Karthauses Bücherwelt …

4. November 2010

Stieg Larsson – Vergebung

Einsortiert unter: 2010,Krimi/Thriller — Karthause @ 19:40
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Vergebung
Stieg Larsson
Originaltitel: Luftslottet som sprängdes
Taschenbuch: 864 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
ISBN-13: 978-3453434066

 3. Teil der Milennium-Trilogie

„Vergebung“ setzt unmittelbar die Handlung des Vorgängers fort. Lisbeth wird mit schwersten Schussverletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert und notoperiert, auch ihr Intimfeind und Erzeuger Zalatschenko hat ihren Axtangriff überlebt. Jetzt liegen beide auf der Intensivstation. Die Ermittlungen gegen Lisbeth Salander laufen auf Hochtouren und werden nur durch ihren stationären Aufenthalt behindert. Mikael Blomkvist – immer zutiefst von Salanders Unschuld überzeugt – stellt auf eigenen Faust Ermittlungen an und sticht bei seinen Nachforschungen in ein Wespennest, womit er sogar höchste politische Kreise aufschreckt.

In diesem letzten Teil der Trilogie werden alle Handlungsstränge zusammengeführt. Somit hat der Roman den Charakter von „Was danach geschah“. Wieder gab es etliche Szenen, die für mich an der Grenze des Vorstellbaren waren, aber Lisbeth Salander war spürbar gehandicapt und konnte über lange Strecken nur vom Krankenbett aus aktiv werden, was den Eindruck aus den vorangegangenen Büchern etwas relativierte. Auch „Vergebung“ war sehr detailreich und flüssig geschrieben, bot Spannung und Unterhaltung. Es wurden nur noch wenige Personen in die Romanhandlung aufgenommen, so dass der Leser viele alte Bekannte wiederfand. Deren Charaktere haben sich allerdings nur unwesentlich verändert. Eine Entwicklung war kaum zu erkennen. Trotzdem habe ich diesen 3. Teil sehr gern gelesen. Er söhnt mich mit des gesamten Trilogie, die ich vorher immer als etwas unfertig empfunden hatte, aus.

12. Oktober 2010

Stieg Larsson – Verdammnis

Einsortiert unter: 2010,Krimi/Thriller — Karthause @ 17:32
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2. Teil der Milennium-Trilogie

Kurzbeschreibung – gekürzt (Quelle: amazon.de)

Ein ehrgeiziger junger Journalist bietet Mikael Blomkvist für sein Magazin „Millennium“ eine Story an, die skandalöser nicht sein könnte. Amts- und Würdenträger der schwedischen Gesellschaft vergehen sich an jungen russischen Frauen, die gewaltsam ins Land geschafft und zur Prostitution gezwungen werden. Als sich Lisbeth Salander in die Recherchen einschaltet, stößt sie auf ein besonders pikantes Detail: Nils Bjurman, ihr ehemaliger Betreuer, scheint in den Mädchenhandel involviert zu sein. Wenig später werden der Journalist und Nils Bjurman tot aufgefunden. Die Tatwaffe trägt Lisbeths Fingerabdrücke. Sie wird an den Pranger gestellt und flüchtet. Nur Mikael Blomkvist glaubt an ihre Unschuld und beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln. Seine Nachforschungen führen in Lisbeths Vergangenheit. Eine Vergangenheit, die ihn bald das Fürchten lehrt.

Meine Meinung

„Verdammnis“ ist die konsequente Fortsetzung von „Verblendung“, die Handlung beginnt etwa 1 ½ Jahre später. Unter diesem Aspekt erscheint die über 200 Seiten lange Einführung der Personen im 1. Teil in einem ganz anderen Licht. Bei diesem Teil der Trilogie beginnt sich der Spannungsbogen deutlich eher zu straffen. Auf Fragen zu Lisbeths Vergangenheit, die man sich nach „Verblendung“ stellte, bekommt der Leser ansatzweise Antworten. Lisbeth steht im Mittelpunkt des Geschehens, sie erscheint wieder als eine Art Superwomen und in etlichen Szenen kommt schon die Frage nach Authenzität auf. Da in „Verdammnis“ auf viele Details aus dem Vorgängerroman Bezug genommen wird, sollte man diese Trilogie in der entsprechenden Reihenfolge lesen. Ansonsten blieb Stieg Larsson seinem bekannten Stil treu, man trank Kaffee, hat natürlich einen Apple und löste Probleme im Schlafzimmer. Zum Ende des Thrillers nahm die Spannung noch einmal sprunghaft zu. Ein fast zu actionreiches Finale lässt hoffen, dass der letzte Teil ohne große Einführung das Geschehen fortsetzt.

Mein Fazit: Mir hat dieser 2. Teil der Millenium-Trilogie trotz ein paar Mängeln besser gefallen als „Verblendung“, er war unterhaltsam und auch spannender. „Vergebung“ werde ich in kürze lesen.

2. Oktober 2010

Stieg Larsson – Verblendung

Einsortiert unter: 2010,Krimi/Thriller — Karthause @ 12:22
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Verblendung
1. Teil Millennium-Trilogie
Stieg Larsson
Taschenbuch: 704 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
ISBN-13: 978-3453432451

1. Teil der Millenium-Trilogie

Mikael Blomkvist, Journalist und Hauptherausgeber der Zeitschrift Millennium, wurde vom Gericht zu einer 3-monatigen Haftstrafe und einer empfindlichen Geldstrafe wegen Verleumdung des Großindustriellen Wennerström verurteilt. Zu seiner Verteidigung unternahm er nichts. Damit schien seine Karriere vorerst gescheitert zu sein. Aber Herdrik Vander wurde durch diesen Prozess auf Blomkvist aufmerksam, holte durch Lisbeth Salander Informationen über ihn ein und engagierte ihn unter dem Vorwand, er solle seine Biografie schreiben. In Wirklichkeit sollte Blomkvist dem seit fast 40 Jahren ungeklärten Verschwinden von Harriet Vander, Hendriks Nichte, auf die Spur kommen.

„Verblendung ist der erste Teil der ursprünglich auf zehnteilig geplanten Millenium-Trilogie. Es folgen „Verdammnis“ und „Vergebung“. Stieg Larsson konnte dieses Projekt nicht zu Ende bringen, da er im Jahr 2004 infolge eines Herzinfarktes starb.

Die ersten 100 Seiten führten den Leser ausgesprochen langsam in die Handlung ein. Für mich war zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar, wie sich die Story entwickeln würde, eine nette Familiengeschichte war ebenso möglich wie ein packender Thriller. Gleich vorweg, der Roman hatte von allem etwas, leider aus meiner Sicht auch von allem etwas zu wenig. Der Teil, der die wirtschaftlichen Verhältnisse der Industriellen widerspiegelte, war zu einfach und zu oberflächlich. Wenn man so leicht zu Milliarden käme, gäbe es wohl kaum noch Armut. Der Protagonist Mikael Blomkvist, der mit fast allen weiblichen Personen des Krimis nicht nur den Kaffee, sondern gleich auch noch sein Bett teilte, war recht klischeehaft dargestellt. Aber zum Glück (für ihn und den Leser) gab es ja die junge, unorthodox ermittelnde Lisbeth Salander mit schwerer Vergangenheit. Mit sehr unkonventionellen und auch nicht immer gesetzeskonformen Methoden (um deren Glaubhaftigkeit einzuschätzen, fehlt mir der fachliche Hintergrund) griff sie dem Journalisten unter die Arme, rette sein Leben und seine Deputation. Sowohl Mikael Blomkvist als auch Lisbeth Salander erzählen diese Geschichte aus ihrer jeweiligen Sicht und schildern ihre Erlebnisse. Mein Kampf mit dem Buch hielt noch bis etwa auf Seite 250 an. Die Einführung der Personen dauerte eine gefühlte Ewigkeit. Dann war allerdings der Punkt gekommen, an dem bei mir Interesse erwachte. Die Ermittlungen begannen und die Familiengeschichte der Vanders nahm Konturen an. Das Buch ist einfach geschrieben und ist dadurch auch leicht und schnell zu lesen. So wurden die 704 Seiten dann doch keine Quälerei. Die Idee an sich hat mir auch gut gefallen. Aber die Längen die Larsson in die Handlung durch eine Überfülle an nebensächlichen Details einbaute, störten mich. Ich mag zwar sehr gern dicke Wälzer lesen, für diesen Krimi wären aber 350 Seiten ausreichend gewesen. Dazu hätte sich der Autor lediglich auf die Ermittlungen in Hedeby beschränken müssen. Eine letzte Frage bewegt mich und das ist die nach der Titelwahl. „Verblendung“ kann ich nur mit viel Phantasie nachvollziehen. Warum wurde der schwedische Titel nicht einfach ins Deutsche übersetzt. (Männer, die Frauen hassen)

Dieser erste Teil der Millennium-Trilogie von Stieg Larsson ist ein solider Thriller, der eine Krimihandlung mit einer Familiengeschichte und etwas Gesellschaftskritik vereint. Wer ein langsames Einsteigen in die Handlung mag, wir diesen Thriller lieben. Den beiden anderen Teilen werden von mir auch noch eine Chance bekommen.

Über den Autor (Quelle: Amazon.de)

Stieg Larsson, 1954 in Umeå, Schweden, geboren, war Journalist und Herausgeber des Magazins EXPO. 2004 starb er an den Folgen eines Herzinfarkts. Er galt als einer der weltweit führenden Experten für Rechtsextremismus und Neonazismus. 2006 wurde er postum mit dem Skandinavischen Krimipreis als bester Krimiautor Skandinaviens geehrt. Die Bücher aus seinem Nachlass erscheinen bei Heyne.

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