Tanja Kinkel – Im Schatten der Königin

Der Schatten der Königin
Tanja Kinkel
Gebundene Ausgabe: 424 Seiten
Verlag: Droemer/Knaur
ISBN-13: 978-3426198179

England im September 1560. Elizabeth I. ist seit zwei Jahren Königin und dabei ihre Macht zu konsolidieren, als Amy Dudley, Ehefrau von Robert Dudley, dem treuen Gefährten der Königin seit Jugendtagen, tot am Fuße einer Treppe aufgefunden wird. Wie kam es dazu? War es ein Unfall, Mord oder Selbstmord?

Amy führte seit Jahren ein Leben im Schatten der jungen Königin. Denn ihr Mann verbrachte die meiste Zeit am Hof und nicht nur das Volk dichtete Robert und der unverheirateten Elizabeth eine Liaison an. Da Amys Tod, den beiden in die Karten spielt, kam schnell der Verdacht auf, Robert hätte seine Frau ermordet oder den Mord in Auftrag gegeben. Um seine Unschuld zu beweisen, schickt Robert seinen engen Vertrauten Thomas Blount an den Ort des Geschehens. Robert selbst kann nichts weiter tun als abzuwarten, denn die Königin hat ihren Günstling auf dessen Besitz verbannt. Thomas folgt diesem Auftrag nur widerwillig, auch ihn verbindet ein Geheimnis mit der Toten. Aber auch die Königin selbst wird in Verbindung mit dem Tod von Amy gebracht. Das ruft ihre Gouvernante Kat Ashley auf den Plan.

Tanja Kinkel nimmt die Leser mit auf eine Reise ins elizabethanische England und stellt den bis heute rätselhaft gebliebenen Tod der Amy Dudley in den Mittelpunkt. Vor diesem realen historischen Hintergrund werden Intrigen und Ränkespiele inszeniert, geht es um Hass, Liebe und Macht. Ihre Protagonisten, historisch verbürgte und fiktive, werden gekonnt in die überlieferte Kulisse eingefügt. Die Sprache ist der Zeit angepasst, aber nicht so verstaubt, dass es beim Lesen Mühe bereitet. Die Geschichte wird aus der Sicht der zwei Ich-Erzähler, Thomas Blount und Kat Ashley, erzählt. Das war für mich ungewöhnlich, aber gut. So offeriert die Autorin dem Leser ein runde, authentisch wirkende Story, die sich so zugetragen haben könnte, aber vielleicht ganz anders war. Die große Realitätsnähe erreicht Tanja Kinkel nicht zuletzt durch ihre dokumentierte akribische Recherche, ein ausführliches Quellenverzeichnis belegt das. Aber auch vom äußeren Eindruck ist dieser Roman sehr gelungen. Leider empfand ich den mittleren Teil des Buches etwas mit Längen behaftet, die Spannung kam mir persönlich etwas abhanden, aber der Schluss versöhnte mich wieder. Als einen kleinen Kritikpunkt möchte ich noch den fehlerhaften Eintrag von Thomas Blount im Stammbaum bemerken. Aber nach dem Wikipedia-Besuch war bei mir die Verwirrung aufgelöst.

Mein Fazit: Tanja Kinkels „Im Schatten der Königin“ ist ein gelungener historischer Roman mit einer an einen Kriminalroman grenzenden Handlung. Auch in diesem Roman bewies die Autorin wieder ihr Gespür für interessante geschichtsrelevante Themen. Für Anhänger der Tudors wird dieser Roman ein Muss sein, für alle anderen Leser ist er eine gute, unterhaltsame Lektüre.

Über den Autor (Quelle: amazon.de)

Tanja Kinkel, 1969 in Bamberg geboren, verfaßte bereits im Alter von acht Jahren ihre erste Erzählung. Heute ist die promovierte Germanistin eine der erfolgreichsten Autorinnen historischer Romane, die regelmäßig die Bestsellerlisten erobern und in neun Sprachen übersetzt werden. Schon 1992 wurden ihre ersten beiden Bücher mit dem Bayerischen Staatsförderpreis für junge Schriftsteller ausgezeichnet. „Wenn es nicht wahr ist, dann ist es eine gute Geschichte“, so zitiert Tanja Kinkel ein italienisches Sprichwort und umschreibt damit zugleich ihr persönliches Erfolgsrezept.

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3 Antworten zu Tanja Kinkel – Im Schatten der Königin

  1. Rebecca (Nerolaan) schreibt:

    Oh, ich weiß nicht…ich bin was Tanja Kinkel angeht total unsicher. Ihr Puppenspieler habe ich damals abgebrochen, weil ich es total schlecht fand. Aber wenn du die Tudors erwähnst…*Seufz* Ich weiß nicht.. 😐 Ich werde mir deine Empfehlung auf jedne Fall zu Herzen nehmen..

    LG!

    • Karthause schreibt:

      Hi Nerolaan, lies mal ganz genau, so ganz ohne Kritik kam ich nicht aus. Die Puppenspieler stehen auch angelesen in meinem Regal. Da kam ich auch irgendwann nicht mehr weiter. Gruß Heike

  2. Rebecca (Nerolaan) schreibt:

    Ja, die Kritik hatte ich schon wahrgenommen…aber ich denke, ich versuchs noch mal mit ihr. Irgendwann…(wohl wenn das TB rauskommt).

    🙂

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