Charlotte Lyne – Das Haus Gottes

Das Haus Gottes
Charlotte Lyne
Rowohlt TB 704 Seiten
ISBN-13: 978-3499249181

Klappentext

Portsmouth, 1336. Die tatkräftige Dorothy heiratet den gut aussehenden Symond, Sohn des berühmten Schiffsbauers Aimery Fletcher. Doch schon bald zerbricht ihr Traum vom Glück: Symond entpuppt sich als Taugenichts und Frauenheld. Dorothy muss zusehen, wie sie sich und ihre Kinder über die Runden bringt. Da geschieht eine unfassbare Katastrophe: Die Franzosen legen Portsmouth in Schutt und Asche; es ist der Beginn des Hundertjährigen Krieges. In ihrer Verzweiflung wendet sich Dorothy dem Schwiegervater zu. Aber kann ein Mann ihr helfen, von dem es heißt, er habe seine untreue Ehefrau ermordet?

Meine Meinung

Die Handlung dieses historischen Romanes beginnt im Jahr 1336, einer Zeit, in der ich mich literarisch nicht zu Hause fühle, wohl auch deshalb, weil mir der historische Hintergrund nicht ausreichend bekannt ist. In „Das Haus Gottes“ geht es um Schuld und Sühne, um Glauben um Liebe, um den Schiffbau, aber auch um historische Ereignisse, die über die Bewohner von Portsmouth hereinbrechen und deren Folgen, so der Stadtbrand, die Pest, der Krieg. Die historische Seite wurde von Charlotte Lyne auf ganz anschauliche Weise geschildert. Die Leiden und die Not der Bevölkerung waren nachvollziehbar. Über das Alltagsgeschehen konnte ich die Protagonisten kennen lernen, die sehr ausgeklügelte und lebensnahe Charaktere hatten. Ihre Handlungen und Gefühle erschienen echt und nachvollziehbar und waren echte Kinder ihrer Zeit, eng verknüpft mit dem historischen Geschehen. Die immer couragiert zupackende Dotty, der weichliche Symond, der blinde John und nicht zuletzt Aimery sind mir schnell zu vertrauten Personen geworden. Hier ist es der Autorin auf herausragende Art und Weise gelungen, Realität und Fiktion zu einen. Die Passagen über den Schiffbau haben mich persönlich ganz besonders angesprochen, ein Thema, das mich schon seit sehr jungen Jahren interessiert.

Dies war der erste Roman, den ich von der Autorin las. Aber die kraftvolle, direkte, der Zeit angepasste, ausdrucksstarke Sprache lassen mich Ausschau nach den anderen bereits erschienen Romanen von Charlotte Lyne halten.

Die in dem Roman enthaltene Liebesgeschichte ist vollkommen unaufdringlich und frei von jeder Form von Kitsch. Ich würde jedem widersprechen, der behauptet, dies sei ein Liebesroman. Für mich ist Charlotte Lynes Roman ein hervorragender historischer Roman, der den Leser über die Zeit und die Lebensweise im 14. Jahrhundert informiert und dazu gehört natürlich auch die Liebe.

Über den Autor (Quelle: Amazon.de)

Charlotte Lyne, geboren 1965 in Berlin, studierte Germanistik, Latein, Anglistik und Italienische Literatur in Berlin, Neapel und London. Sie lebt mit ihrem Mann und drei Kindern in London, und wenn sie nicht gerade schreibt, ist sie Übersetzerin und Lektorin.

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2 Antworten zu Charlotte Lyne – Das Haus Gottes

  1. Caia schreibt:

    Ich persönlich mochte die zwölfte Nacht von Charlie am liebsten, während die Glocken von Vineta so gar nicht meins waren.

    Ich finde, sie schreibt manchmal zu ausufernd und langatmig, ohne auf den Punkt zu kommen. Manchmal mag ich das, aber bei Charlie nervt es mich doch ab und an sehr.

    Nichtsdestotrotz wünsch ich Dir noch viel Spaß bei ihren Büchern (und schau mal nach Lily Klausen, das ist ein Pseudonym von Charlie)

    • Karthause schreibt:

      Ich habe „Alles über Shakespeare“ auf meinem SuB. Das wird auch in Kürze gelesen. Danach werde ich mir wohl „Die 12. Nacht“ zu Gemüte führen. LG Heike

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