In dieser Woche empfiehlt der mdr figaro „Wenn Eulen schrein“ von Janet Frame.
Amazon schreibt dazu:
Janet Frames erster Roman von 1957, der ihren literarischen Ruhm begründete und von den Heimsuchungen einer neuseeländischen Eisenbahnarbeiter-Familie erzählt, wird nach dem großen Erfolg ihres nachgelassenen Romans “Dem neuen Sommer entgegen” in einer überarbeiteten Übersetzung neu vorgelegt.
Die Familie des Eisenbahners Bob Withers in der Kleinstadt Waimaru wird von Unglück und Krankheit geplagt: Eine Tochter, Francie, stirbt durch einen tragischen Unfall, eine andere, Daphne, erkrankt psychisch so schwer, dass sie in eine Heilanstalt eingewiesen werden muss, ihr Bruder Toby hat epileptische Anfälle.
Hinter dem Drama der Familie werden aber auch gesellschaftliche Konflikte sichtbar: Kann man im ganz anders gearteten Kosmos Neuseelands einfach die Werte und Bildungsstandards des weißen Europa vermitteln, ohne Rücksicht auf die angestammte Kultur?
Vor allem die grandiose, poetische Sprache dieses Romans, seine Fähigkeit, besonders in die Gedanken- und Wahnwelt Daphnes einzudringen, seine menschliche Feinfühligkeit und erzählerische Objektivität machen ihn zu einem Meisterwerk der Literatur des 20. Jahrhunderts.
Die Familie des Eisenbahners Bob Withers in der Kleinstadt Waimaru wird von Unglück und Krankheit geplagt: Eine Tochter, Francie, stirbt durch einen tragischen Unfall, eine andere, Daphne, erkrankt psychisch so schwer, dass sie in eine Heilanstalt eingewiesen werden muss, ihr Bruder Toby hat epileptische Anfälle.
Hinter dem Drama der Familie werden aber auch gesellschaftliche Konflikte sichtbar: Kann man im ganz anders gearteten Kosmos Neuseelands einfach die Werte und Bildungsstandards des weißen Europa vermitteln, ohne Rücksicht auf die angestammte Kultur?
Vor allem die grandiose, poetische Sprache dieses Romans, seine Fähigkeit, besonders in die Gedanken- und Wahnwelt Daphnes einzudringen, seine menschliche Feinfühligkeit und erzählerische Objektivität machen ihn zu einem Meisterwerk der Literatur des 20. Jahrhunderts.
Über den Autor
Janet Frame wurde 1924 als drittes von fünf Kindern eines Eisenbahnarbeiters in Dunedin, Neuseeland, geboren, wo sie 2004 auch starb. Die Familienverhältnisse waren zum Teil tragisch, sie selbst wurde zu Unrecht als Schizophrene über Jahre in Nervenheilanstalten behandelt, u. a. mit Elektroschocks.
Frame ist Autorin von zwölf Romanen. Ihre Autobiographie gehört zu den bedeutendsten Beispielen für dieses Genre im 20. Jahrhundert. Janet Frame zählte zu den Anwärterinnen für den Literaturnobelpreis.

aktueller Lesestoff

Erklärt sich eigentlich, warum der Buchtitel falsch geschrieben ist? Müsste es nicht “schreien” heißen? Das wundert mich jedes mal…
Kommentar von buchstabentraeume — 1. Juli 2012 @ 17:14 |
Ich hatte auch gestutzt. Aber eine Antwort habe ich nicht parat. Da ich das Buch irgendwann lesen möchte, klärt es sich vielleicht dabei. Vielleicht ist das Buch ja in einer Art Slang geschrieben.
Kommentar von Karthause — 1. Juli 2012 @ 17:30 |
Das würde mich wirklich sehr interessieren. Irgendwie stört mich dieser falsche Titel sehr. Du kannst dann ja mal verraten, warum er so geschrieben wurde, falls du es herausfindest.
Kommentar von buchstabentraeume — 1. Juli 2012 @ 17:32
Der Buchtitel ist nicht falsch geschrieben, sondern es handelt sich um ein Zitat aus dem Fünften Aufzug der Komödie “Der Sturm” von William Shakespeare:
Wo die Bien’, saug’ ich mich ein,
Bette mich in Maiglöcklein,
Lausche da, wenn Eulen schrein,
Fliege mit der Schwalben Reih’n
“Wenn Eulen schrein” ist übrigens ein ganz großartiges Buch, das ich gerne gelesen habe …
Kommentar von buzzaldrinsblog — 17. Juli 2012 @ 12:14 |
Danke, fürs “auf die Sprünge helfen”.
Kommentar von Karthause — 18. Juli 2012 @ 06:49 |
Keine Problem, liebe Karthause. Ich hoffe auch, dass meine Antwort nicht herablassend bei dir angekommen ist. Der TItel des Buches erschließt sich, wenn man anfängt es zu lesen, da dann auch auf Shakespeare hingewiesen wird …
Kommentar von buzzaldrinsblog — 18. Juli 2012 @ 12:49
Herablassend? Nein, keineswegs. Das Buch steht auf meinem Wunschzettel ganz weit oben, ich bin schon sehr gespannt.
Kommentar von Karthause — 18. Juli 2012 @ 13:12
Dann bin ich ja beruhigt! Ganz viel Spaß bei der Lektüre, im Herbst erscheint bereits ein weiteres Buch von Janet Frame, auf das ich mich sehr freue. Sie ist eine tolle Schriftstellerin!
Kommentar von buzzaldrinsblog — 18. Juli 2012 @ 15:50 |