Nachdem ich „Die Herrin des Hügels“ mit Begeisterung gelesen habe, griff ich sofort zu der logischen Fortsetzung dieses Buches und wandte mich somit den Nachkommen der Cosima Wagner zu. Der Stil des Vorgängerbuches wird hier konsequent fortgesetzt. Aufbauend auf den Erkenntnissen zu Cosima stellt der Autor nun nacheinander deren Kinder vor. In der Familie Wagner geht es um Geld, die Wahrung des äußeren Scheins, Traditionen, Erwartungen und Intrigen. Oliver Hilmes beschreibt und erläutert die Handlungsweisen der Personen und charakterisiert sie sehr genau. Dabei empfand ich seine wertungsfreie und nicht moralisierende Schreibweise als sehr angenehm. Interpretationen überlässt Hilmes seinen Lesern. Er liefert dafür lediglich die Grundlage, die auf historischen Quellen, die z. beruht. Auch in diesem Buch wird sehr gekonnt auf das Zeitgeschehen eingegangen Die Familie Wagner wird im Spiegel ihrer Zeit betrachtet.
Als ich „Cosimas Kinder“ zu lesen begann – unmittelbar nach „Die Herrin des Hügels“ – überlegte ich schon, ob ich mir ein bisschen viel Wagner auf einmal vorgenommen hatte. Meine Zweifel waren unberechtigt, in diesem Buch entwickelte sich der Wagner-Clan weiter. Es wurde weiterhin „gedient und nicht geliebt“, es gab weiterhin Familienzwist, sowie diverse Anekdoten und Begebenheiten. Ich habe auch in diesem Buch eine lehrreiche Lektüre gefunden, die sehr unterhaltsam war und stellenweise Machenschaften aufdeckte, die einer Seifenoper würdig wären.
Den Anhängern des Wagner-Clans, den Lesern von Biografien und historisch Interessierten kann ich dieses Buch sehr empfehlen. Es ist auch ohne weiteres ohne Kenntnis des Vorgängerbuches zu lesen, da der Autor die Hintergründe von Entwicklungen aus den Vorgängerbuch aufgreift und sehr gut erläutert.


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