Bernhard Aichner – Totenhaus

Totenhaus von Bernhard Aichner

Totenhaus von Bernhard Aichner

Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
Verlag: btb Verlag
ISBN-13: 978-3442754557

Der Verlag über das Buch
Bei einer Exhumierung auf einem Innsbrucker Friedhof werden in einem Sarg zwei Köpfe und vier Beine gefunden. Schnell wird klar, dass es sich um ein Verbrechen handeln muss, dass hier die Leichenteile eines vor einem Jahr spurlos verschwundenen Schauspielers liegen. Nur eine Person kommt als Täterin in Frage: die Bestatterin, die die Verstorbene damals versorgt und eingebettet hat. Es gibt keinen Zweifel daran, dass Brünhilde Blum den Schauspieler getötet hat. Doch die ist wie vom Erdboden verschluckt …

Der Verlag über den Autor
Bernhard Aichner (geb. 1972) lebt als Schriftsteller und Fotograf in Innsbruck/Österreich. Aichner schreibt Romane, Hörspiele und Theaterstücke. Für seine Arbeit wurde er mit mehreren Literaturpreisen und Stipendien ausgezeichnet. Nach den Spannungsromanen Nur Blau (2006) und Schnee kommt (2009) erschienen bei Haymon die Max-Broll-Krimis Die Schöne und der Tod (2010), Für immer tot (2011) und Leichenspiele (2012). Totenfrau ist der erste Thriller, der bei btb erscheint. Für die Recherche dazu arbeitete Aichner ein halbes Jahr bei einem Bestattungsinstitut als Aushilfe.

Meine Gedanken zum Buch
Als bei einer Exhumierung auf einem Innsbrucker Friedhof zwei Köpfe und vier Beine in einem Sarg gefunden werden, fällt der verdacht schnell auf Brünhilde Blum. Als Leserin bin ich ihr bereits im ersten Teil der „Totenfrau-Trilogie“ begegnet und habe mit Hochspannung ihren Rachefeldzug gegen alle, die etwas mit dem Tod ihres Mannes zu tun haben, verfolgt. Gespannt erwartete ich den 2. Teil dieser Reihe. Dieser war genau so spannend wie Teil 1, allerdings fand ich ihn nur bedingt nachvollziehbar. Brünhilde Blum stellte sich für mich in „Totenfrau“ trotz ihrer brutalen, grausamen Taten als liebende Mutter dar. Deshalb war es mir weitgehend unverständlich, dass sie ihre Kinder so hinter sich lassen konnte, wie in diesem Buch geschildert. Zwar wird immer wieder beteuert, sie liebe ihre Kinder, es konnte mich nicht so richtig überzeugen.

Atemlos, stakkatoartig, in kurzen Sätzen wird diese Geschichte erzählt, schnell kommt Bernhard Aichner auf den Punkt, es gibt nichts Beschönigendes, nichts Angedeutetes. Der Autor spricht Klartext und nennt die Dinge beim Namen und beschreibt Taten wie sie sind. Dabei verlangt er seinen Lesern einiges ab. Zimperlich darf man nicht sein, grauenhafte und auch ekelerregende Szenen muss man mit der Protagonistin überstehen. Eigentlich müsste man einer jungen Frau, die kaltblütig tötet und stringent ihrem Racheplan folgt, mit Abscheu und Abneigung begegnen. Das konnte ich nicht durchgängig. Der Autor erwischt seine Leser ganz brutal auf der emotionalen Ebene. Da man mit Blum mitfühlen kann, entwickelt man zum Teil Verständnis für ihr Tun, fiebert mit ihr mit, hofft, dass ihr nichts passiert. Gegenüber brutalen Szenen in Thrillern bin ich recht unempfindlich, solange sie die Handlung untermauern. In diesem Thriller wurde zumindest an einer Stelle, dieses Maß auch für meinen Geschmack deutlich überschritten. Auf die „Kaninchen-Szene“ hätte ich gut und gern verzichten können, um zu verstehen, zu welchen Grausamkeiten Blums Helfer fähig ist. Aber auch sonst strotzt dieser Roman vor Brutalität und Bösem.

Alles in allem habe ich „Totenhaus“ trotz der angeführten Kritikpunkte mit viel Spannung gelesen. Bernhard Aichner hat es auch im zweiten Teil geschafft, mich in den Lesebann zu schlagen. Auf die Fortsetzung bin ich schon gespannt.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

David Lagercrantz – Verschwörung

9783453269620_Cover

Quelle: Heyne Verlag

Originaltitel: Det som inte dödar oss
Übersetzer: Ursel Allenstein
Gebundene Ausgabe: 608 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
ISBN-13: 978-3453269620

Der Verlag über das Buch
Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist haben Millionen Leser begeistert. Weltweit erstürmte die Millennium-Trilogie die Bestsellerlisten und sprengte mit mehr als 80 Millionen verkauften Exemplaren alle Dimensionen. Ein Welterfolg, der seinesgleichen sucht. Nun geht die Geschichte weiter.

Der Verlag über den Autor
David Lagercrantz, 1962 geboren, debütierte als Autor mit dem internationalen Bestseller »Allein auf dem Everest«. Seitdem hat er zahlreiche Romane und Sachbücher veröffentlicht, zuletzt die virtuos geschriebene Lebensgeschichte Zlatan Ibrahimovićs. Im Dezember 2013 wurde er vom schwedischen Originalverlag und Stieg Larssons Familie ausgewählt, den vierten Band der Millennium-Romane zu schreiben. Lagercrantz ist verheiratet und lebt in Stockholm.

Meine Gedanken zum Buch
Die ersten drei Teile der Millennium-Reihe von Stieg Larsson habe ich gern, wenn auch nicht kritiklos gelesen. Die pure Neugier trieb mich dazu, nun auch diesen Teil zu lesen, der die Geschichte um Lisbeth und Mikael fortschreibt.

Begonnen habe ich mit diesem Roman bereits vor Monaten. Aber von Beginn an packt er mich nicht. Die Figuren blieben blass, insbesondere Lisbeth Salander blieb ein Schatten ihrer selbst, vergleicht man sie mit ihren Auftritten in den vorherigen Teilen. Aber auch die Handlung konnte mich nicht begeistern. So legte ich das Buch zwischenzeitlich immer wieder aus der Hand , um Wochen später wieder darin zu lesen. Eigentlich bereue ich ein wenig, so inkonsequent gewesen zu sein und nicht nach den üblichen 100 Seiten einen Schlussstrich zu ziehen.

Veröffentlicht unter 2015, Krimi/Thriller | Verschlagwortet mit , , | Kommentar hinterlassen

Liebster Award

Nach einer längeren, unplanmäßigen Blogauszeit bin ich nach gut einen Vierteljahr wieder zurück in der Bloggerwelt. Da überraschte mich die liebe Elke König von Elkes Literaturwolke auch gleich mit dem „Liebsten Award“, vielen Dank dafür.

liebsteraward-Kopie

Siehst Du Dir gern die Verfilmungen von Büchern an?
1. Welches ist die beste Verfilmung Deiner Meinung nach?
Da ich fast nicht fernsehe, mal eine Sportübertragung, mal eine Literatursendung, das war es dann aber auch schon, und noch seltener ins Kino gehe, Filme, auch als DVD/Blue ray sind die absolute Ausnahme, Serien schaue ich noch seltener, eigentlich nie, kann ich dazu kaum eine Aussage treffen. Allerdings können die Verfilmungen, die ich so kenne, in der Regel nicht mit den Romanvorlagen mithalten.

2. Ist es schon beim Lesen vorgekommen, das Du vor Deinem inneren Auge die Schauspieler zu Deinen Buch-Figuren gesehen hast? Wenn ja, wer ist da für Dich die beste Besetzung?
Nein. Da ich ja dem Medium Film nicht so offen begegne wie dem geschriebenen Wort, kenne ich auch kaum SchauspielerInnen. Ich glaube, ich sollte mehr Filme schauen.

3. Welches Buch hälst Du für unverfilmbar?
Fast jedes. Weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass die Verfilmung der Vorlage nur sehr selten gerecht wird.

4. Gibt es Autoren für Dich, wo Du die Bücher kaufst, ohne vorher den Klappentext gelesen zu haben?
Klappentexte lese ich äußerst ungern. Oft verraten sie zu viel oder erwecken einen völlig falschen Eindruck von dem Buch. Es gibt Autoren, deren Bücher automatisch in mein Bücherzimmer wandern. Ich vertraue auf Empfehlungen befreundeter LeserInnen. Wenn ich mir die Verlagsvorschauen durchsehe, überfliege ich diese Klappentexte zwar, hoffe aber, sie dann bis zur Lektüre des Buches wieder vergessen zu haben. Aus der Bücherei leihe ich die Bücher nach Bauchgefühl.

5. Warst Du schon mal auf einer Buchmesse? Wenn ja, welches war Dein aufregendstes Erlebnis?
Vor sehr vielen Jahren vor Zeiten des Internets war ich schon einmal auf der Leipziger Buchmesse. Das ist aber schon fast nicht mehr wahr. Aufregend fand ich damals fast alles. Ich kam mir zwischen der vielen Verlagen und ihren Exponaten und der Masse an Mensche ein wenig verloren vor.

6. Bist Du offziell büchersüchtig oder findest Du noch interessante Ausreden zu Deinem überquellenden Bücherregal?
Ich stehe zu meinem Laster. Allerdings habe ich keine überquellenden Bücherregale mehr. Ich habe seit vorigem Jahr ein Bücherzimmer und es werden nur noch Bücher aufgehoben, die mir sehr gut gefallen haben.

7. Fällt es Dir schwer, Dich von Büchern zu trennen?
Früher war das fast unmöglich. Aber infolge meines Umzuges, der mit 2.000 Büchern eine Herausforderung war und mir viele kritische Blicke und Kommentaren der fleißigen Helfer einbrachte, bewahre ich nur noch Bücher auf, die mir etwas bedeuten.

8. Wie trennst Du Dich von Deinen Büchern, Verschenken, verkaufen oder wegwerfen?
Bücher, von denen ich mich trenne, biete ich meinen Freunden und Bekannten an. Haben die vorsortiert, kommt der Rest in den öffentlichen Bücherschrank.

9. Gibt es jemanden in Deiner Familie, der Deine Leidenschaft für Bücher überhaupt nicht teilen kann?
Meine Schwiegermutter.

10. Was würde es für Dich bedeuten, wenn Du nicht mehr lesen dürftest/ könntest?
Verbieten würde ich mir das Lesen nicht lassen. Das hat in meiner Kindheit nicht einmal meine Mutter geschafft. Aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr lesen zu können, wäre ein großer Einschnitt in mein Leben.

Danke dem Blogger, der dich nominiert hat.
Verlinke den Blogger, der dich nominiert hat.
Füge eines der Liebster-Award Buttons in deinen Post ein. (optional)
Beantworte die dir gestellten Fragen.
Erstelle 11 neue Fragen für die Blogger, die du nominierst.
Nominiere Blogs, die weniger als 300 Follower haben.
Informiere die Blogger über einen Kommentar, dass du sie nominiert hast.

Meine Nominierung geht an Krümel von Krümels Wollwelten.

Welche Hobbys hast du?

1. Womit beschäftigst du dich am liebsten in deiner Freizeit?
2. Haben sich deine Interessen schon einmal mehr oder weniger plötzlich verändert?
3. Bist du kreativ ?
4. Wovon lässt du dich inspirieren?
5 Welche Rolle spielt die Literatur in deinem Leben?
6. Kannst du deine Hobbys in einer Gemeinschaft „ausleben“ oder musst du deinen Interessen für dich allein nachkommen?
7. Gehst du gern ins Kino?
8. Was war der letzte Film, der dich beeindruckt hat?
9. Du blogst, wie bist du dazu gekommen?
10. Kannst du deine Hobbys ohne die virtuelle Welt genießen, oder ist das Internet dafür notwendig?

Veröffentlicht unter Allgemeines | Kommentar hinterlassen

Druckfrisch am 24. Januar 2016 um 23.35 Uhr

Am Sonntag, 24. Januar 2016, gibt es wieder Druckfrisch(es) auf DasErste um 23.35 Uhr.

Laut Newsletter der Sendung sind die Themen:

* Michael Köhlmeier: “Das Mädchen mit dem Fingerhut”
* Richard Price: “Die Unantastbaren”
* Die Empfehlung im Januar (Rudyard Kiplings “Das Dschungelbuch”, neu übersetzt von Andreas Nohl)
* Top Ten in der Kritik (Belletristik)

Für alle, die diese Literatursendung nicht zu später Stunde sehen können, hier noch die Wiederholungstermine:

Mo, 25.01.16 – 15:00 (EinsPlus)
Di, 26.01.16 – 19:30 (ARD-alpha)
Mi, 27.01.16 – 16:00 (ARD-alpha)
So, 31.01.16 – 13:30 (3SAT)

(Quelle für Text und Foto: Newsletter vom 22.01.2016)

Veröffentlicht unter Uncategorized | 5 Kommentare

Dorothy Baker – Zwei Schwestern

(Quelle: Amazon.de)

(Quelle: Amazon.de)

Originaltitel: Cassandra at the wedding
Übersetzer: Kathrin Razum
Gebundene Ausgabe: 280 Seiten
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag
ISBN-13: 978-3423280594

Über das Buch (Quelle: amazon.de)
Als Cassandra Edwards sich zur Hochzeit ihrer Zwillingsschwester Judith aufmacht, hat sie vor allem eines im Sinn: die Vermählung zu verhindern. Was will ihre hochmusikalische Schwester mit irgendeinem durchschnittlichen, jungen Arzt – wie hieß er noch? Seinen Namen kann sie sich nicht merken. Kompromisse und Mittelmaß sind ihr ein Gräuel, und radikal sich selbst treu zu bleiben, das ist in ihrer Familie oberstes Familiengebot. – Wird Cassandra auf der Suche nach sich selbst in ihrer symbiotischen Beziehung zu Judith gefangen bleiben? Wird Judith die Reise ins Unbekannte antreten und sich aus der beklemmenden schwesterlichen Zweisamkeit befreien können? Beiden steht eine existentielle und, wie sich zeigen wird, extrem bedrohliche Herausforderung bevor. – Ein hochintelligenter, witziger, vielschichtiger und scharfzüngiger Roman über Bindung, die Spielarten von Erotik und unsere Suche nach der großen, erfüllenden Liebe, jener Seelenverwandtschaft, die von unserer Einsamkeit eine Brücke zum Anderen schlägt.

Über die Auorin (Quelle: amazon.de)
Dorothy Baker (1907 – 1968) stammte aus Montana. Sie studierte in Los Angeles Französische Sprache und erhielt u.a. ein Guggenheim Fellowship. Sie war verheiratet mit dem Dichter Howard Baker, mit dem sie in den Vierzigerjahren auch ein Theaterstück schrieb – von der Zensur bald kassiert. Baker verfasste mehrere Short Storys und Romane. Der Film ›Young Man with a Horn‹ mit Kirk Douglas, Lauren Bacall und Doris Day geht auf einen ihrer Romane zurück. Dorothy Baker gehört zu den bedeutenden Wiederentdeckungen der NYRB Classics und wird nun endlich auch in Europa gewürdigt.

Meine Gedanken zum Buch
Zwillingsschwestern – eine will die Hochzeit der anderen verhindern. Warum? Das die große Frage die über der 280 seitigen Geschichte steht. Trotz der Kürze des Romans erzählt Dorothy Baker sehr ruhig, manchmal zu ruhig, und unaufgeregt von der Beziehung der beiden Schwestern. Sie lässt sich Zeit die Charaktere zu entwickeln, was ihr aber letzten Endes sehr gut gelingt. Besonders interessant fand ich die Tatsache, dass die Schwestern ihre Individualität ausleben wollten und einander nicht wie häufig sehr nah und gleich sind.

Trotz einiger Längen ließ sich der Roman recht flüssig lesen, die Spannung hielt sich eher in Grenzen, da hatte ich ein bisschen mehr erwartet. Auch das Ende befriedigte mich nicht ganz, es blieben doch noch einige Fragen offen. Vielleicht hätten 50 Seiten mehr dem Roman gut getan. So bleibe ich, ob meiner hohen Erwartungen an das Buch, ein wenig enttäuscht zurück.

Veröffentlicht unter 2015, Belletristik | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentar hinterlassen

Jeffery Deaver – Der Giftzeichner

Der Giftzeichner von Jeffery Deaver

Der Giftzeichner von Jeffery Deaver Quelle: Blanvalet Verlag

Originaltitel: The Skin Collector
Übersetzer: Thomas Haufschild
Gebundene Ausgabe: 576 Seiten
Verlag: Blanvalet Verlag
ISBN-13: 978-3764505387

Der Verlag über das Buch
Seine Worte gehen unter die Haut. Und sie sind tödlich.

In einem düsteren Versorgungstunnel wird die Leiche einer jungen Frau gefunden, angestrahlt vom Schein einer Taschenlampe. Auf ihrer Haut eine Botschaft, eintätowiert mit Gift anstatt mit Tinte. Vom Mörder keine Spur. Nur einen einzigen Hinweis entdeckt Amelia Sachs, als sie den unheimlichen Tunnel absucht: ein zusammengeknülltes Stück Papier, das diesen Mord mit einem lange zurückliegenden Fall verbindet, den Amelia und Lincoln Rhyme nie vergessen haben. Ein eiskalter, akribisch vorgehender Serienkiller versetzt New York schon bald in Angst und Schrecken – ein Killer, der dem legendären Knochenjäger in seiner skrupellosen Grausamkeit eindeutig das Wasser reichen kann.

Der Verlag über den Autor
Jeffery Deaver gilt als einer der weltweit besten Autoren intelligenter psychologischer Thriller. Wie kaum ein anderer beherrscht der von seinen Fans und den Kritikern gleichermaßen geliebte Jeffery Deaver den schier unerträglichen Nervenkitzel, verführt mit falschen Fährten, überrascht mit blitzschnellen Wendungen und streut dem Leser auf seine unnachahmliche Art Sand in die Augen. Seit dem ersten großen Erfolg als Schriftsteller hat er sich aus seinem Beruf als Rechtsanwalt zurückgezogen und lebt nun abwechselnd in Virginia und Kalifornien. Seine Bücher, die in 25 Sprachen übersetzt werden und in 150 Ländern erscheinen, haben ihm bereits zahlreiche renommierte Auszeichnungen eingebracht. Die kongeniale Verfilmung seines Romans “Die Assistentin” unter dem Titel “Der Knochenjäger” (mit Denzel Washington und Angelina Jolie in den Hauptrollen) war weltweit ein sensationeller Kinoerfolg und hat dem faszinierenden Ermittler- und Liebespaar Lincoln Rhyme und Amelia Sachs eine riesige Fangemeinde erobert.

Meine Gedanken zum Buch
Was erwarte ich von einem Thriller? Eine Handlung, die mich fesselt und mitfiebern lässt, spannende Unterhaltung, einen kniffligen Fall und unvermutete Wendungen, um nur einige Dinge zu erwähnen. Für all das steht Jeffery Deavers Reihe um das Ermittlerduo Lyncoln Rhyme und Amelia Sachs. Und genau das ist es, was mich, die ich eigentlich nur sehr selten Serien verfolge, bei der Stange hält. “Der Giftzeichner” ist der 11. Teil dieser Reihe und bislang wurde ich von noch keinem enttäuscht.

Auch bei diesem Fall haben es die Ermittler wieder mit äußerst perfiden Taten zu tun. Dabei finden sich immer wieder Parallelen und Anspielungen zu „Der Knochenjäger“ und „Der gehetzte Uhrmacher“, beides sind ältere Fälle in dieser Reihe. War es bislang nicht unbedingt erforderlich, die vorherigen Teile zu kennen, ist es dieses Mal anders. Zumindest die beiden angesprochenen Bücher sollte man kennen, um so richtig in die Handlung eintauchen zu können und alle Andeutungen und Verbindungen zu verstehen.

„Der Giftzeichner“ bot wieder einmal Spannung auf hohem Niveau, ein hohes Erzähltempo, häufige Wendungen und mit Lincoln Rhymes Team vertraute Charaktere. Neben den vom Autor gelegten falschen Fährten machte die Tatsache, dass Amelia Sachs in diesem Fall auch persönlich von den Taten betroffen war, das besondere dieses Thrillers aus.

Mit dieser Reihe überzeugt mich Jeffery Deaver immer wieder, bislang wurde ich von noch keinem Teil enttäuscht. So werde ich den Ermittlern Rhyme und Sachs auch weiterhin die Treue halten und mich nach jedem gelösten Fall aus der Feder des Autors auf nächsten, vor dem Ermittlerpaar liegenden freuen.

Veröffentlicht unter 2015, Krimi/Thriller | Verschlagwortet mit , , , , | 2 Kommentare

Meg Wolitzer – Was uns bleibt ist jetzt

Was uns bleibt ist jetzt von Meg Wolitzer

Quelle: cbt verlag

Originaltitel: Belzhar
Übersetzer: Petra Koob-Pawis
Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: cbt
ISBN-13: 978-3570162941
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren

Der Verlag über das Buch
Ich warte auf dich am Rande der Welt

Jam durchlebt die erste große Liebe zu Reeve so intensiv wie nichts zuvor. Dann stirbt Reeve und für Jam macht das Leben keinen Sinn mehr. Ein Internat für traumatisierte Teenager soll helfen, und speziell eine exklusive Literaturklasse, der Jam zusammen mit nur vier anderen Schülern zugeteilt wird. Ihre Lehrerin, Mrs Q, gibt ihnen Tagebücher mit. Nichts Neues, denkt Jam, aber als die Jugendlichen dann wirklich nachts darin schreiben, geschieht etwas Unvorstellbares: Sie gelangen nach Belzhar, in die Welt ihrer eigenen Vergangenheit vor dem schrecklichen, alles verändernden Ereignis. Gierig saugt Jam die Zeit mit Reeve in sich auf. Doch mit jeder Seite nähert sich der Tag, an dem sie sich der Wahrheit stellen muss. Ist sie bereit, ihre Zukunft zu opfern, um in der Vergangenheit glücklich zu sein, oder gibt sie der Zukunft eine Chance, sie noch glücklicher zu machen?

Der Verlag über die Autorin
Meg Wolitzer veröffentlichte zahlreiche preisgekrönte und erfolgreiche Romane, zuletzt den von Publikum und Presse gefeierten Roman “Die Interessanten”. Ihre Kurzgeschichten erschienen in der Sammlung “The Best American Short Stories” und zwei ihrer Bücher wurden verfilmt. “Die Interessanten” wurde zum besten Buch des Jahres gewählt von der “Entertainment Weekly”, dem “TIME Magazine” und der “Chicago Tribune”. “Was uns bleibt ist jetzt” ist ihr erster Roman für jugendliche Leser. Meg Wolitzer lebt mit ihrer Familie in New York City.

Meine Gedanken zum Buch

Jam wurde wegen traumatischer Störungen auf ein Internat für „fragile hochintelligente Teenager“ geschickt. Sie berichtet, sie hätte nur 41 Tage mit Reeve gehabt. Nach diesen 41 Tagen, die für eine junge Liebe ein Nichts sind, war er tot…

Trauer ist ein schwieriges Thema, besonders für Jugendliche. Auch für Autoren ist es sicher nicht immer leicht, dafür die richtigen Worte zu finden. Meg Wolitzer gelingt dies ausgesprochen gut. So wie Jam haben alle Schüler der Schule tiefgreifende, erschütternde Erlebnisse zu verarbeiten. Ihre Schicksale kommen nach und nach zur Sprache und werden von den Jugendlichen ihren Tagebüchern anvertraut.

Die Protagonisten sind gut und mit ihrem persönlichen Schicksal glaubwürdig beschrieben worden. Dabei greift die Autorin eine Reihe von Themen auf, ohne damit das Buch oder den Leser zu sehr zu belasten. Auch findet sie genau das richtige Maß an gefühlvollem Beschreiben von Situationen. Sie wird zu keinem Zeitpunkt rührselig und drückt nicht auf die Tränendrüsen.

Einige Passagen waren in dem Roman für meinen Geschmack etwas fantastisch angehaucht. Zwar dienten sie als Mittel zum Zweck, ganz glücklich war ich mit dieser Art der Darstellung aber nicht.

Meg Wolitzer geht mit dem Thema Trauer und Trauerbewältigung sehr sensibel um. Der Verlust der ersten Liebe ist schwierig, besonders, wenn diese mit dem Tod des geliebten Menschen abrupt endet. Trotz dieser Thematik wirkte der Roman nicht düster und hoffnungslos .

Überraschend war dann das Ende des Romans, das ich mich anders, konsequent dem Plot folgend, gewünscht hätte. Die von der Autorin gewählte Auflösung der Geschichte kam mir etwas ausweichend und simpel vor.

Veröffentlicht unter 2015, Jugendbuch | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentar hinterlassen