Corina Bomann – Sturmherz

sturmherz

Quelle: Ullstein Verlag

Taschenbuch: 528 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch
ISBN-13: 978-3548288390

 

Der Verlag über das Buch

Alexa Petri hat schon seit vielen Jahren ein schwieriges Verhältnis zu ihrer Mutter Cornelia. Doch nun liegt Cornelia im Koma, und Alexa muss ihre Vormundschaft übernehmen. Sie findet einen Brief, der Cornelia in einem ganz neuen Licht erscheinen lässt: als leidenschaftliche junge Frau im Hamburg der frühen sechziger Jahre. Und als Opfer der schweren Sturmflutkatastrophe. Alexa beginnt zu ahnen, wer ihre Mutter wirklich ist. Als ein alter Freund von Cornelia auftaucht, ergreift Alexa die Chance, sich von der Frau erzählen zu lassen, die sie schließlich auch verstehen und lieben lernt.

Der Verlag über die Autorin

Corina Bomann ist in einem kleinen Dorf in Mecklenburg-Vorpommern aufgewachsen und lebt mittlerweile in Berlin. Sie hat bereits erfolgreich Jugendbücher und historische Romane geschrieben, bevor ihr mit Die Schmetterlingsinsel der absolute Durchbruch gelang. Seither gehört sie zur ersten Garde der deutschen Unterhaltungsschriftstellerinnen.

Mehr über die Autorin findet man auf ihrer Homepage: www.corina-bomann-online.de

Meine Gedanken zum Buch

Seit frühester Jugend ist das Verhältnis zwischen Alexa und ihrer Mutter kompliziert. Als diese wegen eines Schlaganfalls ins Krankenhaus kommt und Alexa die Unterlagen nach einer Patientenverfügung durchsucht, kommt sie langsam hinter das Geheimnis der Mutter, durch das auch ihr Leben nachhaltig geprägt wurde. Sie findet aber nicht nur Unterlagen, die mehr Fragen aufwerfen als beantworten, sie lernt auch den Mann kennen, der die große Liebe der Mutter war.

Eigentlich ist „Sturmherz“ ja nach einem altbekannten Muster gestrickt. Ein schwieriges Mutter-Tochter-Verhältnis nach einem geheimnisvollen, wochenlangen Verschwinden der Mutter und einer Katastrophe, die zwei Liebende trennt. Aber trotzdem unterscheidet sich dieser Roman, von ähnlich thematisierten. Er weist lebendig agierende Personen auf, deren innere Zerrissenheit spürbar und nachvollziehbar wird. Die Charaktere sind fein gezeichnet, weisen Stärken und Schwächen auf, durch die sie sehr menschlich und natürlich wirken. Darüber hinaus sind es die alltäglichen Szenen, die mich gerührt haben. Die Sorge um die Mutter, trotz all der ungeklärten Fragen, dem Gefühl nicht geliebt zu werden und all dem gegenseitigen Unverständnis. Die Vorbehalte gegen den Mann, der immer das Leben der Mutter beeinflusste, ohne je wirklich für sie greifbar zu sein. Die Sorge der Tochter, all den neuen Herausforderungen nicht entsprechen zu können.

Die Fragen, die neben der Protagonistin auch die Leser beschäftigen, werden nicht in einer großen Lebensbeichte sondern nach und nach geklärt. Dadurch bekommt dieser Roman einen durchgehenden Spannungsbogen, der auch nicht durch die sich langsam entwickelte Liebesgeschichte beeinträchtigt wird, deren Ende ebenso schlüssig wie absehbar ist.

„Sturmherz“ ist ein sehr unterhaltsamer und sehr angenehm zu lesender Roman. Er wirft Alltagsfragen auf, macht nachdenklich und berührt zugleich. Die sich vorsichtig anbahnende Beziehung, die Alexa eingeht, passt sehr gut in den Roman. Ohne diese wäre der Roman um einiges ärmer. Sie ist nicht rosarot kitschig, lässt den Roman aber etwas heller und leichter erscheinen. Ich habe „Sturmherz“ sehr gern gelesen.

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Richard Dübell – Der Jahrhunderttraum

jahrhunderttraum

Quelle: Ullstein Verlag

Broschiert: 736 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch
ISBN-13: 978-3548288277

Der Verlag über das Buch

Das Ende der Bismarckzeit: Die Geschwister Otto, Amalie und Levin von Briest sehen der Wende zum neuen Jahrhundert entgegen und allen Verheißungen, die es mit sich bringt. Die Menschheit erobert den Himmel, die Flugpioniere begeistern die Massen. Gleichzeitig spalten politische Entwicklungen und nationalistische Tendenzen die Nation. Frauen treten jetzt für ihre Rechte ein, wollen ihre Zukunft selbst gestalten. Auch die Geschwister von Briest müssen sich entscheiden, welche Wege sie einschlagen. Als sie von einem geplanten Attentat auf die preußische Regierung erfahren, sind sie die Einzigen, die diesen Plan durchkreuzen können, und halten plötzlich das Schicksal des neuen Jahrhunderts in ihren Händen …

Der Verlag über den Autor

Richard Dübell, geboren 1962, lebt in Landshut. Als Autor von historischen Romanen stürmt er seit Jahren die Bestsellerliste. Inzwischen ist er aber auch als Krimi-Autor bekannt.

Meine Gedanken zum Buch

Die Romanhandlung setzt im Jahr 1891 ein und endet mit einem Epilog im Jahr 1909. Zwanzig Jahre sind vergangen, seit der Leser die Familie von Briest im ersten Teil der Jahrhundertsturm-Trilogie verlassen. Obwohl für die den Vorgängerroman nicht kennenden Leser die wichtigsten Zusammenhänge erklärt werden, ist es für das Verständnis und die umfassende Lesefreude vorteilhaft, diesen zuerst zu lesen. Hauptfiguren in „Jahrhunderttraum“ sind die Enkel Alvin von Briests. So wie einst Alvin für die Eisenbahn brannte, sind seine Enkel von der sich gerade entwickelnden Luftfahrt begeistert. Doch der Traum vom Fliegen bleibt lange eben nur ein Traum. Neben anderen Entwicklungen werden Lilienthals erste Flugversuche und Projekte Graf Zeppelins werden ebenso spannend wie interessant beschrieben. Dabei wird der Leser nicht mit technischen Details bombardiert, alles wird zwar hinreichend erklärt, gewinnt jedoch nie die Oberhand im Romangeschehen, sondern ist immer nur Beiwerk.

Aber nicht nur die technischen Entwicklungen der Zeit werden thematisiert. Ein wichtiger Bestandteil ist auch die gesellschaftliche Analyse der ausgehenden Bismarckzeit. Der Antisemitismus greift zunehmend um sich, angefeuert durch geschickte Propaganda und gestreute Tatsachenverfälschungen. Schuldzuweisungen sorgen für eine angeheizte Stimmung. Das Verknüpfen von historischem Geschehen, technischem Fortschritt, Reflexion der gesellschaftlichen Entwicklung und fiktiver Romanhandlung ist Richard Dübell auch in diesem Roman ausgesprochen gut gelungen. Er hat meisterlich erzählt und in dem über 700 Seiten umfassenden Roman keine Längen aufkommen lassen. So baute sich vor meinem inneren Auge ein umfassendes authentisches Zeitbild auf.

Aber auch Liebesgeschichten würzen die Romanhandlung. Am hervorstechendsten ist dabei wohl die Beziehung zwischen Amalie von Briest und Emma von Schley. So, wie ich die gesellschaftliche Akzeptanz der Ménage-à-trois im ersten Teil der Trilogie anzweifelte, fällt es mir schwer zu glauben, dass diese Liebe, die ja nicht wirklich geheim gehalten wurde, nicht mehr Anfeindungen ausgesetzt war. Nichts desto trotz bietet sie das Fundament, für die Thematisierung der aufstrebenden Frauenbewegung in Deutschland.

Die Personen wurden sehr treffend und glaubwürdig charakterisiert. Ihr Tun und Denken war einleuchtend und nachvollziehbar.

„Der Jahrhunderttraum“ ist ein sehr interessanter und ebenso unterhaltsamer Roman, gut durchdacht und intelligent aufgebaut, dazu ist er nicht nur leicht zu lesen, sondern auch noch sehr lesenswert. Wer wie ich die Verbindung von erzählter und erdachter Geschichte und einem faktischen historischen Rahmen sehr mag, wird bei diesem sehr gut aufgehoben sein.

Nun warte ich gespannt auf den letzten Teil dieser Trilogie und fiebere schon der neuen Thematik entgegen. Was könnte es sein? Die Entwicklung der Raumfahrt um Wernher von Braun, der Beginn der Computertechnik um Conrad von Zuse? Nun ja, ich werde mich überraschen lassen müssen.

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Bernhard Aichner – Totenrausch

Totenrausch von Bernhard Aichner

Totenrausch von Bernhard Aichner (Quelle: btb Verlag)

Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
Verlag: btb Verlag
ISBN-13: 978-3442756377

Der Verlag über das Buch

Brünhilde Blum. International gesuchte Mörderin. Liebevolle Mutter zweier Töchter. Seit Monaten auf der Flucht. In Hamburg will sie zur Ruhe kommen, einen Neuanfang wagen, und fast, so scheint es, gelingt es ihr auch. Ausgestattet mit einer neuen Identität und etwas Geld wohnt sie mit ihren Töchtern in einem wunderschönen Fischerhäuschen an der Elbe und arbeitet als Aushilfe in einem Bestattungsinstitut. Alles ist gut. Bis zu dem Tag, an dem sie für ihr neues Leben bezahlen muss – denn der Mann, dem sie das neue Glück zu verdanken hat, fordert ein, was sie ihm versprochen hat. Sie soll für ihn jemanden töten. Das Problem dabei ist nur, dass es sich um einen Menschen handelt, der ihr sehr ans Herz gewachsen ist …

Der Verlag über den Autor

Bernhard Aichner (geb. 1972) lebt als Schriftsteller und Fotograf in Innsbruck/Österreich. Aichner schreibt Romane, Hörspiele und Theaterstücke. Für seine Arbeit wurde er mit mehreren Literaturpreisen und Stipendien ausgezeichnet. „Totenrausch“ ist nach „Totenfrau“ und „Totenhaus“ das große Finale der Trilogie, in deren Mittelpunkt die Bestatterin Brünhilde Blum steht. Die Bücher wurden weltweit verkauft, eine mehrteilige internationale Fernsehserie ist in Vorbereitung.

Meine Gedanken zum Buch

Ihre Mission war erfüllt, das Morden sollte der Vergangenheit angehören, Brünhilde Blum wollte ein ganz normales Leben mit ihren Töchtern führen. Nach der Fluch nach Norwegen will sie in Deutschland unter falscher Identität Fuß fassen. Dabei ist sie auf die Hilfe eines skrupellosen Zuhälters angewiesen, dem sie ein folgenschweres Versprechen macht und der sich nicht scheut, die Einlösung einzufordern.

Vieles in diesem Thriller ist unwahrscheinlich, am unwahrscheinlichsten ist jedoch, dass die Ermittlungsbehörden so gar keine Rolle spielen. Da findet der alte Freund und Helfer Reza sie problemlos, wogegen die Polizei das nicht schafft. Nun liest man ja einen Thriller nicht, um sich an einer realistischen, aus dem Alltag gegriffenen Story zu erfreuen. Man erwartet Unterhaltung, Spannung und das Abtauchen in eine eben nicht alltägliche Welt. Und das bietet Bernhard Aichner seinen Lesern mit dem Abschluss der Reihe um die Bestatterin Brünhilde Blum. Zwar empfand ich ihn als weniger rasant als die Vorgängerromane, dafür lernt man die etwas mütterlichere Brünhilde kennen. Sie würde weit gehen um ihre Kinder und ihre neue Identität zu schützen, sehr weit.

„Totenrausch“ habe ich mit viel Spannung gelesen. Meine doch recht hohen Erwartungen wurden weitgehend erfüllt. Bernhard Aichner ist damit ein schlüssiger und die gesamte Geschichte abrundender Abschluss dieser Reihe gelungen.

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Robert Harris – Konklave

Quelle: Heyne Verlag

Quelle: Heyne Verlag

Originaltitel: Conclave
Übersetzer:
Wolfgang Müller
Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
ISBN-13: 978-3453270725

Der Verlag über das Buch

Der Papst ist tot. Die um den Heiligen Stuhl buhlenden Gegner formieren sich: Traditionalisten, Modernisten, Schwarzafrikaner, Südamerikaner … Kardinal Lomeli, den eine Glaubenskrise plagt, leitet das schwierige Konklave. Als sich die Pforten hinter den 117 Kardinälen schließen, trifft ein allen unbekannter Nachzügler ein. Der verstorbene Papst hatte den Bischof von Bagdad im Geheimen zum Kardinal ernannt. Ist der aufrechte Kirchenmann der neue Hoffnungsträger in Zeiten von Krieg und Terror – oder ein unerbittlicher Rivale mit ganz eigenen Plänen? Die Welt wartet, dass weißer Rauch aufsteigt

Der Verlag über den Autor

Bevor Robert Harris Romanautor wurde, war er als Reporter und Redakteur tätig. Nach seinem Studium in Cambridge arbeitete er als Reporter für die BBC und als Redakteur für den „Observer“. Der 1957 in Nottingham geborene Autor wurde 2003 als bester Kolumnist mit dem „British Press Award“ für seine Arbeit beim „Daily Telegraph“ und der „Sunday Times“ ausgezeichnet. Neben seinen Romanen, darunter Bestseller wie „Vaterland“, „Enigma“ und „Imperium“, schreibt er auch Sachbücher. In seinen Büchern verbindet er Fiktion und historische Fakten, sie entführen ihre Leser so in andere Welten und Zeiten. Heute lebt der Autor mit seiner Frau und vier Kindern in Berkshire.

Meine Gedanken zum Buch

Der Papst ist tot – Habemus Papam. Die ist die Zeitspanne, in der Robert Harris seinen Roman um die fiktive Wahl eines Papstes ansiedelt. Die Zeit ist unbenannt und auch für die Handlung nicht ausschlaggebend. Wichtig allein ist das Prozedere an sich. Wie oft vermutet, gibt es hinter den Mauern des Vatikans Intrigen, Verschwörungen, Klüngeleien. So beschreibt Harris gekonnt, wie die Fäden gezogen und Allianzen geschlossen werden. Dabei erklärt er Beweggründe, Erwartungen und nicht zuletzt auch die persönlichen Konflikte und Verpflichtungen sowie die Zweifel der Kardinäle. In der Realität findet all das hinter verschlossenen Türen statt, Robert Harris öffnet diese für seinen Leser einen Spalt breit und zeigt wie es hinter den Mauern des Vatikans zugehen könnte, aber keinesfalls muss. Denn „Konklave“ ist ein Roman der vom Autor erdacht wurde, dem aber fundierte Sachkenntnis zugrunde liegt.

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Ulrike Renk – Das Lied der Störche

lied-der-stoerche

Quelle: Aufbau Verlag

Taschenbuch: 512 Seiten
Verlag: Aufbau Taschenbuch
ISBN-13: 978-3746632469

Der Verlag über das Buch

Alte Heimat

Ostpreußen 1920: Frederike verbringt eine glückliche und unbeschwerte Kindheit auf dem Gut ihres Stiefvaters in der Nähe von Graudenz. Bis sie eines Tages erfährt, dass ihre Zukunft mehr als ungewiss ist: Ihr Erbe ist nach dem großen Krieg verloren gegangen, sie hat weder Auskommen noch Mitgift. Während ihre Freundinnen sich in Berlin vergnügen und ihre Jugend genießen, fühlt sich Frederike ausgeschlossen. Umso mehr freut sie sich über die Aufmerksamkeit des Gutsbesitzers Ax von Stieglitz. Wäre da nur nicht das beunruhigende Gefühl, dass den deutlich älteren Mann ein dunkles Geheimnis umgibt …

Ein berührende Familien-Saga die auf wahren Begebenheiten beruht.

Der Verlag über die Autorin

Ulrike Renk lebt als freie Autorin in Krefeld. Bei Aufbau Taschenbuch sind ihre Romane „Die Frau des Seidenwebers“, „Die Heilerin“, „Die Seidenmagd“ sowie die Bestseller „Die Australierin“, „Die australischen Schwestern“ und „Das Versprechen der australischen Schwestern“ erschienen. Mehr Informationen zur Autorin unter www.ulrikerenk.de

Meine Gedanken zum Buch

Frederike ist 11 Jahr alt als sie gemeinsam mit ihren Halbgeschwistern ihrer Mutter und deren 3. Ehemann auf das ostpreußische Gut Fennhusen folgt. Sie lebt sich in den ländlichen Verhältnissen schnell ein und vermisst ihre alte Heimat in Potsdam nur noch selten. In ihrem Hinterkopf bohrt aber immer wieder der Gedanke, was wohl in Zukunft aus ihr wird, denn sie ist das Kind aus erster Ehe der Mutter und hat somit keinerlei Ansprüche. 8 Jahre später hat sie die Gartenbauschule in Bad Godesberg absolviert und kehrt nach zweijähriger Ausbildung zurück nach Ostpreußen. Auch die Mutter macht sich ernste Gedanken um die Zukunft der Tochter und sucht einen Ehemann für Frederike. Aber da ist auch der geheimnisvolle 15 Jahre ältere Ax von Stieglitz, der Frederike zugeneigt ist.

Ulrike Renks Roman „Das Lied der Störche“ basiert auf einer wahren Begebenheit. Mit der Zeit und dem Ort der Handlung hat sie von vornherein meinen Geschmack getroffen. Aber nicht nur das, es ist ihr auch ausgezeichnet gelungen, diese Zeit im Roman mit Leben zu erfüllen. Sehr deutlich werden die ländlichen Lebensumstände beschrieben und auch Vergleiche zum üblichen Lebensstandard der besseren Gesellschaft in den Städten des Reiches gezogen. So müssen beispielsweise die Kinder der Gutsbesitzer auch mit anpacken, was für die gleichaltrigen Freunde aus der Stadt unvorstellbar ist. Auch die politischen Gegebenheiten ließ die Autorin nicht unerwähnt. Die gesamte Szenerie wurde so lebendig beschrieben und mit unzähligen liebevollen Details ausgeschmückt, dass ich nach dem beenden des Buches das Gefühl hatte, einen Urlaub bei guten Freunden gemacht zu haben.

Auch die Charaktere der handelnden Personen sind äußerst facettenreich beschrieben. Das gilt sowohl für die Hauptpersonen und – was ich besonders erwähnenswert finde – ebenso für die Personen, die nur kurzzeitig in der Handlung auftreten, stellvertretend hierfür seien die Sommerzwillinge genannt. Die Person, die mir neben Frederike besonders sympathisch war, ist die Köchin Schneider. Sie ist einzigartig, ein Unikum, die dem Roman ein ganz besonderes Kolorit verleiht.

Mir hat „Das Lied der Störche“ sehr angenehme Lesestunden beschert. Dieser Roman hatte alles, was ich von einem Wohlfühlbuch erwarte, eine gute Geschichte, Charaktere mit menschlichen Zügen, ein gutes Zeit- und Sittenbild und eine sehr angenehm und flüssig zu lesende Sprache, die mit der Mundart ein wenig an Ort und Zeit angepasst ist.

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Marc Elsberg – Helix. Sie werden uns ersetzen

HELIXSie werden uns ersetzen von Marc Elsberg

HELIXSie werden uns ersetzen von Marc Elsberg

Gebundene Ausgabe: 648 Seiten
Verlag: Blanvalet Verlag
ISBN-13: 978-3764505646

Der Verlag über das Buch

Haben Sie die Gene zum Überleben?

Der US-Außenminister stirbt bei einem Staatsbesuch in München. Während der Obduktion wird auf seinem Herzen ein seltsames Zeichen gefunden – von Bakterien verursacht? In Brasilien, Tansania und Indien entdecken Mitarbeiter eines internationalen Chemiekonzerns Nutzpflanzen und –tiere, die es eigentlich nicht geben kann. Zur gleichen Zeit wenden sich Helen und Greg, ein Paar Ende dreißig, die auf natürlichem Weg keine Kinder zeugen können, an eine Kinderwunschklinik in Kalifornien. Der Arzt macht ihnen Hoffnung, erklärt sogar, er könne die genetischen Anlagen ihres Kindes deutlich verbessern. Er erzählt ihnen von einem – noch inoffiziellen – privaten Forschungsprogramm, das bereits an die hundert solcher »sonderbegabter« Kinder hervorgebracht hat, und natürlich wollen Helen und Greg ihrem Kind die besten Voraussetzungen mitgeben, oder? Doch dann verschwindet eines dieser Kinder, und alles deutet auf einen Zusammenhang mit sonderbaren Ereignissen hin – nicht nur in München, sondern überall auf der Welt …

Der Verlag über den Autor

Marc Elsberg wurde 1967 in Wien geboren. Er war Kolumnist der österreichischen Tageszeitung »Der Standard« sowie Strategieberater und Kreativdirektor für Werbung in Wien und Hamburg. Heute lebt und arbeitet er in Wien.

Meine Gedanken zum Buch

Nach „Black Out“ und „Zero“ legte Marc Elsberg nun mit einem auch sehr aktuellen Thema seinen neuen Romans vor. Genmanipulation bei Pflanzen und designte Kinder sind Kern der beiden Handlungsstränge, die am Ende zusammengeführt werden. Dabei stellt der Autor auch die moralisch-ethischen Fragen, die er stellvertretend durch seine Protagonisten aus unterschiedlicher Perspektive beleuchtet und von den entsprechenden Standpunkten aus beantworten lässt. So zeigt er die Möglichkeiten und Verlockungen der Gentechnik, aber auch die Risiken und Folgen. „Helix“ ist ein Roman, bei dem man als Leser schon etwas an Interesse für die Thematik aufbringen sollte. Aber er bleibt immer, auch für Lesern, die sich noch nie mit den Möglichkeiten der Gentechnik befassten, verständlich und so fällt es am Ende leicht, einen eigenen Standpunkt zu finden.

Wenn ich den sachlichen Teil des Romans auch als sehr interessant bezeichnen würde, so enttäuscht war ich von der sprachlich-stilistischen Umsetzung. Sätze, die grammatikalisch keine sind, nicht nur in den Dialogen, hinterlassen schon einen schalen Beigeschmack. Auch beim Genre hätte Elsberg sich gern ein wenig mehr austoben dürfen. Ich hatte doch eher eine Art Wissenschaftsthriller erwartet, mit den den Roman in die Länge ziehenden Verfolgungsjagden wird auch versucht, diesem etwas zu entsprechen. Aber das allein macht eben noch nicht den Thrill aus. Meines Erachtens hat der Autor aber nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft, die der Plot bot, um einen packenden und mitreißenden Roman zu entwickeln.

Nach den beiden zuvor erschienenen Büchern von Marc Elsberg konnte „Helix“ meine Erwartungen nicht voll erfüllen.

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Jeffery Deaver – Wahllos

Wahllos von Jeffery Deaver

Wahllos von Jeffery Deaver (Quelle: Blanvalet Verlag)

Originaltitel: Solitude Creek
Übersetzer: Thomas Haufschild
Gebundene Ausgabe: 576 Seiten
Verlag: Blanvalet Verlag
ISBN-13: 978-3764505738

Der Verlag über das Buch

Seine größte Waffe ist deine Angst!

Ein Konzert in einem beliebten Nachtclub endet für die Besucher in einem Albtraum, als ein Feueralarm ausgelöst wird. Der Notausgang ist blockiert – es kommt zu einer Massenpanik, bei der zahlreiche Menschen sterben. Kathryn Dance ermittelt und stößt auf Beweise, die infrage stellen, dass es sich bei den Geschehnissen um ein tragisches Unglück handelte. Ein psychopathischer Täter hat offenbar die Angst der Konzertbesucher ausgenutzt, um seine perversen Bedürfnisse zu befriedigen. Dance muss alles daransetzen, ihn unschädlich zu machen, denn sie ist sicher, dass er wieder zuschlagen wird …

Der Verlag über den Autor

Ein gelähmter Expolizist und seine Assistentin, eine Verhörspezialistin und ein Location Scout: Das sind einige der ungewöhnlichen Protagonisten, auf die man in den Thrillern Jeffrey Deavers treffen kann. Mit dem Ermittlerpaar Lincoln Rhyme, Forensikexperte, und Amelia Sachs, junge Polizistin, wurde der US-Amerikaner berühmt. Der Erfolg als Autor ermöglichte es Deaver, seinen Beruf als Rechtsanwalt aufzugeben und sich ganz aufs Schreiben zu konzentrieren. Seine Werke sind inzwischen in mehr als 25 Sprachen übersetzt und erscheinen in etwa 150 Ländern weltweit. Für seine Bücher erhielt er u. a. den „Steel Dagger“ der British Crime Writers‘ Association und den „Nero Wolfe Award“.

Meine Gedanken zum Buch

„Wahllos“ ist der 4. Teil der Reihe um die Kinesiologin Kathryn Dance, die auch in diesem Teil eine Menge an privaten und dienstlichen Problemen zu bewältigen hat, mehr vom Inhalt möchte ich an dieser Stelle nicht preisgeben. Wie in allen seinen Thrillern hat Jeffery Deaver routiniert eine spannende Handlung mit einem interessanten, aktuellen Thema verknüpft. Den Spannungsbogen baut der Autor gewohnt zügig auf und fesselt mit diesem den Leser auch durchgehend ans Buch. Am Ende des Thrillers überschlagen sich dann die Ereignisse, es gibt unverhoffte Wendungen und als mitfiebernder Leser tappt man in die vom Autor ausgelegten Denkfallen. Die Thrillerreihe um Kathryn Dance stand in meiner Gunst immer hinter der um Lincoln Rhyme. Mit Wahllos hat die Dance-Reihe nun aufgeholt. Natürlich kann man diesen Band auch lesen und genießen, ohne die Vorgänger zu kennen. Aber für das Verständnis würde ich empfehlen, die Reihenfolge einzuhalten, weil sich dann die persönliche Entwicklung der Ermittlerin erst vollends erschließt.

„Wahllos“ ist ein, flüssig zu lesender und komplexer Thriller. Er ist ein wahrer Page-Turner, der mich überzeugt hat.

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