Stephanie Bart – Deutscher Meister

Gebundene Ausgabe: 384 Seiten

Verlag: Hoffmann und Campe VerlagGmbH

ISBN-13: 978-3455404951

Gelesen: September 2014 Vine

Der Verlag über das Buch

Berlin, 9. Juni 1933: Johann Rukelie Trollmann ist ein talentierter, unkonventionell kämpfender Boxer und charismatischer Publikumsliebling. Er steht im Kampf um die Deutsche Meisterschaft. Seinem Gegner ist er überlegen. Doch Trollmann ist Sinto. SA steht am Ring. Funktionäre und Presse tun alles, um seine Karriere zu zerstören und ihn endgültig auf die Bretter zu schicken.

Stephanie Barts Roman „Deutscher Meister“ führt ins Innerste der nationalsozialistischen Machtentfaltung und an ihre Grenzen.

Der Verlag über die Autorin

Stephanie Bart, geboren 1965 in Esslingen am Neckar, studierte Ethnologie und Politische Wissenschaften an der Universität Hamburg. Seit 2001 lebt sie in Berlin. Für die Arbeit an ihrem Roman Deutscher Meister erhielt sie das Stipendium des Deutschen Literaturfonds 2011 und 2012.

Meine Meinung

Auch wenn ich nicht der unbedingte Boxfan bin, manche Kämpfe habe ich mit Interesse verfolgt, Mike Tysons Biografie habe ich mit Begeisterung gelesen und so lag es für mich nicht fern, meine Aufmerksamkeit auf diesen Teil deutscher Boxgeschichte zu richten.

Johann Rukelie Trollmann war mir vor der Lektüre dieses biografischen Romans vollkommen unbekannt. Die Autorin brachte mir mit ihrem Buch aber den Boxer und den Menschen Trollmann sehr nahe. Sie beschreibt ihn als facettenreichen Mann, talentierten Boxer, Frauenschwarm und großen Publikumsmagneten. Aber er war auch Sinto und das kostete ihn erst den Deutschen Meistertitel im Mittelgewicht und zuletzt auch noch das Leben. Ich hätte gern noch mehr über diesen Boxers erfahren, der für die damalige Zeit eigenwillig boxte und so gar nicht ins nationalsozialistische Bild eines deutschen Sportlers passte.

Obwohl sich Stephanie Bart in diesem Roman auf nur drei Monate im Leben des Johann Trollmann beschränkt, ist ihr mit diesem Roman ein sehr komplexes Werk gelungen. In dieser kurzen von ihr betrachteten Zeitspanne schafft sie es, ein gutes und untermauertes Zeitbild zu zeichnen, in dem deutlich wird, warum Johann Rukelie Trollmann im Ring nicht nur gegen seinen Gegner, sondern auch gegen ein politisches System kämpft. Die SA-Schergen stehen nicht nur am Ring, sie wollen dieses Rassenproblem lösen und beeinflussen das Geschehen. Sprachlich so gut es ging an Ort und Zeit angepasst, versteht sie es, die Aura dieses in Vergessenheit geratenen Sportlers wieder aufleben zu lassen und ihm ein Denkmal zu setzten.

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3 Antworten zu Stephanie Bart – Deutscher Meister

  1. buzzaldrinsblog schreibt:

    Interessanterweise habe ich ausgerechnet zu diesem Buch heute morgen gegriffen und losgelesen. Auch ich bin weder Boxkenner noch -fan, bin aber dennoch unheimlich gespannt auf die Lektüre. 🙂

    • Karthause schreibt:

      Mein Mann schaut hin und wieder mal einen Boxkampf. Aber die Biografie von Mike Tyson weckte mein Interesse an diesem doch – in meinen Augen – recht groben Sport. „Deutscher Meister“ ist eine gelungene Kombination von Politik, Geschichte und Sport. Ich wünsche dir gute Unterhaltung mit dem Buch.

  2. Pingback: Das blaue Sofa | Karthauses Bücherwelt

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