Karthauses Bücherwelt …

5. Mai 2012

T. C. Boyle – Wenn das Schlachten vorbei ist

Einsortiert unter: 2012,Belletristik — Karthause @ 15:43
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Wenn das Schlachten vorbei ist

T. C. Boyle

Originaltitel: When the Killing`s Done

Gebundene Ausgabe: 464 Seiten

Verlag: Carl Hanser Verlag

ISBN-13: 978-3446237346

Naturschützer vs. Tierschützer

Der Mensch als Schützer von Natur und Umwelt, so sieht T. C. Boyle seine Helden in seinem neuen Roman mit dem martialisch anmutenden Titel „Wenn das Schlachten vorbei ist“. Auf den Channel Islands vor der kalifornischen Küste ist die Umwelt empfindlich gestört worden. Das ökologische Gleichgewicht wurde durch eingeschleppte Ratten und Schweine aus dem Gleichgewicht geraten. Zwei Gruppen von Umweltschützern mit entgegengesetzten Auffassungen liefern sich nun einen erbitterten Kampf. Soll man die eingeschleppten Tiere gnadenlos töten oder hat jedes Tier, auch das eingeschleppte, letzten Endes eine Daseinsberechtigung, auch wenn das die Vernichtung des ursprünglichen Tierbestands und der Pflanzenwelt zur Folge hätte.

Dieser Roman war mein erster des Autors T. C. Boyle. Nicht sofort konnte ich mich in der Handlung zurechtfinden. Begann der Roman doch mit einem in der Vergangenheit liegenden Schiffbruch. Aber schnell wurden die Zusammenhänge klar und das Buch ließ mich nicht mehr los. Die Grundfrage des Romans ‘Wie viel Tierschutz verträgt die Natur?’ mag auf den ersten Blick etwas verwirrend klingen. Aber je weiter man sich durch den Roman liest, desto nachvollziehbarer werden die Positionen von Natur- und Tierschützern. Als Leser beginnt man, sich selbst Fragen zu stellen und wird schnell feststellen, dass deren Beantwortung alles andere als leicht ist. Und somit ist auch die Lektüre dieses Romans nicht unbedingt leichte Kost. Das bezieht sich aber keineswegs auf den Schreibstil des Autors, sondern ausschließlich auf das Thema, bei dessen Behandlung es schon mal “gut zur Sache geht”. Der Roman ist in zwei Teile untergliedert. Kern des ersten sind die Bemühungen, die Insel Anacapa von eingeschleppten Ratten zu befreien. Im zweiten Teil sollen die Schweine, die durch Siedler auf die Nachbarinsel Santa Cruz gebracht wurden, entfernt werden. Beide Tierarten haben sich durch ihre invasive Vermehrung, es fehlte ihnen an natürlichen Feinden, den Lebensraum erobert und bedrohen inzwischen die einheimische Fauna und Flora. In immer wieder eingeschobenen kleinen Geschichten, wird berichtet, wie diese Tiere auf die Inseln kommen und dort Fuß fassen konnten.

Die beiden Hauptpersonen, Alma und Dave, sind in ihren völlig konträren Ansichten sehr glaubhaft beschrieben. Bei beiden hat man das Gefühl, sie handeln aus innerer Überzeugung, aus Berufung. Dabei sind sie lebensecht mit Stärken, Schwächen und Ängsten gezeichnet. Boyle schreibt neutral und für den Leser erscheinen die Positionen beider Seiten gut nachvollziehbar.

Das Buch hatte ein paar Längen, aber wirklich gelangweilt habe ich mich beim Lesen nie, denn Boyle ist ein guter, sprachgewaltiger Erzähler und weiß auch mit scheinbar Nebensächlichem den Leser gut zu unterhalten.

Wie nebenbei vermittelt T. C. Boyle dem Leser umfangreiches Wissen über Ökologie, das Zusammenspiel von Fauna und Flora. Er regt zum Nachdenken an, will aber an keiner Stelle belehren. Ich vermag nur ansatzweise zu erahnen, welch umfangreiche Recherchen hinter diesem Roman stecken mögen.

Romane, die den Erhalt des Ökosystems unserer Erde thematisieren scheinen gegenwärtig gefragt zu sein. Wenn sie es schaffen, die Menschen ein wenig wachzurütteln, haben sie ihre volle Daseinsberechtigung. Dieser Roman macht das und ist dazu äußerst lesens- und empfehlenswert.

Über den Autor (Quelle: amazon.de)

T. C. Boyle, geb. 1948 in Peekskill, New York im Hudson Valley, war Lehrer an der dortigen High-School und publizierte während dieser Zeit seine ersten Kurzgeschichten. Heute lebt er in Kalifornien und unterrichtet an der University of Southern California in Los Angeles Creative Writing.

Dieses Buch habe ich mit einer sehr lieben Lesefreundin begonnen, leider konnten wir es nicht gemeinsam beenden.

Servus, liebe Christine, danke für deine Freundschaft, ich werde dich immer in bester Erinnerung behalten,
du warst so eine starke Frau.

12. Februar 2012

Buch der Woche (6. KW 2012)

Einsortiert unter: Allgemeines,Empfehlungen — Karthause @ 19:38
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In dieser Woche empfiehlt der mdr figaro „Wenn das Schlachten vorbei ist“ von T. C. Boyle.

Amazon schreibt dazu:

Kurzbeschreibung

Zwei Fraktionen von Umweltschützern liefern sich einen erbitterten Kampf. Schauplatz sind die Channel Islands vor der Südküste von Kalifornien, wo die Umwelt vom Menschen empfindlich gestört wurde. Soll man das Gleichgewicht des Ökosystems mit viel Steuergeldern wiederherstellen – was zwangsläufig die Ausrottung mancher Tierarten bedeutet -, oder soll man um jeden Preis das Töten verhindern? T. C. Boyles furioser, apokalyptischer Roman handelt von der Ausbeutung der Natur durch den Menschen und den katastrophalen Folgen. Boyle hat eines seiner ältesten Themen weiterentwickelt, nie war er so bitter und böse, nie war es ihm so ernst.

Über den Autor

T. C. Boyle, geb. 1948 in Peekskill, New York im Hudson Valley, war Lehrer an der dortigen High-School und publizierte während dieser Zeit seine ersten Kurzgeschichten. Heute lebt er in Kalifornien und unterrichtet an der University of Southern California in Los Angeles Creative Writing.

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