Truman Capote – Sommerdiebe

Frühstück bei Tiffany“ ist eines der Bücher, die ich besonders gern mag. „Sommerdiebe“ ist das Jahrzehnte lang verschollene Erstlingsfragment des gleichen Autors. Und genau das ist es in meinen Augen, ein Fragment, auf eine ganz eigentümliche Art unfertig.

Dabei fehlt es nicht an sprachlicher Gewandtheit oder gelungenen Beschreibungen. Grady ist ein Charakter, der dem Autor besonders gut gelungen ist. Die anderen blieben mir etwas farblos. So gefielen mir die Abschnitte, in denen die rebellische 17jährige in Erscheinung tritt besonders. In diesen Abschnitten war die Sprache ausgezeichnet, die gesellschaftlichen Unterschiede waren fein gezeichnet und man konnte das Können des Autors, mit dem er in späteren Werken brillierte, spüren. Dann kam es häufiger zu Brüchen in Sprache und Handlung. Meines Erachtens lässt der Roman zum Ende hin deutlich nach. Der abrupte Schluss ist dafür symptomatisch.

Alles in allem war dieses Buch eine nette Unterhaltung, die sich an einem Nachmittag flüssig und leicht lesen ließ. Ich fand es etwas naiv, aber der Autor war ja zu dem Zeitpunkt, als er „Sommerdiebe“ schrieb, erst 19 Jahre alt. Ob es in seinem Sinn war, dass dieses Fragment veröffentlicht wurde?

Gebundene Ausgabe: 145 Seiten
Verlag: Kein & Aber
ISBN-13: 978-3036951577

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