Christine Kabus – Im Land der weiten Fjorde

Im Land der weiten Fjorde

Christine Kabus

Taschenbuch: 592 Seiten

Verlag: Bastei Lübbe

ISBN-13: 978-3404167586

Im April 2010 erfährt Lisa nach dem Tod ihrer Mutter, dass diese von der Familie, in der Lisa immer ihre Wurzeln gesehen hatte, adoptiert wurde. Lediglich ein Medaillon mit zwei vergilbten Fotos und einer fremdsprachigen Gravur bekommt Lisa übergeben, der einzige Hinweis auf die Herkunft der Mutter.

For veslepusen min til minne on din lykkeligste dagen“ (S. 38)

In einer zweiten Zeit- und Erzählebene wird der Leser ins Norwegen zur Zeit der deutschen Besatzung im 2. Weltkrieg geführt. Mari, die Norwegerin, verliebt sich in Joachim, den Angehörigen der Armee der deutschen Besatzer. Diese Liebe muss eine heimliche sein, sie ist verboten. Frauen, die sich mit Besatzern einlassen, erleiden Repressalien, werden häufig von der Familie verstoßen und gesellschaftlich geächtet.

Lisa begibt sich nun auf die Suche nach ihrer Großmutter, die, wenn sie noch am Leben ist, deutlich über 80 Jahre alt sein muss.

In den beiden sich abwechselnden Handlungsfäden erzählt Christine Kabus die Geschichten von Lisa und Mari. Die historischen Begebenheiten sind gut recherchiert und auch sehr glaubwürdig geschildert. Der in der Vergangenheit angesiedelte Part hat mir auch besonders gut gefallen. Das Leben auf dem Pferdehof in Norwegen wird eindrucksvoll beschrieben. Der Leser bekommt einen guten Einblick in die Traditionen und Lebensvorstellungen in der Kriegszeit. Maris Zweifel, ihre innere Zerrissenheit zwischen gehorsamer Tochter und liebender Frau, waren sehr nachvollziehbar und berührend.

Die in der heutigen Zeit spielende Handlung empfand ich als sehr vorhersehbar und mit einigen Klischees und Plattitüden behaftet. So war mir schnell klar, wie sich die Beziehung von Lisa und Marco entwickeln würde. Auch ihr Auftreten als Retter in der Not des in wirtschaftliche Schieflage geratenen Pferdehofs war für mich wenig glaubhaft, zumal die dort lebendem Besitzer zunächst lediglich Vermutungen anstellen können, wer Lisa sein könnte. Zum Glück ließ die Autorin auch einige ihrer norwegischen Protagonisten Lisa Feuereifer mit Skepsis betrachten.

Im Land der weiten Fjorde“ ist ein schöner Norwegenroman, er ist leicht und flüssig zu lesen. Das Buch hat mich an ein paar Abenden gut unterhalten und auch ein bisschen Fernweh aufkommen lassen. Denn die Beschreibungen von Land und Leuten sind Christine Kabus sehr gut gelungen. Für mich war es das richtige Buch zur passenden Zeit.

Inzwischen ist auch schon der 2. Teil dieser Familiensaga erschienen: „Töchter des Nordlichts“

Über die Autorin (Quelle: amazon.de)

Ende 1964 wurde ich in Würzburg geboren, ging in Freiburg zur Schule und studierte in München und Heidelberg Germanistik und Geschichte. Als Regieassistentin und Dramaturgin arbeitete ich an verschiedenen Theatern, bevor ich 1996 nach München und in die Film- und Fernsehbranche wechselte. 2003 machte ich mich als Drehbuchautorin selbstständig und schrieb für diverse Fernsehserien, bevor ich mich 2011 an meinen ersten Roman wagte. Nach wie vor betreue ich als Lektorin die Projekte anderer Autoren und bin als Dozentin bei der Drehbuchwerkstatt TopTalente tätig. Zum Theater zieht es mich auch immer wieder, zuletzt als Regisseurin bei einer freien Theatergruppe. Schon als Kind zog mich der hohe Norden, den ich zunächst durch die Bücher von Astrid Lindgren und Selma Lagerlöf kennenlernte, in seinen Bann. Vor allem die ursprüngliche, mythische Landschaft Norwegens beflügelte meine Phantasie. Ich begann, die Sprache zu lernen und mich intensiv mit der Geschichte Norwegens zu beschäftigen. Meine Romane widmen sich diesem faszinierenden Land.

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