Sándor Márai – Die Nacht vor der Scheidung

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Die Nacht vor der Scheidung“ war mein zweiter Márai. „Die Glut“ las ich vor etwa einem Jahr und war einfach nur begeistert. Márai stand auf dem Treppchen, zu meinen Lieblingsautoren aufzusteigen. Mit entsprechenden Erwartungen bin ich an das Buch gegangen.

Ebenso wie bei „Die Glut“ wirft Márai grundlegende Fragen auf, Fragen zum Leben, zu Beziehungen im Allgemeinen und zur Liebe im Speziellen. Er schafft es auch mit diesem Buch mich nachdenklich zu stimmen, an einigen Passagen innehalten zu lassen und zu genießen.

Ebenso wie in „Die Glut“ geht es letztlich um zwei alternde Herren, die ihre Lebensträume nicht so umsetzen konnte, wie sie es sich vorgestellt hatten.

Ebenso wie „Die Glut“ ist dies ein ruhiges, melancholisches Buch mit tief- und weitgehenden Gedanken.

Ebenso wie in „Die Glut“ besticht Márai durch seine wunderbar klare, ungekünstelte Sprache. Dadurch treten die vorher genannten Ähnlichkeiten für mich etwas in den Hintergrund.

Hätte ich „Die Nacht vor der Scheidung“ als erstes seiner Bücher gelesen, wäre ich davon sicher ebenso fasziniert gewesen wie von „Die Glut“. Aber diese große Ähnlichkeit gefiel mir nicht. Ich frage mich, was Márai bewog, diese Bücher so schreiben. Es müssen doch einschneidende persönliche Erlebnisse gewesen sein, die dazu führten. Für sich allein betrachtet, war das Buch sehr gut. Aber da ich meine (vergleichenden) Gedanken nicht ausschalten konnte, bleibt nach dem Lesen ein kleiner Missklang zurück.

Sándor Márai ist immer noch in der Warteschleife, um in meinen persönlichen Schriftstellerhimmel zu gelangen. Er wird sich aber noch gedulden müssen, bis ich für „Das Vermächtnis der Eszter“ Zeit finde. Ich habe aber so ein paar Bedenken, dass ich diese Ähnlichkeiten auch dort vorfinde.

Gebundene Ausgabe: 220 Seiten
Verlag: Piper; Auflage: 4 (19. Mai 2004)
ISBN-10: 3492042872
ISBN-13: 978-3492042871
Gelesen: April 2007

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