Titus Müller – Der Kalligraph des Bischofs

Turin im 9. Jahrhundert. Germunt ist auf der Flucht vor seinen Häschern in der Bischofsstadt angekommen. Er soll seine Stiefmutter getötet haben und fristet sein Leben durch Diebstähle. Der neu ernannte Bischof Claudius, auch gerade in der Stadt eingetroffen, nimmt sich seiner an, erkennt sein Talent und lässt ihn in den schönen Künsten unterrichten. Aber Claudius, der das Bilderverbot predigt, hat starke Widersacher. Er muss die Stadt gegen die Sarazenen verteidigen und seinem ärgsten Feind, dem Grafen Godeoch, die Stirn bieten.

Titus Müllers Debütroman ist in einer Zeit angesiedelt, von der ich bisher recht selten gelesen habe. Dabei gelingt es ihm sehr gut die örtlichen Gegebenheiten und die historischen Umstände zu beschreiben. Der Handlungsaufbau war schlüssig, wenn auch etwas zufallslastig und die Geschichte an sich hatte ihre spannenden Momente. Allerdings konnte ich mich nur schlecht in die Figur des Germut hineinversetzen. Was er leistete, war stellenweise schier übermenschlich und realitätsfern. Interessant fand ich dagegen wieder den Charakter des Bischof Claudius, der sich mit seinen Ideen und Vorstellung gegen die Kirche wandte. Auch die Auseinandersetzung mit der Kirche war sehr lesenswert. Das eigentliche Thema, die Kalligraphie, hätte ich gern etwas ausführlicher behandelt gehabt. Alles in allem war das Buch lesenswert. Ich habe schon den aktuellen Roman „Die Jesuitin von Lissabon“ von Titus Müller gelesen und konnte dabei feststellen, dass er sich als Autor, besonders was das Zeichnen von Charakteren anbetrifft, spürbar weiterentwickelt hat.

Über den Autor

Titus Müller, 1977 in Leipzig geboren, studierte Neuere deutsche Literatur, Mittelalterliche Geschichte und Publizistik in Berlin. Er erhielt den Würth-Literaturpreis und den C.S. Lewis-Preis. „Das Mysterium“ wurde 2008 mit dem Sir Walter Scott-Preis als bester historischer Roman des Jahres ausgezeichnet. Titus Müller lebt in München. Bisher erschienen von ihm: „Der Kalligraph des Bischofs“, „Die Priestertochter“, „Die sieben Häupter“, „Der zwölfte Tag“, „Die Brillenmacherin“, „Die Todgeweihte“.

Mehr über den Autor und seine Romane ist unter www.titusmueller.de zu finden.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter 2010, Challenge, History abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s