Charlotte Link – Die Entscheidung

Die Entscheidung von Charlotte Link Quelle: Blanvalet Verlag

Die Entscheidung von Charlotte Link Quelle: Blanvalet Verlag

Gebundene Ausgabe: 576 Seiten
Blanvalet Verlag
ISBN-13: 978-3764504410

 

Der Verlag über das Buch

Eigentlich will Simon mit seinen beiden Kindern in Südfrankreich ein ruhiges Weihnachtsfest feiern. Doch dann kommt alles ganz anders: Die Kinder sagen ihm kurzfristig ab, seine Freundin gibt ihm den Laufpass, und auf einem Strandspaziergang begegnet er einer jungen, völlig verwahrlosten Frau: Nathalie, die weder Geld, Papiere noch eine Unterkunft hat, die fürchterlich abgemagert und hochgradig verängstigt ist. Sie tut ihm leid, und er bietet ihr seine Hilfe an. Nicht ahnend, dass er durch diese Entscheidung in eine mörderische Geschichte hineingezogen wird, deren Spuren bis nach Bulgarien führen. Und zu Selina, einem jungen Mädchen, das ein besseres Leben suchte und in die Hände skrupelloser Verbrecher geriet. Ihr gelingt die Flucht, doch damit löst sie eine Kette von Verwicklungen aus, die Simon und Nathalie, tausende Kilometer entfernt, in der Provence zum Verhängnis werden …

Der Verlag über die Autorin

Charlotte Link, geboren in Frankfurt/Main, ist die erfolgreichste deutsche Autorin der Gegenwart. Ihre Kriminalromane sind internationale Bestseller, auch Im Tal des Fuchses und zuletzt Die Betrogene eroberten wieder auf Anhieb die SPIEGEL-Bestsellerliste. Allein in Deutschland wurden bislang über 26 Millionen Bücher von Charlotte Link verkauft; ihre Romane sind in zahlreiche Sprachen übersetzt. Charlotte Link lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Frankfurt/Main.

Meine Gedanken zum Buch

Simon verbringt die Vorweihnachtszeit allein im Ferienhaus des Vaters in Südfrankreich. Seine beiden, bei Maya, der Ex-Ehefrau, lebenden, Söhne haben kurzfristig abgesagt, die Geliebte, Kristina, hat ihm den Laufpass gegeben, da er sich noch immer von Maya fremdsteuern lässt. Am Strand trifft er auf Nathalie, ohne Papiere, mittellos, verwahrlost, verängstigt. Er hilft ihr und genau das wird ihm, aber auch Kristina zum Verhängnis.

Ungewohnt ruhig entwickelt Charlotte Link die Handlung. Durch die verschiedenen Handlungsstränge kann der Leser Information für Information sammeln und sich so ein Bild von dem bekommen, was Nathalie so ängstigt und alle, die mit ihr zu tun haben in Gefahr bringt. Durch die verschiedenen Handlungsstränge betrachtet man die Geschehnisse aus unterschiedlichen Blickwinkeln, was zwangsläufig zu Redundanzen, aber auch zu neuen Erkenntnissen nicht führt.

Hinter allem steht ein Thema: Menschenhandel. Gekonnt arbeitet die Autorin die Brisanz dessen heraus und zeigt auf, vor welchen Problemen dabei die Ermittlungsbehörden stehen. Aber abgesehen davon, ist der Roman sehr aktuell angelegt. So wird beispielsweise auch auf die Terroranschläge in Frankreich Bezug genommen und deren Auswirkungen in die Handlung eingebunden.

Sprachlich und auch mit dem Spannungsaufbau war Charlotte Link auch in diesem Kriminalroman wieder überzeugend. Der etwas ruhigere Stil war zunächst überraschend, aber der Thematik angemessen. Die Handlung über den Menschenhandel und die damit verbundene Zwangsprostitution wurde nicht zu detailliert, aber trotzdem nicht oberflächlich beleuchtet. Auch das Ende, in dem nicht alle Fragen in vollem Umfang geklärt wurden, war durchaus einleuchtend und schlüssig.

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Andreas Gruber – Todesmärchen

Todesmaerchen von Andreas Gruber

Todesmaerchen von Andreas Gruber Quelle: Goldmann Verlag

Taschenbuch: 544 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag
ISBN-13: 978-3442483129

Der Verlag über das Buch

In Bern wird die kunstvoll drapierte Leiche einer Frau gefunden, in deren Haut der Mörder ein geheimnisvolles Zeichen geritzt hat. Sie bleibt nicht sein einziges Opfer. Der niederländische Profiler Maarten S. Sneijder und BKA-Kommissarin Sabine Nemez lassen sich auf eine blutige Schnitzeljagd ein – doch der Killer scheint ihnen immer einen Schritt voraus. Währenddessen trifft die junge Psychologin Hannah im norddeutschen Steinfels ein, einem Gefängnis für geistig abnorme Rechtsbrecher. Sie soll eine Therapiegruppe leiten, ist jedoch nur an einem einzelnen Häftling interessiert: Piet van Loon. Der wurde einst von Sneijder hinter Gittern gebracht. Und wird jetzt zur Schlüsselfigur in einem teuflischen Spiel …

Der Verlag über den Autor

Andreas Gruber, 1968 in Wien geboren, lebt als freier Autor mit seiner Familie und fünf Katzen in Grillenberg in Niederösterreich. Seine Bücher wurden u.a. für den Friedrich-Glauser-Krimi Preis und zweimal für den Leo-Perutz-Krimi-Preis nominiert, mit der Herzogenrather-Handschelle, dreimal mit dem Vincent Preis und dreimal mit dem Deutschen Phantastik Preis ausgezeichnet.

Meine Gedanken zum Buch

„Todesmärchen“ ist der dritte Teil der Reihe um das Ermittlerduo Sabine Nemez und Maarten S. Sneijder. Wieder ist ein Serienmörder unterwegs. Der bei seinen Bluttaten Szenen von Märchen nachstellt. Alle Morde deuten auf eine Person hin, aber die hat ein Alibi und sitzt im norddeutschen Steinfels in einem Gefängnis für geistig abnorme Rechtsbrecher.

Anderas Grubers Thriller sind immer etwas anders, etwas spezieller, etwas härter und subtiler als andere dieses Genres. Stets überrascht er den Leser mit eigenwilligen Szenarien, in denen er seine „seine“ Serienmörder agieren lässt. Leser, die zu seinen Thrillern greifen, sollten ahnen, dass sie Härte und Brutalität erwartet. Trotzdem überraschen immer wieder über die Abscheulichkeit der Taten. Aber dies ist macht nur einen Teil seiner sehr klug konstruierten Thriller aus. Die Personen, insbesondere Sneijder und Nemez wirken lebensnah und trotzdem einzigartig, man kann sie kaum mit anderen Ermittlern vergleichen. Der Täter, macht eine Entwicklung durch, die wenigstens ansatzweise verständlich macht, wie es zu solchen Taten kommen kann.

Andreas Gruber ist sich mit „Todesmärchen“ im Stil treu geblieben und hat wieder einen überzeugenden Thriller vorgelegt, der seine Fans begeistern wird. Nun darf man abwarten, ob und wie es Maarten S. Sneijder weitergeht.

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Druckfrisch am 25. August 2016

Am Sonntag, 25. August 2016, gibt es wieder Druckfrisch(es) auf DasErste um 23.35 Uhr.

Laut Newsletter der Sendung sind die Themen:

* Navid Kermani: „Sozusagen Paris“
* Katja Lange-Müller: „Drehtür“
* Denis Schecks Empfehlung: Joost Zwagerman: „Duell“
* Die Top Ten unter der Lupe (Sachbuch)

druckfrisch

Quelle Foto und Information: Druckfrisch Newsletter DasErste.de

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Jeffrey Archer – Im Schatten unserer Wünsche

Im Schatten unserer Wuensche von Jeffrey Archer

Im Schatten unserer Wuensche von Jeffrey Archer Quelle: Heyne Verlag

Clifton Saga Teil 4
Originaltitel:
Be Careful For What You Wish For
Übersetzer: Martin Ruf
Taschenbuch: 544 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
ISBN-13: 978-3453419919

Der Verlag über das Buch

Bristol 1957: Der Vorsitzende der Barrington Schifffahrtgesellschaft wird zum Rücktritt gezwungen – für Emma Clifton ist dies die Gelegenheit, den Posten zu übernehmen und Macht über die Gesellschaft zu gewinnen. Doch die tragischen Ereignisse um ihren Sohn Sebastian, der in einen Autounfall verwickelt wurde, legen einen Schatten über Emma und ihren Mann Harry …

Der Verlag über den Autor

Jeffrey Archer, geboren 1940 in London, verbrachte seine Kindheit in Weston-super-Mare und studierte in Oxford. Archer schlug eine bewegte Politiker-Karriere ein, die bis 2003 andauerte. Weltberühmt wurde er als Schriftsteller. Archer verfasste zahlreiche Bestseller und zählt heute zu den erfolgreichsten Autoren Englands. Sein historisches Familienepos Die Clifton-Saga stürmte die englischen und amerikanischen Bestsellerlisten und begeistert eine stetig wachsende Leserschar. Archer ist verheiratet, hat zwei Söhne und lebt in London und Cambridge.

Meine Gedanken zum Buch

Mit Serien ist das ja immer so eine Sache. Die mit einem Cliffhanger endenden einzelnen Teile machen es schwer, aus einer Reihe auszusteigen. Denn auf die weitere Entwicklung interessanter Personen ist man ja schließlich gespannt und schon steckt man mitten im nächsten Teil, der natürlich auf gleiche Art und Weise endet, ähnlich wie bei den Seifenopern im TV. So ergeht es mir mit der Clifton Saga.

Auch in diesem vierten der Saga werden die verschiedenen Handlungsstränge um die bekannten Hauptpersonen weitergeführt. Diese sind in sich logisch und schlüssig aufgebaut, leider gibt es mitunter die eine oder andere vorhersehbare Szene. Dabei wird die Geschichte nicht konsequent durch erzählt immer wieder gibt es Zeitsprünge, so dass man immer nur an bestimmten Episoden im Leben der Protagonisten teilhaben kann. Es ergibt sich zwar immer ein Zusammenhang und die fehlenden Jahre führen nicht wirklich zu einem Informationsverlust, trotzdem finde ich es ärgerlich.

Mit der Handlung bekommt man als Leser einen Einblick in die Lebensgewohnheiten der Highsociety, denn dazu dürfen sich die Barringtons und Co. getrost zählen. Aber zeitlich relevante Themen wie der Kampf der IRA wird thematisiert.

Insgesamt habe ich das Buch gern gelesen, Jeffery Archer versteht es ausgezeichnet, seine Leser bei der Stange zu halten. Eine gut erzählte, interessante Geschichte und Charaktere aller Coleur garantieren trotz meiner kleinen Kritikpunkte gute Unterhaltung.

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Juli Zeh – Unterleuten

Unterleuten von Juli Zeh

Unterleuten von Juli Zeh Quelle: Luchterhand Literaturverlag

Gebundene Ausgabe: 640 Seiten
Verlag: Luchterhand Literaturverlag
ISBN-13: 978-3630874876

Der Verlag über das Buch:

Manchmal kann die Idylle auch die Hölle sein. Wie das Dorf „Unterleuten“ irgendwo in Brandenburg. Wer nur einen flüchtigen Blick auf das Dorf wirft, ist bezaubert von den altertümlichen Namen der Nachbargemeinden, von den schrulligen Originalen, die den Ort nach der Wende prägen, von der unberührten Natur mit den seltenen Vogelarten, von den kleinen Häusern, die sich Stadtflüchtlinge aus Berlin gerne kaufen, um sich den Traum von einem unschuldigen und unverdorbenen Leben außerhalb der Hauptstadthektik zu erfüllen. Doch als eine Investmentfirma einen Windpark in unmittelbarer Nähe der Ortschaft errichten will, brechen Streitigkeiten wieder auf, die lange Zeit unterdrückt wurden. Denn da ist nicht nur der Gegensatz zwischen den neu zugezogenen Berliner Aussteigern, die mit großstädtischer Selbstgerechtigkeit und Arroganz und wenig Sensibilität in sämtliche Fettnäpfchen der Provinz treten. Da ist auch der nach wie vor untergründig schwelende Konflikt zwischen Wendegewinnern und Wendeverlierern. Kein Wunder, dass im Dorf schon bald die Hölle los ist …

Der Verlag über die Autorin

Juli Zeh, 1974 in Bonn geboren, Jurastudium in Passau und Leipzig, Studium des Europa- und Völkerrechts, Promotion. Längere Aufenthalte in New York und Krakau. Schon ihr Debütroman „Adler und Engel” (2001) wurde zu einem Welterfolg, inzwischen sind ihre Romane in 35 Sprachen übersetzt. Juli Zeh wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Rauriser Literaturpreis (2002), dem Hölderlin-Förderpreis (2003), dem Ernst-Toller-Preis (2003), dem Carl-Amery-Literaturpreis (2009), dem Thomas-Mann-Preis (2013) und dem Hildegard-von-Bingen-Preis (2015).

Meine Gedanken zum Buch

Dörfer wie Unterleuten hatten die DDR überlebt und wussten, wie man sich den Staat vom Leibe hält. Die Unterleutener lösten Probleme auf ihre Weise. Sie lösten sie unter sich.“ (S. 28 Unterleuten Juli Zeh)

Gleich vorweg, ich hatte nicht all zu große Erwartungen an das Buch, fast hatte ich ein wenig gezweifelt, ob dieses Buch, das quer durch alle Medien hinweg gelobt wurde, auch mich begeistern würde.

Juli Zeh hat mit „Unterleuten“ einen ebenso beeindruckenden wie großen Gesellschaftsroman vorgelegt. Anhand des kleinen brandenburgischen Dorfes Unterleuten schreibt sie vom Zusammenleben der Menschen, von Störenfrieden und unterschiedlichen Lebensvorstellungen und -plänen, die letztlich das ganze Dorf betreffen. Von persönlichen Animositäten bis hin zum großen Konflikt lernt der Leser alles über die nur zum Teil eingeschworene Gemeinschaft. Es gibt die Alteingesessenen, die Neu-Unterleutener, die ewig Gestrigen, die Wendehälse, die Karrieristen und die Aussteiger, die Wir-lassen-alles beim Alten- und die Wir-wollen-alles-besser-machen-Menschen. Die Charaktere sind als Typen, mitunter etwas überspitzt, dargestellt. Sie sind nicht immer liebenswert, manche kauzig, andere egoistisch, einige weltfremd. Aber alle wirken in ihrem Tun (und Lassen) durchaus glaubhaft, ehrlich und überzeugend. Alle kamen mir doch auf die eine oder andere Art bekannt vor, weil die Autorin das Spezielle, die für den Brandenburger typischen Eigenschaften so treffend auf den Punkt brachte. Hätte ich diesen Roman gelesen, ohne zu wissen, in welcher Gegend er angesiedelt wurde, zielsicher hätte ich auf meine alte Heimat getippt.

Trotz des durchaus vorhandenen Lokalkolorit ist dieser Roman weit entfernt von einem Abbild einer heilen Welt. Unterschwellige, seit Jahrzehnten sich entwickelnde Konflikte treten mehr oder weniger offen zu tage, alte Seilschaften brechen auseinander, neue entstehen. Die verschiedenen Interessen sind kaum vereinbar.

Mit „Unterleuten“ hat Juli Zeh nicht nur dem Blick des Lesers auf einen kleinen Ort im Brandenburgischen gelenkt. Sie lenkt ihn damit auch auf Probleme unserer gesamten Gesellschaft, für die sie durchaus kritische Worte findet.

Eine wirkliche Herzensperson, mit der man mitfiebern kann gibt es in diesem Roman nicht, jedenfalls für mich nicht. Vielmehr rücken die verschieden, zum Teil auch unvereinbaren Interessen in den Blickpunkt des Betrachters.

Es wurde auch nicht von Beginn an deutlich, wer mit wem oder gegen wen agierte, die Beziehungen verändern sich recht häufig, doch im Laufe der Handlungsentwicklung ergibt sich ein sehr umfassendes, komplexes Bild der dörflichen Gemeinschaft.

„Unterleuten“ ist ein gesellschaftskritischer Roman, der zum Nachdenken und diskutieren anregt. Für mich ist er ein Lesehighlight geworden. Mit viel Interesse besuchte ich auch die Seite im Internet, die neben dem Plan des Dorfes auch einen zusammenfassenden Einblick in das Who is who der Dorfgemeinschaft gibt.

Weiterführende Links

http://www.unterleuten.de/unterleuten.html#bewohner

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Bodo Kirchhoff – Widerfahrnis

widerfahrnis

Quelle: Frankfurter Verlagsanstalt

Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: Frankfurter Verlagsanstalt
ISBN-13: 978-3627002282

Der Verlag über das Buch

Reither, bis vor kurzem Kleinverleger in einer Großstadt, nun in einem idyllischen Tal am Alpenrand, hat in der dortigen Bibliothek ein Buch ohne Titel entdeckt, auf dem Umschlag nur der Name der Autorin, und als ihn das noch beschäftigt, klingelt es abends bei ihm. Und bereits in derselben Nacht beginnt sein Widerfahrnis und führt ihn binnen drei Tagen bis nach Sizilien. Die, die ihn an die Hand nimmt, ist Leonie Palm, zuletzt Besitzerin eines Hutgeschäfts; sie hat ihren Laden geschlossen, weil es der Zeit an Hutgesichtern fehlt, und er seinen Verlag dichtgemacht, weil es zunehmend mehr Schreibende als Lesende gibt. Aber noch stärker verbindet die beiden, dass sie nicht mehr auf die große Liebe vorbereitet zu sein scheinen. Als dann nach drei Tagen im Auto am Mittelmeer das Glück über sie hereinbricht, schließt sich ihnen ein Mädchen an, das kein Wort redet, nur da ist …

Der Verlag über den Autor

Bodo Kirchhoff, geboren 1948, lebt in Frankfurt am Main und am Gardasee. Zuletzt erschienen in der Frankfurter Verlagsanstalt seine von Kritik und Publikum gleichermaßen gefeierten Romane »Verlangen und Melancholie« (2014) sowie »Die Liebe in groben Zügen« (2012). Seine Novelle »Widerfahrnis« ist für den Deutschen Buchpreis 2016 nominiert.

Meine Gedanken zum Buch

Bodo Kirchhoff gehört schon seit langer Zeit zu den von mir favorisierten Autoren, das nicht zuletzt wegen seiner Sprachkunst, die ich auch in diesem, seinem neuesten Werk wiederfinde und die mich begeistert.

Dabei ist die Geschichte, die Bodo Kirchhoff erzählt, eine durchaus einfache. Reither hat einen Schlussstrich gezogen. Er hat sich verabschiedet von seinem Verlegerdasein und vom Großstadtleben. Nun lebt er zurückgezogen in einem kleinen Alpental. Dort lernt Leonie Palm kennen, die durchaus ähnliche Erfahrungen gemacht hat. Gemeinsam widerfährt ihnen eine spontane Tour von einem Ort zum anderen, bis sie schließlich an der Küste Siziliens landen.

Was glauben Sie, warum wir in diesem Auto sitzen, Sie und ich, wegen eines Buches? … Wir sitzen hier wegen Menschen, die es in unserem Leben nicht mehr gibt, oder nie gab, …“ (S. 59)

„Widerfahrnis“ ist auf einer Art ein Roadmovie, auf einer Art eine Liebesgeschichte eines reifen Paares, aber vor allem ist es eine wunderbar erzählte poetische Novelle, die den Leser an tiefen Gedanken, Fragen und Zweifeln teilhaben lässt. Auch wenn die Unbeschwertheit einer Jugendliebe nicht zum Tragen kommt, verleiht die gemeinsame Reise und das damit einhergehende Sich finden eine gewisse Leichtigkeit. Mit viel Charme und einer angemessenen Portion Selbstironie erzählt Bodo Kirchhoff von Reither und Leonie Palm. Zunächst verbindet beide nur ein gemeinsames Aufgeben und ein Buch.

Denn „Geschriebenes ist die einzige Wahrheit, die sich korrigieren lasst.“ (S. 60)

Langsam, fast vorsichtig entwickelt der Autor die Beziehung zwischen beiden und ermöglicht dem Leser immer tieferen Einblick in die Seele seiner Protagonisten. Dabei verschwendet er kein Wort und lässt doch nichts aus.

Mich hat „Widerfahrnis“ vollkommen überzeugt. Fand ich seine vorherigen Romane schon hervorragend, kann ich diese deutlich kürzere Novelle nur als brillant beschreiben.

Stilvoll und poetisch, mit großartigen Beschreibungen der Landschaft und dem ruhigen Handlungsablauf hatte ich eine literarische Perle vor mir liegen, die ich jedem an guter Literatur und wunderbarer Sprache Interessiertem nur ans Herz legen kann.

„Kein erster Kuss gelingt, ohne dass man sich selbst übertrifft.“ (S.103)

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Druckfrisch am 28. August 2016

Am Sonntag, 28. August 2016, gibt es wieder Druckfrisch(es) auf DasErste um 00.05 Uhr. Sorry, liebe Programmschreiber,  für mich ist das bereits am 29. August.

Laut Newsletter der Sendung sind die Themen:

* Christian Kracht: „Die Toten“
* James Lee Burke: „Fremdes Land“ und „Vater und Sohn“
* Denis Schecks Empfehlung: Jack Vance: Weltenschöpfer
* Die Top Ten unter der Lupe (Belletristik)

druckfrisch

(Quelle des Beitrags und des Fotos: Newsletter Druckfrisch vom 25. August 2016)

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