Susan Sloan – Was keiner weiß

🙂 🙂 🙂 🙂

Valerie Marsh sitzt im Gerichtssaal und wartet auf das Urteil, sie wird beschuldigt, nach 43 Ehejahren ihren Mann Jack erschlagen zu haben.

Ihre Gedanken gehen zurück in die Vergangenheit, 1955 lernt sie, die unscheinbar Naive, den gutaussehenden Jack kennen und verliebt sich in ihn. Kurze Zeit später heiraten beide, entgegen der Vorbehalte ihres Vater gegenüber dem Schwiegersohn. Aber die Ehe verläuft nicht harmonisch, körperliche Nähe kann sie nur erdulden, über sich ergehen lassen. Eigene Wünsche zu äußern wagt die streng katholisch erzogene Valerie nicht. So erträgt sie auch seine Schläge stumm, findet für ihre Blessuren Ausreden, denn Familienangelegenheiten werden nicht nach außen getragen, das hat man ihr seit frühester Kindheit im elternhaus beigebracht. Ihre einzige Freude sind ihre fünf Kinder, von denen Jack nicht eines wollte. Die Kinder werden groß und von der Gewalt im Hause Marsh werden auch sie nicht verschont. So bricht die Familie langsam auseinander. Nur Valerie hält immer noch zu ihrem Mann. Über 40 Jahre erduldet sie ihren Ehealltag. Als Jack jedoch ihren Enkel prügelt, bricht alle Wut aus ihr heraus.

Was keiner weiß“ ist ein sehr ruhiger, nachdenklich stimmender Roman. Er ist eher eine Familiengeschichte mit tragischem Ende als ein Thriller, wie er vom Verlag ausgewiesen wurde. Die gängigen, in amerikanischen Thrillern üblichen Actionszenen fehlen. Dafür gewährt uns die Autorin Einblick in eine nach außen hin ganz normal erscheinende amerikanische Familie. Nur wenigen Menschen fällt auf, dass Valeries häufige Verletzungen nicht auf ihre eigene Tollpatschigkeit zurückzuführen sein können, sprechen ihre Befürchtungen aber nicht aus und helfen ihr nicht.

Der Roman ist in einem leichten, einfach zu lesenden Stil geschrieben. Nichts wurde beschönigt und doch hat mich das Buch auf eigentümliche Weise berührt. Zeigt es doch ganz deutlich, welche Werte Mädchen in früheren Generationen vermittelt bekamen, damit sie sich in die Rolle der gehorsamen Ehefrau fügten.

Mich hat dieses Buch sehr gut unterhalten. Ich hatte zwar einen Thriller á la „Schuldlos schuldig“ erwartet und wurde durch den für mich neuen Stil von Susan Sloan etwas überrascht. Es war aber eine angenehme Überraschung.

Taschenbuch 506 Seiten
Verlag:
Droemer/Knaur
ISBN-10:
3426629089
ISBN-13:
978-3426629086
Gelesen:
April 2007

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