Edward Rutherfurd – London

🙂 🙂 🙂 🙂

Edward Rutherfurds „London“ beginnt im Jahr 54 v. Chr. mit der Besetzung Britanniens durch die Römer und endet im Jahr 1997. Ihm gelang mit diesem Buch eine gewaltige Saga, in deren Mittelpunkt die Entwicklung der kleinen Siedlung Londinium am Themseufer zur Metropole London stand. Dabei hielt er sich eng an die historischen Fakten. Ich begegnete Julius Cäsar, Heinrich VIII., Elisabeth I. und erlebte die Gründung Londons, den Bau der Westminster Abbey, den großen Stadtbrand, das Entstehen der London Bridge, bis hin zu den Luftangriffen im 2. Weltkrieg. In diesen historischen Rahmen setzte Rutherfurd fiktive Familien, die der Realität sicher nicht all zu fern waren und das Buch mit Leben erfüllten.

Obwohl die Handlung in diesem Roman eine Zeitspanne von 2000 Jahren umfasst, hatte „London“ keine Längen. Geschickt setzte Rutherfurd seine Protagonisten so ein, dass sie letzten Endes in allen Gesellschaftsschichten agierten, so erhielt ich als Leser auch einen tiefen Einblick in die verschiedenen Lebensumstände. Der große Zeitrahmen erforderte vom Autor auch, Zeitsprünge einzubauen. In einzelnen, aber letztlich doch zueinander gehörenden Geschichten widmete er sich den verschiedenen Epochen. Trotzdem hatte ich nicht das Gefühl, dass die Übergänge den Lesefluss behindern. Durch kleine Kunstgriffe gelang es Rutherfurd, dass die Handlungszeiträume recht fließend in einander griffen. Darüber hinaus erleichterte der im Buch vorhandene Stammbaum der handelnden Familien eine Orientierung.

Beeindruckend fand ich auch in diesem Roman von Edward Rutherfurd seine Fähigkeit, zu beschreiben. So gut wie seine Landschafts- und Stadtbeschreibungen sind, schildert er auch die Charaktere der handelnden Personen. Sie sind facettenreich und lebensecht und es fiel bei fast allen Protagonisten schwer sie nun als ausschließlichen Sympathieträger oder Antihelden einzuordnen.

Der sprachliche Stil, in dem „London“ gehalten ist, hat mir gut gefallen. Sachlich nüchtern wurden historisch unverzichtbare Fakten geschildert. Sobald die Handlung wieder einsetzte, begann der Roman sich wieder mit Leben zu füllen.

Das Buch enthält auch drei Pläne der Stadt aus den verschiedenen Epochen, diese habe ich beim Lesen gern genutzt. Sie rundeten das Bild ab, das ich von London bekam.

London“ ist ein sehr gelungener historischer Roman, den ich den Liebhabern dieses Genres ans Herz lege. Darüber hinaus kann ich ihn auch den vielen Liebhabern der Stadt empfehlen, es gibt sicher auch für sie vieles über London neu zu entdecken.

Gebundene Ausgabe: 876 Seiten
Verlag:
Droemer Knaur (Oktober 2002)
ISBN-10:
3426193450
ISBN-13:
978-3426193457
Gelesen:
Mai.2007

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