Thilo Bode – Die Freihandelslüge

Quelle: DVA

Quelle: DVA

Warum TTIP nur den Konzernen nützt – und uns allen schadet

Gebundene Ausgabe: 272 Seiten

Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt

ISBN-13: 978-3421046796

Kurzbeschreibung (Quelle: Deutsche Verlags-Anstalt)

Der Staatsstreich der Konzerne

In Deutschland und Europa wächst der Widerstand gegen das geplante Freihandelsabkommen TTIP. Thilo Bode schildert anschaulich und mit analytischer Schärfe, wie TTIP Verbraucherrechte und Umweltstandards gefährdet. Die Konzerne drohen über unsere Zukunft zu bestimmen – stärkere Arbeitnehmer- und Verbraucherrechte hängen ebenso wie ein wirkungsvoller Umweltschutz von ihrer Gnade ab. Dies gilt es mit aller Macht zu verhindern. Thilo Bode zeigt, was sich bei den Geheimverhandlungen zwischen der Europäischen Union und den USA ereignet und was für uns alle auf dem Spiel steht.Deutsche Verlags-Anstalt

Über de Autor (Quelle: Deutsche Verlags-Anstalt)

Thilo Bode, geboren 1947, studierte Soziologie und Volkswirtschaft. 1989 wurde er Geschäftsführer von Greenpeace Deutschland, 1995 von Greenpeace International. 2002 gründete er die Verbraucherorganisation Foodwatch.

Meine Gedanken zum Buch

Derzeitig laufen die Verhandlungen zur Transatlantischen Handels- und Investitionspartnerschaft (engl. Transatlantic Trade and Investment Partnership, TTIP). Dabei geht es offiziell um die Reduzierung von Handelshemmnissen. Das soll die Wirtschaft beider Seiten stärken. Soweit so gut, aber nach und nach wurden immer mehr kritische Stimmen laut und dann fiel auf, dass die offizielle Informationspolitik zu diesem Thema nicht die beste ist, um es vorsichtig auszudrücken. Nun bringt Thilo Bode mit seinem Buch „Die Freihandelslüge“ Licht ins Dunkel.

Mit TTIP, so wie es jetzt geplant ist und derzeit verhandelt wird, wollen globale Konzerne ein Regelwerk etablieren, das fast ausschließlich ihren Interessen dient, das zu Lasten der großen Mehrheit geht, zu Lasten von Verbrauchern, Arbeitnehmern und vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen, zu Lasten der Umwelt, der Souveränität der Länder, der Demokratie. TTIP wäre ein weiterer Schritt in Richtung jener „marktkonformen Demokratie“ in der sich alles den Freiheits- und Gestaltungsansprüchen globaler Konzerne unterordnen soll.“ S. 223

Auf den ersten einhundert Seiten wird ausführlich erklärt, was sich hinter TTIP überhaupt verbirgt. Das geschieht durchaus allgemeinverständlich, sodass sich jeder, der sich ein bisschen dafür interessiert, ein gutes Rüstzeug bekommt, den zweiten Teil der Abhandlung, wie TTIP uns im Alltag betreffen wird, zu verstehen. Dass es dabei um weit mehr geht als um die schon breit geführte Chlor-Hähnchen-Diskussion, wird schnell jedem klar. Natürlich geht es darum, unbelastete Lebensmittel auf den Teller zu bekommen, aber auch der Schutz vor Giften ist mindestens ebenso bedeutsam. Eine gegenseitige Anerkennung der Chemiestandards ist nahezu unmöglich, zu weit liegen diese auseinander. Ein Beispiel verdeutlicht das. In Europa gilt das Vorsorgeprinzip als Kompromiss zwischen den Schutzinteressen von Mensch und Umwelt einerseits und den Wirtschaftsinteressen andererseits. Deshalb muss in Europa ein Unternehmen, welches eine Chemikalie auf den Markt bringen will, die Unschädlichkeit dieser für Mensch und Umwelt nachweisen. In den USA gilt weitestgehend das Nachsorgeprinzip, das darauf basiert, dass die Schädlichkeit eines Stoffes im Nachhinein wissenschaftlich nachgewiesen werden muss. Man sieht, schon die grundlegende Herangehensweise ist konträr.

Die Auswirkungen von TTIP auf unser Alltagsleben werden gewaltig sein, es wird kaum ein Lebens- Wirtschafts- und Industriebereich nicht davon tangiert werden. Kernpunkte werden aber die Chemikalien, Lebensmittel, Landwirtschaft, Tierschutz und nicht zuletzt die Arbeitnehmerrechte sein. (vgl S. 9) Der Verbraucher wird letztlich auf der Strecke bleiben und sich den dann in Gesetzesform gebrachten Konzerninteressen beugen müssen.

Wollen wir dieses Freihandelsabkommen so wie es jetzt verhandelt wird? Nein. Deshalb ist es wichtig, sich zu informieren und dazu trägt das von Thilo Bode vorgelegte Sachbuch in einem beachtlichen Maße bei. Denn nur wer informiert ist, kann sich (s)eine Meinung bilden und auch vertreten.

Wir brauchen starke Zivilgesellschaften und starke Parlamente, die auf der Grundlage eines fairen Interessenausgleichs transparent debattieren und dann entscheiden, nach welchen Regeln internationaler Handel funktionieren soll.“ S 223

Bis wir an diesem Punkt angelangt sind, fehlen neben starken Zivilgesellschaften, die ihren Unmut äußern, vor allem noch die starken Parlamente, die Transparenz in die Verhandlungen bringen und die jeden Verdacht von Lobbywirtschaft von vornherein entkräften können. Darum informiert Euch!!!

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter 2015, Fach- und Sachbuch abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Thilo Bode – Die Freihandelslüge

  1. nomadenseele schreibt:

    Ich habe das Buch noch hier liegen und werde es bald lesen. Nur eine Anmerkung:
    *ass es dabei um weit mehr geht als um die schon breit geführte Chlor-Hähnchen-Diskussion, wird schnell jedem klar. Natürlich geht es darum, unbelastete Lebensmittel auf den Teller zu bekommen, aber auch der Schutz vor Giften ist mindestens ebenso bedeutsam. *

    Das berüchtigte Chlorhühnchen ist sowohl für den Verbraucher als auch für die Umwelt weniger schädlich als die mit antibiotika vollgestopften Viecher hierzulande.

    • Karthause schreibt:

      Das ist mir bewusst, ich habe es das Chlorhuhn lediglich erwähnt, weil es in erster Linie mit der TTIP-Diskussion ins Feld geführt wird und darauf aufmerksam machen, dass es bei TTIP um weitaus größere und komplexere Probleme geht. Ich möchte weder das durchs Chlorbad gezogene noch das mit Antibiotika vollgestopfte Huhn auf meinem Teller.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s