Ursula Poznanski – Fünf

Beatrice Kasparin und ihr Kollege Florin Wenninger, beide sind Ermittler bei LKA in Salzburg, werden zu einem Tatort auf einer Kuhweide gerufen. Eine tote Frau wurde am Fuß eines Felsen gefunden. Ein Selbstmord ist auszuschließen, sie war gefesselt. An den Fußsohlen finden die Ermittler eine Art Code tätowiert. Schnell wird herausgefunden, dass es sich dabei um GPS-Koordinaten handelt. Am angegebenen Ort angelangt, finden sie nach einiger Suche den Cache, eine Box, die unter anderem eine abgetrennte Hand enthält. Es gibt also mehr als nur ein Todesopfer. Der Täter inszeniert eine mörderische Schnitzeljagd, bei der auch die junge Kommissarin ins Visier des Mörders gerät, denn er weiß etwas über ihre Vergangenheit.

Mit „Fünf“ habe ich den ersten Nichtjugendroman von Ursula Poznanski gelesen. Mit ihrem Ermittlerduo erweckt sie zwei unverbrauchte Kommissartypen zum Leben, die beide auch mitten in selbigem stehen. Beatrice Kasparin ist alleinerziehende Mutter, die von ihrem Ex-Mann ständig unter Druck gesetzt wird. Weder tags noch nachts verschont er sie vor seinen Telefonterror. Bei den Kindern macht er sie schlecht. Die Trennung mag er nicht akzeptieren. Der Spagat zwischen Job und Privatleben ist für sie alles andere als leicht. Sie ist überlastet. Eine gestresste Kommissarin ist nicht unbedingt neu, aber trotzdem lässt die Autorin um Beatrice Kasparin einen interessanten Nebenschauplatz entstehen. Den Thriller rund um das Geocaching aufzubauen, war dagegen neu und ziemlich genial. Zwar hatte ich von diesem Hobby schon gehört, mich aber noch nie damit auseinandergesetzt. Ursula Poznanski hat mich aber sehr gut mit dieser Thematik vertraut gemacht. Gemeinsam mit den Ermittlern näherte sich auch der Leser diesem Thema, die Spannung litt keinen Moment unter den Erklärungen. Schon im Prolog wurde ein Spannungsbogen aufgebaut und diese wurde bis zum Ende hin gehalten. Einzig in der Mitte des Thriller gab einen kleinen Hänger. Als Leser konnte man mitfiebern und ermitteln und war eigentlich nie schlauer als das Ermittlerpaar. Zwischendrin durchzuckte mich mal ein Gedanke, in dem ich einer Person ein Motiv zuordnete. Von dieser Spur wurde ich aber schnell wieder abgelenkt. Am Ende bekommt der Leser das Motiv der Morde auch noch aus Tätersicht geschildert. Eine Sache, die ich eigentlich nicht besonders mag. In diesem Fall hat es mich nicht gestört, weil es sich in die Handlung einerseits gut einfügte und es andererseits nicht belehrend wirkte. Der Thriller war flüssig zu lesen und zog mich in eine Art Lesesog. Ich konnte und wollte das Buch nicht aus der Hand legen. An die jeweiligen Tatorte wurden die Ermittler mittels der entsprechenden GPS-Koordinaten gelockt. Sie bilden auch die Überschriften der Kapitel. Ich habe diese Koordinaten in eine Suchmaschine eingegeben und konnte mir die Tatorte und deren Umgebung ansehen. Das machte das Gelesene noch ein wenig authentischer.

Nach „Erebos“ und „Saeculum“ war „Fünf“ der dritte Roman, den ich von Ursula Poznanski las. Ebenso wie in ihren Jugendbüchern wählte sie für diesen Thriller ein Hobby als Hintergrund der Romanhandlung, in das sie ihre Leser gekonnt einführte. Das Buch war spannend, logisch aufgebaut, mitreißend und äußerst unterhaltsam. Ich freue mich auf weitere Bücher dieser Autorin.

Über den Autor (Quelle: amazon.de)

Ursula Poznanski wurde 1968 in Wien geboren, studierte sich einmal quer durch das Angebot der dortigen Universitäten und landete schließlich als Redakteurin bei einem medizinischen Fachverlag. Nach dem fulminanten Erfolg ihres Jugendromans „Erebos“ widmet sie sich nun hauptsächlich dem Schreiben. Sie lebt mit ihrer Familie im Süden von Wien.

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Eine Antwort zu Ursula Poznanski – Fünf

  1. Julia schreibt:

    Oh cool, ich bin ja begeisterte Geocacherin – dieses Buch kommt sofort auf die Wunschliste! Danke für die Empfehlung! 🙂

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