Jan Zweyer – Franzosenliebchen

Teil 1 der Peter Goldstein-Reihe

1923 im Ruhrgebiet. Noch nicht einmal zwei Wochen ist es her als das Ruhrgebiet von französischen Truppen besetzt wurde. Agnes Treppmann hatte ein Anstellung als Dienstmädchen. Erst sehr spät kann sie ihre Arbeitsstelle verlassen. Zu Hause kommt sie nie an. Als man ihre Leiche entdeckt, liegt daneben ein Koppel einer französischen Uniform. Für die deutsche Polizei ist der Fall schnell klar. Aber die Besatzer übernehmen den Fall, umgehend kommt es zum Gerichtsverfahren, in dem die beiden verdächtigen französischen Soldaten freigesprochen werden. In der Berliner Polizeizentrale schenkt man den Untersuchungen kein Vertrauen und schickt den Kriminalkommissar Peter Goldstein ins Ruhrgebiet. Er ist für diesen Auftrag aufgrund seiner Zweisprachigkeit prädestiniert und soll dort verdeckt ermitteln. Das ist ein nicht ungefährlicher Auftrag. Denn nicht nur von Seiten der Besatzer gehen für ihn Gefahren aus.

„Franzosenliebchen“ ist ein Kriminalroman, dessen Handlung in einer Zeit angesiedelt ist, über die man nicht so häufig liest. Dem Roman ist deutlich anzumerken, wie intensiv sich der Autor mit dieser noch relativ jungen Geschichte auseinandergesetzt hat. Überzeugend weiß er vom Widerstand der Bergleute zu berichten, ebenso von der Behandlung der Frauen, die den Besatzern zu freundlich gesinnt waren. So schafft er es, ein authentisch wirkenden Bild der Bergarbeiterkolonie Teutoburgia zu zeichnen. Seine Charaktere sind Menschen, die mit ihren Moral- und Wertvorstellungen wunderbar in das damalige Zeitbild passen. So tritt die kriminalistische Handlung zeitweise zu Gunsten der historischen Handlung in den Hintergrund. Das ist der Geschichte aber keinesfalls abträglich. Der Roman wirkt authentisch und der Spannungsbogen ist fast durchgehend erhalten. Die kleinen Längen innerhalb des Kriminalfalles werden aber durch die Realitätsnähe der Handlung voll kompensiert.

„Franzosenliebchen“ ist der 1. Teil einer auf 3 Teile angelegten Serie um den Kriminalkommissar Peter Goldstein.

Über den Autor

Jan Zweyer, geb. 1953 in Frankfurt am Main, lebt schon seit vielen Jahre in Herne. Sein halbes Leben war er in unterschiedlichen Funktionen bei verschiedenen Industrieunternehmen beschäftigt, heute ist er freier Schriftsteller. Nach zahlreichen zeitgenössischen Kriminalromanen erschien 2007 das erste Buch der geplanten Trilogie um Peter Goldstein, das zur Zeit der Weimarer Republik spielt: Franzosenliebchen. Mit Goldfasan erscheint nun der zweite Band, der sich mit der NS-Zeit auseinandersetzt.

Homepage des Autors

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