Sue Harrision – Vater Himmel, Mutter Erde

Vor etwa 9000 Jahren auf den Aleuten. Chagak war 13 Jahre alt, als ihr Stamm von dem der Kurzen überfallen wurde. Sie musste mit ansehen, wie alle anderen brutal getötet wurden. War ihr Leben bis eben noch glücklich und voller Hoffnung, sie war endlich eine Frau und mit Robbenfänger verlobt worden, so stand sie nun ganz auf sich gestellt in dem zerstörten Dorf vor den Leichen ihrer Lieben. Sie dachte an Selbstmord und bestattete die Toten. Als sie dann noch ihren kleinen Bruder lebend fand, siegte der Lebenswille in ihr, ihm wollte sie das Leben retten und so fuhr sie mit dem Kanu hinaus aufs Meer, um den Jungen zu dem auf einer entfernten Insel lebenden Großvater zu bringen, in ständiger Angst, auf weitere Krieger aus dem Volk der Kurzen zu treffen. Als sie an einem einsam erscheinenden Strand rastete, traf sie auf den alten, seit Jahren allein lebenden Schamanen Shuganan. Er schnitzte aus Elfenbein Figuren, von denen eine ungeheure Kraft ausging, aber auch er konnte den kleinen Bruder von Chagak nicht retten. Diese beschloss, zu bleiben, aber dann kamen auch auf diese Insel Männer vom Stamm der Kurzen und Mann-der-tötet zwang Chagak, seine Frau zu sein…

Wer weiß schon wie sich das Leben der Ureinwohner vor 9000 Jahren auf den Aleuten gestaltete? Sue Harrison weiß sehr genau davon zu berichten und nach dem Lesen dieses Romans habe ich auch eine recht gutes Bild davon bekommen. Die Autorin hat unter anderem die Sprachen der Ureinwohner Amerikas studiert und insgesamt neun Jahre für diesen Roman recherchiert. Dadurch gelingt es ihr sehr gut, dem Leser eine Vorstellung vom Alltagsleben der Ureinwohner zu vermitteln. Beeindruckend fand ich die Beschreibungen von den ganz alltäglichen Arbeiten mit den steinzeitlichen Hilfsmitteln, die das Leben und das Überleben in diesem lebensfeindlich erscheinenden Lebensraum sicherten. Sie berichtet ausführlich von Ritualen und dem Glauben, von Bräuchen und Eigenarten der Eingeborenen. Stellenweise fand ich diese Beschreibungen etwas ausufernd und für die Handlung zu gewichtig. Auch die Charaktere waren mir ein wenig zu einseitig gezeichnet. Es wurde streng unterschieden in Freund und Feind, in gut und böse. Aber insgesamt betrachtet, war dieser Roman gut und flüssig zu lesen, ist spannend geschrieben und bietet interessante Einblicke in das Leben der Vorfahren der Eskimos, wie es sich zu Urzeiten abgespielt haben könnte. Das Buch beinhaltet zudem noch eine Karte und ein sehr nützliches Glossar, das die im Text verwendeten Begriffe der Ureinwohner erklärt.

„Vater Himmel, Mutter Erde“ ist der erste Teil der Ivory-Carver-Trilogie die weiteren Teile sind „Schwester Mond“ und „Bruder Wind“.

 

Über den Autor (Quelle: Klappentext)

Sue Harrison hat englische Literatur und die Sprachen der Ureinwohner Amerikas studiert. Für „Vater Himmel, Mutter Erde“ hat sie neun Jahre lang recherchiert. – Geographie, Archäologie, Antropologie und Kulturgeschichte der Aleuten. Sue Harrison, 1950 geboren, lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Pickford, Michigan.

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