Katherine Pancol – Die gelben Augen der Krokodile

Die gelben Augen der Krokodile

Pancol, Katherine

Originaltitel: Les Yeux Jaunes des Crocodiles

Gebundene Ausgabe: 608 Seiten

Verlag: C. Bertelsmann Verlag

ISBN-13: 978-3570100868

Joséphine ist die Hauptfigur in Katherine Pancols Roman. Sie ist eine auf das 12. Jahrhundert spezialisierte Historikerin und Mutter der beiden heranwachsenden Töchter Hortense und Zoé. Ihr Ehemann Antoine hat sie wegen einer anderen Frau verlassen und ist mit dieser nach Afrika gegangen, um dort Krokodile zu züchten. Seit dem muss sie jeden Cent mehrfach umdrehen. Iris, Joséphines Schwester, langweilt sich dank der guten Stellung ihres Mannes durchs Leben, will immer im Mittelpunkt stehen und erzählt, um sich wichtig zu machen, sie würde an einem Roman über das 12. Jahrhundert arbeiten. Schreiben soll ihn natürlich Joséphine. Iris will ihr die Einnahmen überlassen, selbst die Öffentlichkeitsarbeit übernehmen und den Erfolg einheimsen. Verschiedener als Joséphine und Iris können Schwester, wohl nicht sein. Weil Joséphine mit den Einkünften aus dem Roman die drängendsten finanziellen Probleme lösen könnte, willigt sie schließlich ein und schreibt „Die demütige Königin“. Entgegen aller Erwartungen wird der Roman ein durchschlagender Erfolg.

Katherine Pancol beginnt ihren Roman ruhig und unaufgeregt. Sukzessive werden die handelnden Personen eingeführt und das umfangreiche Beziehungsgeflecht um die Schwestern detailreich dargestellt. Sie offeriert ihren Lesern ein ganzes Füllhorn an verschiedensten Charakteren, die fast alle lebensecht beschrieben sind. Am Ende des Buches hatte ich das Gefühl gute Bekannte verlassen zu müssen. Einzig die Geschichte um die beste Freundin Joséphines empfand ich an den Haaren herbei gezogen und aus den dunkelsten Archiven der Yellow Press hervorgeholt.

Sehr gut hat mir die Entwicklung von Joséphine gefallen. Die unscheinbare, verlassene Frau wurde im Laufe des Geschehens zusehend selbstbewusster und souveräner. In gleichem Maße wurde Iris unsicherer und litt zunehmend unter ihrer ins Wanken geratenen Welt.

Nachdem sich der erste Teil des Romans gemächlich entwickelt, ist der der zweite Teil durchaus lebhafter. Längen in der Handlung gab es aus meiner Sicht nur wenige. Auch Klischees werden nicht über Gebühr strapaziert. Der Roman war flüssig geschrieben, durchweg unterhaltsam und kurzweilig. Dabei bringt die Autorin auch einige kuriose und überraschende Einfälle in ihrem Buch unter.

Die gelben Augen der Krokodile“ ist ein komplexer Roman mit einer Vielzahl von Handlungssträngen, die am Ende aber schlüssig zusammengefügt werden. Mit einer lebendigen Sprache erzählt die Katherine Pancol diesen facettenreichen Roman, der leicht zu lesen war und nicht ins Triviale abrutscht. Für mich ist er typisch französisch. Nachdem ich mit Freude mit diesem Buch den ersten Teil der Trilogie um Josephine Cortès gelesen habe, freue ich mich auf die beiden noch folgenden Teile, die bereits bereit liegen.

Über den Autor (Quelle: amazon.de)

Katherine Pancol wurde 1954 in Casablanca geboren und lebt seit ihrem fünften Lebensjahr in Frankreich. Nach ihrem Literaturstudium arbeitete sie als Lehrerin, Journalistin und Autorin. Ihr beispielloser Aufstieg zum „Phänomen Pancol“ begann 2006 mit dem Erscheinen von Die gelben Augen der Krokodile (dem ersten Teil der Joséphine-Trilogie): 2006 erhielt der Roman den Prix Maison de la Presse, 2008 war er noch immer auf Platz 6 der bestverkauften Romane des Jahres (Le Figaro), und 2010 dominierte Pancol die Bestsellerlisten mit ihrer Trilogie schließlich ganz. Sie hat zwei erwachsene Kinder und lebt in Paris.

Die Trilogie umfasst die Titel:

Die gelben Augen der Krokodile
Der langsame Walzer der Schildkröten
Montags sind die Eichhörnchen traurig

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10 Antworten zu Katherine Pancol – Die gelben Augen der Krokodile

  1. buchstabentraeume schreibt:

    Vielen Dank für deine Rezi, liebe Karthause. Das Buch tummelt sich bereits auf meinem Ebook-Reader, nur irgendwie konnte es mich noch nicht so sehr reizen, dass ich es tatsächlich auch gelesen habe. Aber irgendwann habe ich das auf jeden Fall vor, denn manchmal sind solche ruhigen Romane genau das, was ich brauche. 🙂

  2. steffimanca schreibt:

    Vielen Dank für die tolle Rezie, liebe Heike. Freut mich, dass Dir das Buch auch so gut gefallen hat … „typisch französchisch“ würde ich auch sagen, ich könnte mir einen Film gut vorstellen. Bei „Zusammen ist man weniger allein“ hat das auch gut geklappt, ein schönes Buch in einen tollen Film umzusetzen. Der zweite Band liegt schon auf dem Nachtschrank und nach „Arbeit & Struktur“ brauche ich sicher wieder leichtere Kost 😉
    LG Steffi

    • Karthause schreibt:

      An „Zusammen ist man weniger allein“ musste ich auch mehrmals denken. Ich freue mich jetzt schon auf die Walzer tanzenden Schildkröten. Das Buch muss nich mehr lange warten.
      „Arbeit und Struktur“ habe ich im Internet direkt im Blog gelesen. LG Heike

  3. Bücherphilosophin schreibt:

    Klingt sehr interessant und nett zu lesen. Ich hab zwei der drei Bücher auch im Regal.
    Nun sind diese Bücher ja sehr dick. Wie hast Du das empfunden? Würdest Du mir raten mich trotz des Umfangs einfach mal ranzutrauen?

    LG, Katarina 🙂

    • Karthause schreibt:

      Warum nicht, du hast es ja schon im Regal. Wenn es dir gar nicht zusagt, kannst du es ja immer noch zur Seite legen. Ich fand das Buch nicht sonderlich dick. Es hat 608 Seiten, das ist so die Stärke, die ichmag. LG Heike 😉

      • Bücherphilosophin schreibt:

        Da hast Du Glück 🙂 Ich bin ein Zauderer, wenn es um dicke Bücher geht. Und die stehen dann entsprechend lange ungelesen hier rum.
        Ich könnte das Buch einfach mal unverbindlich antesten und dann weitersehen. Das werde ich wohl machen.
        Jetzt bin ich mal gespannt, was sich hinter dem lustigen Cover so alles verbirgt und wie es mir gefällt.

        LG, Katarina 🙂

      • Karthause schreibt:

        Kennst du „Zusammen ist man weniger allein“. Mit diesem Buch würde ich die Krokodile vergleichen. LG Heike;-)

  4. Pingback: (Die Sonntagsleserin) KW #04 – Januar 2014 | Bücherphilosophin.

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