Zsuzsa Bánk – Die hellen Tage

Die hellen Tage
Zsuzsa Bánk
Gebundene Ausgabe: 540 Seiten
Verlag: Fischer
ISBN-13: 978-3100052223

Kurzbeschreibung (Quelle: amazon.de)

In einer süddeutschen Kleinstadt erlebt das Mädchen Seri helle Tage der Kindheit: Tage, die sie im Garten ihrer Freundin Aja verbringt, die aus einer ungarischen Artistenfamilie stammt und mit ihrer Mutter in einer Baracke am Stadtrand wohnt.

Aber schon die scheinbar heile Welt ihrer Kindheit in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts hat einen unsichtbaren Sprung: Seris Vater starb kurz nach ihrer Geburt, und Ajas Vater, der als Trapezkünstler in einem Zirkus arbeitet, kommt nur einmal im Jahr zu Besuch. Karl, der gemeinsame Freund der Mädchen, hat seinen jüngeren Bruder verloren, der an einem hellblauen Frühlingstag in ein fremdes Auto gestiegen und nie wieder gekommen ist.

Es sind die Mütter, die Karl und die Mädchen durch die Strömungen und Untiefen ihrer Kindheit lotsen und die ihnen beibringen, keine Angst vor dem Leben haben zu müssen und sich in seine Mitte zu begeben.

Zsuzsa Bánk erzählt die Geschichte dreier Familien und begleitet ihre jungen Helden durch ein halbes Leben: Als Seri, Karl und Aja zum Studium nach Rom gehen, wird die Stadt zum Wendepunkt ihrer Biographien und zur Zerreißprobe für eine Freundschaft zwischen Liebe und Verrat, Schuld und Vergebung.

 Meine Meinung

Die hellen Tage behalte ich, die dunklen gebe ich dem Leben zurück.“

Zsuzsa Bánk entführt die Leser ihres Buches in süddeutsche Kirchblüt in den 1960er Jahren. Sie erzählt die Geschichte dreier Kinder, besser gesagt, die Geschichten derer Familien. Alle haben eines gemein, sie müssten mit Verlust und Abschied zu leben. Über mehr als 20 Jahre begleitet man die drei Protagonisten auf dem Weg durchs Leben.

Das Buch ist in einer wunderschönen einfühlsamen, fast schon poetischen Sprache geschrieben, die leider nicht über die eine oder andere Länge in der Handlung, besonders in der zweiten Hälfte, hinweg täuschen kann. Ein wenig kritisch sehe ich die Entwicklung der Hauptfiguren, denn dies ist schließlich auch ein Roman über das Erwachsenwerden. Weder ihre Persönlichkeiten noch ihre Freundschaft entwickeln sich weiter, ganz im Gegensatz zu ihren Müttern. Aber alle Kritikpunkte werden überlagert von den schönen Bildern der hellen Kindheitstage, einem Kinderparadies, das es heute nur noch selten gibt. Ich habe das Buch mit viel Freude gelesen und empfehle es gern weiter.

Über den Autor (Quelle: amazon.de)

Zsuzsa Bánk, geboren 1965, arbeitete als Buchhändlerin und studierte anschließend in Mainz und Washington Publizistik, Politikwissenschaft und Literatur. Heute lebt sie als Autorin in Frankfurt am Main. Für ihren ersten Roman »Der Schwimmer« wurde sie mit dem aspekte-Literaturpreis, dem Deutschen Bücherpreis, dem Jürgen-Ponto-Preis, dem Mara-Cassens-Preis sowie dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ausgezeichnet. Für die Erzählung ‚Unter Hunden‘ erhielt sie den Bettina-von Arnim-Preis.

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