Konrad O. Bernheimer – Narwalzahn und alte Meister

Narwalzahn und alte Meister

Konrad O. Bernheimer

  • Gebundene Ausgabe: 381 Seiten
  • Verlag: Hoffmann und Campe
  • ISBN-13: 978-3455502800

Über den Autor

Konrad O. Bernheimer, geboren 1950 in Venezuela auf einer Kaffeeplantage, Sohn eines deutsch-jüdischen Vaters und einer venezolanisch-katholischen Mutter, wächst in München auf und übernimmt nach einem Aufenthalt bei Christie’s in London im Jahr 1977 das Münchner Haus Bernheimer. Vom Einrichtungshaus und Antiquitätenhandel verwandelt Konrad Bernheimer das Geschäft zum international tätigen Kunsthandel für Alte Meister. Er ist verheiratet, hat vier Töchter und pendelt zwischen München und London.

Meine Meinung

Hans Magnus Enzensberger gehört zu den Autoren, die ich sehr schätze. Aber in diesem speziellen Fall bin ich ihm fast ein wenig böse, weil er Konrad O. Bernheimer so sorglos den Rat gab, die Geschichte seiner Familie selbst aufzuschreiben. Vielleicht hätte Herr Bernheimer doch lieber den Journalisten, die ihn darum baten, die Genehmigung dafür gegeben.

Von der Geschichte der Kunsthändlerfamilie Bernheimer, die Mitte des 19. Jahrhunderts beginnt, hatte ich mir sehr viel versprochen. Sie birgt allein schon durch die Zeit, in die diese fällt viel Potenzial. Der erste Teil des chronologischen Berichts, in dem die Jahre von 1864 bis 1945 behandelt werden, hat mir noch am ehesten zugesagt. Obwohl ich mich auch dort bereits an den häufigen Abschweifungen störte. Zu viel Platz räumte Konrad O. Bernheimer Nebensächlichkeiten ein. Ausdauernd kann er Kunstgegenstände und Interieur, Bekanntschaften und Kunden beschreiben und benennen. Stellenweise hatte ich das Gefühl er brüstet sich mit den Beziehungen in höchste Adels- oder Politikerkreise.

Aber nicht nur inhaltlich, auch sprachlich blieb das Buch deutlich hinter meinen Erwartungen zurück. Selbstgefällig, gönnerhaft und redselig werden Banalitäten aneinandergereiht. Durchgängig wird die Familiengeschichte lediglich oberflächlich betrachtet, in die Tiefe gehende Betrachtungen oder gar Reflexionen bleiben dem Leser vorenthalten. Die Familie Bernheimer ist mir durch die 381 Seiten hinweg fremd geblieben. Hinzu kommt Enttäuschung über vertane erzählerische Chancen und wenig erfreuliche Lesestunden.

Gut gefallen hat mir die Aufmachung des Buches. Dazu zähle ich auch die diversen Fotos, die die überwiegend fade erzählte Familiengeschichte dann doch noch ein wenig aufwerten.

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