Mattias Weik/Marc Friedrich – Der Crash ist die Lösung

Der Crash ist die Lösung
Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Vermögen retten
Matthias Weik/Marc Friedrich
Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: Eichborn Verlag
ISBN-13: 978-3847905547
Gelesen: Juni 2014 RE

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Kurzbeschreibung (Quelle: Eichborn Verlag)

Es stellt sich längst nicht mehr die Frage, ob der Crash kommen wird – sondern lediglich wann. Denn alle Maßnahmen zur Banken-, Länder- und Eurorettung laufen auf volkswirtschaftliche Schadensmaximierung und den Staatsbankrott Deutschlands hinaus. Die Enteignung der Bürger für diesen Fall wird längst vorbereitet. Staatsanleihen, Renten- und Lebensversicherungen, Konten – das sind die großen Verlierer im Falle eines Crashs, der lieber früher als später kommen soll, denn nur dann sind Politik und Wirtschaft bereit, radikal etwas zu verändern. Wie man sein Geld rechtzeitig in Sachwerte umschichtet, um sein Erspartes nicht zu verlieren, erklären die Finanzstrategen für jeden verständlich.

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Über die Autoren (Quelle: Eichborn Verlag)

Matthias Weik befasst sich seit über zehn Jahren eingehend mit der globalen Wirtschaft und ihren Finanzmärkten. Arbeits- und Studienaufenthalte in Südamerika, Asien und Australien ermöglichten ihm tiefe Einblicke in das Wirtschaftsleben fremder Nationen. Parallel zu seiner Tätigkeit für einen deutschen Konzern hat er einen MBA erworben. Seit mehreren Jahren ist der Querdenker als unabhängiger Honorarberater tätig.

Marc Friedrich studierte Internationale Betriebswirtschaftslehre und beschäftigte sich intensiv mit der Wirtschaft und den Finanzmärkten. Während eines Aufenthalts in Argentinien erlebte er 2001 einen Staatsbankrott und dessen verheerende Folgen selbst mit. In Großbritannien, der Schweiz und den USA sammelte er zahlreiche und wertvolle Arbeitserfahrungen. Gemeinsam mit Matthias Weik hält er Seminare und Fachvorträge bei Unternehmen, Verbänden, an Universitäten und Schulen.

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Meine Meinung

Europa kränkelt. Politisch herrscht keine Einigkeit, wirtschaftlich gibt es gewaltige Unterschiede. Die Krise ist in allen Bereichen spürbar. Besonders im Finanzsektor wird sie offensichtlich. Eurorettung, Rettungsschirme, Schuldenschnitte, Krisensitzungen, Leitzinssenkung sind die Schlagworte, die uns regelmäßig in den Nachrichten begegnen. Matthias Weik und Marc Friedrich stellen sich nun die Frage nach den Folgen dieser Politik, die letzten Endes nur auf einen Staatsbankrott hinauslaufen kann und in dem unausweichlich auf uns zukommenden Crash. Für sie stellt sich lediglich die Frage nach dem Zeitpunkt.

Nach einer Analyse der Ausgangssituation zeigen die Autoren den Anlegern Möglichkeiten auf, ihr Vermögen, oder zumindest einen Teil davon, zu retten, um mit einem Ausblick auf ein neues, anderes Finanzsystem zu schließen.

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Die umfangreiche und anschauliche Beschreibung des Ist-Zustands, sowohl von EU-Raum im Allgemeinen und Deutschland im Speziellen, hat für mich die eigentliche Stärke des Buches ausgemacht. Klar und ungeschönt wird erläutert, weshalb die Krisenverursacher gleichzeitig die Krisengewinner sind. Dabei greifen die Autoren häufig auf Diagramme zurück, die ihre Aussagen unterstreichen. Im folgenden Abschnitt wird der Leser (und Anleger) mit zwei schmerzhaften Wahrheiten konfrontiert:

Erstens: die Zeit der Rendite ist vorbei.
Zweitens: Wir alle werden Wohlstand verlieren – oder an andere abgeben müssen.“ S. 203

Also geht es nur noch darum, das Vermögen zu schützen und möglichst zu erhalten. Auf knapp 100 Seiten setzen sich die Autoren mit den beliebtesten Kapitalanlagen auseinander. Dabei wird deutlich, was früher der Fels in der Brandung war, wie Lebensversicherung, Rücklagen auf dem Sparbuch und Festgeldanlagen sind zunehmend unsicher. Was nach der Lektüre des Kapitels über Enteignung, Zwangsabgaben und Inflation wohl kaum noch einer zusätzlichen Erklärung bedarf. Die ultimative Lösung haben die Autoren natürlich auch nicht parat. Sie plädieren unter anderem dafür, schuldenfreies Wohneigentum am besten selbst zu nutzen, damit wäre im Fall eines Crashs ein grundlegendes Lebensbedürfnis gesichert, ohne dass dafür finanzielle Mittel erforderlich sind.

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Spätestens seit den Bankenschließungen in Zypern ist wohl jedem Vermögenden klar, dass im Falle des Falles Bargeld die Flexibilität und Unabhängigkeit innehat, die bislang nur dem Plastikkarten zugesprochen wurde. Investitionen in Sachwerte sind auch nicht unbedingt empfehlenswert, da diese starken Wertschwankungen unterliegen können.

Investieren Sie Ihr Geld nur in Produkte, die Sie verstehen. Die Sie anfassen können. Und die für Sie zu jeder Zeit verfügbar sind.“ S.258

In der Folge gibt es noch viele Tipps die nachdenkens- und beachtenswert sind. Auch eine vernünftige Vorratshaltung von Lebensmittel und die Einlagerung von gut tauschbaren Produkten für den absoluten Ernstfall, in dem die Banken geschlossen sind und ein regulärer Zahlungsverkehr zum Erliegen kommt, sollten nicht außer Acht gelassen werden.

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Der Ausblick auf ein zukünftig mögliches Finanzsystem, ob es besser oder nur anders sein wird, lasse ich mal dahingestellt, ist, wie es Blicke in eine mögliche Zukunft immer sind, eher ein Blick in die Glaskugel, wenn auch ein sehr nachvollziehbarer.

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Der Crash ist die Lösung“ in ein gut lesbares, allgemeinverständliches Sachbuch, in dem zwar nicht der Stein des (Finanz-)Weisen gefunden wurde, das aber sehr gute Ansätze bietet, über die Sicherung der Anlage von Vermögenswerten grundlegend neu nachzudenken.

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3 Antworten zu Mattias Weik/Marc Friedrich – Der Crash ist die Lösung

  1. Wenn das Buch den einen oder anderen schon darüber nachdenken lässt, was an unserem System nicht in Ordnung sein kann, dann hat es schon seinen Zweck erfüllt. Natürlich mag einiges überzogen sein und der Stein des Weisen ist es wohl auch nicht. Trotzdem ein gelungenes Werk!

    • Karthause schreibt:

      Gut ist das Buch, keine Frage. Das Problem ist nur, die die wissen oder ahnen woran das System krankt, lesen auch das Buch. Das sind aber viel zu wenige. Und zu viele haben längst resigniert und sagen sie haben nichts, da können sie auch nichts verlieren. Den Stein des Weisen wird es auch nicht geben. Jeder muss seine eigenen Schlüsse ziehen, dann ist schon einiges vollbracht.

      • @ Karhause: Da stimme ich dir zu. So ist es aber bei allem, die, die schon Bescheid wissen, gehen noch zu einer Veranstaltung und hören Bekanntes. Aber die Menschen, die eigentlich kommen sollten, bleiben zu Hause.

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