Upton Sinclair – Boston

Originaltitel: Boston
Übersetzer: Viola Siegemund
Gebundene Ausgabe: 1040 Seiten
Verlag: Manesse Verlag
ISBN-13: 978-3717523802

Der Verlag über das Buch

Das große US-Epos um Klassenjustiz und staatliche Willkür jetzt in deutscher Neuübersetzung

Vom Tellerwäscher zum Märtyrer – die Namen Sacco und Vanzetti stehen für den Wirklichkeit gewordenen amerikanischen Alptraum. Ihr Schicksal erschütterte Millionen Menschen weltweit in ihrem Glauben an Recht und Ordnung. Upton Sinclair, engagierter Romancier und Gesellschaftskritiker, inszenierte die realen Geschehnisse der Zwanzigerjahre als fesselndes literarisches Epochendrama.

Glamour, Jazz und endlose Partys: Das waren die Roaring Twenties. Allerdings ist das nur die halbe Wahrheit – Upton Sinclair zeigt uns die ganze. Denn während die Happy Few feierten, wurden die Massen mittels brutaler Klassenjustiz niedergehalten. Am Beispiel der einflussreichen Ostküsten-Sippe Thornwell zeigt «Boston», wie das System staatlich sanktionierter Korruption funktionierte. Als Kulminationspunkt dient der Schauprozess gegen die zwei bekanntesten Justizopfer der amerikanischen Geschichte, Nicola Sacco und Bartolomeo Vanzetti, die 1927 wegen Mordes hingerichtet wurden. In diesem ergreifenden Buch geht es um die moralische Glaubwürdigkeit offizieller Repräsentanten und Institutionen, um Menschenliebe und Bürgerpflicht, um Gerechtigkeit und den Mut zur Wahrheit.

Der Verlag über den Autor

Upton Sinclair (1878–1968), in einfachsten Verhältnissen aufgewachsen, hatte sich mit seinem Erstling The Jungle als „mudraker“ einen Namen gemacht: als Autor, der mit seinen Werken Dreck aufwühlt. Diesem Ruf blieb er treu. Für seine investigativ-journalistischen Recherchen zu Boston befragte er neben Ermittlern und Gewährsleuten auch Vanzetti in der Todeszelle.

Meine Gedanken zum Buch

Schon „Der Dschungel“ und auch „Öl“ haben mich sehr beeindruckt. Diesen Erwartungen hielt „Boston“ auch problemlos stand.

Im Stil eines Reportageromans beleuchtet Sinclair das Szenario. Er kombiniert historisch verbürgte Fakten und Fiktion und hat damit ein monumentales Zeitbild geschaffen, das zudem von erschreckender Aktualität ist.

Mit dem fiktiven Charakter der Cornelia Thornwell, die ihr Leben in der Upperclass Boston gelebt hatte, hat Upton Sinclair das Bindeglied zwischen Realität und Fiktion geschaffen. Nachdem Tod ihres Mann, will sie selbstbestimmt leben und nimmt eine harte Arbeit in einer Seilfabrik an. Bei der Suche nach einer Unterkunft und Verpflegung trifft sie auf den italienischen Einwanderer Vanzetti und freundet sich mit ihm an. Sehr bildhaft werden die elenden Arbeits- und Lebensbedingungen geschildert. Cornelia werden schnell die großen Diskrepanzen zu ihrem früheren Leben mehr als bewusst, so wird sie nach und nach immer zugänglicher für Vanzettis Argumente für einen gesellschaftlichen Wandel.

Aber die Geschichte entwickelt sich nicht positiv. Vanzetti und sein Freund Sacco werden beschuldigt, an einem Raubmord beteiligt gewesen zu sein. Das Gerichtsverfahren ist Kern des Romans. In diesem geht es um nicht glaubwürdigen Zeugen, einen voreingenommenen Richter und einer ebensolchen Jury. Dieser Teil der Handlung beruht auf einer wahren Begebenheit. Der Sacco-Vanzetti-Prozess war wohl einer der am meisten Staub aufwirbelnden Prozesse in den USA im frühen letzten Jahrhunderts. Obwohl es auch entlastende Aussagen gab, wurden die beiden italienischen Einwanderer der Beteiligung an einem doppelten Raubmord angeklagt und 1921 in einem umstrittenen Prozess schuldig gesprochen.

In einer beeindruckend einfachen Sprache wird diese Geschichte auf über 1000 Seiten erzählt. Obwohl man den Ausgang kennt, kommt zu keinen Längen. Nicht weniger bemerkenswert ist die Übersetzung durch Viola Siegemund. Besonders die italienisch akzentuierten Dialoge der beiden Protagonisten wirken erstaunlich überzeugend.

„Boston“ ist ein Roman, der von einem sehr zweifelhaften Prozess berichtet, der staatliche Willkür und Rechtsbeugung aufzeigt und von erschreckender Aktualität ist. Dieser Roman ist aber auch ein Dokument der aufkeimenden Arbeiterbewegung und ein Gesellschaftsroman.

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Jeffrey Archer – Die Wege der Macht

Die Wege der Macht von Jeffrey Archer
Quelle: Heyne Verlag

Clifton Saga Teil 5
Originaltitel: Mightier Than The Sword
Übersetzer: Martin Ruf
Taschenbuch: 592 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
ISBN-13: 978-3453419926

Der Verlag über das Buch

Die Wege der Familien Clifton und Barrington sind gezeichnet von Glück und Leid, von Machtspielen und Schicksalsschlägen. Während sich sein Jugendfreund Giles in eine Frau mit dunkler Vergangenheit verliebt, reist Harry Clifton nach Sibirien. Harry will dem dort inhaftierten Schriftsteller Babakow helfen – und bringt sich damit in große Gefahr. Auch für seine Frau Emma, die der Barrington-Gesellschaft vorsteht, schlägt eine schwere Stunde …

Der Verlag über den Autor

Jeffrey Archer, geboren 1940 in London, verbrachte seine Kindheit in Weston-super-Mare und studierte in Oxford. Archer schlug eine bewegte Politiker-Karriere ein, die bis 2003 andauerte. Weltberühmt wurde er als Schriftsteller. Archer verfasste zahlreiche Bestseller und zählt heute zu den erfolgreichsten Autoren Englands. Sein historisches Familienepos »Die Clifton-Saga« stürmt auch die deutschen Bestsellerlisten und begeistert eine stetig wachsende Leserschar. Archer ist verheiratet, hat zwei Söhne und lebt in London und Cambridge.

Meine Gedanken um Buch

Wie alle zuvor erschienenen Teile endete der 4. Teil auch mit einem Cliffhanger, der mich dem neuen Band der Clifton Saga entgegenfiebern ließ. Der 5. Teil setzte auch, wie erwartet, ohne Zeitsprung ein.

Eigentlich gibt es ja in diesem Buch nicht wirklich neue Konstellationen. Es geht um die Erhaltung von Macht, Ansehen und Wohlstand, irgendwie scheint alles immer ein gutes Ende zu nehmen, bis dann ja wieder dieser wohl unvermeidliche und auch schon erwartete Cliffhanger am Ende kommt. Das sind alle Zutaten für eine Seifenoper. Gegen diese war ich sowohl im TV als auch in Buchform bislang ziemlich immun. Aber Jeffrey Archer schafft es mit seinem Schreibstil, mich sozusagen bei der Stange zu halten. Ich will einfach wissen, wie es den Protagonisten weiterhin ergeht und welche Prüfungen der Autor für sie bereithält. In diesem Teil kann der Leser Harry und Co. Über 7 Jahre hinweg begleiten. Herausragend ist wohl Harrys Engagement für den sowjetischen Autor Babakow, das Harry selbst in Gefahr bringt. Auch Emma muss einmal mehr kämpfen und Giles … aber das sollte jeder selbst lesen.

Obwohl Archer auch mit diesem Teil seinem erprobten Erfolgsrezept treu bleibt und spannende mit ruhigeren Erzählpassagen wechseln lässt, freue ich mich schon jetzt auf den 6. Teil über die Geschichte der Cliftons und der Barringtons.

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Matteo Strukul – Medici – Die Macht des Geldes

Medici – Die Macht des Geldes von Matteo Strukul Quelle: Goldmann Verlag

Originaltitel: I Medici. Una dinastia al potere
Übersetzer:
Christine Heinzius, Ingrid Exo
Broschiert: 448 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag
ISBN-13: 978-3442486625

Der Verlag über das Buch

Morde, Intrigen, Verschwörungen: die Medici und ihr blutiger Weg zur Macht.

Florenz im Februar 1429: Als der Bankier Giovanni de‘ Medici stirbt, hinterlässt er ein enormes Vermögen und ein hervorragend funktionierendes Netzwerk. Seine Söhne Cosimo und Lorenzo sollen gemeinsam die Leitung von Familie und Geschäft übernehmen. „Politisch nüchtern, im eigenen Leben maßvoll zurückhaltend, aber entschlossen im Handeln“ – das sind die fundamentalen Verhaltensregeln, die Giovanni seinen Söhnen sterbend aufträgt. Doch so einfach lässt sich sein letzter Wunsch nicht erfüllen, denn Giovanni hatte mächtige Feinde. Vor allem der verschlagene und blutrünstige Rinaldo degli Albizzi kennt nur ein Ziel: die Vorherrschaft in Florenz zu übernehmen. Und dafür ist ihm jedes Mittel recht …

Der Verlag über den Autor

Matteo Strukul wurde 1973 in Padua geboren. Er hat Jura studiert und in Europäischem Recht promoviert. Er gehört zu den neuen Stimmen der italienischen Literatur und hat sich bisher vor allem als Autor von Thrillern einen Namen gemacht, die für die wichtigen italienischen Literaturpreise nominiert wurden. Strukul lebt mit seiner Frau Silvia abwechselnd in Padua, Berlin und Transsilvanien.

Meine Gedanken zum Buch

Die Renaissance ist eine der Epochen, die mich sehr interessiert, da lag es nah dass ich auch zu diesem Medici-Roman griff. Verschiedenstes habe ich bereits über diese einflussreiche Familie gelesen, Sachbücher und Romane. So freute ich mich, als ich das Buch endlich in Händen hielt – die Enttäuschung folgte auf dem Fuße.

Von Beginn an fehlte es der Geschichte an Tiefgang. Die Medici nahmen nicht die Rolle in der Handlung ein, die mich der Titel erwarten ließ, dafür standen fiktive Personen im Vordergrund. Aber auch bei diesen waren die Charaktere nur oberflächlich gezeichnet und in die historische Kulisse gesetzt. Aber auch bei der historischen Genauigkeit gibt es aus meiner Sicht Ungereimtheiten. Als Beispiel sei hier Lorenzos Tod im Kreise seiner Kinder und Enkelkinder im Jahr 1440 genannt. Diese Enkel kann es zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht gegeben haben. Sprachlich ist der Roman auch sehr einfach gehalten, für ein wenig Verwirrung sorgte lediglich die Fülle der eingeführten Personen, denen man später nie mehr begegnete.

So habe ich dann irgendwann das Buch nur noch diagonal gelesen, von einer Lektüre der geplanten Fortsetzungen werde ich Abstand nehmen. Schade, ich hatte wesentlich mehr erwartet.

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Wladimir Kaminer – Goodbye Moskau

Goodbye Moskau von Wladimir Kaminer
Quelle: Goldmann Verlag

Betrachtungen über Russland
Broschiert: 224 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag
ISBN-13: 978-3442159161

Der Verlag über das Buch

Wladimir Kaminer blickt anlässlich des 100. Jahrestages der Oktoberrevolution auf seine alte Heimat und sieht ein Land auf der Suche nach sich selbst. Das kommunistische Experiment ging unter dem Applaus der freien Welt zu Ende, die Menschen aber sind noch da, und sie brauchen eine Perspektive. Der Kapitalismus lockt als neues Erfolgsmodell, doch die Russen suchen unter der harten Sonne des Kapitals vergeblich nach einem schattigen Plätzchen. Überall liegen bereits die Handtücher anderer Länder. Statt Wohlstand, Fortschritt und Freiheit regieren Repression und Angst. Die politische Führung unter Putin beherrscht zwar die alten Techniken des Machterhalts, aber keine zur Gestaltung der Zukunft. Vorbei an Europa hat sie den Weg in die Vergangenheit und die Isolation eingeschlagen. Mehr als genug Stoff also für eine liebevoll verzweifelte Auseinandersetzung mit Russland.

Der Verlag über den Autor

Seine kaukasische Schwiegermutter, die deutsche Liebe zum Rhabarber, die Freuden und Qualen des Vaterseins oder russische Popmusik inspirieren Wladimir Kaminer (*1967) zu seinen humorvollen Texten. Der ausgebildete Toningenieur und studierte Dramaturg zog 1990 von Moskau nach Berlin, wo er heute mit seiner Familie lebt. In Deutschland begann Kaminer über Alltagsbeobachtungen und die Eigenheiten der Einheimischen zu schreiben. Sein erstes Buch „Schönhauser Allee“ erschien 2001. Kaminer widmet sich außerdem in der Hörbuchreihe „Berichte aus den Tiefen der russischen Literatur“ den berühmtesten Schriftstellern seines Heimatlandes. Auch als Initiator der inzwischen international bekannten Tanzveranstaltung „Russendisko“ machte sich Kaminer einen Namen.

Meine Gedanken zum Buch

Wladimir Kaminer ist wohl einer der in Deutschland populärsten Russen. Sein Humor ist mitreißend und bei seinen Büchern ist das Lachen vorprogrammiert. So war ich neugierig auf dieses Buch, in dem er einen Blick auf seine alte Heimat richtet. In 33 Kurzgeschichten, nur wenige sind länger als 10 Seiten, bringt er dem Leser Russland und die Mentalität der Russen näher. Immer mit einem Augenzwinkern nur in ganz wenigen Fällen fand ich den Humor etwas aufgesetzt, so zum Beispiel in der Geschichte „Die Demos meines Lebens“.

Leicht, unterhaltsam, mit einer guten Portion Selbstironie und mit seiner ganz speziellen Art von Humor schildert er Erlebnisse und Begebenheiten aus Russland. Dabei findet er eine gelungene Mischung aus Ernsthaftigkeit und Witz. In der derzeit politisch angespannten Beziehung zu Russland empfinde ich dieses Buch als recht wichtig, denn es bringt dem Leser den Russen (oder eher den Autor selbst?) näher, wie sagt Kaminer so passend, man erfährt, wie die Russen ticken.

Für mich ist dieses Buch, dass ich weder in die Kategorie Sachbuch noch in die der Belletristik einordnen kann – ein echter Kaminer eben, interessant und lesenswert. Ein wenig fehlte mir der historische Bezug zur Oktoberrevolution, den ich auch nur nach Kenntnis des Klappentextes erwartete.

Wer aber Kaminers Erzählungen über seine alte Heimat wirklich genießen will, sollte zum Hörbuch greifen, das hat einen ganz besonderen Charme, weil es von Wladimir Kaminer selbst gelesen wird.

 

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Peter Gallert/Jörg Reiter – Glaube Liebe Tod

Quelle: Ullstein Verlag

Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch
ISBN-13: 978-3548288918

Der Verlag über das Buch

Woran kann man glauben in einer Welt voller Verbrechen?

Ein Polizist steht auf der Duisburger Rheinbrücke und will sich in die Tiefe stürzen. Der Seelsorger Martin Bauer soll ihn daran hindern. Er klettert einfach über das Geländer und springt selbst. Überrumpelt springt der Beamte hinterher, um Bauer zu retten. Gemeinsam können sie sich aus dem Wasser ziehen. Bauer hat hoch gepokert, aber gewonnen. Doch wenige Stunden später ist der Polizist tot, nach einem Sturz vom Deck eines Parkhauses. Ein klarer Fall von Selbstmord, gegen den Beamten wurde wegen Korruption ermittelt. Bauer weiß nicht, was er glauben soll. Und er sieht die Verzweiflung in der Familie des Toten. Auf der Suche nach der Wahrheit setzt er alles aufs Spiel …

Der Verlag über die Autoren

Peter Gallert wurde 1962 in Bonn geboren. Ein Germanistik- und Geschichtsstudium brach er erfolgreich ab. Seit den 90er Jahren Drehbuchautor für TV-Serien von Krimi bis Krankenhaus (in Zusammenarbeit mit Jörg Reiter). Er ist Karate-Kindertrainer, hat drei Töchter und lebt mit seiner Familie in Köln.

Jörg Reiter wurde 1952 in Düsseldorf geboren. Nach dem Studium (u.a. der Ethnologie und Filmwissenschaft) und Promotion Dozent in Köln und Heidelberg. Seit 1992 freier Autor: Sachbuch, Rateshow, Dokumentarfilm. Dann Drehbücher für TV-Serien von Krimi bis Krankenhaus (mit Peter Gallert). Der Autor lebt in Köln.

Meine Gedanken zum Buch

Auf einer Duisburger Autobahnbrücke steht ein Mann und will in den Rhein springen. Er ist Polizist. Der Polizeiseelsorger Martin Bauer soll ihn vom Selbstmord abbringen und springt selbst in Fluss, darauf hoffend, dass der Lebensmüde versucht, ihn zu retten. Sein Plan geht auf, aber nur Stunden später wird der Polizist tot vor einem Parkhaus aufgefunden. Anscheinend hat er seinem Leben durch einen Sprung in die Tiefe ein Ende gesetzt.

Von der ersten Seite zog mich dieser Krimi in seinen Bann. Von Beginn an war die Spannung vorhanden, die nie ganz abflachte. Es gab ruhigere Stellen, aber Längen empfand ich beim Lesen nie.

„Glaube, Liebe, Tod“ ist der Auftakt einer Reihe um den Polizeiseelsorger Martin Bauer. In diesem wurden neben den Ermittlungen um den Tod des Polizisten, dessen Akte der Polizeichef so gern als Selbsttötung schließen würde, die ermittelnden Personen eingeführt. Das ist neben dem Pfarrer in erster Linie noch die Kommissarin Verena Dohr. Beide haben auch persönliche Probleme. Die zwar ihren Raum im Roman einnehmen, aber nicht zu sehr in den Vordergrund rücken, dass sie die eigentliche Handlung überlagern. Die Handlung aus verschiedenen Perspektiven erzählt, so dass der Leser auch über die Hintergründe gut informiert ist. Gut und sehr bildhaft waren die Schauplätze beschrieben.

Mir hat der Duisburg-Krimi gut gefallen. Lokalkolorit und ein eigenwilliges Ermittlerduo sorgten für gute und spannende Unterhaltung.

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Roman Rausch – Die Brücke über den Main

Quelle: Rowohlt Verlag

Taschenbuch: 544 Seiten
Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag
ISBN-13: 978-3499272837

Der Verlag über das Buch

Eine Brücke für alle Zeiten

Die Alte Mainbrücke in Würzburg blickt auf eine fast tausendjährige Geschichte zurück. Das wechselvolle Schicksal dieses Bauwerks erzählt Roman Rausch in einem großen, Jahrhunderte überwölbenden Roman. Von ihrem sagenhaften Bau über Zeiten von Bruderzwist, Not und Wohlstand, Hexenwahn und Bauernkrieg, bis zur Sprengung durch die Nazis vor den anrückenden Amerikanern wird hier die Geschichte einer Stadt und einer Landschaft zum Leben erweckt.

Ein historischer Roman wie ein Gemälde der Zeit

Der Verlag über den Autor

Roman Rausch, 1961 in Mainfranken geboren und aufgewachsen, arbeitete nach dem Studium der Betriebswirtschaft im Medienbereich und als Journalist. Für seine Würzburger Kommissar-Kilian-Krimis wurde er 2002 auf der Leipziger Buchmesse und 2011 mit dem Weintourismuspreis ausgezeichnet. 2015 folgte der Bronzene HOMER für «Die letzte Jüdin von Würzburg». Er lebt als Autor und Schreibcoach in Würzburg und Berlin.

Meine Gedanken zum Buch

Oft finde ja kritische Worte zum Verlagstext, oft überfliege ich ihn nur. Aber dieser sagt genau das was das Buch ausmacht. In verschiedenen Episoden erzählt Roman Rausch die Geschichte der Würzburger Mainbrücke. Er beginnt in grauer Vorzeit als sich ein germanischer Stamm an einer Furt am Main niederlässt, dessen Krieger Virdis maßgeblich für den Namen der Stadt ist und endet im Jahr 1945. Zwischen den einzelnen Episoden sind kurze historische Abhandlungen eingefügt, die es dem Leser ermöglichen, sich in die jeweilige Epoche einzufühlen.

So wird die Geschichte eines Bauwerkes ebenso unterhaltsam wie auch lehrreich erzählt. Es ist ein äußerst interessanter Streifzug durch die wechselhafte Historie, meine Erwartungen an diesen Roman waren nicht sehr hoch, doch ich wurde im positiven Sinne sehr überrascht. Schon die bisher erschienenen Romane Roman Rauschs habe ich mit viel Interesse und großer Begeisterung gelesen, „Die Brücke über den Main“ schließt sich der Reihe sehr guter und lesenswerter historischer Roman nahtlos an.

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Druckfrisch am 8. Mai 2017

In der Nacht von Sonntag auf Montag, 08. Mai 2017, gibt es wieder Druckfrisch(es) auf DasErste um 00.10 Uhr.

Laut Newsletter der Sendung sind die Themen:

* Olga Grjasnowa: „Gott ist nicht schüchtern“

* Kafka, Shakespeare, Blumenbeet – Kat Menschiks großartige Bilderwelt

* Denis Scheck empfiehlt „Die drei Sonnen“ von Cixin Liu

* Denis Schecks Kommentar zu den Büchern auf der aktuellen Spiegel-Bestsellerliste (diesmal Sachbuch)

Quelle Foto und Information: Druckfrisch Newsletter DasErste.de

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