Sabine Weigand – Seelen im Feuer

Seelen im Feuer
Sabine Weigand
Gebundene Ausgabe: 528 Seiten
Verlag: Krüger
ISBN-13: 978-3810526632

Klappentext

Jeder kann verdächtigt werden, jeder wird verhört, jeder kann brennen. Die Angst geht um in Deutschland. 1626 ist es die Angst vor dem Teufel, der Zauberei, den Hexen. Es ist ein Ringen um Gut und Böse, aber auch ein Kampf um die Macht. Der intrigante Fürstbischof von Bamberg will die freien Bürger der Stadt in ihre Schranken weisen. Neben den einfachen Leuten hat er es deshalb besonders auf die Stadträte abgesehen. Sie werden verhört und verurteilt. Sie werden verbrannt. Mit der jungen Apothekerstochter Johanna schauen wir in eine Welt, in der der Hexenwahn Wirklichkeit ist. Auch sie droht in den Teufelskreis zu geraten, aus dem keiner entrinnt. Gelingt ihr die Flucht ins weltoffene Amsterdam? Bekommen die Bürger von Bamberg endlich Hilfe bei Kaiser und Papst, um dem Brennen ein Ende zu machen?

Meine Meinung

Gleich vorweg, dies war das erste Buch, welches ich von Sabine Weigand gelesen habe, aber auf weitere freue ich mich schon. Der Grund dafür ist die professionelle Recherche, die dem Buch Leben eingehaucht hat. Oft kann man als Leser nur erahnen, welchen Aufwand der Autor bei seinen Nachforschungen betrieben hat. Aber in diesem Buch ist es spürbar. Endlos viele kleine Details, die manchmal nur am Rande vermerkt wurden, lassen die Hexenverfolgung real werden.

„Seelen im Feuer“ beleuchtet ein Zeitfenster von 1626 – 1632. In diesen 6 Jahren, in denen bei der Bevölkerung Angst und Schrecken ständige Begleiter waren. Es wurden so viele Menschen denunziert, angeklagt, gefoltert und verurteilt, dass ganze Straßenzüge ausstarben und ein normales Leben nicht mehr stattfand. Ursache für diese nicht enden wollende Hexenjagd war die Wichtigtuerei des Bürgermeistersohnes Hansi Moorhaupt. Nachdem er die „Historia von D. Johann Fausten…“ gelesen hatte, behauptete er, auch einen Pakt mit dem Teufel geschlossen zu haben. Damit begann ein Schreckenszenario, das über Jahre hinweg, das Leben der Menschen in Bamberg bestimmen sollte und unzählige unschuldige Opfer zur Folge hatte. Gekonnt fügte die Autorin Zeitdokumente in ihren Roman, dadurch wurde die Authentizität nochmals erhöht: Auch wenn diese in altem Deutsch eingefügten Texte den Lesefluss ein wenig hemmten, empfand ich sie als sehr informativ und für den gesamten Roman als bedeutend.

Erschreckend gut nachvollziehbar waren die Schilderungen der Folter, die Qualen und Ängste, die die Beschuldigten durchlebten. Manchmal hatte ich zwar das Gefühl, es ist einfach zuviel, Handlungen wiederholten sich. Aber wie soll andererseits dem Leser klar werden, wie grausam die Hexenjagd war und wie unsagbar viele – nicht nur Frauen – zum Opfer wurden.

Die Charaktere der im Roman vorkommenden Person waren sehr realistisch und fein gezeichnet. Ihr Tun war nachvollziehbar und glaubhaft.

Mein Fazit: „Seelen im Feuer“ ist ein ausgezeichneter historischer Roman, das betrifft sowohl die Erzählweise als auch die Geschichtstreue. Er ist ein Zeitdokument. Auch die in die Handlung aufgenommene Liebesgeschichte schmälert den äußerst positiven Gesamteindruck nicht, sie rundet die Geschichte ab.

Über den Autor (Quelle: Amazon.de)

Sabine Weigand stammt aus Franken. Sie ist Historikerin und arbeitet als Ausstellungsplanerin für Museen. Dokumente aus der Stadtgeschichte von Nürnberg waren der Ausgangspunkt ihres Romans »Das Perlenmedaillon«, das wahre Schicksal einer Osmanin am Hof August des Starken liegt dem Roman »Die Königsdame« zugrunde. Schon bei ihrem ersten Erfolgsroman »Die Markgräfin« lieferte die reale Geschichte der Plassenburg bei Kulmbach die historische Vorlage.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter 2009, History abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s