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24. Juni 2015 / Karthause

lesenswert quartett am 25.Juni 2015

Morgen, Donnerstag, 25. Juni 2015, gibt der SWR von 23.15 bis 00.15 Uhr für die Nachtschwärmer unter den LeserInnen Lesetipps für die Urlaubszeit. Für die Frühaufsteher wird diese Sendung am Sonntag, 28. Juni 2015, um 8.45 Uhr wiederholt.

 

Das Kritikerquartett des SWR, moderiert von Denis Scheck, lädt ein nach Sizilien, Israel, Afghanistan – und in die Salzwüsten Nevadas. Folgende Bücher werden besprochen:
“Flammenwerfer” – Rachel Kushners Hochgeschwindigkeits-Künstler-Roman lockt uns in die Salzwüsten Amerikas.
Stefano d’Arrigo: “Horcynus Orca” – Das monumentale Werk erzählt die fünf Tage einer Heimreise von Neapel nach Sizilien.
Amos Oz: “Judas” – War Judas ein Verräter? Und sind Verräter notwendigerweise verachtenswert? Amos Oz wagt eine ganz andere Sichtweise auf die biblische Geschichte wie auf die Gründung Israels.
Steffen Kopetzky: “Risiko” – Bericht einer Geheimexpedition ins Afghanistan am Beginn des ersten Weltkriegs. Deutsche gegen Engländer – Ein Abenteuerroman in einer Gegend, in der auch Karl May unterwegs war. Aber wesentlich realistischer.

Quelle für Grafik und Textzitat: SWR lesenswert

 

11. Juni 2015 / Karthause

Druckfrisch am 14. Juni 2015

Am Sonntag, 14. Juni 2015, gibt es wieder Druckfrisches aus der ARD um 23.35 Uhr.

Laut Newsletter der Sendung sind die Themen:

  • Denis Scheck empfiehlt: Michael Psellos “Leben der byzantinischen Kaiser (976-1075) – Chronographia”
  • Johannes Willms: “Waterloo – Napoleons letzte Schlacht”
  • Andreas Maier: “Der Ort”
  • Außerdem: Denis Schecks wie immer pointiert meinungsfreudiger Kommentar zur aktuellen Spiegel-Bestseller-Liste  – diesmal: Belletristik.

Danach geht Druckfrisch in die Sommerpause, die nächste Sendung wird am 15. September 2015 ausgestrahlt.

Quelle für Foto und Inhalt: Das Erste/Newsletter Druckfrisch

11. Juni 2015 / Karthause

Susan Abulhawa – Als die Sonne im Meer verschwand

Quelle: Diana Verlag

Quelle: Diana Verlag

OT: The Blue Between Sky and Water

Gebundene Ausgabe: 384 Seiten

Verlag: Diana Verlag

ISBN-13: 978-3453291706

Der Verlag über das Buch

In Amerika aufgewachsen, kennt die Palästinenserin Nur die malerischen Dörfer ihrer Heimat bloß aus den Erzählungen ihres Großvaters. Doch dann trifft sie Jamal, der als Arzt in Gaza arbeitet und sie dorthin einlädt. Zum ersten Mal reist Nur zu ihrer Familie und erlebt, wie eng deren Geschichte mit der Israels und Palästinas verflochten ist. Sie ist überwältigt von den Eindrücken, erfährt aber auch eine bittere Wahrheit über Jamal. Stehen lediglich die strengen Regeln seiner Kultur zwischen ihnen? Nur muss herausfinden, wohin sie und ihre Liebe gehören.

Nach ihrem internationalen Bestseller »Während die Welt schlief« erzählt Susan Abulhawa auch in ihrem neuen Roman voller Poesie von einer Familie ohne Heimat, von Krieg, Frieden und Hoffnung.

Der Verlag über die Autorin

Geboren als Kind palästinensischer Flüchtlinge wuchs Susan Abulhawa in Kuwait, Jordanien und Jerusalem auf. Als Teenager ging sie in die USA, wo sie heute gemeinsam mit ihrer Tochter lebt. Die Autorin engagiert sich aktiv für die Menschenrechte und die Lebensumstände von palästinensischen Kindern in besetzten Gebieten. Ihr Debüt »Während die Welt schlief« wurde in über zwanzig Sprachen übersetzt und zum internationalen Bestseller. »Als die Sonne im Meer verschwand« ist ihr zweiter Roman.

Meine Gedanken zum Buch

Der Nahostkonflikt hat mich seit meiner Jugend sehr beschäftigt. Unzählige Dokumentationen habe ich zu diesem Thema gesehen, Sachbücher gelesen und ich habe mich diesem literarisch genähert, weil ich eigentlich nur eines will, verstehen – und zwar die Sicht aller Beteiligten.

Mit viel Spannung erwartete ich diesen Roman von Susan Abulhawa. Ihren Erstling „Während die Welt schlief“ hatte ich mit viel Interesse und Begeisterung gelesen und so erhoffte ich mir wieder informative und unterhaltsame Lesestunden.

So lernte ich die in den USA lebende und dort geborene Palästinenserin Nur kennen. Von ihren Wurzeln erfährt sie aus den Erzählungen ihres Großvaters. Als dieser stirbt, beginnt eine Odyssee für das damals noch kleine Mädchen, die sie schließlich nach Palästina und zufällig in den Kreis ihrer Familie führt.

Diese Familien- und letztendlich auch Liebesgeschichte wird zu Beginn stark durch die historischen Ereignisse im Nahen Osten geprägt. Diese traten aber im Verlauf der Lektüre ein wenig in den Hintergrund. Die Verteilung von Gut und Böse, Opfer und Täter war sehr eindeutig verteilt und die Autorin, selbst Palästinenserin, ergreift in diesem Roman sehr eindeutig Partei. Dieses Recht möchte ich ihr auch keinesfalls absprechen, allerdings leidet der Roman dadurch etwas unter der einseitigen Sichtweise.

Sprachlich ist der Roman recht einfach gestaltet, er ist leicht und flüssig zu lesen. Die ein wenig mystisch angehauchten Passagen haben mich keineswegs gestört, sie stellten für eine interessante und gelungene Form der Erzählperspektive dar. Die Personen sind hinreichend charakterisiert, um beim Leser Verständnis für deren Tun und Lassen zu entwickeln.

Wenn mich „Als die Sonne im Meer verschwand“ auch bezüglich einer komplexen historischen Betrachtungsweise nicht überzeugte, habe ich diesen Roman doch recht gern gelesen. Denn besonders die Frauen der Familie erlaubten tiefe Einblicke in das Leben im Gazastreifen. Sie sind es, die, allen Widrigkeiten zum Trotz, der Familie Halt und Zuversicht geben und mit ihren starken Charakteren dem Roman Leben einhauchen.

Auch weiterhin werde ich literarisch den Nahen Osten bereisen. Zur Zeit lese ich Leon Uris „Exodus“, das große Epos um die Gründung Israels, ein Buch das mich sehr berührt und emotional fordert.

9. Juni 2015 / Karthause

Glendon Swarthout – The Homesman. Es führt kein Weg zurück

9783453418172_Cover

Quelle: Heyne Verlag

OT: The Homesman
Übersetzer: Kollektiv Druck-Reif
Taschenbuch: 368 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
ISBN-13: 978-3453418172

Der Verlag über das Buch

Amerika 1862 – irgendwo in Missouri: Das Leben der Siedler ist unerträglich hart. In diesen dunklen Zeiten zerbrechen vier Frauen an Einsamkeit und Hunger. Man beschließt, sie in den Osten zurückzubringen, in ein besseres Leben. Die resolute Mary Bee Cuddy wird ausgewählt, um den Treck zu führen. Doch sie weiß, dass sie allein keine Chance hat, und muss sich auf die Unterstützung des Abenteurers Briggs verlassen. Entschlossen treten sie den gefahrvollen Weg an, der durch die Weiten der gnadenlosen Wildnis führt …

Der Verlag über den Autor

Glendon Fred Swarthout, 1918 in der Nähe von Pinckney, Michigan geboren, schrieb 16 Romane und zahlreiche Kurzgeschichten. Berühmt wurde er vor allem durch seine großen Western, die heute als Klassiker gelten. Viele seiner Bücher wurden erfolgreich in Hollywood verfilmt, u. a. mit John Wayne und Paul Newman. Swarthout verstarb 1992 in Scottsdale, Arizona, und wurde 2008 posthum in die Western Writers Hall of Fame aufgenommen.

Meine Gedanken zum Buch

„The Homesman“ ist ein Roman über die Pioniere der Besiedelung des amerikanischen Westens im Jahr 1862. Man lebte noch in Sodenhäusern und das Leben verlangte den Menschen viel, sehr viel ab, manchmal mehr, als sie zu ertragen in der Lage waren. Voller Hoffnungen begannen sie ihr Leben in der Wildnis. Dort waren die Siedler nicht nur den Naturgewalten ausgesetzt, auch Krankheiten und die Einsamkeit machten das Leben mitunter nur schwer erträglich. Besonders die Frauen litten unter den Bedingungen und nicht alle waren den Widrigkeiten gewachsen. Von vier dieser Frauen, die daran zerbrachen, erzählt Glendon Swarthout in seinem Roman. Die Frauen waren aber nicht besonders zart besaitete Wesen, das Leben verlangte ihnen einfach mehr ab, als sie psychisch verkraften konnten. Ihre Männer wussten keinen anderen Rat, als einen Treck gen Osten zu organisieren.

Zugegeben, ein wirklich glühender Liebhaber von Wild-West-Romanen bin ich nicht. Trotzdem habe ich diesen unglaublich gern gelesen. Was war nun genau so fesselnd an diesem Roman?

The Homesman ist keiner der üblichen von Wild-West-Romantik, Revolverhelden und Indianerüberfällen strotzenden Western. In ihm geht es vorrangig um das Leben und Leiden der Pioniere und die lange, beschwerliche und gefährliche Reise der Gescheiterten zurück in die Zivilisation. So grundverschieden die Schicksale der vier Frauen sind, so sehr ähneln sie sich auch. Mit viel Einfühlungsvermögen schildert Glendon Swarthout das Geschehen, das zum Erkranken der Frauenseelen führte. Er hat damit das Bild einer Gesellschaft geschaffen, das weit entfernt von jener gängigen Western-Idylle a la Karl May oder John Wayne ist. So kommt dieser Roman (fast) völlig ohne Schießereien aus, was nicht bedeutet, dass er nicht hart ist. Die darin vorkommende Härte ist anders, es ist die des Lebens der amerikanischen Pioniere, die sehr authentisch wirkend und intensiv beschrieben wurde.

The Homesman hat mich stark beeindruckt, weil er auf mich so real und glaubhaft wirkte, so intensiv war und über eine sehr dichte Atmosphäre verfügt. Mit den geschilderten Problemen und Grausamkeiten, auch besonders denen im Umgang mit den psychisch kranken Frauen, konnte ich gut umgehen, wurden diese doch nicht des Effektes wegen beschrieben, sondern gehörten untrennbar zur Besiedelung des Westens. Es war zwar nicht immer leicht, davon zu lesen, doch öffnete sich damit auch ein völlig neuer Blick auf die damalige Zeit, die von Pioniergeist, Mut und unbändigem Willen geprägt war.

2. Juni 2015 / Karthause

Lukas Hartmann – Auf beiden Seiten

Quelle: Diogenes Verlag

Gebundene Ausgabe: 336 Seiten

Verlag: Diogenes

ISBN-13: 978-3257069211

Der Verlag über das Buch

1989 und 1990: Jahre des Umbruchs. Der Schweizer Journalist Mario, gerade von seiner Frau getrennt, reist kurz vor dem Mauerfall für eine Reportage nach Ostberlin. Was er noch nicht weiß: Der Kalte Krieg reicht auch bis in sein Leben und seine Familie hinein. Ein überraschender, politisch brisanter Roman über eine nahe Vergangenheit, die bis heute nachwirkt.

Im Leben des Journalisten Mario hat Dr. Armand Gruber immer eine imposante Rolle gespielt. Gruber ist ein Mann von altem Schrot und Korn. Ein brillanter Deutschlehrer, Hauptmann der Schweizer Armee, glühender Antikommunist. Und jahrzehntelang hat er ein Doppelleben geführt. Keiner hat etwas geahnt. Nicht seine Frau, nicht seine Tochter Bettina, die ihr Leben lang gegen den Vater aufbegehrt. Nicht sein einstiger Lieblingsschüler und Schwiegersohn Mario, der mit Gruber brechen musste, um zum linken Journalisten zu werden. Auch nicht Bettinas beste Freundin Karina, die als Tochter des Hausmeisters beim Schweizer Geheimdienst ganz dicht an Grubers Geheimnis aufgewachsen ist. Denn er war Mitglied der geheimen Widerstandsorganisation P-26. Jetzt, zwei Jahrzehnte nach dem Ende des Kalten Krieges, darf Gruber sein Schweigen brechen.

Der Verlag über den Autor

Lukas Hartmann, geboren 1944 in Bern, studierte Germanistik und Psychologie. Er war Lehrer, Journalist und Medienberater. Heute lebt er als freier Schriftsteller in Spiegel bei Bern und schreibt Bücher für Erwachsene und für Kinder. Er ist einer der bekanntesten Autoren der Schweiz und steht mit seinen Romanen, zuletzt ›Abschied von Sansibar‹, regelmäßig auf der Bestsellerliste. Für ›Bis ans Ende der Meere‹ wurde er 2010 mit dem Sir-Walter-Scott-Literaturpreis für historische Romane ausgezeichnet.

Meine Gedanken zum Buch

Die Augsburger Allgemeine schrieb einmal, Lukas Hartmann könne Geschichte so erzählen, dass sie uns die Gegenwart in anderem Licht sehen lässt. Dem kann ich in Kenntnis seiner Romane, deren Handlungszeiten deutlich der Vergangenheit angehören, nur zustimmen. Mit „Auf beiden Seiten“ greift der Autor ein Thema auf, dass sich mit der jüngeren Geschichte befasst.

Lukas Hartmann hat die Romanhandlung sehr geschickt, aber nach meinem Empfinden auch etwas kompliziert arrangiert. So geht es neben der Trennung von Mario und Bettina um dessen Reise für eine Reportage nach Ostberlin kurz vor dem Mauerfall, aber es geht auch um dessen Verhältnis zu seinem Schwiegervater, Armand Gruber. Dieser war zu Schulzeiten Marios Lehrer, den er bewunderte und schätzte. Mario war sein Lieblingsschüler, aber irgendwann überwarfen sich beide. Denn Gruber war aber auch ein glühender Antikommunist, der eine linke Einstellung nicht akzeptieren konnte und vor allem war er Mitglied des Projekts-26, einer streng geheimen Schweizer Widerstandsgruppe.

Den Handlungsstrang um die Gruppe P-26 fand ich hochinteressant, bei diesem Ende der 1970er – Anfang der 1980er Jahre ins Leben gerufene Projekt ging es um die Aufrechterhaltung des Widerstandswillens im Falle einer Besetzung der Schweiz. Mir war dieses Geschehen, das bei Bekanntwerden in der Schweiz für einen Skandal sorgte, bislang vollkommen unbekannt. Wahrscheinlich fesselte mich deshalb dieser Teil des Romans besonders. Dagegen konnte ich das von ihm beschriebene Ost-Berlin der Vorwendezeit nicht als das mir vertraute Berlin wiedererkennen. Vielleicht lag das aber daran, dass Lukas Hartmann mit dem ihm eigenen Außenblick auf die Stadt schaute und ich gewissermaßen betriebsblind durch die Straßen lief.

Bei der sprachlichen Gestaltung seines Romans hat mich Lukas Hartmann wieder vollends überzeugt. Der Roman liest sich sehr eingängig und leicht , ohne dabei flach zu sein. Die Dialoge sind lebendig. In seine Protagonisten kann man sich gut hineinversetzen und deren Tun gut nachvollziehen. Es handelt sich dabei um fiktive Personen, denen er mit seinen Worten Leben einhaucht.

Kurzum, „Auf beiden Seiten“ hat mich ein wenig zwiegespalten zurückgelassen. Er ist ein durchaus lesenswerter und auch sehr unterhaltsamer Roman, der mich aber mit der Berliner Handlung nicht vollends überzeugt hat. Trotzdem hat er meinen Horizont erweitert und mir kurzweilige Lesestunden beschert.

28. Mai 2015 / Karthause

Jürgen Todenhöfer liest…

am Mittwoch, 3. Juni 2015, 19 Uhr im

Audimax der Universität Duisburg Essen,  Neues Hörsaalzentrum,
Meyer-Schwickerath-Str. 1, 45141 Essen

aus seinem aktuellen Bestseller „Inside IS –10 Tage im ›Islamischen Staat‹“

Der Verlag über das Buch:

Im Sommer 2014 führte Jürgen Todenhöfer mehrere Monate lang Gespräche mit deutschen Islamisten (via Skype), die sich dem IS-Staat angeschlossen haben. Die Erkenntnisse, die er in diesen Gesprächen gewann, sind mehr als erschreckend und enthüllen die mörderischen Absichten des sogenannten Kalifats, das einen weltweiten Gottesstaat errichten will und dabei auch vor Massenmorden nicht zurückschreckt, selbst unter Muslimen. Nach der Erweiterung Ihres Staates im Nahen Osten, bei der sie die Nachbarstaaten unterwerfen wollen, haben sie Europa und den Westen im Visier.

Im November 2014 fuhr er als bislang weltweit einziger westlicher Journalist in das Zentrum des IS-Staats, nach Mossul, hielt sich dort 10 Tage lang auf und führte weitere Interviews. In seinem Buch beschreibt er eindringlich seine Erlebnisse vor Ort.

Inside IS - 10 Tage im Islamischen Staat von Juergen Todenhoefer

Inside IS – 10 Tage im Islamischen Staat von Juergen Todenhoefer (Quelle: C. Bertelsmann)

 

 

22. Mai 2015 / Karthause

Sigge Eklund – Das Labyrinth

Quelle: Dumont VerlagOriginaltitel: In i labyrinten

Broschiert: 384 Seiten

Verlag: DuMont Buchverlag

ISBN-13: 978-3832197582

 

Kurzbeschreibung (Quelle: amazon.de)

Martin und Åsa Horn sind so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass für ihre elfjährige Tochter Magda kaum Aufmerksamkeit übrig bleibt. Als Magda plötzlich vermisst wird und der Verdacht die Eltern trifft, begeben sie sich auf eine nervenaufreibende Spurensuche ebenso wie Tom, Martins loyaler Kollege, und die Schulkrankenschwester Katja, die vor Magdas Verschwinden Narben und blaue Flecken am Körper des Mädchens entdeckt hatte. Vier unzuverlässige Erzählerstimmen entführen den Leser in ein Labyrinth aus Schuldbekenntnissen und Indizien. Immer neue Irrwege tun sich auf, bis am Schluss eine überraschende Entdeckung wartet …

Über den Autor (Quelle: amazon.de)

Sigge Eklund, 1974 geboren, ist in Schweden vor allem als Blogger, Webjournalist und Fernsehproduzent bekannt und hat sich nicht zuletzt durch seinen preisgekrönten Podcast mit Axel Schulman einen Namen gemacht. >Das Labyrinth< ist sein fünfter Roman, der in insgesamt zehn Sprachen erscheint. Mit seiner Frau und seinen drei Kindern lebt er in Stockholm.

Meine Meinung

Die Handlung. dieses Romans wird von vier Personen getragen. Martin und Åsa Horn sind die Eltern der vermissten Magda. Beide sind recht stark mit sich selbst beschäftigt, ein Wir existiert nur scheinbar. Auch bei der Suche nach ihrer Tochter stehen sie nicht zusammen, sondern entfernen sich noch mehr von einander . Tom ist Martins untertäniger und kriecherischer Mitarbeiter und Katja ist als Schulkrankenschwester an Magda Schule tätig und bemerkt einige Auffälligkeiten an dem Mädchen. Zwischen diesen vier Personen gibt es etliche Querverbindungen, zu viele für meinen Geschmack. So wird das Konstrukt des Romans sehr deutlich.

Der Autor legt den Fokus in den einzelnen Abschnitten immer auf eine einzige Person und lässt den Leser durch den Blick derer das Geschehen erleben. Jeder der Protagonisten tritt in diesem Roman zweimal in den Mittelpunkt. Dabei ist der Titel des Romans Programms. Man las sich wie durch ein Labyrinth, allerdings verspürte ich mit jeder erreichten Sackgasse immer weniger den Wunsch, weiterzulesen und den richtigen Weg aufzuspüren. Ich fand nichts Fesselndes an dem Roman. Die Personen blieben mir trotz aller psychologischer Detailfülle fremd und eigentlich wollte ich sie und ihre Motivationen zu Handeln irgendwann auch nicht mehr näher erkunden.

Sprachlich ist „Das Labyrinth“ sehr einfach gehalten, die Dialoge empfand ich oft als oberflächlich.

Mit skandinavischen Romanen tue ich mich oft es schwer, aber diesen hätte ich nicht zu Ende gelesen, wäre er nicht als Rezensionsexemplar zu mir gekommen. Dabei kann ich keinen Hauptgrund für mein Missfallen nennen, es ist eher die Fülle der Kleinigkeiten, die meine Lesefreude bremsten.

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