Sabine Thiesler – Die Totengräberin

  • Taschenbuch: 512 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag
  • ISBN-10: 3453434684
  • ISBN-13: 978-3453434684

Wenn einer den anderen betrügt, ist das Leben zu Ende.“

Dieser Gedanke begleitet Magda Tillmann schon seit ihrer Kindheit. Als ihr Mann Johannes dann nach vielen glücklichen Ehejahren eine Affäre mit der jüngeren Carolina hat, ist für sie klar, dass sie handeln muss. In ihrem Ferienhaus in der Toskana bringt sie ihren Mann um, vergräbt seine Leiche im Garten und pflanzt auf sein Grab ein Olivenbäumchen. Sie verschleiert ihren Mord, in dem sie erklärt, er habe in Rom einen Freund besuchen wollen und sei nun verschwunden. So macht sie eine Vermisstenmeldung und ruft damit den trotteligen Kommissar Neri auf den Plan. Als Johannes Bruder Lukas in dem Feriendomizil auftaucht, ist für Magda die Welt wieder in Ordnung. Sie verdrängt den Tod ihres Mann ebenso, wie sie den des gemeinsamen Sohnes nicht wahr haben will und sieht Lukas als ihren Ehemann an. Dieser macht das Spiel mit, weil er seit Jahren in Magda verliebt ist und erkennt zu spät, dass Magda psychisch krank ist. Aber dann kommt ein Fremder hinter das Geheimnis des frisch gepflanzten Olivenbaumes und will aus diesem Wissen seinen Nutzen ziehen…

Die beiden anderen Krimis von Sabine Thiesler habe ich mit viel Freude gelesen und so hatte ich Grund zu der Annahme, dass „Die Totengräberin“ an dieses Niveau anknüpfen kann. Sabine Thiesler schrieb diesen Krimi in Anlehnung an den bekannten Howcatchem-Stil. Gleich zu Beginn des Buches wird der Leser Zeuge des Mordes, auch der Täter ist von Anfang an bekannt und die Spannung sollte durch die Jagd des Mörders aufkommen. Sollte, ist aber nicht. „Die Totengräberin“ ist streckenweise schreiend langweilig. Der Kommissar Neri scheint einer Komödie entsprungen zu sein und soll nun als Dorftrottel Detektivarbeit leisten, er kommt einer Karikatur aller dümmlichen Ermittler in Film, Fernsehen und Buch gleich. Magda verdrängt in ihrem Wahnsinn alles Schreckliche in ihrer Vergangenheit. Der Unfalltod des Vaters, der ihre Mutter auch mit „Jemand“ betrog, taucht immer wieder bruchstückhaft in ihren Gedanken auf und sie schreibt Briefe an Thorben, dessen Tod sie vollkommen verdrängt hat. Der naive Lukas bemerkt in seiner Verliebtheit das Ausmaß von Magdas Krankheit erst, als es bereits zu spät ist. Die Auflösung ist dann einfach nur noch hanebüchen und an den Haaren herbei gezogen. Bei der Bewertung von Krimis bin ich ja eigentlich recht wohlwollend, für die perfidesten Taten opfere ich gern meine Lesezeit, so lange es dem Autor gelingt mich bei der Stange zu halten. Bei diesem Buch tendierte ich aber doch zwischenzeitlich dazu, es einfach zur Seite zu legen. Warum ich dann doch nicht tat? Weil ich nicht glauben wollte, dass Sabine Thiesler nicht doch noch etwas in Petto hat, was mich mit diesem Kriminalroman versöhnen könnte. Mein Durchhaltevermögen wurde jedoch nicht belohnt Aber das Buch hat auch einen positiven Aspekt, er enthält einige nette Landschaftsbeschreibungen der Toskana. Aber da dies ein Krimi und kein Reiseführer ist, fällt das ja nicht wirklich ins Gewicht.

Über den Autor (Quelle: amazon.de)

Sabine Thiesler, geboren und aufgewachsen in Berlin, studierte Germanistik und Theaterwissenschaften. Sie arbeitete einige Jahre als Schauspielerin im Fernsehen und auf der Bühne und schrieb außerdem erfolgreich Theaterstücke und zahlreiche Drehbücher fürs Fernsehen (u.a. Das Haus am Watt, Der Mörder und sein Kind, Stich ins Herz… und mehrere Folgen für die Reihen Tatort und Polizeiruf 110). Bereits mit ihrem ersten Roman Der Kindersammler stand sie monatelang auf der Bestsellerliste. Ebenso mit ihrem zweiten Hexenkind.

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