Karthauses Bücherwelt …

3. Oktober 2011

Biografien-Challenge

Einsortiert unter: Allgemeines,Challenge — Karthause @ 08:56
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Am 1. Oktober hat nun die Biografien-Challenge vom Krümel-Forum begonnen. Allerdings habe ich noch nicht unmittelbar begonnen. Erst möchte ich ein paar sehnsüchtig erwartete Neuerscheinungen und zwei Wanderbücher lesen. Aber ich habe mir schon Gedanken gemacht, welche Bücher ich lesen könnte.

Nach dem Check meiner Datenbank habe ich mir zu jedem Thema ein-zwei Bücher ausgesucht, die mich besonders interessieren. Änderungen sind natürlich immer mal drin. Hier seht ihr nun meine (vorläufige) Liste:

Literatur => Mein Leben – Marcel Reich-Ranicki

bildende Kunst und Musik => Beethoven – Maynard Solomon

Religion und Philosophie => Martin Luther – Horst Herrmann

Naturwissenschaft, Technik und Medizin => Einstein – Jürgen Neffe oder Darwin -Jürgen Neffe

Politik und Wirtschaft => Speer – Joachim Fest oder Mao – Jung Chang

besondere Leistung oder besonderes Schicksal ( z. B. Sport oder Krankheit) => John Rabe. Der gute Deutsche von Nanking – Erwin Wickert (Hg.)

Biographie einer Institution, Landes, Stadt, Fluss u.a. => Die Charité – Gerhard Jaeckel

Romanbiographie => Die Familie Bonaparte – Cornelia Wusowski

Autobiographie => Alleinflug – Elly Beinhorn

18. August 2011

Biografien-Challenge

Einsortiert unter: Allgemeines,Challenge,Uncategorized — Karthause @ 12:32

In Krümels-Bücherwelt startet die

Biographien Challenge

 

vom 1. Oktober 2011 bis 30. September 2012

Es sind zu lesen 6 Biographien aus 9 Themen:

• Literatur
• bildene Kunst und Musik
• Religion und Philosophie
• Naturwissenschaft, Technik und Medizin
• Politik und Wirtschaft
• besondere Leistung oder besonderes Schicksal ( z. B. Sport oder Krankheit)
• Biographie einer Institution, Landes, Stadt, Fluss u.a.
• Romanbiographie
• Autobiographie

Die Teilnehmer melden sich bitte im Krümel-Forum im entsprechenden Forum an (das geht auch als Gast). Dort kann man im einem persönlichen Ordner eine Bücherliste erstellen, oder aber man liest einfach drauf los. Die Liste darf selbstverständlich auch geändert werden.

Zu den 6 Biographien muss jeweils eine Buchbesprechung in dem entsprechenden Forum eingestellt werden.

Für den Gewinner gibt es einen Gutschein von Amazon über 20 Euro. Wobei der Gewinner nicht gleichzusetzen ist mit dem Schnellsten, der ganz schnell mal 6 Biographien gelesen hat, sondern hier erwartet man Engagement und Diskussionsfreude, eben eine Bereicherung für die Challenge. Der Gewinner wird von einer unabhängigen Jurie gewählt.

 

 

19. Juni 2011

Eric Walz – Die Schleier der Salome

Einsortiert unter: 2011,Challenge,History — Karthause @ 12:48
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Judäa um Christi Geburt. Am Tag der Geburt von Prinzessin Salome ließ König Herodes aus Angst vor der angekündigten Geburt eines Messias alle männlichen Neugeborenen töten, auch Salomes Zwillingsbruder, seinen Enkel. Die jüdische Prinzessin wuchs in einem von Neid, Missgunst, Intrigen, Ränkespielen und Angst geprägten Umfeld auf. Schnell erkannte sie, dass sie als Mädchen in der von Männern dominierten Gesellschaft ohne Bildung kaum eine Chance auf eine herausragende Position am Königshof hat. Den Thora-Unterricht erkämpfte sie sich durch eine List und machte sich damit Kephallion zum Feind. Gleichzeitig wurde aber auch Ihre Tante Akme, die einflussreiche Tetrachin von Ashdod, auf sie aufmerksam und förderte die ehrgeizige Prinzessin. Dann kam Timon, ein junger Grieche auf der Suche nach dem Mörder seines Vaters, an den Hof. Von ihm erfuhr Salome wie wichtig es für sie wäre, auch Kenntnisse in anderen Wissenschaften zu erlangen. Beide kamen sich näher und verliebten sich ineinander, aber Timon hatte inzwischen herausgefunden, wer die Schuld am Tode des Vaters trug…

Eric Walz nimmt den Leser mit auf eine gedankliche Zeitreise. Er schildert Judäa, wie es vor 2000 Jahren ausgesehen haben mag, ein fruchtbares, blühendes und reiches Land. Er beschreibt aber auch die historische Situation am Hof, berichtet von Intrigen, Morden, politischen Strömungen, Machtkämpfen und Revolten. In diese authentische Kulisse bettet er die Lebensgeschichte der jüdischen Prinzessin Salome von deren Geburt, über deren betörenden Tanz vor ihrem Stiefvater Antipas, der ihr dafür den Kopf von Johannes dem Täufer präsentierte, bis hin zu ihrer Zeit als Königin ein. Geschickt baut er ein dazu Gerüst aus historisch verbürgten und fiktiven Personen, die er alle sehr lebensecht charakterisiert, so dass sich letztlich dieser historische Roman wie eine Biografie liest. In einem ausführlichen Nachwort erklärt Eric Walz dem Leser wie weit die Realität reicht und wo die Fiktion einsetzt. Die der Fantasie des Autors entsprungene Liebesgeschichte Salomes mit dem jungen Griechen hätte ich mir etwas weniger vordergründig vorstellen können, störend empfand ich sie jedoch nicht. In „Die Schleier der Salome“ wird der Leser mit zahlreichen Informationen zur Geschichte und Kultur Judäas konfrontiert. Das geschieht aber immer auf eine ganz unaufdringliche und nie dozierende Art und Weise. So verbanden sich in dem Roman die Wissensvermittlung, der sehr angenehm zu lesende Stil des Autors und die interessante und zugleich unterhaltsame Geschichte zu einem wirklichen Leseerlebnis, das mich dazu anregte, mehr über diese bewegte Zeit, um die ich im Roman bisher immer einen Bogen machte, erfahren zu wollen. Sehr interessant fand ich auch die Beschreibungen der strengen Sitten und Bräuche der Juden, des Einflusses der Römischen Besatzer auf das Volk sowie die sich aus dem aufkommenden Christentum ergebenden Veränderungen.

Mein Fazit: „Die Schleier der Salome“ ist ein rundum gelungener historischer Roman von dem man sagen kann, wenn sich die Geschichte so nicht zugetragen hat, hätte es auf jeden Fall aber so gewesen sein können. Das ist in meinen Augen das größte Lob, das man einem Roman aus diesem Genre machen kann. Für mich war dieser Autor eine Entdeckung. Auf seine anderen bereits veröffentlichten Romane bin ich sehr neugierig geworden. Ich empfehle dieses Buch gern weiter.

Über den Autor (Quelle: amazon.de)

Eric Walz wurde 1966 in Königstein im Taunus geboren. Im Jahr 2002 erfüllte er sich den Jugendtraum, Bücher zu schreiben. Sein Debütroman Die Herrin der Päpste wurde auf Anhieb ein großer Erfolg. Zuletzt erschien von ihm im Oktober 2007 Die Glasmalerin, ein historischer Kriminalroman, der vor dem Hintergrund des Konzils von Trient spielt. Eric Walz lebt nach vielen Jahren in Berlin heute als Schriftsteller im Umland von Stuttgart.

7. März 2011

Sue Harrision – Vater Himmel, Mutter Erde

Einsortiert unter: 2011,Challenge,History — Karthause @ 18:28
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Vor etwa 9000 Jahren auf den Aleuten. Chagak war 13 Jahre alt, als ihr Stamm von dem der Kurzen überfallen wurde. Sie musste mit ansehen, wie alle anderen brutal getötet wurden. War ihr Leben bis eben noch glücklich und voller Hoffnung, sie war endlich eine Frau und mit Robbenfänger verlobt worden, so stand sie nun ganz auf sich gestellt in dem zerstörten Dorf vor den Leichen ihrer Lieben. Sie dachte an Selbstmord und bestattete die Toten. Als sie dann noch ihren kleinen Bruder lebend fand, siegte der Lebenswille in ihr, ihm wollte sie das Leben retten und so fuhr sie mit dem Kanu hinaus aufs Meer, um den Jungen zu dem auf einer entfernten Insel lebenden Großvater zu bringen, in ständiger Angst, auf weitere Krieger aus dem Volk der Kurzen zu treffen. Als sie an einem einsam erscheinenden Strand rastete, traf sie auf den alten, seit Jahren allein lebenden Schamanen Shuganan. Er schnitzte aus Elfenbein Figuren, von denen eine ungeheure Kraft ausging, aber auch er konnte den kleinen Bruder von Chagak nicht retten. Diese beschloss, zu bleiben, aber dann kamen auch auf diese Insel Männer vom Stamm der Kurzen und Mann-der-tötet zwang Chagak, seine Frau zu sein…

Wer weiß schon wie sich das Leben der Ureinwohner vor 9000 Jahren auf den Aleuten gestaltete? Sue Harrison weiß sehr genau davon zu berichten und nach dem Lesen dieses Romans habe ich auch eine recht gutes Bild davon bekommen. Die Autorin hat unter anderem die Sprachen der Ureinwohner Amerikas studiert und insgesamt neun Jahre für diesen Roman recherchiert. Dadurch gelingt es ihr sehr gut, dem Leser eine Vorstellung vom Alltagsleben der Ureinwohner zu vermitteln. Beeindruckend fand ich die Beschreibungen von den ganz alltäglichen Arbeiten mit den steinzeitlichen Hilfsmitteln, die das Leben und das Überleben in diesem lebensfeindlich erscheinenden Lebensraum sicherten. Sie berichtet ausführlich von Ritualen und dem Glauben, von Bräuchen und Eigenarten der Eingeborenen. Stellenweise fand ich diese Beschreibungen etwas ausufernd und für die Handlung zu gewichtig. Auch die Charaktere waren mir ein wenig zu einseitig gezeichnet. Es wurde streng unterschieden in Freund und Feind, in gut und böse. Aber insgesamt betrachtet, war dieser Roman gut und flüssig zu lesen, ist spannend geschrieben und bietet interessante Einblicke in das Leben der Vorfahren der Eskimos, wie es sich zu Urzeiten abgespielt haben könnte. Das Buch beinhaltet zudem noch eine Karte und ein sehr nützliches Glossar, das die im Text verwendeten Begriffe der Ureinwohner erklärt.

„Vater Himmel, Mutter Erde“ ist der erste Teil der Ivory-Carver-Trilogie die weiteren Teile sind „Schwester Mond“ und „Bruder Wind“.

 

Über den Autor (Quelle: Klappentext)

Sue Harrison hat englische Literatur und die Sprachen der Ureinwohner Amerikas studiert. Für „Vater Himmel, Mutter Erde“ hat sie neun Jahre lang recherchiert. – Geographie, Archäologie, Antropologie und Kulturgeschichte der Aleuten. Sue Harrison, 1950 geboren, lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Pickford, Michigan.

2. Dezember 2010

Deana Zinßmeister – Der Hexenturm

Einsortiert unter: 2010,Challenge,History — Karthause @ 17:40
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Der Hexenturm
Deana Zinßmeister
Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag
ISBN-13: 978-3442472482

Im Saarland um 1618. In Deana Zinßmeisters Roman „Das Hexenmal“ lernte der Leser die Geschichte der fünf jungen Eichsfelder Johann, Franziska, Katharina, Clemens und Burghard kennen, die auf der Flucht vor der Anklage der Hexerei ihre Heimat verlassen mussten. In diesem Buch, das direkt die Handlung des Vorgängers aufgreift, treffen wir die Fünf wieder und begleiten sie auf ihrer Flucht durch Hessen bis hin ins Saarland. Auf dem Gestüt Rehmringer werden sie, trotz des Todes des alten Pferdehändlers, von dessen Witwe freundlich aufgenommen und finden Arbeit und Unterkunft. Dies ist für einige Alteingesessene auf dem Hof und den der Witwe nahestehenden Amtsmann Johann von Baßy ein Dorn im Auge. Sie müssen auf der Hut sein, denn die Hexenverfolgung wird auch in ihrer neuen Heimat zelebriert. Zur gleichen Zeit ist auch der dem Leser aus dem 1. Teils der Geschichte bekannte Magier Barnabas unterwegs, in seinem Gefolge Sevatius und eine Kinderhexe.

Wie schon im „Hexenmal“ ist die Geschichte durch verschiedene Handlungsstränge geprägt. Durch nicht zu lange Kapitel hält Deana Zinßmeister die Spannung und vermeidet Längen. Ihr angenehmer und flüssig zu lesender Schreibstil ließ mich als Leser förmlich durch das Buch eilen. Die Autorin legt auch in diesem Roman großen Wert auf Details, das macht ihre Geschichten so beeindruckend authentisch. Das Alltagsleben, die damit verbundenen Schwierigkeiten, Sorgen und Nöte werden nachvollziehbar. Die belegten historischen Persönlichkeiten, die ihre Auftritte in dem Roman haben, lassen Geschichte lebendig werden.

In diesem Roman werden zwar immer wieder die Schicksale der Protagonisten in Rückblenden erzählt, so dass man ihn auch ohne Kenntnis des 1. Teils lesen und verstehen kann. Um aber die Entwicklung der Charaktere nachvollziehen zu können, sehe ich es als hilfreich an „Das Hexenmal“ gelesen zu haben. Die Story und auch die Charaktere haben in diesem 2. Teil für mich deutlich an Tiefe gewonnen. Besonders gelungen fand ich die Person des Magier Barnabas, der in seiner Bösartigkeit auch Skrupel hatte, die immer wieder deutlich wurden. Nur ganz wenige Charaktere bleiben etwas eindimensional, wie z.B. Servatius, der in jeder Beziehung einfach nur böse war. Aber letztlich war er in seinem Tun und Denken auch wieder überzeugend. Auch das Zusammenleben in der Gruppe wurde durch die Autorin realistisch und als nicht einfach beschrieben. Gab es doch im Verlauf der Handlung manch kritische Situationen für die Protagonisten zu meistern, an denen die Freundschaft der einstigen Zweckgemeinschaft zu zerbrechen drohte. Es kamen aber nicht nur die die in dem Roman zu Wort, die die konsequente Hexenverfolgung predigten und gnadenlos vollzogen. Auch die Lichtfänger konnten Akzente setzen und einen Hauch von Hoffnung hinterlassen.

Mein Fazit: Nach dem ich mit „Das Hexenmal“ ein wenig haderte, weil mir die Handlungsstränge zu losgelöst voneinander erschienen, hat sich das in „Der Hexenturm“ völlig relativiert. Ich habe mich sehr gern von Deana Zinßmeister durch dieses dunkle Kapitel unserer Geschichte führen lassen und freue mich schon auf die nächste „Zeitreise“ mit ihr. Ich kann diesen schnörkellosen historischen Roman jedem Liebhaber dieses Genres empfehlen.

 

Über den Autor

Deana Zinßmeister hat sich mit dem Schreiben einen Traum erfüllt und ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht. Bereits mit ihrem ersten historischen Roman »Das Hexenmal« gelang ihr auf Anhieb ein Erfolg. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern im Saarland.

28. November 2010

Titus Müller – Der Kalligraph des Bischofs

Einsortiert unter: 2010,Challenge,History — Karthause @ 19:42
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Turin im 9. Jahrhundert. Germunt ist auf der Flucht vor seinen Häschern in der Bischofsstadt angekommen. Er soll seine Stiefmutter getötet haben und fristet sein Leben durch Diebstähle. Der neu ernannte Bischof Claudius, auch gerade in der Stadt eingetroffen, nimmt sich seiner an, erkennt sein Talent und lässt ihn in den schönen Künsten unterrichten. Aber Claudius, der das Bilderverbot predigt, hat starke Widersacher. Er muss die Stadt gegen die Sarazenen verteidigen und seinem ärgsten Feind, dem Grafen Godeoch, die Stirn bieten.

Titus Müllers Debütroman ist in einer Zeit angesiedelt, von der ich bisher recht selten gelesen habe. Dabei gelingt es ihm sehr gut die örtlichen Gegebenheiten und die historischen Umstände zu beschreiben. Der Handlungsaufbau war schlüssig, wenn auch etwas zufallslastig und die Geschichte an sich hatte ihre spannenden Momente. Allerdings konnte ich mich nur schlecht in die Figur des Germut hineinversetzen. Was er leistete, war stellenweise schier übermenschlich und realitätsfern. Interessant fand ich dagegen wieder den Charakter des Bischof Claudius, der sich mit seinen Ideen und Vorstellung gegen die Kirche wandte. Auch die Auseinandersetzung mit der Kirche war sehr lesenswert. Das eigentliche Thema, die Kalligraphie, hätte ich gern etwas ausführlicher behandelt gehabt. Alles in allem war das Buch lesenswert. Ich habe schon den aktuellen Roman „Die Jesuitin von Lissabon“ von Titus Müller gelesen und konnte dabei feststellen, dass er sich als Autor, besonders was das Zeichnen von Charakteren anbetrifft, spürbar weiterentwickelt hat.

Über den Autor

Titus Müller, 1977 in Leipzig geboren, studierte Neuere deutsche Literatur, Mittelalterliche Geschichte und Publizistik in Berlin. Er erhielt den Würth-Literaturpreis und den C.S. Lewis-Preis. “Das Mysterium” wurde 2008 mit dem Sir Walter Scott-Preis als bester historischer Roman des Jahres ausgezeichnet. Titus Müller lebt in München. Bisher erschienen von ihm: “Der Kalligraph des Bischofs”, “Die Priestertochter”, “Die sieben Häupter”, “Der zwölfte Tag”, “Die Brillenmacherin”, “Die Todgeweihte”.

Mehr über den Autor und seine Romane ist unter www.titusmueller.de zu finden.

10. November 2010

Bettina Hennig – Luise. Königin aus Liebe

Einsortiert unter: 2010,Challenge,History — Karthause @ 18:32
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Luise. Königin aus Liebe
Bettina Hennig
Taschenbuch: 704 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag
ISBN-13: 978-3442464067

Luise, Prinzessin von Mecklenburg-Strelitz, wächst gemeinsam mit ihrer Schwester Friederike nach dem Tod von Mutter und Stiefmutter bei der Großmutter in Darmstadt auf. Diese setzt alles daran, ihre beiden Enkeltöchter standesgemäß zu verheiraten. Ihre Bemühungen wurden mit einer Doppelhochzeit belohnt. Weihnachten 1793 heiratet Luise den Preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm und Friederike ehelicht dessen Bruder Friedrich Ludwig (genannt Louis). Während man Luises Heirat noch eine Liebesheirat nennen kann, heiraten Friederike und Louis aus Gründen der Staatsräson.

Bettina Hennig widmet sich in ihrem ersten Roman einer der wohl schillerndsten weiblichen Persönlichkeiten am Preußischen Hof. Sie beschreibt Luise als anmutig schöne junge Frau, die durch ihre Unbekümmertheit und ihr unaristokratisches Auftreten bei Hofe zunächst einige schmerzliche Erfahrungen machen musste. Ihr Leben in einer Zeit mit großen politischen Umwälzungen blieb von den historischen Ereignissen nicht unbeeinflusst. Wobei die Flucht vor Napoleons Truppen sicher eines der einschneidendsten Erlebnisse ihres kurzen Lebens waren. Mit großer, der Zeit entsprechenden Wortgewandtheit bringt die Autorin dem Leser das nicht immer einfache Leben der im Volke so beliebten Preußenkönigin nahe. Dabei legt sie aber eindeutig den Schwerpunkt auf die Liebe von Luise, die Liebe zum König, zu den Kindern, die immer wieder aufkommende Verliebtheit in andere Männer und die Liebe zum Volk. Natürlich schreibt Bettina Hennig auch über die politischen Ereignisse und über den Krieg. Aber als das Bestimmende in Luises Leben wird, wie der Titel schon sagt, die Liebe gesehen. Ich fand das etwas bedauerlich und hätte Luise gern im Spiegel ihrer Zeit gesehen. Ansonsten weiß die Autorin ihre Leser mit ausführlichen Geschichten und detailreich ausgeschmückten Histörchen vom Leben am Hof zur Zeit Friedrich Wilhelm III. zu unterhalten. Sehr gut hat mir die Darstellung der historischen Personen gefallen. Sie erschienen nie stereotyp, sondern facettenreich und lebensnah. Und so ist auch Luise nicht nur die lebenslustige, manchmal etwas oberflächliche junge Frau, der Leser erlebt sie auch zweifelnd und besorgt. Sehr gut wurde das Wachsen der Beziehung zwischen Luise und Friedrich Wilhelm geschildert. Denn von einer Liebesheirat der beiden zu sprechen, macht nur Sinn, wenn man als das Gegenstück die verordnete Ehe von Friederike und Louis sieht, bei der von keiner Seite Gefühle oder auch nur Sympathie eine Rolle spielten.
Bis auf meinen genannten Kritikpunkt, der aber nicht so schwerwiegend ist, schließlich weist der Buchtitel auf die Gewichtung der Fakten hin, empfand ich dieses Buch als einen sehr gelungenen Erstlingsroman, der dem Leser eine illustre historische Persönlichkeit wirklich nahe bringt und Lust auf weitere Lektüre in dieser Zeit macht. Über weitere Romane der Autorin würde ich mich freuen.

Über den Autor
Bettina Hennig, geboren 1963 in Hamburg, studierte nach ihrer Ausbildung zur Cutterin in Hamburg Film- und Sprachwissenschaften sowie Informatik. Seit 1992 ist sie als Redakteurin bei verschiedenen Boulevardzeitungen und Illustrierten tätig. Bekannt sind ihre Interviews mit internationalen Stars wie z. B. Madonna. Derzeit promoviert sie zum Thema »Klatschjournalismus«. Sie lebt mit dem Künstler Karmers in Hamburg. »Luise. Königin aus Liebe« ist ihr erster Roman.

Dies war das erste Buch, das ich im Rahmen der History-Challenge „Der Geschichte auf der Spur“ gelesen habe. Damit ist die Etappe „Neuzeit – Zeit des Umbruchs 1789 -1815“ abgedeckt.

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