Oliver Pötzsch – Die Henkerstochter

Die Henkerstochter
Oliver Pötzsch
Broschiert: 511 Seiten
Verlag: Ullstein Tb
ISBN-13: 978-3548268521

Im bayrischen Schongau kam ein Junge auf mysteriöse Art und Weise um Leben und auf der Schulter trug er ein eingeritztes Hexensymbol. Schnell ist wurde die Hebamme Martha Stechlin als Hexe dingfest gemacht und eingekerkert. Aber weitere Morde an Kindern geschahen. Bei allen fand man das ominöse Zeichen. Damit war klar, die Hebamme ist mit dem Teufel im Bunde. Der wurde dann von einigen Schongauern auch leibhaftig gesehen. Einzig der Henker Jakob Kuisl, seine Tochter Magdalena und Simon Fronwieser, der junge Stadtmedicus, glauben an die Unschuld der vormals so beliebten Hebamme. Für die drei begann ein Wettlauf gegen die Zeit, denn die Hexe soll schnellstmöglich brennen.

Oliver Pötzsch, selbst Nachfahre der Kuisl-Dynastie, hat sich in seinem Roman ein interessantes Thema gewählt. Von verschiedenen Seiten wurde mir dieses Buch empfohlen. Nun habe ich es gelesen und könnte meine Meinung kurzfassen: nett.

Dem Autor gelingt es in seinem Roman die Figur des Henkers mit Leben zu erfüllen. Glaubwürdig berichtet er, das dieser am Töten auch keine Freude hat, aber auf Grund seiner Herkunft aus einer Henkersfamilie, keine andere Möglichkeit des Gelderwerbs hat. Die Charakterisierung der anderen Protagonisten fand ich als nicht so gelungen. Sie blieben mir ohne wirkliche Tiefe, dafür aber in manchen Beziehungen etwas überzeichnet, denn in den entscheidenden Momenten gelang ihnen vieles. Mit Hilfe des Zufalls waren es richtige Helden.

Insgesamt gesehen ist „Die Henkerstochter“ ein solider historischer Roman mit einigem Lokalkolorit. Er hat einen starken Anfang und lässt dann aber deutlich nach. Dazu kamen einige Längen, die mich störten. Das Ende empfand ich als sehr simpel. Deshalb werde ich die Folgebände wohl mit großer Wahrscheinlichkeit nicht lesen.

Über den Autor

Oliver Pötzsch, Jg. 1970, arbeitet seit Jahren als Filmautor für den Bayerischen Rundfunk, vor allem für die Kultsendung quer. Er ist ein Nachfahre der Kuisls, die vom 16. bis zum 19. Jahrhundert die berühmteste Henker-Dynastie Bayerns waren. Oliver Pötzsch lebt in München.

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