Karthauses Bücherwelt …

11. März 2010

Umberto Eco – Die Geschichte der Häßlichkeit

Einsortiert unter: 2010,Fach- und Sachbuch — Karthause @ 20:13
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Die Geschichte der HäßlichkeitUmberto EcoGebundene Ausgabe: 456 SeitenVerlag: Hanser BelletristikISBN-13: 978-3446209398

Fragt eine Kröte, was Schönheit ist, das wahrhaft Schöne, das to kalón. Dann wird sie antworten, das sei das Weibchen mit den schönen runden Augen, die aus dem kleinen Kopf hervorstehen, dem breiten, platten Maul, dem gelben Bauch und dem braunen Rücken. … Fragt den Teufel: Er wird euch sagen, das Schöne sind zwei Hörner, vier Pfoten mit Krallen und ein Schwanz.“ (Voltaire)

Was ist schön und was empfinden wir als hässlich? Ist Hässlichkeit einfach nur die Umkehrung der Schönheit oder lediglich deren Abwesenheit? In seinem Buch widmet Eco sich diesen Fragen. Dabei thematisiert er unter anderem das Hässliche in der Antike, Apokalypse, Tod, Hölle und Teufel, die hässliche Frau, Hexerei und Satanismus, die Hässlichkeit der Industrie, Dekadenz und Kitsch.

Anders als für die Schönheit gibt es für die das Hässliche keine klare Definition oder Regel. Auch Eco definiert sie nicht, er betrachtet sie aus kulturgeschichtlicher Sicht und zeigt dem Leser und Betrachter die unterschiedlichen Sichtweisen in den einzelnen Epochen. Denn eines ist die Hässlichkeit auf jeden Fall, sie ist in Abhängigkeit zu ihrer Zeit zu sehen. Um dies zu belegen, bedient sich der Autor einer Vielzahl von Zitaten von Zeitzeugen und Dokumenten. Er bezieht sich immer wieder auf die „Ästhetik des Häßlichen“ von Karl Rosenkranz, vergleicht und diskutiert dessen Thesen. Besonders wird dieses Buch jedoch erst durch die Auswahl des Bildmaterials. Deshalb ist „Die Geschichte der Häßlichkeit“ neben seinen interessanten Texten auch (oder vor allem) ein sehr schöner Bildband, der eindrucksvoll die Fülle an Hässlichem, Ordinärem, Missgestaltetem und Unförmigem wiedergibt, aber trotzdem kein Gruselkabinett ist und nur durch eine aufwändigere Gestaltung, wie z. B. aufklappbare Seiten für große Abbildungen, aufgewertet werden könnte. Aber auch so ist das Äußere von Eco’s Werk alles andere als hässlich. Es ist ein Schmuckstück in dem gutes Papier auf Fadenheftung trifft.

Ich habe dieses Buch am Stück gelesen. Nicht als Zweitbuch oder häppchenweise. Es war eine hervorragende und lehrreiche Lektüre. Nun wandert es zurück ins Regal, aber ich bin mir sicher, es noch häufig in die Hand zu nehmen, um einzelne Abschnitte erneut auf mich wirken zu lassen und zu vertiefen.

„Die Geschichte der Häßlichkeit“ ist trotz des nicht unerheblichen Preises jeden Cent wert. Es ist ein Buch zum Lesen, zum Genießen, zum Vor- und zum Zurückblättern, zum Nachdenken, zum längeren Betrachten und Verweilen bei einzelnen Seiten. Es ist ein Buch, das man ein Leben lang hat, um immer wieder reinzuschauen, um Neues zu entdecken und Bekanntes aufzufrischen. Bereits 3 Jahre vor diesem Band erschien „Die Geschichte der Schönheit“, ich freue mich jetzt schon darauf, es zu lesen.

Über den Autor (Quelle: Amazon.de)

Umberto Eco wurde 1932 in Alessandria geboren und lebt heute in Mailand. Er studierte Pädagogik und Philosophie und promovierte 1954 an der Universität Turin. Anschließend arbeitete er beim Italienischen Fernsehen und war als freier Dozent für Ästhetik und visuelle Kommunikation in Turin, Mailand und Florenz tätig. Seit 1971 unterrichtet er Semiotik in Bologna. Eco erhielt neben zahlreichen Auszeichnungen den Premio Strega (1981) und wurde 1988 zum Ehrendoktor der Pariser Sorbonne ernannt.

Er verfasste zahlreiche Schriften zur Theorie und Praxis der Zeichen, der Literatur, der Kunst und nicht zuletzt der Ästhetik des Mittelalters. Seine Romane ‘Der Name der Rose’ und ‘Das Foucaultsche Pendel’ sind Welterfolge geworden.

 

14. Juni 2009

Neu im Regal

Einsortiert unter: Neuzugänge — Karthause @ 11:02
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Nachdem im Büchertreff schon einige Bücher zum Thema Impressionismus auch mein Interesse geweckt haben, Monet ist einer meiner Lieblingsmaler, habe ich auch meine Bibliothek um ein Buch erweitert:

 P1010275

Impessionismus

Martina Padberg

Gebundene Ausgabe: 288 Seiten

Verlag: Ullmann/Tandem

ISBN-13: 978-3833149382

9,95 EUR

 

 Was mir besonders an dem Buch gefällt, ist, dass es neben der Malerei auch noch die Musik, die Literatur und die Fotografie abdeckt. Darüber hinaus sind eine Vielzahl von Abbildungen enthalten. Die sind zwar nicht sehr groß, aber helfen dabei, einen guten Überblick zu erlangen.

 

 

28. November 2008

Susan Vreeland – Das Mädchen in Hyazinthblau

Einsortiert unter: 2008,Belletristik — Karthause @ 11:35
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Kurzbeschreibung (www.amazon.de)

Menschen spiegeln sich in dem, was sie lieben und woran ihr Herz hängt: Ein Gemälde von Vermeer bezaubert alle, die es besitzen, und begleitet sie auf ihrem Lebensweg. Das geheimnisvolle Mädchen in Hyazinthblau wird über die Jahrhunderte zum stummen Zeugen alltäglicher und dramatischer Schicksale.

 

Meine Meinung

In „Das Mädchen in Hyazinthblau“ wird die Geschichte des Vermeer-Gemäldes von der Gegenwart bis zurück zu seiner Entstehung im 17. Jahrhundert erzählt. Dabei hat sich Susan Vreeland nur auf einige wenige Ereignisse beschränkt. Zu Beginn des Buches erwartete ich, dass sich mir Zusammenhänge zwischen den Generationen, die im Besitz des Bildes waren, erschließen. Dem war nicht so. Mit jedem neuen Kapitel wurde auch eine neuer Abschnitt aus der Geschichte des Bildes erzählt. Oft musste ich mich erst orientieren, in welcher Zeit ich mich nun befand, denn nicht immer waren Jahreszahlen oder bedeutende Ereignisse benannt worden. So empfand ich dieses Buch auch als ein wenig hingeworfen. Ein verbindendes Element zwischen den Kapiteln fehlte mir. Erst als ich ganz am Ende des Buches die Dankksagung las, wurde mir klar, dass es sich um eine Zusammenstellung von Kurzgeschichten handelte, die Susan Vreeland als Buch veröffentlichte. Einzelne dieser Kurzgeschichten haben mir sehr gut gefallen, aber einige empfand ich auch als sehr oberflächlich, weil die Charaktere nur ansatzweise skizziert wurden. Hätte ich gewusst, dass die Autorin hier lediglich Artikel für verschiedene Zeitungen zusammengefügte hat, wäre ich wohl mit anderen Erwartungen an das Buch gegangen, so bin ich doch eher enttäuscht worden.

 

Gebundene Ausgabe: 236 Seiten * Verlag: Diana * ISBN-13: 978-3828400481

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