Todesfrist
Andreas Gruber
413 Seiten
Zeilenreich
Bestellnummer: 119246700
Das 48-Stunden-Rätsel
Die 26-jährige Sabine Nemenz ist eine junge und ehrgeizige Kriminalkommissarin, deren Traum es ist, einmal als Profilerin beim BKA zu arbeiten. Privat bereitet ihr die schon länger zurückliegende Scheidung ihrer Eltern Sorgen. Dann taucht der Vater bei ihr auf und berichtet, die Mutter sei vor gut 48 Stunden entführt worden und er hätte vom Entführer eine rätselhafte Botschaft erhalten.
»Wenn Sie innerhalb von 48 Stunden herausfinden, warum ich diese Frau entführt habe, bleibt sie am Leben. Falls nicht – stirbt sie.«
Aber die Zeit war bereits abgelaufen, dieser Wettlauf war für sie verloren. Als die Ermittler von dem schwierigen Verhältnis der Eltern erfahren, fällt der Verdacht auf den Vater. Als sich der Fallanalytiker des BKA, Maarten S. Sneijder, dieses Falles annimmt, wird schnell klar, diese Tat ist keine Einzeltat und der Mörder stellt auf perfide Art und Weise Szenen des „Struwelpeter“ nach.
Andreas Gruber verwendete für seinen Thriller altbekannte Zutaten. Eine junge Ermittlerin, die privat ein paar Probleme hatte und die durch die Ermordung ihrer Mutter in den Fall persönlich involviert war, wurde sie von den Ermittlungen in diesem Fall abgezogen. Zuerst ermittelte sie auf eigene Faust, dann an der Seite des BKA-Analytikers. Man sollte meinen, den Leser erwartet einen der üblichen 08/15 Thriller, aber weit gefehlt. Der Autor hat seinen Thriller äußerst intelligent konstruiert. Anleihen nahm er bei einem Kinderbuch, anhand dessen er die Taten förmlich inszenierte. Die Opfer waren in Köln, Dresden, Leipzig, München und Wien zu Hause und immer bekam eine ihm nahestehende Person eine Art Hinweis, verbunden mit einem Rätsel und einer Frist von 48 Stunden. Konsequent wurde der Spannungsbogen aufgebaut und durchgehend bis zum Ende hin gehalten, die äußerst brutalen und wohl durchdachten Morde sind dafür nur ein Mittel zum Zweck. Daneben wurde durch die dauernden Geplänkel um den etwas sonderbaren Fallanalytiker Sneijder eine gewisse Lockerheit in seine Story gebracht, die den Leser immer wieder durchatmen lassen und andererseits die Neugier auf die weiteren Ermittlungen steigerte. Neben dem Handlungsstrang um die eigentlichen Taten existierte parallel ein weiterer, der den Leser in die Praxis einer Psychotherapeutin führte. Beide Stränge werden im Laufe der Handlung geschickt miteinander verwoben.
“Todesfrist” ist sehr flüssig zu lesen, ständig verspürte ich den Drang, mehr wissen zu wollen. Die Idee des Autors, das Kinderbuch als Mordvorlage zu nehmen, fand ich ebenso unkonventionell wie originell. Nicht zuletzt trugen die Personen, die dem Alltag entschlüpft zu sein schienen, zu dem sehr gelungen Thriller bei.
Wer gern Thriller mit gut ausgetüftelten Morden liest, sich von grausamen, perfiden und blutigen Taten nicht abschrecken lässt und genügend Zeit für 400 Seiten Spannung hat – den aus der Hand konnte ich das Buch nicht legen – wird mit “Todesfrist” sehr gut beraten sein. Ich bewerte es mit 5 Sternen.
Mein Dank gilt Blog dein Buch und zeilenreich für das zur Verfügung stellen des Buches, welches hier bestellt werden kann.
Über den Autor (Quelle: amazon.de)
Andreas Gruber, geboren 1968 in Wien, studierte an der dortigen Wirtschaftsuniversität und arbeitet halbtags für einen Pharma-Konzern. Mit seiner Familie und vier Katzen lebt er in Grillenberg in Niederösterreich. Er ist zweifacher Gewinner des Vincent Preises und dreifacher Gewinner des Deutschen Phantastik Preises.
aktueller Lesestoff
