Armistead Maupin – Stadtgeschichten I.

Stadtgeschichten I.
Armistead Maupin
Originaltitel: Tales of the City
Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Rowohlt Tb
ISBN-13: 978-3499239694

Hätte ich dieses Buch nicht geschenkt bekommen, wäre ich wohl im Buchladen immer daran vorbei gegangen. Ein Jammer. Auch so zierte es noch über ein Jahr ungelesen mein Bücherregal, denn ich wusste nicht, was für eine unterhaltsame und spritzige Lektüre ich noch vor mir hatte.

Amistead Maupin lässt in dem 1. Band seiner Stadtgeschichten, die in der Barbary Lane ihren Mittelpunkt finden, ein Vielzahl von Menschen zu Wort kommen, die alle auf der Suche nach dem großen Glück sind und es in San Francisco finden wollen. Jeder einzelne Charakter wurde detailliert und liebevoll gezeichnet und so dauerte es nicht lange, bis bei mir das Gefühl aufkam, ich würde die Geschichte guter Freunde lesen. Ich fühlte mich als stiller Beobachter einer turbulenten Szene. Da ist Mary Ann Singelton, die nicht nach Cleveland zurückkehren will, ihre Vermieterin, Anna Madrigal, aufgewachsen in einem Bordell, heißt sie mit einem Joint in ihrem Haus willkommen. Ihre Mieter betreut sie überaus fürsorglich, fast so wie eigene Kinder. Das Spektrum der Protagonisten reicht weiter von der bisexuellen Hippiefrau, über den bizarren Gynäkologen, hin zur überdrehten DeDe Halcyon-Day. Alle führen auf ihre Art ein scheinbar oberflächliches Leben. Aber mit der Begegnung von Anna Madrigal und Edgar Halcyon kommt dann spürbar Tiefe in das Buch.

Der Autor gewährt dem Leser in seinem Roman einen tiefen Einblick in das Leben Ende der 70er Jahre in San Francisco. So manche Vorstellung, die ich hatte, fand ich bestätigt. „Stadtgeschichten“ ist ein leicht zu lesender, temporeicher Roman. Einzig die Vielzahl der Personen hatte mich zu Beginn ein wenig irritiert. Aber schon bald wurde das Beziehungsgeflecht verständlich und das Lesen machte nur noch Spaß. Dieses Buch lebt von der Vielzahl der geführten Dialoge, was es einem schwer macht, es zur Seite zu legen. Die Frage „Wie geht es weiter?“ lässt sich nicht verdrängen und am Ende wird auch deutlich, das nicht alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Ich freue mich nun schon auf die noch ungelesenen „Stadtgeschichten“ des Autor und hoffe mit ihnen ebenso viel Lesespaß zu haben.

Über den Autor (Quelle: Wikipedia)

Armistead Maupin (* 13. Mai 1944 in Washington, D.C.) ist US-amerikanischer Schriftsteller.

Armistead Maupin studierte Englisch an der University of North Carolina und arbeitete als Reporter und für eine Nachrichtenagentur. Maupin wurde bekannt durch seine Stadtgeschichten („Tales of the City“), die zunächst als Fortsetzungsgeschichten im San Francisco Chronicle erschienen und später als Romanreihe veröffentlicht wurden.

Weitere Werke von Maupin neben den Stadtgeschichten sind „The Night Listener“ und „Maybe the Moon“.

Stadtgeschichten-Zyklus

  1. Tales of the City. 1981 (deutsch: Stadtgeschichten 1993)
  2. More Tales of the City. 1980 (deutsch: Mehr Stadtgeschichten 1993)
  3. Further Tales of the City. 1982 (deutsch: Noch mehr Stadtgeschichten 1993)
  4. Babycakes. 1984 (deutsch: Tollivers Reisen 1993)
  5. Significant Others. 1987 (deutsch: Am Busen der Natur 1993)
  6. Sure of You. 1989 (deutsch: Schluss mit Lustig 1994)
  7. Michael Tolliver Lives. 2007 (deutsch: Michael Tolliver lebt. Die neuesten Stadtgeschichten 2008)
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2 Antworten zu Armistead Maupin – Stadtgeschichten I.

  1. Mathias Will schreibt:

    Vielen Dank für diese aussagekräfitge Buchbesprechung – ich denke ich werde mir dieses Buch demnächst kaufen. Weiter so.-)

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