DER französische Gastronomiekritiker liegt im Sterben. Sein Herz versagt ihm den Dienst. In den letzten Stunden gehen seine Gedanken zurück zu den vielen Geschmackserlebnissen, die ihm sein Beruf beschert hat. Aber er tut sich schwer die Delikatesse seines Lebens klar zu benennen. Ganz langsam nähert er sich dieser jedoch.
Auch aus dem Umfeld des Kritikers kommen in diesem Roman Stimmen, die ihm nicht immer freundlich gesonnen sind. Die Concierge des Hauses in Rue de Grenille, seine Familie, ein Bettler, alle machen sich ihre Gedanken über ihn.
Die letzte Delikatesse“ ist der erste Roman der Autorin Muriel Barbery. Es ist ein nur dünnes Büchlein von 141 Seiten. Aber sein Inhalt bietet weit mehr als nur eine kurze Unterhaltung. Einige der Handelnden sind mir aus der Lektüre von „Die Eleganz des Igels“ bereits bekannt. So fiel es mir nicht schwer, mich sofort in diesem Buch zurechtzufinden. Vom Stil her war ich auch an den Nachfolger erinnert. Jede Person bekam einen eigenen Abschnitt für seine Gedanken über den Sterbenden. Dabei war das Buch so strukturiert, dass die Gedanken derer, mit denen er sein Leben teilte sich mit seinen eigenen zu den verschiedensten Dingen abwechselten. Mir hat dies sehr gut gefallen, obwohl ich solch kurze Abschnitte eigentlich nicht so mag. Hier war es passend.
Ich bin kein Kenner der Feinschmeckerszene, fand aber die Abschnitte über die diversen Lebensmittel und die Gastronomie sehr interessant. Erstaunt war ich über die teilweise recht bissige Sprache, besonders in den Gedanken der Mitmenschen über den Kritiker. Aber er war auch nicht der liebenswerteste Zeitgenosse.
Mein Fazit: „Die letzte Delikatesse“ ist ein unterhaltsamer und nachdenklich stimmender Ausflug in das Reich der Genüsse, der vom nahenden Tod des Gastrokritikers überschattet wird. Es war eine leicht zu lesende und interessante Lektüre, die ich allen, denen „Die Eleganz des Igels“ gefallen hat, empfehlen kann.
Broschiert: 141 Seiten * Verlag: Fischer (Tb.) * ISBN-13: 978-3596160846

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