Karthauses Bücherwelt …

7. Mai 2013

Jordi Punti – Die irren Fahrten des Gabriel Delacruz

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Die irren Fahrten des Gabriel Delacruz

Punti, Jordi
Originaltitel: Maletes Perdudes
Gebundene Ausgabe: 608 Seiten
Verlag: Kiepenheuer&Witsch
ISBN-13: 978-3462045239

Kurzbeschreibung (Quelle: amazon.de)
Gabriel, der in einem Waisenhaus aufwuchs, fährt mit seinem Möbel­wagen kreuz und quer durch Europa. Die Nächte verbringt er bei seinen jeweiligen Familien – die nichts voneinander wissen. Erst als Gabriel spurlos verschwindet und sein katalanischer Sohn Cristòfol die Wohnung in Barcelona durchsucht, stößt er auf die Existenz seiner drei Brüder: Christopher, Christof und Christophe. Aus den Hunderten von Geschichten, die sich die vier Brüder erzählen, entsteht nach und nach das schillernde Bild eines Mannes, der auf vielen Hochzeiten tanzte. Lebt Gabriel noch, und hat er eine Erklärung für sie parat? Ein wunderbar erzählter Roman, fabulierend und sprühend, über einen charmanten und liebenswerten Lebenskünstler.

Über den Autor

Jordi Puntí, geboren 1967 in Manlleu, Barcelona, veröffentlichte 1998 seinen ersten Erzählband. 2007 erschien bei KiWi »Erhöhte Temperatur«. Er schreibt für »El País« und übersetzt unter anderem Daniel Pennac, Amélie Nothomb und Paul Auster ins Katalanische. Puntí ist eine der interessantesten Stimmen der katalanischen Literatur und erhielt für diesen Roman zahlreiche Preise. Er lebt mit seiner Frau, der Autorin Stefanie Kremser, in Barcelona.

Meine Meinung

Was für eine kuriose Geschichte! Als der Polizei Barcelonas Gabriel Delacruz als vermisst gemeldet wird, wendet diese sich an dessen Sohn Cristòfol. Bei seiner Recherche entdeckt dieser, dass er in Paris, London und Frankfurt/Main noch drei weitere Halbbrüder hat, deren Vornamen sich lediglich durch landestypische Schreibweise von seinem eigenen unterscheiden. Alle vier Christofs treffen sich, erzählen sich gegenseitig von den wenigen Erlebnissen mit dem Vater, von dem sie jedoch seit 30 Jahren nichts mehr hörten. Es beginnt eine unterhaltsame Spurensuche. Warum haben alle den gleichen Namen? Wie konnte er vier Familien haben, ohne dass sie voneinander erfuhren? Warum hatte er überhaupt vier Familien? Warum ist er verschwunden, was ist geschehen? Fragen über Fragen bewegen die vier Männer und den Leser. Die vier Christophs befragen ehemalige Gefährten des Vaters und ganz allmählich bekommt man in dem 608 Seiten langen Roman Antworten.

„Die irren Fahrten des Gabriel Delacruz“ ist der erste Roman, den ich von Jordi Punti las. Er ist unterhaltsam, amüsant und regt zum Nachdenken an. Die Erlebnisse von Gabriel, Bundó, seinem Begleiter seit den Kindertagen im Waisenhaus, und Petroli, dem dritten Mann im Umzugswagen, muten zum Teil skurril und abenteuerlich an und wirkten auf mich ebenso ruhelos, wie das Leben dieser Männer. Mitunter gerät der Autor bei den Erzählungen ins Plaudern, er spannt einen weiten Bogen, ehe er zum Kern der Sache kommt. Dadurch empfand ich den Roman stellenweise als ein wenig langatmig. Darüber trösteten dann aber wieder die unverhofften Wendungen hinweg, die diesen Roman so interessant machten, so dass letzten Endes ein kunterbuntes Bild des Lebens des Gabriel Delacruz entstand. Die Figuren charakterisierte der Autor sehr ausdrucksstark und facettiert. Sie wirkten lebendig und werden schnell zu „guten Bekannten“.

„Die irren Fahrten des Gabriel Delacruz“ ist ein Roadmovie der besonderen Art. Wer ungewöhnliche Geschichten mag, wird seine Freude an diesem Roman haben. Ich habe mich mit diesem Buch sehr wohlgefühlt und werde nach weiteren Romanen des Autors Ausschau halten.

14. Mai 2011

Buch der Woche (19. KW 2011)

In dieser Woche empfiehlt der mdr figaro „Mariana“ von Carlos Ruiz Zafón.

Amazon schreibt dazu:

Kurzbeschreibung

“Wir alle haben im Dachgeschoss der Seele ein Geheimnis unter Verschluss. Das hier ist das meine.” So beginnt Óscar Drai seine Erzählung. Der junge Held des Romans sehnt sich danach, am Leben Barcelonas teilzuhaben, und streift am liebsten durch die verwunschenen Villenviertel der Stadt. Eines Tages trifft er auf ein faszinierendes Mädchen. Sie heißt Marina, und sie wird sein Leben für immer verändern.
Gemeinsam werden die beiden in das düstere Geheimnis um den ehemals reichsten Mann Barcelonas gesogen. Schmerz und Trauer, Wut und Größenwahn reißen sie mit sich, eine höllische Verbindung von vernichtender Kraft. Aber auch Marina umgibt ein Geheimnis. Als Óscar schließlich dahinterkommt, ist es das jähe Ende seiner Jugend.
In Marina beschwört Carlos Ruiz Zafón erstmals sein unnachahmliches Barcelona herauf, eine Stadt voller Magie und Leidenschaft, und erzählt in unvergleichlicher Weise die dramatische Geschichte eines jungen Mannes, der um sein Glück und seine große Liebe kämpft.

Über den Autor

Carlos Ruiz Zafón, geb. 1964 in Barcelona, lebt heute in Los Angeles. Mit den großen Barcelona-Romanen Der Schatten des Windes und Das Spiel des Engels begeisterte er ein Millionenpublikum auf der ganzen Welt; seine Bücher wurden in über 40 Sprachen übersetzt.Peter Schwaar, geboren 1947 in Zürich, Studium der Germanistik und Musikwissenschaft. Redakteur beim Zürcher Tages-Anzeiger. Seit 1987 freier Journalist und Übersetzer. Peter Schwaar lebt in Barcelona.

6. April 2010

Lea Korte – Die Maurin

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Die Maurin
Lea Korte
Broschiert: 663 Seiten
Verlag: Droemer/Knaur
ISBN-13: 978-3426502303

Andalusien zum Ende des 15. Jahrhunderts. Das Land wird beherrscht von erbitterten Kämpfen zwischen Mauren und Kastiliern, ein Kampf der Religionen und Kulturen, die letzte Zeit der Reconquista. In diese historische Handlung ist das Schicksal der jungen Maurin Zahra as-Sulami, enge Vertraute der Sultanin Aischa, eingebaut. Ihre Familie, alter maurischer Adel, ist ein Spiegel der Gesellschaft. Moslems, Christen und Juden sind durch Familienbande miteinander verbunden. So kommt es durch die unterschiedlichen politisch-religiösen Ansichten zu familiären Spannungen, bei denen ihr Halbbruder Yazid schon radikal fanatisch für den Heiligen Krieg, auch innerhalb der Familie, eintritt. Aber auch Zahra kämpft ihren ganz eigenen Kampf. In alter maurischer Tradition erzogen, begehrt sie gegen Sitten, Bräuche und Zwänge auf und will sich mit der ihr gebührenden Rolle als Frau in der Familie nicht abfinden. Sie ist eine beherzte und mutige junge Frau, aber immer wieder wird auch deutlich, dass sie doch in ihren muslimischen Traditionen verwurzelt ist. Wiederholt überschreitet sie Grenzen und auch der vom Vater verhängte Hausarrest zeigt nicht die erwartete Wirkung. So bleibt dem Familienoberhaupt nur noch, die geplante Hochzeit vorzuziehen. Zahras Herz schlägt aber nicht für den für sie ausgewählten Mann. So muss sie viele persönliche Kämpfe und Abenteuer bestehen und wird immer wieder von den religiösen Auseinandersetzungen ihrer Zeit eingeholt.

Lea Korte lässt den Leser in die letzten Jahre der maurischen Herrschaft in Spanien reisen. Und eine Zeitreise ist es wirklich. Sehr anschaulich und historisch fundiert beschreibt sie das Leben von Kastiliern und Mauren und lässt den Leser an Glücksmomenten wie auch am Augenblicken großer Trauer und Not teilhaben. Der Leser begleitet die junge Maurin Zahra, Tochter eines maurischen Vaters und einer zum Islam konvertierten Christin, über 15 Jahre. Sie setzt sich durch, auch in schwierigen Situationen. In nur wenigen Passagen erschien sie mir etwas zu tough. In „Die Maurin“ agieren neben fiktiven Personen historisch verbürgte. Alle sind liebevoll mit viel Detailgenauigkeit in Szene gesetzt. Aufschluss darüber, welche Personen wirklich existierten, gibt dem Leser das Personenverzeichnis. Dies war für mich ebenso hilfreich, wie die sich im Buch befindenden Stammbäume, die Zeittafel und das Glossar.

Die Reconquista war alles andere als eine friedliche Zeit. Auch in Lea Kortes Roman kommt man um diverse Schilderungen von Kampfhandlungen nicht herum. Aber diese oft auch brutalen Szenen dienen nicht dem Selbstzweck, sie untermauern die historische Lage und lassen den Leser auch ein Gefühl für das Leben in dieser Zeit bekommen. Auf der einen Seite stehen die kriegerischen Auseinandersetzungen, auf der anderen Seite die davon betroffene notleidende Bevölkerung, die eigentlich auch den Frieden herbei sehnt. Diese Friedenssehnsucht ist sowohl bei Christen als auch bei den Mauren deutlich spürbar. Besonders hervorheben möchte ich, dass die Autorin keine Partei ergreift und sowohl Christen als auch Moslems in ihren Standpunkten wertungsfrei darstellt.

Abschließend kann ich sagen, „Die Maurin“ ist ein sehr gelungener historischer Roman, den ich sehr gern gelesen habe und den ich ebenso gern weiter empfehle. Das Ende lässt sogar auf eine Fortsetzung hoffen, darüber würde ich mich freuen.

Über den Autor

Lea Korte, geboren 1963, wanderte nach Abschluss ihres Studiums nach Spanien aus, wo sie zuerst in Katalonien und später im Baskenland und in Valencia als Übersetzerin und Autorin lebte. Von Anfang an setzte sie sich intensiv mit der Geschichte und Kultur ihrer Wahlheimat auseinander. Zusammen mit ihrem französischen Mann und ihren beiden Kindern lebt sie heute in Südspanien.

Lea Kortes Blog

Lea Kortes Homepage

12. Oktober 2009

Noah Gordon – Der Katalane

Einsortiert unter: 2009,History — Karthause @ 18:42
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Der Katalane Noah Gordon Originaltitel: The Bodega Gebundene Ausgabe  496 Seiten Verlag: Karl Blessing Verlag ISBN-13: 978-3896673671
Der Katalane
Noah Gordon
Originaltitel: The Bodega
Gebundene Ausgabe:
496 Seiten
Verlag: Karl Blessing Verlag
ISBN-13: 978-3896673671

Amazon schreibt über dieses Buch:

“Eine mitreißende Mischung aus Spannungsroman, Familiengeschichte, Liebesdrama und Historienepos

Vier lange Jahre war Josep Àlvarez im fernen Languedoc, um die große Kunst des Weinmachens zu erlernen – und um sich vor den Schergen zu verstecken, die den Grafen von Reus des Nächtens in Madrid kaltblütig ermordet hatten. Nun, zurück in seinem Heimatdorf, hofft Josep, dass er sich seinen Lebenstraum erfüllen kann. Vollmundigen Wein möchte er auf dem Gut seiner Väter kultivieren. Doch die Reben sind vertrocknet, die Geldforderungen seines Bruders für den Erbhof horrend. Tapfer nimmt Josep zusammen mit seiner Geliebten den Kampf ums Überleben auf, bis ihn die Vergangenheit einholt …

Katalonien 1870. Josep erstarrt, als die Schüsse fallen. Der Mann sollte eigentlich nur verhaftet werden. Aus Angst vor den Schergen, die das Leben des Grafen von Reus Juan Prim auf dem Gewissen haben, flieht Josep über die Grenze ins Languedoc. Im französischen Exil entdeckt er seine Leidenschaft für Wein – und träumt schon bald davon, die Kunst des Weinmachens in seine Heimat zu bringen. Als ihn eines Tages die Nachricht vom Tod seines Vaters ereilt, kehrt Josep zurück. Doch ob es ihm gelingen wird, in einer Region, in der Winzer wie sein Vater bisher nur Essig erzeugen konnten, süffigen Wein zu keltern? Außerdem ist das Familiengut heruntergekommen, die Rebstöcke tragen kaum Frucht. Und sein Bruder, der rechtmäßige Erbe des Hofs, presst aus Josep auch noch den letzten cèntim. Josep beginnt gerade, alle Schwierigkeiten zu meistern, er hat eine Frau gefunden, die seinen Traum teilt, da taucht jener Mann im Dorf auf, der weiß, dass Josep als Einziger den Mord an Juan Prim bezeugen kann. Bleibt Josep wieder nur die Flucht?”

Dieses Buch kam als Geschenk zu mir, gemeinsam mit einer wirklich guten Flasche Rotwein. Der Wein war längst getrunken, nur das Buch stand ungelesen im Regal. Mein Unterbewusstsein muss mir wohl geflüstert haben, dass es mit der Lektüre nicht so eilt. Zunächst ging in voller Vorfreude an „Der Katalane“. Zumindest „Der Medicus“ vom gleichen Autor hatte mich vor Jahren begeistert. Aber dieses Buch war eine einzige Enttäuschung. Obwohl mich der Handlungsort und auch das Thema Weinanbau interessieren, wurde ich von Beginn an nicht warm mit diesem Roman. Die Handlung war banal und über den Wein wurde zwar geschrieben, aber nicht viel vermittelt. Die Sprache war äußerst einfach gehalten und so ließ sich „Der Katalane“ ohne große Höhepunkte flott weglesen. Er wirkte auf mich wie ein schnell und lieblos aufs Papier gebrachtes Erzählwerk. Ein bisschen Historienepos, ein wenig Spannungsroman (wo war eigentlich die Spannung?), etwas Familiengeschichte und eine Spur Liebe machen eben doch keinen vollkommenen Schmöker aus. Schade. Von diesem Buch war ich sehr enttäuscht. Der Wein dagegen war sehr gut.

Über den Autor (Quelle: Amazon.de)

Noah Gordon, 1926 in Worcester, Massachusetts, geboren, arbeitete lange Jahre als Journalist beim “Boston Herald”. Mit ‘Der Medicus’ gelang ihm ein Weltbestseller, der in Deutschland viele Monate auf der Bestsellerliste stand. Auch seine nachfolgenden Romane wurden sensationelle Erfolge. Zuletzt, vor neun Jahren, erschien bei Blessing ‘Der Medicus von Saragossa’. Noah Gordon hat drei erwachsene Kinder und lebt mit seiner Frau in Boston.

17. Februar 2009

Maria Barbal – Wie ein Stein Im Geröll

Einsortiert unter: 2009,Belletristik — Karthause @ 14:17
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Klappentext

Der Roman zeigt, was wirklich wichtig ist: lieben und geliebt werden.

Conxa ist gerade dreizehn, als ihre Eltern, arme Bauern in den katalanischen Pyrenäen, sie zu einer kinderlosen Tante bringen. An Arbeit mangelt auch hier nicht, und für Gefühle kennt die Tante keine Worte, aber das Mädchen ist zumindest versorgt. Als sie einige Jahre später ihre große Liebe Jaume heiratet, erlebt Conxa sogar ein bescheidenes Glück. Doch der hereinbrechende Bürgerkrieg macht auch vor dem abgelegenen Gebirgsdorf nicht halt – und verändert Conxas Leben für immer…

Meine Meinung

Dieses nur 125 Seiten umfassende Buch ist wieder einmal der Beweis dafür, dass auf gut einhundert Seiten mehr gesagt werden kann als auf tausend. Kein Wort ist zuviel, trotzdem ist es authentisch. Maria Barbal ist mit „Wie ein Stein im Geröll“ ein bittersüßes Buch gelungen. Ganz ruhig schildert sie die große Armut, in der Conxa aufwächst, wie die Tante ihre Liebe, für die sie keine Worte findet, aber durch kleine Gesten im Alltag genau dieses Gefühl ausdrücken kann. Die Sprache der Autorin ist klar und schnörkellos, oft emotionslos, aber am Ende des Buches wurde klar, Emotionen konnte man sich zu der Zeit kaum leisten, es geht nur um das kleine Glück und das zu erreichen ist schwer genug. Freundlichkeit und Lachen zieht erst in das Buch ein, als Jaume in die Handlung eingreift. Die Kapitel sind recht kurz gehalten, aber mich hat das nicht gestört. Beleuchtete doch die Autorin so die verschiedenen Facetten des Alltagslebens. Dramatisch wird die Geschichte als sich die politischen Verhältnisse ändern und Conxa plötzlich Spanierin wird, katalanisch ist nun nicht mehr erlaubt. Sie fühlt sich nur noch als Stein im Geröll.Aus dem beigefügten Bonusmaterial ist ersichtlich, dass die Protagonistin Conxa Züge der Großmutter der Autorin trägt.

Mein Fazit:Wie ein Stein im Geröll“ ist ein ruhiges, eindringliches Buch, eine einfache Geschichte, die mir sehr gefallen hat. Es berührt und macht nachdenklich. Elke Heidenreich sagte dazu: “So ein schmales, ruhiges Buch – und es enthält nicht nur ein ganzes Leben, es enthält eine ganze verschwindende Welt.“ Mehr muss zu diesem Buch eigentlich nicht gesagt werden.

Die Autorin (www.wikipedia.de)

Maria Barbal i Farré (* 1949 in Tremp) ist eine spanische Schriftstellerin. Sie gilt als eine der wichtigsten und erfolgreichsten zeitgenössischen Autorinnen katalanischer Sprache.

Barbal verbrachte ihre Kindheit in der bergigen Region der spanischen Pyrenäen. 1964 kam sie nach Barcelona, um an der dortigen Universität spanische Philologie zu studieren, und arbeitete im Anschluss als Lehrerin.

In den 1980er Jahren erschienen ihre ersten Bücher, die weitgehend im archaisch-ländlichen Kontext ihrer Heimat angesiedelt waren. Ihr Buch Wie ein Stein im Geröll (1985, Originaltitel Pedra de tartera) ist in ihrer Heimat in fünfzig Auflagen erschienen und inzwischen in mehrere Sprachen übersetzt.

Für ihre Arbeit wurde Barbal mit dem spanischen Kritikerpreis, dem Nationalen Literaturpreis Spaniens sowie dem Serra d’Or-Preis ausgezeichnet. Ihr letzter Roman Inneres Land (2005, Originaltitel País íntim) brachte ihr den angesehenen Prudenci-Bertrana-Preis.

Gebundene Ausgabe: 125 Seiten * Verlag: Transit Buchverlag * ISBN-13: 978-3887472214

28. Oktober 2007

Hape Kerkeling – Ich bin dann mal weg

Einsortiert unter: 2007,Biografie/Erfahrungen — Karthause @ 21:00
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Als Pilger den Jakobsweg zu wandern. Ausgerüstet mit seinem roten Rucksack, 11 kg schwer, kanadischen Boots und einem Reiseführer macht er sich am 09. Juni 2001 in Saint-Jean-Pied-de-Port auf den Weg, um am 20. Juli

2001 in Santiago de Compostela anzukommen.

Früh stößt er an seine körperlichen Grenzen. Die Füße schmerzen und das eine oder andere überflüssige Kilo, das sich bei dem bekennenden Couch Potato angesammelt hat, wird zur Last. Aber Hape geht seinen Weg, Schritt für Schritt und Tag für Tag, nur unterbrochen von kurzen Auszeiten, wenn der geschundene Körper sein Recht einforderte. Auf dem Jakobsweg lässt er seinem Blick und seinen Gedanken freien Lauf. Er lernt viele interessante, manchmal auch skurrile Menschen kennen. An all dem lässt er den Leser teilhaben, so dass man neben Impressionen des Pilgerweges auch den ungeschminkten Kerkeling kennen lernt. Für mich ist er während des Lesens vom Comedian zu einem recht normalen Menschen geworden, der in seinem Buch, das in Tagebuchform geschrieben wurde, über kleine, alltägliche Dinge sinniert und auch tiefgreifende Überlegungen anstellt. So ist er am Ende seines Pilgerweges nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich verändert und gereift. Entsprechend ist er der Beantwortung der auf der ersten Etappe von ihm aufgeworfenen Frage „Wer bin ich?“ sehr viel näher gekommen.

Das Buch ist in einer einfachen, leicht verständlichen Sprache gehalten, die sich flüssig liest und dabei Spaß macht. Menschlichen Schwächen, auch den eigenen, begegnet Kerkeling mit einem Augenzwinkern und dem ihm eigenen Humor. Die Selbstironie ist nie übertrieben, sondern glaubhaft. Beeindruckt hat mich der nachdenklich Hape Kerkeling, der sich im wahrsten Sinne des Wortes Gedanken über Gott und die Welt macht und dabei kein Blatt vor den Mund nimmt.

Mein Fazit: „Ich bin dann mal weg“ ist ein Reisebericht, ein Tagebuch und ein Promibuch, aber jeder dieser Kategorien möchte ich gern „aber der anderen Art“ hinzufügen. Für mich waren es 320 Seiten sehr angenehmen Lesestoffes mit überraschendem Tiefgang und nett zu lesenden Banalitäten. Vom Jakobsweg selbst hätte ich mir ein paar mehr Eindrücke gewünscht. Den Lesespaß an sich hat das aber nicht gemindert.

Gebundene Ausgabe 344 Seiten
Verlag: Malik
ISBN-13:978-3890293127

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