Buch der Woche (38. KW)

In der vorigen Woche stellte der mdr figaro Alexander Osangs „Königstorkinder“ als Buch der Woche vor.

mdr figaro schreibt dazu:

Sein Erstlings-Roman „Die Nachrichten“ machte ihn bekannt und wurde auch verfilmt. Nun erscheint Alexander Osangs dritter Roman, eine deutsch-deutsche Liebesgeschichte voller Ironie.

Der 1962 in Berlin geborene Schriftsteller und Journalist Alexander Osang wurde durch seinen im Jahr 2000 veröffentlichten Erstlingsroman „Die Nachrichten“ in ganz Deutschland bekannt. Das Buch über den unter Stasi-Verdacht stehenden Tagesschau-Sprecher Jan Landers beschreibt den Aufstieg eines Ostdeutschen in der wiedervereinigten gesamtdeutschen Medienwelt und seine Identitätssuche zwischen DDR-Vergangenheit und Anpassung an die neuen Verhältnisse. Jan Josef Liefers spielte in der Verfilmung die Hauptrolle.
Alexander Osangs zweiter Roman „Lennon ist tot“ erschien 2007 und war bei FIGARO Buch der Woche. Es ist ein Adoleszenzroman über einen 19-jährigen Berliner Studenten, den es nach New York zieht. Dort sucht er jedoch weniger das Wissen der Universitäten, als seinen eigenen Lebensweg. Und plötzlich spielt auch John Lennon dabei eine wichtige Rolle, obwohl er, wie im Titel verzeichnet, längst tot ist. Osang veröffentlichte neben seinen Romanen auch u.a. eine Tamara-Danz-Biografie (1997) sowie verschiedene Kolumnensammlungen.

Deutsch-deutsche Liebesgeschichte mit Biss

Nun erscheint Osangs dritter Roman „Königstorkinder“. Er spielt dort, wo der zwischenzeitlich in New York lebende Autor mittlerweile wieder seine Heimat hat, in Berlin. 20 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung ist das Buch auch eine Bestandsaufnahme, wie weit die Einheit geglückt ist. Dies ist ja besonders in Berlin spürbar, der Stadt, die durch die Mauer am schmerzlichsten zerrissen war, die aber nach dem Fall der Mauer auch die direkteste Konfrontation der unterschiedlichen Lebenswelten spürte.

Zwei Protagonisten treffen hier aufeinander, die unterschiedliche Lebensentwürfe haben. Ulrike kommt eigentlich aus Süddeutschland und lebt wegen der vermeintlich besseren Jobchancen und der turbulenten Quirligkeit der Stadt in Berlin, besitzt ein Penthouse und arbeitet in einer Werbeagentur. Sie trifft auf Andreas, der mit seinen 40 Jahren ebensoviel Zeit in der DDR, wie nach ihr verbracht hat. In seinem Job als Journalist gescheitert, ist der Arbeitslose im Prenzlauer Berg in einer Projektgruppe aktiv. Es entwickelt sich aus dieser Konstellation eine interessante und komplizierte Liebesgeschichte. Was als neugierige Affäre begann, entwickelt sich zum Aufeinanderprallen der Kulturen – bis Ulrikes Ehemann nach Berlin zurückkehrt. Andreas zieht sich aus der Beziehung zurück und bewirbt sich – man mag es kaum glauben – als Versuchskaninchen für ein Weltraumflugexperiment, denn in der Berliner Charité wird die Langzeitwirkung eines Marsflugs getestet.

Mit viel Witz und Ironie führt Osang durch seine Geschichte. Die Charaktere sind in all ihren Eigenheiten liebenswert und die Bezüge zur deutsch-deutschen Geschichte mit wundervollem Humor gewürzt.

„Wer ‚Königstorkinder‘ liest, wird das weite Feld des deutsch-deutschen Zusammenwachsen schön aufgebreitet finden, sich freuen, wie Osang seine Figuren auf diesem Spielfeld arrangiert hat und es am Ende doch bei einem unterhaltsamen Spiel belassen hat – das ist literarisch betrachtet, schon recht souverän gemacht.“

(Quelle: mdr figaro)

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