Deana Zinßmeister – Der Pestreiter

Quelle: Goldmann Verlag

Taschenbuch: 480 Seiten

Verlag: Goldmann Verlag

ISBN-13: 978-3442480883

 

Der Verlag über das Buch

Der schwarze Tod kehrt zurück …

Trier 1652: Auch vier Jahre nach dem Dreißigjährigen Krieg kommen die Menschen in Kurtrier nicht zur Ruhe. Ein geheimnisvoller Reiter verbreitet Angst und Schrecken, angeblich bringt er die Pest zurück. Der junge Schweizer Urs versucht deshalb verzweifelt, ein Heilmittel gegen die Krankheit zu finden. Währenddessen hofft seine Freundin Susanna, die aus ihrer Heimat im Saarland flüchten musste, mit seiner Hilfe die Schrecken ihrer Vergangenheit hinter sich lassen zu können. Doch dann scheint Urs plötzlich nichts mehr von ihr wissen zu wollen …

Der Verlag über die Autorin

Deana Zinßmeister widmet sich seit einigen Jahren ganz dem Schreiben historischer Romane. Bei ihren Recherchen wird sie von führenden Fachleuten unterstützt, und für ihren Bestseller »Das Hexenmal« ist sie sogar den Fluchtweg ihrer Protagonisten selbst abgewandert. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern im Saarland.

Meine Meinung

Deana Zinßmeisters historische Romane stehen für mich stellvertretend für gute Unterhaltung, einen interessanten Einblick in die Vergangenheit und nicht zuletzt für einen Wissensgewinn. Diesen Erwartungen entsprach auch „Der Pestreiter“ . Mit ihm wird die Geschichte von Susanna, Arthur und den Blatters aus „Das Pestzeichen“ fortgesetzt.

Äußerst interessant waren für mich die Abschnitte, die sich um die Pest rankten. Der Kurfürst und Erzbischof setzte Reiter ein, die strenge Verhaltensvorschriften und eine Registrierung der Erkrankten durchsetzen sollen. Urs, der Sohn der Blatters hat nur einen Wunsch, Heiler zu werden und ein Mittel gegen die Pest zu finden. Bei seinem Onkel Bendicht geht er in die Lehre und gemeinsam kämpfen sie verzweifelt unter Einsatz ihres eigenen Lebens um die der Kranken.

Es war mir noch nie so klar wie heute, dass die Menschen gegen die Pestilenz kein Heilmittel finden werden. Das wussten bereits die weisen Männer viele Jahrhunderte vor uns, und sogar die Gelehrten der Antike hatten das geahnt. Doch wir haben geglaubt, dass wir schlauer sind als alle zusammen. Aber diese Seuche ist unbezwingbar. Nichts kann sie aufhalten, und sie wird auf ewig eine Geißel der Menschheit bleiben.“ S. 427

Die Bedrohung, die die Pest für die Menschen, aber auch für den Handel und das Handwerk darstellte, wird eindrucksvoll und nachvollziehbar mit all ihren Facetten beschrieben.

Daneben gibt es noch die Handlungsebene um Susanna. Mit dem Mädchen, das mir im Vorgängerroman so sympathisch war, wurde ich in diesem so gar nicht recht warm. Neben dem Geplänkel und den Missverständnissen, die lange die junge Liebe der beiden überschattete und mich in wenig störte, blieb sie mir als Mensch fremd und ihr Tun und ihr Schicksal berührten mich kaum. Beim Lesen des ersten Drittels des Romans war ich vollkommen verwirrt. Wem welche Aufgabe zuteil wurde und wer dahinter steckte und von welcher Intuition er getrieben wurde, alles war geheimnisvoll und zu Beginn nicht zu Durchschauen, aber im Verlauf der Handlung wurde dann langsam klar, wer welchen Part innehatte und zum Ende hin war alles verständlich.

Wie akribisch Deana Zinßmeister die Recherche für ihren Roman betrieb, wird beim Lesen des Nachworts deutlich. Dabei werden dann auch die Grenzen zwischen Fiktion und Realität abgesteckt. Außerdem sorgt eine Karte und ein Personenregister

Trotz meines Kritikpunktes habe ich den Roman recht gern gelesen. Mein Interesse an der Geschichte der Medizin trug sicher das Seine dazu bei.

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4 Antworten zu Deana Zinßmeister – Der Pestreiter

  1. Arabella schreibt:

    Diese Zeit mag ich gern.

    Ich lade dich herzlich auf meinen neuen Blog ein.
    http://teil2einfachesleben.wordpress.cim/

    Liebe Grüße

  2. ElkeK73 schreibt:

    Gibt es zu diesem Buch einen Vorgänger-Roman? Habe gerade recherchiert, habe leider nichts gefunden. Von dieser Autorin habe ich auch schon einiges gelesen und es hat mir immer ganz gut gefallen. Danke für die Rezie, ich werde mir den Roman vormerken 🙂

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