Bernhard Kegel – Der Rote

Der Rote
Bernhard Kegel
Gebundene Ausgabe: 544 Seiten
Verlag: marebuchverlag
ISBN-13: 978-3866480674

Der anerkannte deutsche Professor Hermann Pauli, eine Koryphäe wenn es um Kopffüßer geht, macht Urlaub in Kaikoura (Neuseeland). Eigentlich will er Abstand zu seinem Leben gewinnen, um den Tod seiner Frau zu verarbeiten. Als er auf einer für den Ort typischen Whalewatching-Tour ist, geschieht Ungewöhnliches. Das Meer brodelt, eine Art Seebeben hat zu Riesenwellen geführt, die auch an Kaikoura nicht spurlos vorübergegangen sind. Aber es kommt noch schlimmer. Die Wale bleiben aus und mit ihnen die Touristen, dafür findet der Wissenschaftler Unmengen toter Cephalopoden am Strand. Aber einer von ihnen ist noch am Leben und der ist etwas ganz Besonderes…
Die Aufmachung und der Klappentext haben mein Interesse an diesem Buch geweckt. So war „Der Rote“ dann der erste von mir gelesene sogenannte Tiefsee-Thriller. So zweigeteilt wie die Genrebezeichnung ist meine Meinung zu diesem Roman. Hervorragend ist es Bernhard Kegel gelungen die Einzigartigkeit der Unterwasserwelt darzustellen. Anschaulich, detailliert, leicht verständlich und kompetent schreibt er über den Arbeitsalltag der Wissenschaftler, über Pottwale und die Vielfalt der Klasse der Kopffüßer. Er hat es geschafft, mein Interesse an einer Spezies zu wecken, der ich ansonsten lediglich im Restaurant meine Aufmerksamkeit schenke. Diese fachlich fundierten Abschnitte haben mich in ihren Bann gezogen, ich fand sie spannend, von ihnen hat das gesamte Buch gelebt. Sobald die Handlung aber die biologische Ebene verließ und es um zwischenmenschliche Probleme ging, war dieses Flair verschwunden. Vielleicht war einfach die Story zu realistisch. Allerdings würde ich diesen Roman nicht dem Genre Thriller zuordnen, dafür entwickelte sich alles zu betulich und mit zu wenig „thrill“. Für meinen Geschmack waren viele Charaktere auch zu einfach gehalten, sie hatten nicht genug Tiefe, auch waren die Dialoge oft zu oberflächlich, da es an echten Auseinandersetzungen mit wirklichen Antagonisten fehlte. Der Wissenschaftler Degenhart schien mir eher pro forma in die Handlung aufgenommen zu sein. Auch auf die wahrscheinlich unvermeidlich dazugehörende Liebesgeschichte hätte ich gut verzichten können.
Alles in Allem habe ich das Buch recht gern gelesen, besonders der biologische Teil begeisterte mich, man merkte, der Autor ist vom Fach und weiß, worüber er schreibt. Ich werde sicher noch die anderen Bücher des Autors lesen, neugierig bin ich schon darauf geworden.
PS: Ein Vergleich mit „Der Schwarm“ kann von meiner Seite nicht kommen. Den Schätzing habe ich (noch) nicht gelesen.

Über den Autor (Quelle: amazon.de)
Bernhard Kegel, Jahrgang 1953, ist promovierter Biologe, leidenschaftlicher Jazzgitarrist und Autor mehrerer Bücher, darunter Die Ameise als Tramp, Das Ölschieferskelett und Wenzels Pilz. Seinen packenden Romanen liegen stets die neuesten Erkenntnisse der Wissenschaft zugrunde: «Selten verbindet sich fundierte Sachkenntnis so erfreulich mit erzählerischen Qualitäten» (Frankfurter Allgemeine Zeitung). Bernhard Kegel lebt in Berlin.

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