Nachdenkenswertes aus Romanen

Zur Zeit lese ich den neuen Roman von Husch Josten. Dabei stieß ich auf folgendes Zitat, das uns den ganzen gestrigen Abend in sehr angeregte Diskussionen bescherte:

„Wir entfliehen der Langeweile und Selbstbezogenheit unseres geordneten, sicheren Lebens durch Voyeurismus. Wir entkommen unserem eigenen Drama, der gedanklichen Leere, indem wir in die Banalität rennen – ins Internet, in Fernsehshows, in Mobilfunkchats. Videos über die Missgeschicke anderer werden im Internet häufiger angeklickt als ernstzunehmende Nachrichten, … Wir lassen uns ausspionieren und überwachen und regen uns ein bisschen darüber auf, machen aber weiter wie bisher. Wir sind völlig abgestumpft. … Das Triviale bewahrt uns vorm Nachdenken. Nachdenken können wir nicht mehr. … Die Leute fürchten das Nachdenken, fürchten die Wahrheiten und die vermeintliche Unlösbarkeit der Probleme. Im Trivialen liegt keine Gefahr für unseren Geist, denken sie, im Gegenteil: Wir alle glauben, das Triviale übertrumpfen zu können, lachen darüber und fühlen uns überlegen. Das ist heute unser Beitrag fürs große Ganze.“

S. 62/63 „Der tadellose Herr Taft“ von Husch Josten, Berlin University Press

Herr Taft1

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