien 1995. Benjamin Stein arbeitete als Redakteur und Korrespondent diverser Computerzeitschriften und seit 1998 als Unternehmensberater für Informationstechnologie. Er ist Inhaber des Autorenverlags Edition Neue Moderne und betreibt das literarische Weblog ‘Turmsegler’. Benjamin Stein ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in München.

14. Mai 2012

Das blaue Sofa

Einsortiert unter: Allgemeines — Karthause @ 16:36
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Am Freitag, 18.05.2012, strahlt das ZDF eine neue Folge der Literatursendung „Das blaue Sofa“ um 23 Uhr aus. Wolfgang Herles stellt interessante Bücher nach seiner ganz persönlichen Auswahl vor.

1812. Napoleons Feldzug in Russland  – Adam Zamoyski
Die Republik der Frauen  – Gioconda Belli
Die große Nacht  – Chris Adrian
Robinsons blaues Haus  – Ernst Augustin
Weitlings Sommerfrische  – Sten Nadolny

(Quelle: Newsletter “Das blaue Sofa”)

11. Mai 2012

Buch der Woche (19. KW 2012)

Einsortiert unter: Allgemeines,Empfehlungen — Karthause @ 08:44
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In dieser Woche empfiehlt der mdr figaro „Ewig Dein“von Daniel Glattauer.

Amazon schreibt dazu:

Kurzbeschreibung

Im Supermarkt lernt Judith, Mitte dreißig und Single, Hannes kennen. Kurz darauf taucht er in dem edlen kleinen Lampengeschäft auf, das Judith, unterstützt von ihrem Lehrmädchen Bianca, führt. Hannes, Architekt, ledig und in den besten Jahren, ist nicht nur der Traum aller Schwiegermütter – auch Judiths Freunde sind restlos begeistert. Am Anfang empfindet Judith die Liebe, die er ihr entgegenbringt, als Genuss. Doch schon bald fühlt sie sich durch seine intensive Zuwendung erdrückt und eingesperrt. All ihre Versuche, ihn wieder aus ihrem Leben zu kriegen, scheitern – er verfolgt sie sogar bis in ihre Träume …

Über den Autor

Daniel Glattauer, geb. 1960 in Wien, ist seit 1985 als Journalist und Autor tätig und schreibt für die Tageszeitung Der Standard.

8. Mai 2012

Andrea Maria Schenkel – Finsterau

Einsortiert unter: Uncategorized — Karthause @ 18:33

Finsterau

Andrea Maria Schenkel

Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
Verlag:
Hoffmann und Campe
ISBN-13:
978-3455403817

Anfang der 1940er Jahre verließ Afra ihr Elternhaus in Finsterau. 1944 kehrt sie heim, unverheiratet und schwanger von einem französischen Zwangsarbeiter, eine Schande in der damaligen Zeit. Immer häufiger kommt es zu heftigen Streitereien mit dem Vater. Dann, im Jahr 1947, werden Afra und ihr Sohn tot aufgefunden. Nach 18 Jahren wird dieser Fall neu aufgerollt.

“Finsterau” ist nach bewährtem Schenkelschem Erfolgsmuster geschrieben. Andrea Maria Schenkel hat sich für ihren neuesten Kriminalroman wieder an einem realen Mordfall orientiert. Nach dem Motto “in der Kürze liegt die Würze” ist auch dieser Krimi minimalistisch gestaltet. Schnörkellos, beschränkt auf das Wesentliche, klar und prägnant transportiert die Autorin sehr gut die bedrückende Stimmung, die schon das dunkle Cover erahnen lässt, zum Leser. Darüber hinaus gelingt es Frau Schenkel, in dieser Einfachheit die Vergangenheit aufleben zu lassen. Als Leser fühlte ich mich als stiller Beobachter der Geschehnisse auf dem Bauernhof im Allgäu in den Jahren 1944 und 1947. Einem Bericht ähnlich rekonstruiert die Autorin die Ereignisse, die im bayerischen Finsterau 1947 zu einem Doppelmord führen. Dabei lässt sie die Familienangehörigen, den Arzt, Mitarbeiter der Ermittlungsbehörden und Verdächtige in sehr kurzen Kapiteln zu Wort kommen. In Zwischenspielen wird die Geschichte der ledigen Afra und ihrem unehelichen Sohn erzählt.
Die Figuren sind nicht so deutlich beschrieben, wie ich es mir gewünscht hätte. Das ist ein erkennbarer Nachteil des Andrea Maria Schenkel eigenen Stils. Ich hätte gern mehr von ihnen erfahren, um mich in sie besser hinein versetzen zu können und sie zu verstehen. So erscheint die gesamte Geschichte zu oberflächlich. Die Dialoge sind in leichter Mundart gehalten. Auch als Flachländer hatte ich keine allzu großen Probleme mit deren Verständnis.
Mir fehlt in diesem Roman ein Nachwort, das den Leser über Fiktion und Wahrheit aufklärt. Das ist zwar vielleicht nicht wirklich wichtig, ich möchte aber immer gern wissen, wo die Fantasie der Autorin einsetzt, wenn schon darauf hingewiesen wird, dass ein tatsächliches Verbrechen die Grundlage des Romans bildet.
Durch “Finsterau” musste ich mich zwar nicht quälen, trotz meiner Kritikpunkte bot das dünne Büchlein mit nur 124 Seiten solide Unterhaltung, meine Erwartungen an diesen Kriminalroman waren aber offensichtlich zu hoch.

Über den Autor (Quelle : amazon.de)
Andrea Maria Schenkel, 1962 geboren, gilt als eine der renommiertesten Kriminalautorinnen Deutschlands. 2006 erschien ihr Debüt “Tannöd”, mit dem sie großes Aufsehen erregte. Der Roman wurde 2007 mit dem Deutschen Krimi-Preis, dem Friedrich-Glauser-Preis und der Corine ausgezeichnet. 2008 folgte der renommierte Martin Beck Award für den besten internationalen Kriminalroman. Das Buch wurde in bislang 20 Sprachen übersetzt und fürs Kino verfilmt. Auch für ihr zweites Buch “Kalteis” bekam sie begeisterte Kritiken und erhielt 2008 erneut den Deutschen Krimi-Preis. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Regensburg.

7. Mai 2012

Buch der Woche (18. KW 2012)

Einsortiert unter: Allgemeines,Empfehlungen — Karthause @ 18:43
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In dieser Woche empfiehlt der mdr figaro „Die Schrift in Flammen“ von Miklos Bánffy.

Amazon schreibt dazu:

Kurzbeschreibung

Luxuriöse Bälle und große Jagden auf prächtigen Landschlössern, Affären in Budapester Palais, Duelle im Morgengrauen, Intrigen im Parlament: Sie bilden den Hintergrund dieses Romans, der die untergehende Welt zu Beginn des 20. Jahrhunderts aus der Sicht der beiden jungen Grafen Bálint Abády und László Gyeröffy schildert. Das Buch erzählt vom Versagen der herrschenden Schichten und entwirft ein Gesellschaftsbild vom Ende der österreichisch-ungarischen Monarchie. Dieser erste Band der “Siebenbürger Geschichte“ wurde vor dem Zweiten Weltkrieg in Ungarn publiziert, kürzlich wiederentdeckt und erscheint jetzt erstmals auf Deutsch.

5. Mai 2012

T. C. Boyle – Wenn das Schlachten vorbei ist

Einsortiert unter: 2012,Belletristik — Karthause @ 15:43
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Wenn das Schlachten vorbei ist

T. C. Boyle

Originaltitel: When the Killing`s Done

Gebundene Ausgabe: 464 Seiten

Verlag: Carl Hanser Verlag

ISBN-13: 978-3446237346

Naturschützer vs. Tierschützer

Der Mensch als Schützer von Natur und Umwelt, so sieht T. C. Boyle seine Helden in seinem neuen Roman mit dem martialisch anmutenden Titel „Wenn das Schlachten vorbei ist“. Auf den Channel Islands vor der kalifornischen Küste ist die Umwelt empfindlich gestört worden. Das ökologische Gleichgewicht wurde durch eingeschleppte Ratten und Schweine aus dem Gleichgewicht geraten. Zwei Gruppen von Umweltschützern mit entgegengesetzten Auffassungen liefern sich nun einen erbitterten Kampf. Soll man die eingeschleppten Tiere gnadenlos töten oder hat jedes Tier, auch das eingeschleppte, letzten Endes eine Daseinsberechtigung, auch wenn das die Vernichtung des ursprünglichen Tierbestands und der Pflanzenwelt zur Folge hätte.

Dieser Roman war mein erster des Autors T. C. Boyle. Nicht sofort konnte ich mich in der Handlung zurechtfinden. Begann der Roman doch mit einem in der Vergangenheit liegenden Schiffbruch. Aber schnell wurden die Zusammenhänge klar und das Buch ließ mich nicht mehr los. Die Grundfrage des Romans ‘Wie viel Tierschutz verträgt die Natur?’ mag auf den ersten Blick etwas verwirrend klingen. Aber je weiter man sich durch den Roman liest, desto nachvollziehbarer werden die Positionen von Natur- und Tierschützern. Als Leser beginnt man, sich selbst Fragen zu stellen und wird schnell feststellen, dass deren Beantwortung alles andere als leicht ist. Und somit ist auch die Lektüre dieses Romans nicht unbedingt leichte Kost. Das bezieht sich aber keineswegs auf den Schreibstil des Autors, sondern ausschließlich auf das Thema, bei dessen Behandlung es schon mal “gut zur Sache geht”. Der Roman ist in zwei Teile untergliedert. Kern des ersten sind die Bemühungen, die Insel Anacapa von eingeschleppten Ratten zu befreien. Im zweiten Teil sollen die Schweine, die durch Siedler auf die Nachbarinsel Santa Cruz gebracht wurden, entfernt werden. Beide Tierarten haben sich durch ihre invasive Vermehrung, es fehlte ihnen an natürlichen Feinden, den Lebensraum erobert und bedrohen inzwischen die einheimische Fauna und Flora. In immer wieder eingeschobenen kleinen Geschichten, wird berichtet, wie diese Tiere auf die Inseln kommen und dort Fuß fassen konnten.

Die beiden Hauptpersonen, Alma und Dave, sind in ihren völlig konträren Ansichten sehr glaubhaft beschrieben. Bei beiden hat man das Gefühl, sie handeln aus innerer Überzeugung, aus Berufung. Dabei sind sie lebensecht mit Stärken, Schwächen und Ängsten gezeichnet. Boyle schreibt neutral und für den Leser erscheinen die Positionen beider Seiten gut nachvollziehbar.

Das Buch hatte ein paar Längen, aber wirklich gelangweilt habe ich mich beim Lesen nie, denn Boyle ist ein guter, sprachgewaltiger Erzähler und weiß auch mit scheinbar Nebensächlichem den Leser gut zu unterhalten.

Wie nebenbei vermittelt T. C. Boyle dem Leser umfangreiches Wissen über Ökologie, das Zusammenspiel von Fauna und Flora. Er regt zum Nachdenken an, will aber an keiner Stelle belehren. Ich vermag nur ansatzweise zu erahnen, welch umfangreiche Recherchen hinter diesem Roman stecken mögen.

Romane, die den Erhalt des Ökosystems unserer Erde thematisieren scheinen gegenwärtig gefragt zu sein. Wenn sie es schaffen, die Menschen ein wenig wachzurütteln, haben sie ihre volle Daseinsberechtigung. Dieser Roman macht das und ist dazu äußerst lesens- und empfehlenswert.

Über den Autor (Quelle: amazon.de)

T. C. Boyle, geb. 1948 in Peekskill, New York im Hudson Valley, war Lehrer an der dortigen High-School und publizierte während dieser Zeit seine ersten Kurzgeschichten. Heute lebt er in Kalifornien und unterrichtet an der University of Southern California in Los Angeles Creative Writing.

Dieses Buch habe ich mit einer sehr lieben Lesefreundin begonnen, leider konnten wir es nicht gemeinsam beenden.

Servus, liebe Christine, danke für deine Freundschaft, ich werde dich immer in bester Erinnerung behalten,
du warst so eine starke Frau.

1. Mai 2012

Buch der Woche (17. KW 2012)

Einsortiert unter: Allgemeines,Empfehlungen — Karthause @ 17:23
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In dieser Woche empfiehlt der mdr figaro „Die Nacht des Zorns“ von Fred Vargas.

Amazon schreibt dazu:

Kurzbeschreibung

„Fred Vargas ist zurück – in Bestform.“ LE FIGARO LITTÉRAIRE Ein jahrhundertealter Mythos führt Kommissar Adamsberg in die dunklen Wälder der Normandie. Ein Heer aus Schattengestalten soll dort wüten und ungesühnte Verbrechen strafen. Lina, eine junge Frau aus der Normandie, hat es jüngst in der Nacht über den Waldweg reiten sehen. Und nicht nur das: Die Reiter hatten vier Menschen in ihrer Gewalt, deren Tage – der Legende nach – gezählt sind. Und tatsächlich dauert es nicht lange, bis das erste Opfer des Wütenden Heeres stirbt. Adamsberg ist überzeugt, dass sich jemand der mittelalterlichen Sage bedient, um ungestört zu morden. Wieder einmal findet sich in diesem Roman alles, was die unnachahmliche und inzwischen sprichwörtliche Magie Vargas ausmacht: wunderbare Charaktere, ein intelligenter Plot, eine subtile Handlungsführung, gefärbt mit einem sprühenden Funken Humor. „Wenn Vargas Musikerin wäre, wäre sie allein ein ganzes Orchester.“ ELLE „Eine ganz große Vargas!“ LE MONDE

Über den Autor

FRED VARGAS, geb. 1957 und von Haus aus Archäologin. Sie ist heute die bedeutendste französische Kriminalautorin und eine Schriftstellerin von Weltrang. 2004 erhielt sie für „Fliehe weit und schnell“ den Deutschen Krimipreis. Ihre Werke sind in über 40 Sprachen übersetzt und liegen sämtlich bei Aufbau in Übersetzung vor: Im Schatten des Palazzo Farnese Die schöne Diva von Saint-Jacques Der untröstliche Witwer von Montparnasse Das Orakel von Port-Nicolas Es geht noch ein Zug von der Gare du Nord Bei Einbruch der Nacht Fliehe weit und schnell Der vierzehnte Stein Die dritte Jungfrau Die schwarzen Wasser der Seine Das Zeichen des Widders Der verbotene Ort Die Tote im Pelzmantel Die Nacht des Zorns (Frühjahr 2012)

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