Tonino Benacquista – Malavita: Eine Mafia-Komödie

Malavita: Eine Mafia-Komödie

Tonino Benacquista

Originaltitel: Malavita

Broschiert: 304 Seiten

Verlag: carl’s books

ISBN-13: 978-3570585283

 

Gleich vorweg, die Verfilmung dieses Romans kenne ich nicht, allerdings bin ich durch das Bewerben des Films auf dieses Buch aufmerksam geworden.

Im Schutz der Dunkelheit beziehen die Blakes im französischen Cholong-sur-Avre ihr neues Haus. Sie scheinen eine ganz normale Familie zu sein. Fred, der Vater, ist Schriftsteller; Maggie, die Mutter, engagiert sich ehrenamtlich für wohltätige Zwecke und die Kinder, Belle und Warren, besuchen die örtliche Schule. Sie versuchen sich mit aller Kraft im Ort zu integrieren, um so normal wie möglich zu erscheinen und scheuen dafür weder Aufwand noch Geld. Aber die Wirklichkeit ist eine andere. Hinter Fred Blake verbirgt sich Giovanni Manzoni. Dieser war einer der der ganz großen Mafia-Bosse, der an der Ostküste der USA sein Reich aufgebaut hatte. Aber er wurde geschnappt und hat gesungen. Deshalb wurde die Familie, einschließlich des Hundes, der bezeichnenderweise Malavita genannt wird, in das Zeugenschutzprogramm aufgenommen und im Rahmen dessen nach einigen anderen Zwischenstationen in der Normandie untergebracht. Aber so sehr sieversuchen, ein unauffälliges Leben zu führen, so wenig gelingt es ihnen. Auch der Schutz des FBI’s kann sie nicht vor dem Auffliegen bewahren. So reicht ein einziger Artikel in einer Schülerzeitung aus und es kommt, wie es kommen muss…

Gemächlich beginnt Tonino Benacquista seine Geschichte um die Familie Blake/Manzoni. Sie erscheint dem Leser zunächst ganz normal, die netten Nachbarn von nebenan eben. Nach und nach wird aber immer deutlicher, dass sich hinter den Blakes eigentlich eine Mafia-Familie verbirgt. Mit viel schwarzem Humor und der Verwendung der hinlänglich bekannten Klischees nimmt die Handlung Fahrt auf ohne dabei platt zu wirken. Die Personen sind in ihrer Widersprüchlichkeit gut charakterisiert und in Szene gesetzt. Besonders Fred war für mich der große Sympathieträger.

Ich hätte nicht erwartet, dass ein Roman über eine sich im Zeugenschutzprogramm befindende Mafiosi-Familie, angerichtet mit einer guten Portion Witz, Ironie und fast schon an Slapstick grenzenden Aktionismus, mich so gut unterhalten würde. Ich habe mich bei der Lektüre sehr gut amüsiert. Dieser Roman ist sehr leicht und schnell zu lesen, man will einfach wissen, wie es mit der ehrenwerten Familie weitergeht, weil man ahnt, gut kann das nie im Leben ausgehen.

Mein Fazit: Dieser temporeiche, mit schwarzem Humor gespickte Roman hat mich durchgehend gut unterhalten. Er brachte genau das richtige Maß an Witz, gut konstruierter Geschichte und erzählerischem Können für genüssliche Lesestunden mit. „Malavita“ ist ein wirklich netter Roman um vom trockenen Alltagsgeschehen abzuschalten und den Feierabend zu genießen.

Über den Autor (Quelle: amazon.de)

Tonino Benacquista, geboren 1961 als Sohn italienischer Einwanderer, lebt in Paris. Nach einem begonnenen Filmstudium organisierte er sich mit Jobs als Schlafwagenschaffner und Pizzabäcker Geld und Stoff für seine originellen Kriminalromane, die mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurden. „Malavita“ wurde von Luc Besson mit Robert DeNiro, Michelle Pfeiffer und Tommy Lee Jones verfilmt.

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3 Antworten zu Tonino Benacquista – Malavita: Eine Mafia-Komödie

  1. buzzaldrinsblog schreibt:

    Danke für diesen schönen Tipp, klingt nach einer Wohlfühllektüre, die man einfach genießen kann! So etwas brauche ich auch zwischendurch immer wieder! 😀

  2. Elli schreibt:

    Eine Mafia-KOMÖDIE? Das ist mal etwas erfrischend Anderes. Ich habe komischerweise auch von der Verfilmung bis gerade noch nie gehört – klingt beides (also Buch und Film) nach meinem Geschmack.

    Danke für die Buchbesprechung. Was man im Netz immer wieder für Perlen findet… echt klasse 🙂

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