Robert Louis Stevenson – Die Schatzinsel

Quelle: Hanser Verlag

Die Schatzinsel
Robert Louis Stevenson
Originaltitel:
Treasure Island
Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: Hanser
ISBN-13: 978-3446243460

Klappentext (Auszug)

Stevensons berühmtester Roman, Geniestreich und Meisterwerk zugleich, erzählt von der Expedition zur See und der Bergung des Piratenschatzes von Käptn Flint. Sein eigentlicher Held ist der mutige Junge Jim Hawkins, umgeben von skurrilen und dubiosen, von seriösen und verkommenen Figuren, darunter Squire Trelawney und Doktor Livesey, Käptn Smollett und John Silver, die der Autor in einer herrlich klassischen Szenerie auftreten lässt: zwischen Bodennebel und teerverschmierten Schiffstauen, zwischen Blockhaus und Pulverdampf, in bedrängten Lagen diesseits und jenseits der Reling.

Die Schatzinsel hat die Leser vom ersten Augenblick an gefesselt und Generationen von Schriftstellern inspiriert – von Mark Twain bis Marcel Proust, von Henry James bis Berthold Brecht. Die Fahrt der Hispaniola geht nicht nur auf eine exotische Insel, sondern in die Abgründe der menschlichen Seele. Es ist eine Parabel über Geldgier, eingefasst in das schöne Kleid des Abenteuers. Hier geht es nicht um Liebe, nicht um Status, nicht um den gesellschaftlichen Alltag, nicht um verlorene Illusionen. Es geht um das nackte Überleben.

Über den Autor (Quelle: Wikipedia)

Robert Louis Balfour Stevenson (* 13. November 1850 in Edinburgh; † 3. Dezember 1894 in Vailima, nahe Apia, Samoa) war ein schottischer Schriftsteller des viktorianischen Zeitalters. Stevenson litt an Tuberkulose und wurde nur 44 Jahre alt; jedoch hinterließ er ein umfangreiches Werk von Reiseerzählungen, Abenteuerliteratur und historischen Romanen sowie Lyrik und Essays. Bekannt geworden sind vor allem der Jugendbuchklassiker Die Schatzinsel und die Schauernovelle Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde, die sich dem Phänomen der Persönlichkeitsspaltung widmet und als psychologischer Horrorroman gelesen werden kann. Einige Romane sind heute noch populär und haben als Vorlagen für zahlreiche Verfilmungen gedient.

Meine Gedanken zum Buch

„Die Schatzinsel“ ist eines der Bücher, die mich schon als junger Leser stark beeindruckten. Damals war es das Abenteuer, das der junge Jim Hawkins erleben durfte, die unterschwellige Gefahr die von den Piraten, insbesondere von Long John Silver ausging. Heute ist es weniger der Gruselfaktor, der mich dieses Buch genießen ließ, eher ist es die gekonnte Darstellung der Abgründe die sich in den menschlichen Charakteren auftut. Obwohl diese sehr plakativ in gut und böse eingeordnet sind, ist es spannend ihren Ideen und Winkelzügen zu folgen. Trotzdem sind sie alle auf ihre eigene Art einzigartig und bleiben im Gedächtnis. Auch Jim Hawking, der kein Kind mehr, aber auch bei weitem noch nicht erwachsen ist, besticht durch seine Handlungen, unüberlegt, ohne das Risiko seines Tuns abzuwägen, mutig, voller jugendlichem Tatendrang.

Der Spannungsbogen wird durchgehend hochgehalten, dazu trägt auch ein kurzzeitiger Wechsel des Erzählers in der Mitte des Romans bei. So erweitert sich die Perspektive und man bekommt noch einen Blick auf die Geschichte als nur den des Ich-Erzählers Jim Hawkins.

Sprachlich kann man sich zwar gut in die Handlungszeit hineinversetzen, allerdings kommt mir persönlich die Übersetzung von Andreas Nohl ein wenig glatt vor. Die sich auch in meinem Besitz befindliche Übersetzung von Karl Lerbs ist wesentlich markiger und weniger modern und verbreitet durch die Ausdrucksweise etwas mehr Piratenflair. Die neue Übersetzung ist sehr leicht und flüssig lesbar und keineswegs misslungen.

Das Buch als solches  besticht durch die Fadenbindung, die sehr gute Papierqualität und die darin enthaltenen Informationen zur Entstehungsgeschichte des Romans. Auf den Umschlagsinnseiten finde man vorn eine Abbildung der Schatzkarte des Käptn Flint. Hinten im Buch ist eine Zeichnung eines zweimastigen Toppsegelschoners mit Beschriftung der wichtigsten Bauteile, damit auch die passionierten Landratten sich auf hoher See auf dem Segelschiff zurechfinden können.

“Die Schatzinsel“ ist kein ausschließlicher Jugendroman, auch wenn man schon etwas länger erwachsen ist, kann man mit diesem Roman angenehme, spannende und unterhaltsame Lesestunden genießen.

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2 Antworten zu Robert Louis Stevenson – Die Schatzinsel

  1. Tobi schreibt:

    Es ist gar nicht so lange her, wo ich das Buch gelesen habe. Eine sehr schöne Geschichte und gelungener Klassiker, der einfach ein Meilenstein war und deshalb zurecht so populär wurde. Für meinen Geschmack gibt es ohnehin viel zu wenige Piratengeschichten. Irgendwie zieht das Setting nicht so recht bei den Lesern, ich liebe es auf jeden Fall.

    Erwähnenswert ist eine gelungene Fortsetzung „Silver – Rückkehr zur Schatzinsel“ von Andrew Motion, die letztes Jahr im Mare Verlag erschienen ist. Ein sehr schönes Buch, dass nochmal die Stimmung und den Erzählstil aufgreift. Ein echter Genuss.

    Liebe Grüße und schön, dass du hier Klassiker dieser Art rezensierst!
    Tobi

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