Tom Rob Smith – Kind 44

Kind 44
Tom Rob Smith

 

OT: Child 44
Gebundene Ausgabe:
512 Seiten
Verlag: Dumont Buchverlag
ISBN-13: 978-3832180560

 

 

Zu Beginn der 50er Jahre werden in verschiedenen Städten der Sowjetunion tote Kinder aufgefunden. Offiziell heißt es, nur Unfälle können zu deren Tod geführt haben. Denn Gewaltverbrechen, so behaupten oberste Stellen vehement, gibt es in der kommunistischen Gesellschaft nicht. So soll Leo Demidow, Geheimdiestoffizier, seinen Kollegen davon überzeugen, dass der Tod dessen Sohnes Andrej, ein tragischer Unfall war.

Aber auch Leo bekommt seine Zweifel an der Sache, er forscht heimlich nach, und entdeckt 44 Fälle, bei denen Kinder zu Tode gekommen sind und deren Leichen sich auf grausamste Weise gleichen. Leo wird jedoch selbst überwacht. Solch eigenmächtiges Handeln ist alles andere als erwünscht. Er muss sich bewähren und soll seine Frau an die Geheimdienstchargen verraten. Aber innerlich hat er sich von dieser Organisation, der er immer treu gedient hat, gelöst. Sein Tun hat ernste Folgen.

Im Laufe der Geschichte erzählt Tom Rob Smith von der Gewaltherrschaft während der Stalinära. Unbescholtene Bürger werden als Staatsfeinde, Dissidenten und Regimegegner beschuldigt. Jeder kann jederzeit denunziert werden, ein Vorwand findet sich immer. Erpressung, Folter, Mord sind die Methoden der Geheimdienstler. Stalins Motto für den Überwachungsstaat ist „Kontrolliere die, denen du vertraust!“.

Die Stimmung in der damaligen Sowjetunion, die Ängste der Bürger, die unbeschreibliche Brutalität und Rücksichtslosigkeit des Geheimdienstes und die Funktionsweise des Stalinregimes hat Smith m. E. hervorragend eingefangen und beschrieben. Die Kriminalfälle dagegen und das Ende des Buches erschienen mir etwas zu konstruiert.

Die Sprache ist einfach und gut zu lesen. Dadurch rücken aber die Grausamkeiten, die beide Szenarien verbindet sehr deutlich in den Vordergrund. Beklemmung und Erschütterung ließen mich während des Lesens nicht los. Hinzu kommt das der Roman so geschickt aufgebaut ist, dass die Spannung stetig wächst und der Leser in der Handlung gefangen ist.

Ich würde dieses Buch empfehlen, aber immer darauf hinweisen, dass kaum vorstellbare Gräueltaten dieses Buch prägen.

 

 

 

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Dieser Beitrag wurde unter 2008, Krimi/Thriller veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

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