Stieg Larsson – Verblendung

Verblendung
1. Teil Millennium-Trilogie
Stieg Larsson
Taschenbuch: 704 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
ISBN-13: 978-3453432451

1. Teil der Millenium-Trilogie

Mikael Blomkvist, Journalist und Hauptherausgeber der Zeitschrift Millennium, wurde vom Gericht zu einer 3-monatigen Haftstrafe und einer empfindlichen Geldstrafe wegen Verleumdung des Großindustriellen Wennerström verurteilt. Zu seiner Verteidigung unternahm er nichts. Damit schien seine Karriere vorerst gescheitert zu sein. Aber Herdrik Vander wurde durch diesen Prozess auf Blomkvist aufmerksam, holte durch Lisbeth Salander Informationen über ihn ein und engagierte ihn unter dem Vorwand, er solle seine Biografie schreiben. In Wirklichkeit sollte Blomkvist dem seit fast 40 Jahren ungeklärten Verschwinden von Harriet Vander, Hendriks Nichte, auf die Spur kommen.

„Verblendung ist der erste Teil der ursprünglich auf zehnteilig geplanten Millenium-Trilogie. Es folgen „Verdammnis“ und „Vergebung“. Stieg Larsson konnte dieses Projekt nicht zu Ende bringen, da er im Jahr 2004 infolge eines Herzinfarktes starb.

Die ersten 100 Seiten führten den Leser ausgesprochen langsam in die Handlung ein. Für mich war zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar, wie sich die Story entwickeln würde, eine nette Familiengeschichte war ebenso möglich wie ein packender Thriller. Gleich vorweg, der Roman hatte von allem etwas, leider aus meiner Sicht auch von allem etwas zu wenig. Der Teil, der die wirtschaftlichen Verhältnisse der Industriellen widerspiegelte, war zu einfach und zu oberflächlich. Wenn man so leicht zu Milliarden käme, gäbe es wohl kaum noch Armut. Der Protagonist Mikael Blomkvist, der mit fast allen weiblichen Personen des Krimis nicht nur den Kaffee, sondern gleich auch noch sein Bett teilte, war recht klischeehaft dargestellt. Aber zum Glück (für ihn und den Leser) gab es ja die junge, unorthodox ermittelnde Lisbeth Salander mit schwerer Vergangenheit. Mit sehr unkonventionellen und auch nicht immer gesetzeskonformen Methoden (um deren Glaubhaftigkeit einzuschätzen, fehlt mir der fachliche Hintergrund) griff sie dem Journalisten unter die Arme, rette sein Leben und seine Deputation. Sowohl Mikael Blomkvist als auch Lisbeth Salander erzählen diese Geschichte aus ihrer jeweiligen Sicht und schildern ihre Erlebnisse. Mein Kampf mit dem Buch hielt noch bis etwa auf Seite 250 an. Die Einführung der Personen dauerte eine gefühlte Ewigkeit. Dann war allerdings der Punkt gekommen, an dem bei mir Interesse erwachte. Die Ermittlungen begannen und die Familiengeschichte der Vanders nahm Konturen an. Das Buch ist einfach geschrieben und ist dadurch auch leicht und schnell zu lesen. So wurden die 704 Seiten dann doch keine Quälerei. Die Idee an sich hat mir auch gut gefallen. Aber die Längen die Larsson in die Handlung durch eine Überfülle an nebensächlichen Details einbaute, störten mich. Ich mag zwar sehr gern dicke Wälzer lesen, für diesen Krimi wären aber 350 Seiten ausreichend gewesen. Dazu hätte sich der Autor lediglich auf die Ermittlungen in Hedeby beschränken müssen. Eine letzte Frage bewegt mich und das ist die nach der Titelwahl. „Verblendung“ kann ich nur mit viel Phantasie nachvollziehen. Warum wurde der schwedische Titel nicht einfach ins Deutsche übersetzt. (Männer, die Frauen hassen)

Dieser erste Teil der Millennium-Trilogie von Stieg Larsson ist ein solider Thriller, der eine Krimihandlung mit einer Familiengeschichte und etwas Gesellschaftskritik vereint. Wer ein langsames Einsteigen in die Handlung mag, wir diesen Thriller lieben. Den beiden anderen Teilen werden von mir auch noch eine Chance bekommen.

Über den Autor (Quelle: Amazon.de)

Stieg Larsson, 1954 in Umeå, Schweden, geboren, war Journalist und Herausgeber des Magazins EXPO. 2004 starb er an den Folgen eines Herzinfarkts. Er galt als einer der weltweit führenden Experten für Rechtsextremismus und Neonazismus. 2006 wurde er postum mit dem Skandinavischen Krimipreis als bester Krimiautor Skandinaviens geehrt. Die Bücher aus seinem Nachlass erscheinen bei Heyne.

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