Philipp Meyer – Der erste Sohn

Der erste Sohn Philipp Meyer Originaltitel: The Son Gebundene Ausgabe: 608 Seiten Verlag: Albrecht Knaus Verlag ISBN-13: 978-3813504798

Der erste Sohn
Philipp Meyer
Originaltitel: The Son
Gebundene Ausgabe: 608 Seiten
Verlag: Albrecht Knaus Verlag
ISBN-13: 978-3813504798

„Ein großes Epos über die Besiedlung von Texas, so packend erzählt wie von Karl May, aber frei von falscher Romantik.“, so Wolfgang Herles in seiner Literatursendung „Das Blaue Sofa“ am 30. Mai 2014 im ZDF.

Eigentlich könnte ich es mir leicht machen und sagen, der Beurteilung von Herrn Herles schließe ich mich 100 prozentig an. Philipp Meyer ist aber mit „Der erste Sohn“ ein wirklich beeindruckender Roman gelungen, über den man gern noch ein paar Worte mehr verlieren sollte. Die Familiengeschichte der McCulloughs wird über einen Zeitraum von guten 150 Jahren, eng verwoben mit der texanischen Geschichte, erzählt. Dazu nutzt er drei verschiedene Zeitebenen. Die am weitesten zurückliegende lebt durch Eli McCullough. Als Junge wird er von Indianern entführt. Er durchlebt schreckliche Situationen, wird aber von den Comanchen auch stark geprägt. So wird aus Eli der Gründer einer Dynastie, die zu Reichtum und Macht kommt. Peter, Elis Sohn und in dessen Augen ein Schwächling, steht im Mittelpunkt der zweiten Zeitebene. In diesem Part geht es um die Auseinandersetzungen mit den Mexikanern. Und schließlich taucht der Leser in das Leben von Elis Enkelin Jeanne Anne McCullough ein. Sie ist eine starke, geschäftstüchtige Frau, die erkennt, die Zukunft der Familie und damit eng verbunden die von Texas, liegt nicht in der Rinderzucht sondern in der Förderung von Öl. Eines zeigen aber alle drei, ihr Leben ist ein Kampf, dem sie sich auf ganz individuelle Art stellen.

Philipp Meyer hat eine wirklich großartige Familiensaga geschrieben. Seine Charaktere sind vielschichtig, ausgefeilt und nicht in schablonenhaft. Sie entsteigen gefühlt dem wahren Leben, haben gute und schlechte Eigenschaften und nicht alle ihre Entscheidungen sind vom Leser in Gänze nachvollziehbar. Aber auch mit den historischen Ausführen langweilt Meyer seine Leser nicht, sie sind interessant und haben immer einen Bezug zur Familie McCullough.

“Der erste Sohn“ hat mich von der ersten Seiten angesprochen und gefesselt hat. Es hat alles, was ich von einem guten Roman erhoffe, einen interessanten Plot, eine gute Charakterisierung der Personen und eine lebendige Sprache. Es ist einer jener Romane, die man aufgrund ihrer Vielfältigkeit, gern auch einem Re-read unterziehen kann.

Der Verlag über den Autor (Quelle: Knaus Verlag)

Philipp Meyer, geboren 1974, stammt aus einer Künstlerfamilie, verließ vorzeitig die Schule und hielt sich mit diversen Jobs – unter anderem als Fahrradmechaniker – über Wasser. Mit 20 entschloss er sich zu einem Literaturstudium und schaffte die Aufnahmeprüfung an der Cornell University. Nach seinem Abschluss arbeitete er als Broker an der Wall Street, um seine Schulden zu bezahlen. In dieser Zeit begann er zu schreiben. Ein Stipendium ermöglichte ihm einen Aufenthalt an der University of Texas, wo er seinen ersten Roman „American Rust“ (dt. „Rost“) begann. Das Buch gewann den Los Angeles Times Book Prize, war das Washington Post Book of the Year, schaffte es auf diverse Bestsellerlisten und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Philipp Meyer gilt seither als einer der hoffnungsvollsten amerikanischen Nachwuchsautoren. An „Der erste Sohn“ arbeitete er über fünf Jahre. Zur Zeit ist er ein Guggenheim Fellow und lebt in Austin, Texas und New York.

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2 Antworten zu Philipp Meyer – Der erste Sohn

  1. BirthesLesezeit schreibt:

    Dieses Buch steht bereits auf meiner Wunschliste – es scheint eine der Geschichten zu sein, die mich absolut fesseln. Danke für die Erinnerung daran :-).

    • Karthause schreibt:

      Für mich ist der Autor eine echte Neuentdeckung und alle, die ich kenne und die das Buch auch gelesen haben, waren sehr angetan. Aus meiner Sicht hast du noch etwas wirklich Gutes vor dir.

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