Karthauses Bücherwelt …

11. Dezember 2010

Sabine Weigand – Die Markgräfin

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Die Markgräfin
Sabine Weigand
Broschiert: 480 Seiten
Verlag: Fischer (Tb.)
ISBN-13: 978-3596159352

Als im Fränkischen Kulmbach bei Bauarbeiten den ca. 400 Jahre alte Leichnam eines Säuglings entdeckt wird, beginnen die örtlichen Hobbyhistoriker mit ihren Nachforschungen. Langsam forschen sie sich durch die Geschichte der Burg, bis sie auf Barbara von Ansbach stoßen. Die Markgräfin wurde 1495 als Tochter des Markgrafen Friedrich des Älteren von Brandenburg-Ansbach und Bayreuth geboren. Noch im Kindesalter wird sie mit dem alten Herzog von Groß Glogau verheiratet. Schon zwei Jahre später stirbt der Herzog und Barbara kehrt zu ihrer Familie zurück. Daraufhin wird per procurationem die Ehe mit dem König von Böhmen arrangiert, die jedoch nie vollzogen wird. 5 lange Jahre wartet Barbara ab, bevor sie um Auflösung dieser Ehe ersucht. Daraufhin wird sie von ihren Brüdern auf der Plassenburg gefangen gehalten.

Sabine Weigand verknüpft in ihrem Roman einen Handlungsstrang aus der Gegenwart mit dem, der sich mit dem Leben der Barbara von Ansbach befasst. Geschickt hat sie beide miteinander verwoben. Denn erst durch die in unserer Zeit vorgenommen Untersuchungen und Forschungen der drei Freizeithistoriker, die man nicht immer richtig ernst nehmen konnte, kommt eine gewisse Spannung in die Geschichte. Es zog sich etwas, ehe ich mit „Die Markgräfin“ warm wurde und zum Highlight hat sich das Buch bis zum Ende hin nicht entwickelt. Dafür besticht es durch exakte Beschreibungen von Lebensstil und Brauchtum des ausgehenden Mittelalter. Leider geht dies zu lasten der agierenden Personen, die mir die gesamte Zeit über fremd und farblos erschienen.

Mein Fazit: „Die Markgräfin“ war das Debüt von Sabine Weigand. Auch wenn es von mir noch die eine oder andere Kritik gibt, ist es ein durchaus lesenswerter historischer Roman.

 

Über den Autor (Quelle: Amazon.de)

Sabine Weigand stammt aus Franken. Sie ist Historikerin und arbeitet als Ausstellungsplanerin im Museum von Schwabach. Die Spur der Markgräfin entdeckte sie bei ihren Forschungen zur Geschichte der Plassenburg bei Kulmbach, einer der größten Festungsanlagen Nordeuropas – dem Schauplatz ihres Romans.. “Die Markgräfin” ist ihr erster Roman.

10. November 2010

Bettina Hennig – Luise. Königin aus Liebe

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Luise. Königin aus Liebe
Bettina Hennig
Taschenbuch: 704 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag
ISBN-13: 978-3442464067

Luise, Prinzessin von Mecklenburg-Strelitz, wächst gemeinsam mit ihrer Schwester Friederike nach dem Tod von Mutter und Stiefmutter bei der Großmutter in Darmstadt auf. Diese setzt alles daran, ihre beiden Enkeltöchter standesgemäß zu verheiraten. Ihre Bemühungen wurden mit einer Doppelhochzeit belohnt. Weihnachten 1793 heiratet Luise den Preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm und Friederike ehelicht dessen Bruder Friedrich Ludwig (genannt Louis). Während man Luises Heirat noch eine Liebesheirat nennen kann, heiraten Friederike und Louis aus Gründen der Staatsräson.

Bettina Hennig widmet sich in ihrem ersten Roman einer der wohl schillerndsten weiblichen Persönlichkeiten am Preußischen Hof. Sie beschreibt Luise als anmutig schöne junge Frau, die durch ihre Unbekümmertheit und ihr unaristokratisches Auftreten bei Hofe zunächst einige schmerzliche Erfahrungen machen musste. Ihr Leben in einer Zeit mit großen politischen Umwälzungen blieb von den historischen Ereignissen nicht unbeeinflusst. Wobei die Flucht vor Napoleons Truppen sicher eines der einschneidendsten Erlebnisse ihres kurzen Lebens waren. Mit großer, der Zeit entsprechenden Wortgewandtheit bringt die Autorin dem Leser das nicht immer einfache Leben der im Volke so beliebten Preußenkönigin nahe. Dabei legt sie aber eindeutig den Schwerpunkt auf die Liebe von Luise, die Liebe zum König, zu den Kindern, die immer wieder aufkommende Verliebtheit in andere Männer und die Liebe zum Volk. Natürlich schreibt Bettina Hennig auch über die politischen Ereignisse und über den Krieg. Aber als das Bestimmende in Luises Leben wird, wie der Titel schon sagt, die Liebe gesehen. Ich fand das etwas bedauerlich und hätte Luise gern im Spiegel ihrer Zeit gesehen. Ansonsten weiß die Autorin ihre Leser mit ausführlichen Geschichten und detailreich ausgeschmückten Histörchen vom Leben am Hof zur Zeit Friedrich Wilhelm III. zu unterhalten. Sehr gut hat mir die Darstellung der historischen Personen gefallen. Sie erschienen nie stereotyp, sondern facettenreich und lebensnah. Und so ist auch Luise nicht nur die lebenslustige, manchmal etwas oberflächliche junge Frau, der Leser erlebt sie auch zweifelnd und besorgt. Sehr gut wurde das Wachsen der Beziehung zwischen Luise und Friedrich Wilhelm geschildert. Denn von einer Liebesheirat der beiden zu sprechen, macht nur Sinn, wenn man als das Gegenstück die verordnete Ehe von Friederike und Louis sieht, bei der von keiner Seite Gefühle oder auch nur Sympathie eine Rolle spielten.
Bis auf meinen genannten Kritikpunkt, der aber nicht so schwerwiegend ist, schließlich weist der Buchtitel auf die Gewichtung der Fakten hin, empfand ich dieses Buch als einen sehr gelungenen Erstlingsroman, der dem Leser eine illustre historische Persönlichkeit wirklich nahe bringt und Lust auf weitere Lektüre in dieser Zeit macht. Über weitere Romane der Autorin würde ich mich freuen.

Über den Autor
Bettina Hennig, geboren 1963 in Hamburg, studierte nach ihrer Ausbildung zur Cutterin in Hamburg Film- und Sprachwissenschaften sowie Informatik. Seit 1992 ist sie als Redakteurin bei verschiedenen Boulevardzeitungen und Illustrierten tätig. Bekannt sind ihre Interviews mit internationalen Stars wie z. B. Madonna. Derzeit promoviert sie zum Thema »Klatschjournalismus«. Sie lebt mit dem Künstler Karmers in Hamburg. »Luise. Königin aus Liebe« ist ihr erster Roman.

Dies war das erste Buch, das ich im Rahmen der History-Challenge „Der Geschichte auf der Spur“ gelesen habe. Damit ist die Etappe „Neuzeit – Zeit des Umbruchs 1789 -1815“ abgedeckt.

8. September 2010

Nicole Vosseler – Sterne über Sansibar

Einsortiert unter: 2010,History — Karthause @ 19:02
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Sterne über Sansibar
Nicole Vosseler
540 Seiten Verlag: Bastei Lübbe GmbH & Co.KG
ISBN-13: 978-3785723814

Sansibar, Mitte des 19. Jahrhunderts. Sayyida Salima bint Said, Sultanstochter aus Sansibar, hat eine recht unbeschwerte Kindheit, die zwar vom Islam geprägt wurde, aber bei weitem nicht den strengen Regeln unterlag wie das Leben ihrer Verwandten im Oman. Allerdings sind unterschwellig Neid, Missgunst und Eifersucht zwischen den Ehefrauen und deren Kindern deutlich zu spüren. Schon in der Kindheit hat Salima einen starken Willen. Regeln sind für sie nur akzeptabel, wenn sie deren Sinn auch versteht. Sie lernt zwar lesen, das Schreiben ist ihr als Mädchen jedoch untersagt, deshalb lernt sie es heimlich. Als ihr Vater, der Sultan, stirbt, brechen offen Machtkämpfe aus. Majid, der neue Sultan, hat nicht zuletzt wegen seiner angeschlagenen Gesundheit viele Gegner. Es werden Intrigen gesponnen und kommt zur offenen Revolte, in die sich auch Salima, die inzwischen eine junge Frau ist, verstrickt. Der misslungene Umsturzversuch hat für Salima zwar keine Strafe zur Folge, aber sie wird jetzt als Verräterin angesehen. So flieht sie aus dem Palast auf die von ihrer Mutter geerbten Plantagen. Als sie nach einiger Zeit wieder in die Stadt zurückkehrt, lernt sie den deutschen Kaufmann Heinrich Ruete kennen und lieben. Um diese verbotene Liebe mit einem Ungläubigen leben zu können, flieht sie von der Insel. Sie konvertiert zum Christentum, trägt von nun an den Namen Emily und geht nach der Geburt ihres ersten Sohnes gemeinsam mit ihrem Ehemann und der Hoffnung auf ein glückliches Leben nach Hamburg.

Die Geschichte der Emily Ruete, Prinzessin von Sansibar, ist eine wahre Geschichte. In ihrem Leben gibt es so viele Zufälle und schicksalhafte Wendungen, dass ich bei einem fiktiven Roman dem Autor wohl eine blühende Fantasie bescheinigt und das Buch als unglaubhaft abgestempelt hätte. Aber die besten Geschichten werden noch immer vom Leben geschrieben. Nicole Vosseler griff für die Recherche die von Emily Ruete selbst verfassten Aufzeichnungen als Fäden auf, die sie dann zu dieser äußerst gelungenen Romanbiografie verwob. Die Autorin nähert sich ihrer Protagonistin sehr liebe- und rücksichtsvoll, stellt sie nie bloß und versucht immer, die Hintergründe ihrer Handlungen schlüssig zu erläutern, versäumt es aber nicht ihren Charakter in seiner ganzen Kompliziertheit darzustellen. Aber auch die Nebenfiguren leben, haben gute und schlechte Eigenschaften und verleihen damit dem Roman die volle Authenzität. Sie arbeitet unauffällig anhand der Erlebnisse von Emily Unterschiede zwischen der christlichen und moslemischen Kultur heraus und erklärt sie ohne dabei zu dozieren und öffnet dem Leser damit ein Fenster in eine fremde Welt voller Exotik. Wie schon in ihren anderen Büchern konnte ich auch bei diesem Buch die Augen schließen und mich in die Welt der Protagonistin versetzen. So begleitete ich Salima durch das exotische Sansibar, konnte den Geruch von Gewürznelken und Meer spüren, fröstelte mit ihr in Hamburg und hörte das Klappern der Pferdekutschen. Besonders gut gelang es der Autorin die innere Unruhe Emilys, ihr Getriebensein und ihre Heimatlosigkeit darzustellen. Wenn für mich auch als im Hier und Jetzt fest verwurzelter Mensch nicht jede Handlung der Protagonistin nachvollziehbar war, war es mir doch möglich, diese zu respektieren.

Bisher habe ich alle historischen Romane (mit Ausnahme der Jugendbücher) von Nicole Vosseler gelesen, aber mit keinem habe ich mich im Nachhinein so intensiv auseinandergesetzt. Bewundernswert finde ich es immer wieder, wie detailliert sie dem Leser Eindrücke und Empfindungen beschreibt, ohne sich dabei zu verzetteln und ins Langatmige abzudriften. Mit diesem Buch beweist die Autorin, dass auch ein schwieriges Thema so umsetzbar ist, dass es für den Leser einfach zu lesen und leicht verständlich ist, daneben aber auf äußerst informative und unterhaltsame Weise Wissen vermittelt.

Mein Fazit: Gut geschriebene Romanbiografien gehören zu meinem Lieblingsgenre, die der Emily Ruete gehört für mich zu den Besten. Ich mochte bisher alle Bücher von Nicole Vosseler, aber mit diesem hat sie die Latte, an der sich die zukünftigen Romane der Autorin messen lassen müssen, sehr hoch gelegt.

Über den Autor

Nicole Vosseler stammt aus Villingen-Schwenningen. Sie studierte Vergleichende Literaturwissenschaft und Psychologie in Tübingen und Konstanz. Sie lebt und arbeitet in Konstanz.

Mehr über Nicole Vosseler und ihre Bücher ist auf ihrer Homepage zu finden. Dort gibt es auch noch jede Menge Zusatzmaterial zu ihren Büchern.

3. März 2009

Sabine Weiß – Die Wachsmalerin

Einsortiert unter: 2009,History — Karthause @ 19:09
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Paris zur Zeit der französischen Revolution. Ihre frühe Kindheit verbrachte Marie Grosholtz in der Scharfrichterfamilie in Straßburg. Dann ging sie mit ihrer Mutter nach Paris zu ihrem Onkel, der aus Wachs kleine und große Kostbarkeiten schuf. Bereits in den Kindertagen war Marie sehr an der Arbeit des Onkels interessiert. Was erst kindliches Interesse war, wurde später für sie zur Leidenschaft. Gemeinsam mit ihrem Onkel fertigte sie Ebenbilder der Großen ihrer Zeit. Besonders zur Zeit der Revolution war Aktualität unablässig. Es gab viel zu tun und die Zeiten waren auch für sie nicht ungefährlich. Stand beispielsweise das Abbild Ludwig XVI. zum falschen Zeitpunkt in falscher Dekoration, konnte das Leben bedroht sein, da leicht der Verdacht aufkam, königstreu zu sein.

Die Wachsmalerin“ ist der Roman über die Kindheit und Jugend der Madame Tussaud. Er führt den Leser zurück in die Zeit der französischen Revolution Marie ist eine zielstrebige, willensstarke junge Frau, die schon in frühester Jugend ihre Liebe zur Wachskunst entdeckte. Angeleitet vom Onkel erreicht sie die Meisterschaft auf diesem Gebiet. Sie muss jedoch ständig gegen Widerstände und Vorurteile kämpfen, denn als Frau, die die Arbeit Mann, Heim und Herd vorzog, entsprach nicht sie den Vorstellungen der damaligen Zeit. Ob Künstler, Politiker, die Königsfamilie, oder auf der Guillotine hingerichtete, von allen schufen sie Abbilder und das Volk besuchte gern die Ausstellungsräume. Marie lebte in historisch bewegten Zeiten, die die Autorin sehr gekonnt und detailgetreu in ihrem Roman aufleben lassen konnte. Der Sturz des Königs, der Sturm auf die Bastille und Wirren nach der Revolution arbeitete Sabine Weiß authentisch in die Romanhandlung ein. Sie verwob das Leben der historischen verbürgten Persönlichkeiten – und dazu zählt auch Marie Tussaud – mit gesicherten geschichtlichen Fakten zu einem gelungenen Roman. Dieser ist sehr flüssig und angenehm zu lesen und vermittelt dem Leser gleichzeitig ein interessantes Zeit- und Sittenbild. Dieser Roman hebt sich sehr wohltuend von vielen anderen „Die …in“-Romane ab, weil sich die Autorin an die geschichtlichen Vorgaben hielt. Sie stellte die Protagonistin nicht als Superheldin dar, sondern als Frau, die zwar ihren eigenen Weg geht, unter den Widerständen und den Widrigkeiten der Zeit aber auch leidet. Sie muss für ihren Lebenstraum kämpfen und auch ihre Grenzen erkennen. Ein wenig habe ich bedauert, dass die kunsthandwerkliche Seite dieses Romans nicht so intensiv wie die geschichtliche beleuchtet wurde. Ich hätte gern noch etwas mehr über diese Kunst erfahren.

Mein Fazit: „Die Wachsmalerin“ ist der Debütroman von Sabine Weiß und dieser ist äußerst beachtenswert. Ein Besuch bei Madame Tussaud in Berlin ist bereits geplant und die inzwischen erschienene Fortsetzung dieses Romans „Das Kabinett der Wachsmalerin“ werde ich mit Gewissheit lesen, ich bin sicher, unterhaltsame und interessante Lesestunden vor mir zu haben.

Über den Autor

Sabine Weiß, geboren 1968, studierte in Hamburg Germanistik und Geschichte, bevor sie sich dem Journalismus zuwandte. Seit 1995 arbeitet sie als freie Journalistin mit den Schwerpunkten Kultur und Medien. Sie lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn in der Nordheide.

Broschiert: 416 Seiten * Verlag: List Tb. * ISBN-13: 978-3548608457

19. November 2008

Irving Stone – Michelangelo

Einsortiert unter: 2008,Biografie/Erfahrungen — Karthause @ 18:39
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Auf 700 kleingedruckten Seiten wird das Leben eines der wohl größten Genies der Menschheit, Michelangelo, abgehandelt. Der Leser lernt Michelangelo in einem Alter von 13 Jahren kennen und erfährt von den Kämpfen, die er besonders mit seinem Vater ausfechten musste, ehe er seinen Weg gehen konnte und die besondere Förderung von Lorenzo di Medici bis zu dessen Tod. Man begleitet ihn bei seiner Ausbildung, seinem Schaffen und in seinem Alltag. Auf die einzelnen Stationen seines Lebens möchte ich hier nicht im Einzelnen eingehen. Das Besondere dieses Buches war für mich, dass der Leser Michelangelo förmlich beim Entstehen seiner Werke über die Schulter schauen konnte und so viele Details seines künstlerischen Schaffen erfuhr. Aber auch der Mensch Michelangelo stand im Fokus des Autors. Da dieser stets den Bezug zum historischen Geschehen suchte, ist diese Romanbiografie sowohl eine Würdigung des Künstlers, seines Lebens, seines Werkes und eine beeindruckende Beschreibung seiner Arbeitstechniken als auch ein überaus gelungenes Zeit- und Sittenbild der italienischen Renaissance. Besonders gut hat mir gefallen, wie Irving Stone es schaffte, die Leidenschaft des Künstlers in Worte zu fassen.

Mir hat das Buch inhaltlich sehr gut gefallen. Für mich kam es einer Zeitreise gleich. Zwar war Michelangelo für mich auch vor der Lektüre selbstverständlich kein Unbekannter, aber diese Biografie rundete das Wissen zur Person und zu der Zeit, in der er lebte, ab. Parallel zu diesem Buch betrachtete ich seine Werke in einem Buch über sein Gesamtwerk. Das ergänzte das Gelesene auf hervorragende Weise.

Irving Stone schrieb seinen Roman in einem leicht zu lesenden, flüssigen Stil. Sicher sind bei der Beschreibung von Arbeitsabläufen Wiederholungen unumgänglich, aber besonders in der zweiten Hälfte des Buches hätte ich das gern weniger ausführlich gehabt. Das ist der einzige Kritikpunkt, den ich dem Autor anlasten möchten. Anders beim Verlag: das Buch umfasst gute 700 Seiten, die so klein bedruckt waren, dass ich das Lesen nach spätestens 30 Seiten als Zumutung empfand. Darüber hinaus ärgerten mich die unzähligen orthographischen Fehler, die mir auch einiges an Lesefreude nahmen.

Mein Fazit: „Michelangelo“ von Irving Stone ist ein beeindruckender Roman über das Leben und Schaffen des berühmten Michelangelo Buonarroti. Die detailreich, gut recherchierte und stimmungsvolle Romanbiografie ist nicht nur für Kunstliebhaber eine sehr empfehlenswerte Lektüre. Allerdings sollte der Leser sich vielleicht nach einer anderen Ausgabe, als ich sie besitze, umsehen.

Gebundene Ausgabe: 700 Seiten
Verlag: Herbig
ISBN-13: 978-3776606942

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