Kirsten Schützhofer – Die Konfektmacherin

Die Konfektmacherin
Kirsten Schützhofer
Taschenbuch: 608 Seiten
Verlag: Diana Verlag
ISBN-13: 978-3453354401

Südfrankreich, nach 1685. Catherine Jospin war 10 Jahre alt, als ihr Mutter starb und ihr ein Büchlein mit Rezepten hinterließ. Sie und ihre Schwestern Marietta und Julie waren protestantischen Glaubens. Eine Tatsache, die mit der Ablösung des Edikt von Nantes durch das von Fontainebleau durch Ludwig IX. für die Anhänger des falschen Glaubens höchst gefährlich war. Ihnen drohte Verfolgung, Gefängnis und auch der Tod. Nachdem infolge des Verrats durch die du Ports die Älteste der Schwestern, Marietta, gemeinsam mit ihrem Mann festgenommen wurden, mussten Catherine und Julie fliehen. Gemeinsam mit Mathieu, dem Freund seit Kindestagen und Verlobter Catherines, wollten sie über die Berge in Richtung Genf fliehen. Schon bald wurde Mathieu von den beiden Mädchen getrennt, die nun versuchten, sich mit Hilfe des Fluchthelfers Luc nach Orléans durchzuschlagen. Aber Barnabas du Port und sein Sohn Adrien, angestachelt durch den Vater, geben die Suche nach den Schwestern nicht auf. Ein Geheimnis aus alten Zeiten liegt über den beiden Familien.

Mit „Die Konfektmacherin“ hat Kirsten Schützhofer ihren vierten historischen Roman vorgelegt. Der Titel versprach einen jener süßlichen „Die …in“-Romane, die derzeitig in den Buchhandlungen unübersehbar sind. Dafür war allerdings zu wenig Konfektmacherin drin. Zum Glück. Die Autorin ist ihrem bekannten Stil treu geblieben und hat historische Genauigkeit, Glaubwürdigkeit und Realitätsnähe dem lieblichen Gesäusel vorgezogen. Ihre Protagonisten wirkten menschlich mit eben jenen Stärken und Schwächen, die einen vollwertigen Charakter ausmachen. So gab es Personen, die man schnell in sein Herz schloss und solche, deren Tun und Lassen man eher mit Skepsis betrachtete. Sehr exakt und detailliert schilderte die Autorin die historischen Gegebenheiten und zeigt vor dem Hintergrund der Hugenottenverfolgung infolge des Edikts von Fontainebleau auf, wie wichtig gegenseitige Toleranz und Akzeptanz für ein friedliches Zusammenleben der Menschen sind. Wie ein roter Faden zieht sich das nicht miteinander Sprechen durch die elf Jahre umfassende Handlung. Was den Protagonisten das Leben erschwert, aber das zieht natürlich auch einen Zuwachs an Spannung nach sich. Mit viel Liebe zum Detail wird der Alltag der Menschen zur damaligen Zeit sehr anschaulich beschrieben. Die im Roman enthaltenen Liebesgeschichten drängen nur sehr selten in den Vordergrund, obwohl sie doch die Handlung in einem gewissen Maße prägen. Sie sind lebens- und gefühlsnah beschrieben, sind aber weder kitschig noch romantisch verklärt, was dem historischen Hintergrund der Handlung auch nicht angemessen wäre. Das Buch ist flüssig und ohne größere Längen geschrieben, es zieht den Leser von Beginn an in den Bann und lässt sich sehr gut lesen.

Liebhaber von Romanen, bei denen geschichtsrelevante Ereignisse nicht nur bloße Kulisse sind, sondern die Handlung leiten und die noch dazu sehr genau recherchiert und gut beschrieben sind, werden an „Die Konfektmacherin“ viel Freude haben.

Über den Autor (Quelle: Amazon.de)

Kirsten Schützhofer, 1972 geboren, war in der Erwachsenenbildung tätig, bevor sie 1999 in Leipzig den Studiengang Bibliothekswesen begann. Sie verbrachte längere Zeit am Goethe Institut in Bordeaux sowie in Bibliotheken in Colmar und in den Archives de Paris. Heute arbeitet sie als Bibliothekarin. „Die Konfektmacherin“ ist ihr vierter Roman im Diana-Verlag.

Homepage von Kirsten Schützhofer

PS: Wer jetzt Lust auf Süßes verspürt, kann sie die Leckerei aus Montelimar hier anschauen. Gucken macht auch nicht dick. 😉

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