Deana Zinßmeister – Die Gabe der Jungfrau

Die Gabe der Jungfrau
Deana Zinßmeister
Taschenbuch: 512 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag
ISBN-13: 978-3442470365

Mehlbach in der Kurpfalz um 1525. Die Stimmung war angeheizt, die Welt hatte sich verändert. Es war die Zeit des deutschen Bauernkrieges. Luther hatte vor nicht all zu langer Zeit seine Thesen zur Reformation der Kirche veröffentlicht und Müntzer war in Thüringen und Sachsen der Wortführer der Bauern.

Der freie Bauer Daniel Hofmeister schickte zwei seiner Söhne in den Kampf für die Sache der Bauern. Bevor sie gingen gaben sie jedoch ihrer Schwester Anna Maria das Versprechen, dass einer nicht ohne den anderen heimkehren würde.

Anna Maria besaß die Gabe, sich im Traum von nahestehenden Menschen, deren Tod bevor steht, verabschieden zu können. Eines Nachts sah sie ihre Brüder in verschneiter Landschaft. In großer Sorge und Eile brach sie mit dem Segen des Vaters auf, um Peter und Matthias in den Kriegswirren zu finden und das Schicksal abzuwenden.

Der Leser begleitet die junge Frau auf ihrer abenteuerlichen und nicht ungefährlichen Suche. Dabei verwebt Deana Zinßmeister die verschiedenen Handlungsstränge mit der realen Geschichte so geschickt, dass am Ende die Handlung stimmig ist und der Leser gleichzeitig ein sehr realistisches Bild über das Leben und die Ereignisse dieser bewegten Zeit machen kann. So erfährt man vom Doppelleben des Vaters ebenso wie vom schweren Leben der Bauern und ganz nebenbei, unaufdringlich und mit dem Gespür für das Wesentliche werden die historischen Fakten unterbreitet. Man lernt die Bundschuhbewegung als Wurzel für den Bauernkrieg auf deutschem Boden kennen und die Standpunkte von Luther und Müntzer zu unterscheiden.

Die Beweggründe für das Handeln der Protagonisten werden immer wieder in Rückblenden dargelegt, so wurde den Figuren von Anfang an ein Charakter verliehen und Leben eingehaucht. Sie wuchsen mir ans Herz, ich konnte mit ihnen hoffen und bangen und als ich das Buch schloss, hatte ich das Gefühl gute Bekannte zu verlassen.

In diesem Roman trifft Fiktion auf Realität und es war mir nicht immer möglich reale Personen von denen, die der Feder der Autorin entsprangen, zu unterscheiden.

Das Buch enthält ein umfangreiches Nachwort und ein ausführliches Quellenverzeichnis, das belegt, was beim Lesen schon angenehm auffällt, die Autorin hat eine akribische Recherche betrieben. Ich hätte gern noch ein Personenverzeichnis und eine Karte im Buch gehabt. Solche Beigaben liebe ich. Deren Fehlen laste ich aber keinesfalls der Autorin an.

„Die Gabe der Jungfrau“ ist für mich der beste der bisher von Deana Zinßmeister erschienen Romane. Gut charakterisierte Figuren treffen auf eine interessante und von der Autorin gewohnt gekonnt erzählte Geschichte und sind eingebettet in einen realen historischen Rahmen. Was will man als Leser historischer Romane mehr.

Über den Autor

Deana Zinßmeister hat sich mit dem Schreiben einen Traum erfüllt und ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht. Bereits mit ihrem ersten historischen Roman »Das Hexenmal« gelang ihr auf Anhieb ein Erfolg. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern im Saarland.

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